Iran: Corona-Virus führt zu Massenentlassungen

Die iranische Zeitung Sharq schrieb am 27. April, dass allein in den drei iranischen Provinzen Mazanderan, Golestan und Lorestan mindestens 100.000 Arbeiter innerhalb der vergangenen 10 Tage entlassen wurden, rund 45.000 Arbeiter haben sich in den Mazandaran, Qom, Kermanshah, Chahar-Mahal va Bakhtiyari, Mahabad und Sabzavar bei der Arbeitslosenversicherung registrieren lassen. Dies wurde von den Verwaltungsbehörden dieser Städte und Provinzen bekannt gegeben. Aus anderen Provinzen liegen keine Angaben vor.

Laut Angaben von Gewerkschaftsaktivisten in Mazandaran wurden dort 80.000 Bauarbeiter arbeitslos.

In der Petrochemie-Fabrik Petrushimiye Urumiye wurden 82 Arbeiter auf den Corona-Virus getestet, bei 37 fiel der Test positiv aus. Bislang ist eine finanzielle Unterstützung des Staates für die Arbeiter ausgeblieben.

Mo 8. Ordibehesht 1399 (27. April 2020)

بیکاری ۱۰۰هزار کارگر در ۱۰روز در سه استان

Anteil der Frauen unter Lastenträgern (Kulbaran) steigt rasant

Lastentträger im Grenzgebiet zw. Iranisch-Kurdistan und Irak

Die Teheraner Tageszeitung „Hamschari“ hat heute, den 22.01.2020, einen Bericht über den rasant zunehmenden Anteil von Frauen und Kindern unter den Kulbaran (Lastenträger / Grenzgänger) veröffentlicht. Sie hat eine Untersuchung im iranischen Grenzgebiet zum Irak und zur Türkei vorgenommen und berichtet nun über deren Ergebnisse.

Die Überschrift des Artikels lautet: „Meine Mutter, Lastenträgerin“.

Die Zeitung hat u.a. mittels Interviews festgestellt, dass in der letzten Zeit der Frauenanteil und der Anteil von Kindern zugenommen hat. Als Gründe dafür werden die hohe Arbeitslosigkeit in den Regionen und die Notwendigkeit, zum geringen Einkommen etwas hinzuzuverdienen genannt.

Die Frauen müssen Lasten über 30kg für 4 bis 5 Stunden tragen können. Zudem sind die Wege im Gebirge schwer zu gehen.

Quelle: https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=199022

Ferienzeit für Kinder aus dem iranischen Dorf

Wenn im Sommer die Schulen schließen und die Ferienzeit beginnt, können die Kinder in reichen Ländern ihre Zeit auf vielfältige Weise genießen oder sich weiter entwickeln. Sie haben die Möglichkeit mit ihren Eltern zu reisen, an Sprachkursen teilzunehmen, einen Sport auszuüben oder Nachhilfe bei den Schulfächern zu bekommen, wo sie noch Schwächen haben. Sie können kulturell aktiv sein, ausgehen, tanzen und vieles mehr. Kinder von reichen Eltern in einer iranischen Großstadt können ähnliche Angebote nutzen.

Für den größten Teil der iranischen Kinder sieht die Realität anders aus. Beispielsweise in der ländlichen Region Mogoi (in der Provinz Tscharmahale Bachtiyar) sieht der Alltag der Kinder so aus, wie auf den folgenden Bildern zu sehen ist.

Iran: Erdöl und Atombomben machen nicht satt


Während die iranischen Machthaber weiter auf ihr vermeintliches Recht pochen, die iranische Bevölkerung mit angereichertem Uran zu beglücken, ist aus dem Munde von Zahra Abdollahi, der Generaldirektorin des Amtes zur Verbesserung der Ernährungslage der Bevölkerung, die dem Gesundheitsministerium unterstellt ist, folgendes zu hören. Gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ILNA erklärte sie in einem Interview, dass 8 iranische Provinzen mit einem besonderen Nahrungsmittelmangel konfrontiert sind. Das ist die amtliche Art, auszudrücken, dass die Bevölkerung hungert.
Die acht Provinzen sind:
Sistan und Balutschestan, Kohkiliye und Boyer-Ahmad, Ilam, Hormosgan, Chusestan, Kerman, Süd-Chorassan und ???. Bei der Aufzählung hat die Generaldirektorin nämlich nur diese sieben Provinzen genannt. Wenn man auf die Landkarte schaut, fällt auf, dass diese Regionen in der südlichen Hälfte des Irans liegen und dass namentlich die Balutschen und die Araber davon betroffen sind. Und dabei ist gerade Chusestan die erdölreichste Provinz des Irans.

https://www.radiofarda.com/a/30081228.html
vom 7. Mordad 1398 (29.07.2019)
8 ostane iran ba kambude ghad_a’i mowajeh shodeand

Iran: Staatliches Vorgehen gegen Straßenkinder

Über 2000 iranische Staatsbürger, die im Iran leben, haben eine Erklärung unterschrieben, in der sie gegen das staatliche Vorgehen gegen Straßenkinder protestieren. Wie sie schreiben, ist der staatliche Kampf gegen die Straßenkinder keineswegs ein großartiges Sozialprojekt. Die eingesammelten Kinder werden dann an Orten festgehalten, deren Bedingungen iranischen Gefängnissen gleichen. Auch schiebt der iranische Staat afghanische Kinder direkt nach Afghanistan ab, ohne sich um die Rechte von Flüchtlingen zu scheren.

Klicke, um auf 2019-07-21_1007_kodakyari.pdf zuzugreifen


bayaniye-ye shabake yari °aleyhe tarhe jam°-awariye kudakan

Iran: 47% Inflation, Arbeitslosenquote bis zu 50%

Ahmad Tavakkoli, Mitglied der Versammlung zur Wahrung der Interessen des Systems (Majma°e Tashxise Maslehate Nezam), hat am vergangenen Samstag (15. Juni) in einem Interview mit der Webseite Xaneye mellat (Haus des Volks) erklärt, dass in den ersten 9 Monaten des Vorjahres 744.000 Arbeiter ihre Arbeit verloren haben. Regional beträgt die Arbeitslosenquote laut Gewerkschaftsaktivisten bis zu 50%, laut amtlichen Angaben liegt sie bei 12%. Die Inflation betrug im vergangenen Jahr (1397) rund 47%. Der Hohe Rat für Arbeit hat den diesjährigen Mindestlohn auf rund 1,5 Millionen Tuman festgelegt, was weniger als die Hälfte des Einkaufskorbs beträgt, das heißt der Ausgaben, die man zum Überleben benötigt.
Ahmad Tavakkoli machte die Währungspolitik der Regierung dafür verwantwortlich, dass im Iran viele Firmen dicht machen mussten oder nur zum Bruchteil ihrer Kapazität arbeiten, weil sie die Kosten für importierte Rohstoffe aufgrund des raschen Währungsverfalls nicht mehr bezahlen können.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=93780
vom 25. Chordad 1398 (15. Juni 2019)
744.000 kargar teye 9 mah exraj shodand

Iran: Keine Eile mit der Wasserversorgung in Sistan und Balutschestan


Der Abgeordnete von Sahedan (Region Sistan und Balutschestan) hat im iranischen Parlament beklagt, dass erst unlängst wieder drei Kinder – alles Mädchen – in der Gegend von Tschabahar ertrunken sind, als sie aus Wasserlöchern Wasser holen wollten.

Schon vor 15 Jahren sei ein Projekt ins Leben gerufen worden, um die 470 Dörfer von Tschabahar mit Wasser zu versorgen, aber dieses Projekt sei nur zu 15 bis 20 Prozent umgesetzt worden. Das führe dazu, dass die Bevölkerung sich mit Wasser aus Wasserlöchern versorge, wobei immer wieder Kinder ertrinken.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183923
vom 13. Chordad 1398 (3. Juni 2019)
tadawome marge kudakane chabahar dar godalhaye ab