Iran: Ein Land wird verwüstet

Mariam Lotfi berichtet in der Tageszeitung Hamschahri, die vom Amt des Oberbürgermeisters von Teheran herausgegeben wird, über die Folgen der Dürre in der iranischen Provinz Sistan und Balutschistan. Sie berichtet über den Hamun-See im Osten des Irans. Eigentlich ist es eine Seenlandschaft mit Sümpfen, die nur bei hohem Wasserstand zu einem Gesamtsee zusammenwächst, der weit nach Afghanistan hineinreicht. Dieser Gesamtsee bedeckte noch vor 50 Jahren Flächen in der Größenordnung von 4000 Quadratkilometern, die persische Wikipedia spricht sogar von 5000 Quadratkilometern. Zum Vergleich, der Bodensee bedeckt 530 Quadratkilometer, der Genfersee 580. Die russische Wikipedia berichtet , dass 1903 bei einem sehr hohen Wasserstand sogar auch mal 50.000 Quadratkilometer von Wasser bedeckt waren. Sie schreibt aber auch, dass die Wasserhöhe des Sees im Schnitt einen bis anderthalb Meter beträgt. Diese Seen- und Sumpflandschaft wurde von der UNESCO auch als Biosphärenreservat ausgewiesen, aber das nützt wenig. Denn die Satellitenfotos wie auch die Einwohner vor Ort bezeugen das Austrocknen dieser Landschaft.

Landflucht

Für die Einheimischen kommt das wie eine Vertreibung. Seit nachweislich über 4000 Jahren wird in der Region Fischerei, Landwirtschaft und Viehzucht betrieben. Ohne Wasser ist alles vorbei. Fische gab es in einem Jahr als Trockenfisch, als der See zum ersten Mal völlig trocken fiel. Da haben die Einheimischen ihn in Säcken gesammelt und verkauft. Aber ohne Wasser ist Schluss mit der Fischerei. Felder ohne Wasser bei den Temperaturen sind unfruchtbar, der Wind trägt zudem Salz ein. Und das Vieh braucht Futter. Bei Trockenheit wächst kein Gras, und die Intensivwirtschaft wie hier in Deutschland oder der Schweiz liegt jenseits der Kaufkraft der Bauern. Womit sollten sie das Viehfutter bezahlen? Und schon diese Sicht greift zu kurz. Denn wenn die Wüste voranschreitet, woher soll das Futter denn kommen? Die älteren Einwohner bleiben noch in den Dörfern, die jüngeren ziehen in die Städte, nach Tschabahar, nach Zahedan, nach Teheran. In diesen Städten bilden sie dann die Slums am Rande der Stadt. Als Fischer, Bauern oder Viehzüchter haben sie dort höchstens Aussichten auf Gelegenheitsarbeiten.

Der Ursprung der Misere

An der Trockenheit schuld sind drei Dürrejahre. Heißt es. Ja, auch auf Satellitenfotos soll zu sehen sein, dass die Niederschläge im Hindukusch, von wo der Hilmand-Fluss sein Wasser bezieht, viel dürftiger waren als in früheren Jahren. Und der Hilmand-Fluss ist der Hauptzubringer von Wasser in diese Seenlandschaft. Aber das ist nicht alles. Auf afghanischer Seite wurden Staudämme gebaut, wird das Wasser für die Bewässerung von Feldern genutzt, und die Bauern, die es sich leisten können, ziehen mit Pumpen Wasser aus dem Fluss.

Was dann weiter westwärts im Iran ankommt, wird hier z.T. ebenfalls abgezogen. Für große staatliche Wasserreservoire, die die Dörfer eigentlich mit Trinkwasser versorgen sollten. Und seit den 1970-er Jahren hat auch hier eine intensivere Landwirtschaft Einzug gehalten, mit intensiver Bewässerung und Pumpen. Die ehemaligen Sumpf-Flächen, die damals für die Landwirtschaft in Beschlag genommen wurden, sind heute vertrocknet und verwüstet. Die englische Wikipedia berichtet, dass in der Zeit der landwirtschaftlichen „Entwicklung“ die Bevölkerungszahl in der Region stark gestiegen ist.

Es wird deutlich, dass hier ein Ökosystem, das wohl schon einige Jahrtausende existiert, zum Einbruch gebracht wurde, weil es übernutzt wurde. Und es verwundert nicht, dass der Abgeordnete der Region im Parlament im Teheran mehr Arbeitsplätze und bessere Trinkwasserversorgung fordert, aber zugleich auch darauf hinweist, dass ein anderer Fluss der Region, der im Golf von Oman mündet, noch so und so viel Kubikmeter Wasser pro Jahr ins Meer befördert. Das könne man ja stauen und mit Leitungen herpumpen. Nach dem Motto: Wir haben ein System zerstört, zerstören wir das nächste.

Wir sind mit vom Spiel

Und wir sollten nicht mit dem Finger auf „die Iraner“ zeigen. Hier handhaben wir es nicht anders. Sei es Müll, sei es Energieverbrauch, seien es Abgase. Wir „lösen“ ein Problem, indem wir ein paar weitere erzeugen. Verderbliche Lebensmittel zu jedem Zeitpunkt wie Milch, Fleisch, Joghurt oder Kopfsalat? Ein Kühlschrank muss her! Gifte Kühlflüssigkeit (Ammoniak)? Wir finden Abhilfe – Fluorkohlenwasserstoffe. Dann auf einmal: Die Ozonschicht wird zerstört. Das UV-Licht zerstört uns. Also weg mit den Fluorkohlenwasserstoffen, aber nicht weg mit dem Kühlschrank. Oder der Energieverbrauch. Nachhaltigkeit. Windenergie. Nach 20 Jahren wird die erste Generation der Generatoren verschrottet. Riesige Propeller mit Glasfasern. Keiner will sie. Zum Glück gibt es Abnehmer in Polen. Da laufen die Windflügel noch und das Problem mit dem Abfall haben dann „die Polen“. Und so weiter.

Quellen:

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=229031
vom 9. Chordad 1400 (30. Mai 2021)

مهاجرت اجباری روستانشینان سیستان و بلوچستان/«تا شکم بچه‌هامان خالی نماند»

https://fa.wikipedia.org/wiki/دریاچه_هامون

https://en.wikipedia.org/wiki/Hamun_Lake

https://de.wikipedia.org/wiki/Hamun-See

https://ru.wikipedia.org/wiki/Хамун

همشهری در گزارش میدانی و تحلیلی به تاثیر خشکسالی و بی‌آبی در روستاهای سیستان و بلوچستان پرداخت که به مهاجرت بخش جالب توجهی از جمعیت این مناطق به شهرهایی چون تهران، زاهدان و چابهار منجر شده است.

Lokale Fischerei zerstört / Große chinesische und indische Schiffe ließen nichts für iranische Fischer übrig

Youtube-Video von April 2020, das chinesische Schleppnetzfischerei in iranischen Gewässern zeigen soll

Zwei Videos von Schleppnetzfischerei in iranischen Gewässern sorgten neulich für Wirbel in den Sozialen Medien. Sie zeigen, wie chinesische Fischtrawler Millionen Fische mit riesigen Netzen aus dem Wasser ziehen sowie iranische Fischer, die seit langem keine Fische mehr fangen und deswegen arbeitslos und teilweise süchtig geworden sind.

Offensichtlich findet in iranischen Gewässern Schleppnetzfischerei statt. Amir Rostamvand, einer der Interviewten in den Videos, glaubt, dass, obwohl das Schleppen mit Schleppnetzen im Iran unter Strafe gestellt wurde und solche Handlungen wiederholt auf die Tagesordnung der Umwelt- und Justizbehörden des Landes gesetzt wurden und mehrere ausländische Schiffe auf iranischer hoher See festgenommen wurden, chinesische und indische Schiffe immer noch im Iran fischen. Er fügt hinzu: „Das Schleppnetzfischen ist für ausländische Fischer attraktiv, und der Iran ist das einzige Land, das von Ausländern aufgrund der Erteilung von Lizenzen für das Schleppnetzfischen oder des Verzichts auf diese illegale Fangmethode in Betracht gezogen wurde.“

Schleppnetzfischerei ist eine äußerst umweltschädliche Art zu Fischen. In kilometerlangen, von Trawlern gezogenen Netzen, werden Schwarmfische und Grundfische (Scholle, Seezunge und Plattfische) sowie Krebstiere gefangen. Die besonders schädlichen Grundnetze kratzen dabei über den Meeresboden und zerstören dort Fauna und Flora. In Bodennähe lebende Jungfische werden mitgetötet so daß die Bestände sich nicht wieder erholen können. Es droht Überfischung, wie sie mittlerweile auch im Süden des Irans beobachet werden kann. Außerdem klagen Umweltschützer über die enorme Verschwendung aufgrund des großen Anteils an Beifang (80-90%).

Schleppnetzfischerei ist trotz seiner Ächtung von Biologen und Ökologen immer noch – auch bei europäischen Fischereiflotten – weit verbreitet. Immerhin gilt in europäischen Gewässern seit 2016 ein Verbot von Bodenschleppnetzen für europäische Trawler in Tiefseeregionen des Atlantiks sowie grundsätzlich in den Gewässern der Europäischen Union.

Quellen:

صيادان محلي نابود شدند/ کشتی های بزرگ چینی چیزی برای صید صیادان ایرانی باقی
https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=214722

https://www.youtube.com/watch?v=-pNRHgJZxL0

https://www.youtube.com/watch?v=WOWjr-gFOBU

https://de.wikipedia.org/wiki/Schleppnetzfischerei

Schwarze Iraner im Iran – eine kultivierte, aber unterdrückte Minderheit und Opfer von Diskriminierung

تصویری از نوازندگان در جشنواره فرهنگی انبه و یاسمین در میناب، هرمزگان
Musiker beim Mango- und Yasmin-Kulturfestival in Minab, Hormozgan

Als die „Black Lives Matter“ – Bewegung ins Leben gerufen wurde, nutzten Beamte und Medien der Islamischen Republik Iran die Gelegenheit und starteten eine Propagandakampagne gegen die Vereinigten Staaten und andere westliche Länder, aber diese Beamten und Medien sprachen nie über den Status und die Bedeutung des „Schwarzen Iran“. Sie sagten kein Wort.

Schwarze in der alten iranischen Literatur, von der Poesie von Hafez und Rumi bis zu Nasser Khosrow und Sanai, sind hässliche und wertlose Menschen. Diese Dichter haben Schwarze in ihren Werken mit Worten wie „Hindu“, „Zangi“ und „Abessinier“ verurteilt.

Dieses traditionelle Denken in der neuen Ära hat zu einer weitverbreiteten Diskriminierung sowohl durch die iranische Regierung als auch durch die Gesellschaft geführt, indem die Existenz der Menschen afrikanisch-iranischer Herkunft ignoriert wurde und ein Mangel an Bewusstsein und Information über sie herrscht.

Entstehung der „Gesellschaft der Schwarzen Iraner

„Wir sind auch Teil der vielfältigen iranischen Gesellschaft. Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie uns sehen.“

Gesellschaft der Schwarzen Iraner


Dies ist das Motto der „Gesellschaft der Schwarzen Iraner“, die kürzlich ihre Existenz angekündigt hat, indem sie eine Website gestartet, Konten in sozialen Netzwerken eröffnet und Inhalte einschließlich Animationen produziert hat.

Laut der Gesellschaft der Schwarzen Iraner selbst handelt es sich um eine „gemeinnützige, nichtstaatliche Organisation mit mehreren Zweigen“.

Die Organisation zielt darauf ab, die Stimmen von Schwarzen und Afrikanern zu unterstützen, in den Iran auszuwandern, über die Verbindung zwischen afrikanischer, schwarzer und iranischer Identität aufzuklären und die Anerkennung der Erfahrungen von Schwarzen in iranischen Erzählungen zu unterstützen.

In der gegenwärtigen Situation im Iran, in der zahlreiche Berichte über Menschenrechtsverletzungen und Minderheiten veröffentlicht werden, spiegelt sich die Entstehung der Gesellschaft Schwarzer Iraner in den internationalen Medien wider, insbesondere in der Region am Persischen Golf.

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Collective for Black Iranians, https://collectiveforblackiranians.org/


So berichtet der Sender Al-Jazeera über Priscillia Kounkou-Hoveyda, der Gründerin der Organisation. Sie sagt, dass die Hauptzielrichtung bei Gründung ihrer Organisation auf drei Säulen beruhte: der Stärkung, die Ausbildung und die Verteidigung. Sie wollen die Geschichte derer betonen, die aus der afrikanisch-iranischen Kultur stammen und trotz ihrer iranischen Herkunft afrikanische Wurzeln haben.

Frau Kounkou-Hoveyda wurde in Frankreich als Tochter eines kongolesischen Vaters und einer iranischen Mutter geboren, verbrachte jedoch ihre Kindheit während des Iran-Irak-Krieges in Teheran und Isfahan. Sie erinnert sich gut daran, wie sie und ihre Familie während der Bombardierung der Städte im Keller Zuflucht gesucht haben, und ihr Großvater „den Koran rezitierte, um die Bombardierung zu stoppen“.

Frau Kounkou-Hoveyda die jetzt mit den Vereinten Nationen und NGOs in Afrika zusammenarbeitet, sagte Al-Jazeera, dass die Gründung einer Gesellschaft Schwarzer Iraner unter Beteiligung von fünf anderen Menschen, die in vier verschiedenen Ländern leben, eine „Liebesbeziehung“ sei.

Durch die Veröffentlichung von Stücken aus Geschichte, Literatur, kurzen Animationen, Fotografien und Musik versuchen sie, Themen im Zusammenhang mit schwarzen Iranern zu vermitteln, insbesondere die Geschichte der Sklaverei im Iran. 1927 wurde auf britische Initiative hin der Sklavenhandel im Iran verboten.

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Photo von Behnaz Mirzai

Mitglieder der Gesellschaft der Schwarzen Iraner diskutieren auch den Ort der Schwarzen in der iranischen Gesellschaft und ihre Manifestation in der Kultur und Kunst dieses Landes.

Beeta Baghoolizadeh, Professorin für Geschichte und Afrikastudien an der Bucknell University schreibt diesbezüglich einen Kommentar auf dem Twitter-Account der Gruppe Schwarzer Iraner und erzählt einen Auszug der Geschichte von Nahim, einem Afrikaner an Bord eines Schiffs.

Mitglieder der schwarzen iranischen Gesellschaft betonen, dass die Verbindung zwischen dem Iran und Afrika mindestens tausend Jahre zurückreicht.

Eine Reihe von Tweets thematisierte sodann die iranische Migration nach Ostafrika: „Heute scheint die Kluft zwischen dem Iran und der Ostküste Afrikas viel größer zu sein als vor einigen Jahrhunderten.“ „Diese Entfernung war in der Vergangenheit so gering, dass eine Gruppe von Shirazi-Prinzen an der Küste Ostafrikas (Suaheli) gelebt und jahrhundertelang Beziehungen zum Iran unterhalten haben soll.“

Dementsprechend wird gesagt, dass die Migration von Shirazis nach Sansibar auf das frühe 10. Jahrhundert n. Chr. zurückgeht. Es ging um „bessere Geschäftsmöglichkeiten“ und mit der Fortsetzung des Handels zwischen Sansibar und dem Iran, um die Beziehungen zwischen den beiden Regionen sowie den wachsenden kulturellen Austausch. Einige in dieser Region beanspruchen inzwischen das „Shirazi-Kulturerbe“.

Obwohl die Gesellschaft der schwarzen Iraner selbst erklärt hat, dass „einige Gelehrte die Richtigkeit dieser Behauptungen in Frage gestellt haben und behaupten, dass die Informationen von diesem Datum weitaus instabiler sind, als mit Sicherheit angegeben werden können“, zitiert sie die Karte des Indischen Ozeans in dem Buch. „al-Masalik wa-l-mamalik“ („Buch der Wege und Provinzen“) von Abu Ishaq Ibrahim Istachri und stellt fest, dass „Istachri links und rechts eine lange Linie zur Küste Sansibars zieht, zur Arabischen Halbinsel, zum Tigris, zu mehreren Hafenstädten entlang des Persischen Golfs, zum Mehran und zu einem großen Dreieck. „(Einschließlich des indischen Subkontinents).“

Die Gesellschaft der Schwarzen Iraner kommt zu dem Schluss, dass „Istachris Karte den Persischen Golf nicht separat darstellt, sondern mit dem Indischen Ozean verbindet und uns zeigt, wie nahe die beiden Küsten und ihre Menschen sind.“

Die iranische Regierung hat bei dieser Vernachlässigung eine entscheidende Rolle gespielt, aber in den letzten Jahren hat die Aufmerksamkeit für dieses Thema aufgrund individueller Bemühungen etwas zugenommen.

چند جوان هرمزگانی در ساحل خلیج فارس در بندرعباس
Junge Männer in Bandar Abbas

Behnaz Mirzaei, eine iranisch-kanadische Forscherin und Professorin an der Brock-Universität, war maßgeblich daran beteiligt. Sie, als eine der wenigen ForscherInnen über iranische Schwarze, betrachtet etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung im südlichen Iran als ethnisch-afrikanisch und sagt, dass selbst viele Mitglieder der afro-amerikanischen Gemeinschaft ihre ethnische Zugehörigkeit, Vergangenheit oder familiäre Herkunft nicht kennen.

Laut einigen Quellen geht die Geschichte Iraner afrikanischer Herkunft über 500 Jahre zurück, zu einem Zeitpunkt, als portugiesische Kaufleute tausende Afrikaner an die Südküste des Iran brachten.

Laut Behnaz Mirzaei brachten arabische Händler später im 18. bis 20. Jahrhundert Sklaven aus Nord- und Nordostafrika, insbesondere Tansania, Kenia, Äthiopien und Somalia, in den Iran. Diese Sklaven waren in den Bereichen Fischerei, Landwirtschaft, Hausarbeit, Babysitting und sogar Militärdienst tätig.

Es wird gesagt, dass im 19. Jahrhundert mehr als 200.000 schwarze Sklaven in den Iran gebracht wurden.

Laut dieser Forscherin leben Afrikaner in einigen Gebieten, insbesondere in Sistan und der Provinz Belutschistan, nach sektiererischen Systemen. Dies bedeutet zum Beispiel, dass sich die „Doorzadehs“ in dieser Region den „Sklaven“ überlegen fühlen, weil sie sagen, dass ihre Vorfahren keine Sklaven waren.

Veröffentlichung von Kunstwerken über afrikanische Herkunft im Iran

In den letzten Jahren haben iranische Künstler auch Werke auf diesem Gebiet geschaffen. Zum Beispiel veröffentlichte Mahdi Ehsaei, ein iranisch-deutscher Fotograf, vor fünf Jahren in Deutschland ein Fotobuch mit dem Titel „Afro-Iran Photo Book“, das sechzig Fotos von schwarzen Bewohnern des südlichen Irans enthält.

Mahdi Ehsaei erzählt, wie er selbst die Existenz dieser Minderheit im Iran erst während eines Fußballspiels bemerkt hat, bei dem eine Mannschaft aus Hormozgan spielte. Er erkannte damals, dass eines der Lieder, das vom Chef der Fans der Fußballmannschaft gesungen wurde, „mehr afrikanisch als iranisch“ war.

Dieser Fotograf interessierte sich sodann für dieses Thema und reiste in den Süden des Irans, um Fotos zu machen. Dort hatte die Gegenwart von Menschen afrikanisch-iranischer Herkunft trotz ihrer geringen Anzahl tiefgreifende Auswirkungen auf die Kultur und Bräuche der südlichen Region des Irans, z.B. auf die Musik und die Kleidung.

دو عضو گروه موسیقی لیان بوشهر در یکی از اجراهای این گروه در تالار وحدت تهران
Zwei Mitglieder der Lian Bushehr Band bei einer der Aufführungen der Gruppe in Teherans Vahdat Halle

Saeed Shanbehzadeh, ein in Frankreich lebender iranischer Musiker und Musiker afrikanischer Abstammung, sagte, Bushehr sei die einzige Stadt, in der Menschen bei Beerdigungen tanzen, und es sei „eine von Afrika geerbte Tradition“.

In den letzten Jahren hat er ein Album mit dem Titel „Pure Africa“ ​​veröffentlicht, das eine Hommage an seine afrikanischen Vorfahren ist.

„Die afrikanisch-iranische Kultur wird im Iran nicht anerkannt“, sagte Shanbehzadeh gegenüber der französischen Zeitung Le Point. „Wenn Sie einem schwarzen Iraner sagen, dass er ein Nachkomme von Afrikanern ist, ist das eine Beleidigung für ihn. Niemand will stolz auf seine Herkunft sein.“

Quelle

ایرانیان سیاه‌پوست؛ اقلیتی بافرهنگ، اما سرکوب‌شده و قربانی تبعیض

آرش گنونی, 8.9.2020

https://www.radiofarda.com/a/Afro-Iranians-life-in-discrimination-and-suppression/30825763.html

Kinderarbeit im Iran


Am Sonntag, den 16. Shahriwar (6. September), berichtete die iranische Nachrichtenagentur IRNA, von einem aufsehenerregenden Fall in Shahin-Shahr, einer Stadt in der Provinz Isfahan. Leitende Beamte der Wohlfahrtsbehörde (Edareye Behzisti), die für obdachlose und bedürftige Kinder zuständig ist, hatten Kinder im Keller der Behörde eingesperrt. Nach Angaben der sozialen Medien hatte die Behörde 10 Kinder im Keller eingesperrt, bis Menschen auf deren Schreie und Hilferufe aufmerksam wurden und die Polizei und die Feuerwehr riefen. So wurden die Kinder aus dem Keller befreit. Marziye Farshad, die Generaldirektorin der Wohlfahrtsbehörde der Provinz Isfahan, bezeichnete den Beschluss, die Kinder im Keller einzusperren, als „unprofessionell“ und erklärte, dass der Leiter und sein Assistent ihres Amts enthoben worden seien.

Daten zur Kinderarbeit im Iran
Abdol-Reza Rahmani Fazli, der iranische Innenminister, hatte vor etwa einem Monat erklärt, dass die Mehrheit der minderjährigen Kinder, die im Iran arbeiten, afghanische Staatsbürger seien. Minderjährig heißt nach dem iranischen Gesetz unter 15 Jahren. Shokrollah Hassan-Beygi, der sozialpolitische Assistent der Provinz Teheran, hatte vor etwa einem Jahr erklärt, dass der Anteil ausländischer Kinder unter den Kinderarbeitern in Teheran etwa 80 Prozent betrage.
Das Zentrum für Statistik und strategische Informationen des Ministeriums für Kooperativen, Arbeit und sozialen Wohlstand hatte in seinem letzten Bericht, der sich auf das Jahr 2017 bezieht, von rund 400.000 Kinderarbeitern gesprochen (330.000 Jungen, 70.000 Mädchen), sowie weiteren 90.000, die auf Arbeitssuche waren. Nahid Taj-ol-din, Mitglied des Vorstands des Sozialausschusses des iranischen Parlaments, hatte die Zahl der Kinderarbeiter im Iran auf der Grundlage der Schätzungen von Fachleuten auf 3 bis 7 Millionen beziffert.

Was soll man von den Daten halten?
Wie man sieht, ist die Spannweite der Angaben derart breit, dass man nicht einmal sicher sein kann, dass die verschiedenen Behörden die selben Definitionen anwenden. Es kann durchaus sein, dass das Innenministerium so auf Ausländer fixiert ist (gibt es hierzulande ja auch), dass es nur hinter ausländischen und bevorzugterweise afghanischen Kindern her ist, dann machen die ausländischen Kinderarbeiter natürgemäß auch den Hauptteil in seiner Statistik aus.

https://www.radiofarda.com/a/iran-child-labour-imprisonment/30823555.html
vom 16. Shahriwar 1399 (6. September 2020)
حبس کودکان کار در زیرزمین اداره بهزیستی؛ «حکم برکناری برای مسئولان»

Iran: 35.000 Gastarbeiter im Nordirak

Die hohe Arbeitslosigkeit in den iranischen Provinzen Kermanschah und West-Aserbaidschan, in denen vor allem Kurden leben, hat dazu geführt, dass viele Bauarbeiter und Fachleute vom Bau sich im benachbarten Ausland, im Nordirak, nach Arbeit umgesehen haben. Letztes Jahr waren das laut inoffiziellen Quellen rund 35.000 Arbeiter. Einreisen konnten sie freilich nur als Touristen, weil sie nur ein einmonatiges Touristenvisum erhielten, kein Arbeitsvisum. Wenn sie dann in Soleimaniye, Arbil oder einer anderen Stadt im kurdischen Nordirak eine Arbeit fanden, so waren die Bedingungen höchst ungemütlich. Beengte Unterkünfte, schlechte Verpflegung, magere Löhne und keine Versicherung. Wenn der Arbeiter tödlich verunglückte oder infolge eines Arbeitsunfalls arbeitsunfähig wurde, bezahlte der Arbeitgeber nichts. Der Arbeiter war ja offiziell nicht zum Arbeiten da, sondern Tourist. Und trotzdem war diese Arbeit für viele eine Chance, denn die Alternative war, als Grenzgänger schwere Waren auf dem Rücken über das Gebirge zu transportieren, den Lawinen, dem Frost und den Todesschüssen der iranischen Pasdaran ausgesetzt. Bei noch viel geringerem Einkommen. Eine andere Alternative war es, im Iran irgendwas auf der Straße zu verkaufen und damit sein Dasein und das der Familie zu bestreiten. In einer Region, wo die Arbeitslosigkeit selbst nach amtlicher Statistik zwischen 17 und 20 Prozent liegt und damit fast doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt, ist das auch nicht sehr vielversprechend.

Corona macht einen Strich durch die Rechnung
Mit der Grenzschließung zwischen Iran und Nordirak ist auch diese Möglichkeit genommen, Geld zu verdienen. Bauarbeiter und Lastenträger können die Grenze nicht mehr passieren. Sie sitzen jetzt als Kleinhändler auf der Straße oder suchen Arbeit im Iran, wo sie die Löhne noch weiter drücken.

Quelle:
https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=209956

vom 16. Tir 1399 (6. Juli 2020)
دردهای مشترک از مریوان تا سلیمانیه/ ۳۵ هزار کارگر ایرانی در عراق روزمزدی می‌کنند!

Iran: Corona-Virus führt zu Massenentlassungen

Die iranische Zeitung Sharq schrieb am 27. April, dass allein in den drei iranischen Provinzen Mazanderan, Golestan und Lorestan mindestens 100.000 Arbeiter innerhalb der vergangenen 10 Tage entlassen wurden, rund 45.000 Arbeiter haben sich in den Mazandaran, Qom, Kermanshah, Chahar-Mahal va Bakhtiyari, Mahabad und Sabzavar bei der Arbeitslosenversicherung registrieren lassen. Dies wurde von den Verwaltungsbehörden dieser Städte und Provinzen bekannt gegeben. Aus anderen Provinzen liegen keine Angaben vor.

Laut Angaben von Gewerkschaftsaktivisten in Mazandaran wurden dort 80.000 Bauarbeiter arbeitslos.

In der Petrochemie-Fabrik Petrushimiye Urumiye wurden 82 Arbeiter auf den Corona-Virus getestet, bei 37 fiel der Test positiv aus. Bislang ist eine finanzielle Unterstützung des Staates für die Arbeiter ausgeblieben.

Mo 8. Ordibehesht 1399 (27. April 2020)

بیکاری ۱۰۰هزار کارگر در ۱۰روز در سه استان

Anteil der Frauen unter Lastenträgern (Kulbaran) steigt rasant

Lastentträger im Grenzgebiet zw. Iranisch-Kurdistan und Irak

Die Teheraner Tageszeitung „Hamschari“ hat heute, den 22.01.2020, einen Bericht über den rasant zunehmenden Anteil von Frauen und Kindern unter den Kulbaran (Lastenträger / Grenzgänger) veröffentlicht. Sie hat eine Untersuchung im iranischen Grenzgebiet zum Irak und zur Türkei vorgenommen und berichtet nun über deren Ergebnisse.

Die Überschrift des Artikels lautet: „Meine Mutter, Lastenträgerin“.

Die Zeitung hat u.a. mittels Interviews festgestellt, dass in der letzten Zeit der Frauenanteil und der Anteil von Kindern zugenommen hat. Als Gründe dafür werden die hohe Arbeitslosigkeit in den Regionen und die Notwendigkeit, zum geringen Einkommen etwas hinzuzuverdienen genannt.

Die Frauen müssen Lasten über 30kg für 4 bis 5 Stunden tragen können. Zudem sind die Wege im Gebirge schwer zu gehen.

Quelle: https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=199022

Ferienzeit für Kinder aus dem iranischen Dorf

Wenn im Sommer die Schulen schließen und die Ferienzeit beginnt, können die Kinder in reichen Ländern ihre Zeit auf vielfältige Weise genießen oder sich weiter entwickeln. Sie haben die Möglichkeit mit ihren Eltern zu reisen, an Sprachkursen teilzunehmen, einen Sport auszuüben oder Nachhilfe bei den Schulfächern zu bekommen, wo sie noch Schwächen haben. Sie können kulturell aktiv sein, ausgehen, tanzen und vieles mehr. Kinder von reichen Eltern in einer iranischen Großstadt können ähnliche Angebote nutzen.

Für den größten Teil der iranischen Kinder sieht die Realität anders aus. Beispielsweise in der ländlichen Region Mogoi (in der Provinz Tscharmahale Bachtiyar) sieht der Alltag der Kinder so aus, wie auf den folgenden Bildern zu sehen ist.

Iran: Erdöl und Atombomben machen nicht satt


Während die iranischen Machthaber weiter auf ihr vermeintliches Recht pochen, die iranische Bevölkerung mit angereichertem Uran zu beglücken, ist aus dem Munde von Zahra Abdollahi, der Generaldirektorin des Amtes zur Verbesserung der Ernährungslage der Bevölkerung, die dem Gesundheitsministerium unterstellt ist, folgendes zu hören. Gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ILNA erklärte sie in einem Interview, dass 8 iranische Provinzen mit einem besonderen Nahrungsmittelmangel konfrontiert sind. Das ist die amtliche Art, auszudrücken, dass die Bevölkerung hungert.
Die acht Provinzen sind:
Sistan und Balutschestan, Kohkiliye und Boyer-Ahmad, Ilam, Hormosgan, Chusestan, Kerman, Süd-Chorassan und ???. Bei der Aufzählung hat die Generaldirektorin nämlich nur diese sieben Provinzen genannt. Wenn man auf die Landkarte schaut, fällt auf, dass diese Regionen in der südlichen Hälfte des Irans liegen und dass namentlich die Balutschen und die Araber davon betroffen sind. Und dabei ist gerade Chusestan die erdölreichste Provinz des Irans.

https://www.radiofarda.com/a/30081228.html
vom 7. Mordad 1398 (29.07.2019)
8 ostane iran ba kambude ghad_a’i mowajeh shodeand

Iran: Staatliches Vorgehen gegen Straßenkinder

Über 2000 iranische Staatsbürger, die im Iran leben, haben eine Erklärung unterschrieben, in der sie gegen das staatliche Vorgehen gegen Straßenkinder protestieren. Wie sie schreiben, ist der staatliche Kampf gegen die Straßenkinder keineswegs ein großartiges Sozialprojekt. Die eingesammelten Kinder werden dann an Orten festgehalten, deren Bedingungen iranischen Gefängnissen gleichen. Auch schiebt der iranische Staat afghanische Kinder direkt nach Afghanistan ab, ohne sich um die Rechte von Flüchtlingen zu scheren.

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