Iran : Rentner gingen in verschiedenen Städten auf die Straße

Treffen der Telekommunikations-Rentner von Ardabil – Montag, 23. Januar .2023

Am heutigen Montag, 23.Januar.2023, gingen Rentner in verschiedenen Städten auf die Straße und veranstalteten Protestkundgebungen. Telekommunikationsrentner in den Provinzen Teheran, Isfahan, Lorestan, Razavi Khorasan, Gilan, Yazd, Ardabil, Chaharmahal Bakhtiari und Kurdistan begannen mit Protestkundgebungen vor der Telekommunikationsabteilung, dem Gouvernement und der Organisation für soziale Sicherheit. Die Rentner protestierten gegen die Verzögerung bei der Zahlung von Ansprüchen und das Einfrieren von Sozialleistungen, die Nichtdurchführung des Ausgleichs, die ungerechte Zahlung von Löhnen für unterschiedliche Beschäftigungsebenen, die ungerechte Umsetzung des Rechts auf Schichtarbeit.Telekom-Rentner trugen auch handschriftliche Notizen mit aufgelisteten Protestthemen bei sich. Die Protestversammlungen der Rentner, die vor zwei Wochen in der Stadt Shush begannen, finden heute statt, wobei die Telekommunikationsrentner auf die Straße kommen, während die Protestbewegungen der Rentner am Sonntag für einige Monate unterbrochen wurden, aber die Forderung, den Protest zu etablieren Sonntage der Rentner wieder Es wurde von Rentnern verwirklicht.

Neben den Rentnern versammelten sich vor dem Gebäude des Energieministeriums eine Reihe von Mitarbeitern der Elektrizitätsabteilungen des Landes, um gegen den mangelnden Umgang mit ihren Problemen und Forderungen zu protestieren. Der Protest dieser Mitarbeiter richtet sich gegen zu geringe Löhne und die Nichtumsetzung des Berufseinstufungsplans, Schwerstarbeit, Freitagsarbeit, das Recht auf Einstellung und andere Probleme.

Außerdem streikten etwa tausend petrochemische Angestellte von Bandar Imam den zweiten Tag in Folge.

Isfahan, Protestversammlung von Telekommunikationsangestellten und Rentnern

Kurdistan, Protestversammlung von Telekomangestellten und Rentnern

Razavi Khorasan, Protestversammlung von Telekommunikations-Rentnern der Provinz

Chaharmahal Bakhtiari, Protestversammlung von Telekom-Rentnern

Iran : Wir werden kein Brot mehr zum Preis des Lebens kaufen, den massiven Streik der Ölarbeiter und Beamten

Nach dem vorherigen Aufruf des Koordinierungs- und Solidaritätsrates der offiziellen Angestellten der Ölindustrie haben heute Morgen Streiks und Versammlungen in vielen Öl- und Gaszentren begonnen. Bis jetzt sind Berichte über Streiks in der Abadan Refinery, Iran Oil Terminals Company, Khark Island,Bisher gab es Berichte über Streiks bei der Raffinerie Abadan, der Khark Island Iran Oil Terminals Company, den Betriebseinheiten im Siri-Gebiet südlich von Bandar Lange, der Qeshm Continental Plateau Company, der Fajrjam Gas Refining Company, der Pars Oil and Gas Company und Ilam Oil und Gasraffinerie, Ilam Gasraffinerie, Fars Gas Company in Shiraz, offizielle Mitarbeiter der Ahvaz Oil and Gas Company, offizielle Mitarbeiter der Chashmekhosh Oil and Gas Company in Dehlran, offizielle Mitarbeiter der Aghajari Oil and Gas Company wurden veröffentlicht. Dieses Treffen wurde gemäß dem vorab angekündigten Aufruf für ein landesweites Treffen abgehalten, das sich auf Städte und Betriebs- und Ölgebiete konzentriert.

In der Schlusserklärung dieser Proteste, die vom Koordinierungs- und Solidaritätsrat der offiziellen Angestellten der Ölindustrie veröffentlicht wurde, wurde bei der Bekanntgabe der Forderungen der Ölarbeiter betont: Wir haben gesagt, unsere Toleranz hat eine Grenze, wir gesagt, nimm die Watte aus deinen Ohren, sagten wir und du hast nicht gehört, jetzt werden wir die Flut, dass wir alles mitnehmen können, zerstören . Es ist also nicht so, dass wir wie eine Flamme brennen und alleine brennen werden, wir werden zu einer Flamme, die durch die Flut deiner Tränen gelöscht werden muss, wir haben dir gesagt, dass du nicht mit unserer Psyche spielen sollst.

Beamte der Ölindustrie fordern die Umsetzung von Artikel 10 des Ministeriums für Erdölaufgaben und -befugnisse, beseitigt hohe Steuern, erhöhte Gehaltsabrechnung, Zahlung von Rentenverträgen, Verbesserung der Wohlfahrtsdienste und Gesundheitsversorgung, Widerruf des Erdölfonds -Statuts und der Umgang mit anderen Forderungen.

Oil Global Streik, protestieren Mitarbeiter von Siri District Operations Units in South Bandar Lengeh

Landesweiter Streik der Ölarbeiter, Protestkundgebung der offiziellen Angestellten der Fajrjam Gas Refining Company

Die offizielle Protestversammlung der Pars Oil and Gas Company in Assaluye

Iran: Öffentliche Empörung und Wut über Hinrichtungen im Iran

Montagabend, eine der U-Bahn-Stationen in Teheran

Heute, Dienstag, den 12. Dezember 2022, veranstalteten Medizinstudenten von Tabriz eine stille Kundgebung und einen Marsch aus Protest gegen die ungerechten Hinrichtungsurteile der Demonstranten sowie gegen das Todesurteil von Hamid Qara Hassanlou und seiner Frau Farzane Qara Hassanlou.

Die Hinrichtung junger Demonstranten im Iran hat sowohl im Land als auch in der Welt eine Welle der Empörung und Wut ausgelöst. Obwohl die Regierung versucht, Volksproteste zu verhindern, indem sie ein Maximum an Unterdrückungskräften mobilisiert und protestierende und kritische Städte und Gebiete in besetzte Gebiete verwandelt, war sie nicht in der Lage, ihr erstes Ziel dieser übereilten Hinrichtungen zu erreichen, nämlich die Menschen zu erschrecken.

Schweigende Versammlung aus Protest gegen die Hinrichtung – Medizinische Universität Tabriz – 13.Dezember 2022

Aus allen Ecken brechen Proteste gegen die Hinrichtungen aus.Letzte Nacht haben wir zumindest in verschiedenen Gegenden in Mashhad und Teheran Protestdemonstrationen gesehen. „Nicht hinrichten!“, schreit es an Universitäten ist zu hören Demonstrationen von Studenten sowie die Türen und Wände von Klassenzimmern und Universitätsgeländen sind mit Parolen gefüllt, die diese Hinrichtungen verurteilen und Rache versprechen. Innerhalb der Regierung und sogar unter hochrangigen Geistlichen wird der Protest gegen diese Entscheidungen der Justiz, die mit Unterstützung und direkten Anweisungen von Khamenei getroffen werden, lauter.

Protest gegen Todesurteile und weit verbreitete Repression; Fakultät für Fremdsprache und Literatur, Universität Teheran.12.Dezember 2022

Es solte nicht bezweifelt werden, dass die Hinrichtungen die Wut der Menschen angeheizt und nach der Interpretation einiger Regierungsbeamter sogar dazu geführt haben, dass Neutrale gegen die Regierung protestierten. Diese Wut wird bei der ersten Gelegenheit fließen. Die aufrührerische Situation der Gesellschaft ist nicht so, dass die Menschen diejenigen vergessen, die auf dem Weg der Freiheit und der aufeinanderfolgenden Verbrechen der Regierung von Ali Khamenei ihr Leben verloren haben.Auf weltweiter Ebene haben die Proteste ein beispielloses Ausmaß erreicht.

Stille Versammlung aus Protest gegen die Hinrichtung in der Medizinischen Universität Tabriz

Den Organisationsrat der Ölarbeiter zum Streik aufrufen, um die Hinrichtungsmaschinerie der Regierung zu stoppen

Der Organisationsrat der Proteste der Ölvertragsarbeiter hat alle Ölarbeiter aufgerufen, so bald wie möglich einen landesweiten Protest zu planen, um diese Verbrechen zu beenden.

Internationale Organisationen, die die Menschenrechte verteidigen, geben ständig Erklärungen ab und verurteilen Hinrichtungen. Viele Regierungen haben Druck auf die islamische Regierung ausgeübt, die Hinrichtungen zu beenden, neue Sanktionen werden gegen diese blutrünstige Regierung verhängt. Der Kreis aus globaler Belagerung und zunehmendem Druck im Inland wird diese Hinrichtungen gegen sich selbst wenden und die Menschen entschlossener machen, diese kriminelle Regierung loszuwerden.

Mahsa Amini

Iran :Verlängerung des Streiks unter den offiziellen Arbeitern des Ölministeriums

Laut den Berichten, die der Organisationsrat der Ölvertragsarbeiterproteste erhalten hat; Trotz des hohen Drucks und der häufigen Drohungen einerseits und der haltlosen Versprechungen der Ölmanager andererseits gehen die am 7. November begonnenen Proteste und Hungerstreiks des offiziellen Personals auf breiter Basis in den operativen Einheiten mit Nachdruck weiter.

Jedes der 37 Gasfelder in der Region South Pars, dessen Mitarbeiter den dritten Tag streiken, produziert täglich etwa 28 Millionen Kubikmeter Gas und Gaskondensat. Gemäß den Arbeitsanweisungen sollte die Menge der täglichen Produktion dieser Plattformen den Managern gemeldet werden, damit das Ministerium für den städtischen Einsatz in den Provinzen, Fabriken und Industrien entsprechend planen kann; Daher wird die Weigerung, diese Berichte zu senden, das Ölministerium vor ernsthafte Probleme stellen.

Auf den vom Telegram-Kanal des Oil Contractual Workers‘ Protest Organization Council veröffentlichten Bildern vom Streik der Beschäftigten sind leere Essensteller zu sehen, auf denen Blätter mit Parolen und Forderungen der Demonstranten zu sehen sind. Slogans wie „Der harte Winter kommt“, „Mein leerer Tisch ist das Ergebnis falscher Versprechungen der Beamten“ und „Wir werden unsere Rechte nicht aufgeben“.

Jetzt, zur gleichen Zeit wie der landesweite Aufstand der Iraner gegen die Regierung, haben sich die offiziellen Angestellten des Ölministeriums den landesweiten Streiks angeschlossen und die Auswirkungen des Streiks in der Ölindustrie auf das Ergebnis des Volksaufstands erkannt. Sie sagen, dass das Parlament in weniger als einer Stunde für eine 20%ige Erhöhung der Gehälter der Streitkräfte stimmt, aber seit mehr als 10 Jahren das verabschiedete Gesetz ignoriert, das für den Lebensunterhalt der Ölgesellschaft sehr effektiv ist Angestellte.

https://wordpress.com/post/alischirasi.wordpress.com/6060

Mahsa Amini

Es begannen landesweite Streiks von Öl- und Petrochemiearbeitern im Iran

Streikende Ölarbeiter im Iran

Tausende von Arbeitern in verschiedenen Öl- und petrochemischen Sektore sind im Iran in den Streik getreten, um gegen die Lohnlage, die Nichterhöhung der Löhne in diesem Jahr und das Verhalten der Arbeitgeber zu protestieren.

Zuvor hatte der Organisationsrat für den 25. April zu einem Generalstreik aufgerufen, aber vor einigen Tagen hatte in einigen Öl- und petrochemischen Betrieben eine neue Streikrunde begonnen. Gegenwärtig hat der Streik heute, Dienstag, den 26. April 2022, von einem Vertragsarbeiter, der in Phase 19 von Assaluyeh arbeitet, begonnen, um gegen die Nichterhöhung der Löhne zu protestieren und 20 Arbeitstage und 10 Tage Freizeit zu fordern, der sogenannte 20-10-Plan.

Auch die Arbeiter der Projekte des petrochemischen Standorts 1 in Buschehr streikten am 26. April aus Protest gegen das niedrige Lohnniveau und die langen Arbeitstage und forderten zwanzig Arbeitstage und zehn Ruhetage.

Arbeiter der Kooshan Steel Company, die in der Kangan Petroleum Refinery arbeitet, traten Dienstag ebenfalls in den Streik. Diese Ölprojektarbeiter fordern auch eine Erhöhung der Löhne und Schichten von 20 Arbeitstagen und 10 freien Tagen.

Es streikten auch die Arbeiter des Bauprojekts für den grünen Stausee Assaluyeh.

Auch die Arbeiter des Hengam Petrochemical Project traten in den Streik.

Beschäftigte bei Petrokian, einem streikenden Petrochemieunternehmen, traten in den Streik.

Etwa 100.000 Arbeiter in Ölprojekten traten im vergangenen Sommer in einen dreimonatigen Streik. Einige Unternehmen ignorierten die Forderungen der Arbeiter und einige erfüllten einen Teil der Forderungen.

Am 25. April hatten die Schichtarbeiter der Southern Oilfields Company sowie die Gerüstbauer von Alikhani Contracting bei Kian Petrochemical in Assaluyeh und die Arbeiter von Farjud Contracting Projects, die bei Bushehr Petrochemical arbeiten, ihren Streik begonnen.

Quelle:

https://www.akhbar-rooz.com/151284/1401/02/05/

اعتصابات سراسری کارگران نفت و پتروشیمی آغاز شد – اخبار روز – سايت سياسی خبری چپ خانه; یادداشت; اخبار. خبرهای مهم; خبرهای کوتاه; خبرنامه ی زندان http://www.akhbar-rooz.com

Iran: Bald Erdölimporteur?

Bild des Ölfeldes Soroush im Persischen Golf

Mahsan Khojaste-Mehr, Exekutivdirektor des Nationalen Erdölgesellschaft des Irans, hat erklärt, dass man mit der derzeit im Iran existierenden Technologie weniger als 30% der vorhandenen Erdöl- und Gasreserven im Lande ausbeuten kann.

Der Iran verfügt über die zweitgrößten Erdgas- und die viertgrößten Erdölvorkommen der Welt, ist aber mit einem starken Rückgang der Produktion konfrontiert. Das sei auf fehlende Technologie durch die Wirtschaftsembargen und die Misserfolge des Staates zurückzuführen.

Laut Angaben des iranischen Erdölministeriums und der US-Energiebehörde haben 80% der aktiven Erdölfelder im Iran schon die erste Hälfte ihrer Lebenszeit überschritten, so dass jährlich mit einem Rückgang von 8-12% der Fördermenge zu rechnen sei.

Laut Javad Ouji, dem iranischen Erdölminister, ist die Tagesproduktion an Erdöl im Iran von 30.000 bis 50.000 Barrels auf 1000 bis 2000 Barrels gesunken. Der Erdölminister warnte, der Iran müsse 160 Milliarden Dollar (?) im Erdöl- und Erdgasbereich investieren, sonste werde der Iran künftig Netto-Importeur dieser Produkte.

Nach Angaben von Javad Ouji liege der Ausbeutungskoeffizient (Recovery Factor) der Erdölfelder im Iran nach amtlichen Angaben bei 20%, durch Injektionen von Wasser und Gas werde dieser auf 25% gesteigert.

Laut Angaben der Britischen Erdöl- und Erdgasbehörde ist dieser Ausbeutungskoeffizient für jedes Erdölvorkommen verschieden. Er hängt ab von der Porosität des Gesteins, dessen Durchlässigkeit, Aufteilung in einzelne Kammern durch geologische Prozesse, von der Sättigung des Öls mit Wasser, von den Fließeigenschaften des Rohöls u.a. 2017 betrug der Ausbeutungskoeffizient für britische Erdölvorkommen auf dem Kontinentalschelf 43%.

Radio Farda nennt Beispiele aus der Golfregion für diesen Ausbeutungskoeffizient. Saudiarabien hat die Ausbeutung im Erdölfeld von Ghawar 2015 auf 30% gesteigert. Dann hat es das bei der Ausbeutung freiwerdende Kohlendioxid wieder eingefangen und in die Felder zurückgepumpt, so dass die Ausbeutung für das Erdölfeld Ghawar jetzt bei 50% liegt. Ein Koeffizient von 70% wird angestrebt.

Qatar, das gemeinsam mit dem Iran das Erdölfeld Pars Janubi ausbeutet, hat mit Hilfe ausländischer Firmen zehnmal größere Erdölplattformen gebaut als der Iran und ist so zum größten Flüssiggas-Exporteur der Welt geworden. Nach Unterzeichnung des Atomabkommens zwischen dem Iran und den westlichen Industriestaaten hatte die französische Firma Total vor, ebenfalls im Erdölfeld Pars Janubi zu investieren. Als die USA sich aus dem Abkommen zurückzog, hat auch Total von dem Vertrag Abstand genommen.

Der Artikel, der sich auf den Erdöl-Manager Mahsan Khojaste-Mehr und den Erdölminister Ouji beruft, macht dafür die rückständige Technologie verantwortlich, über die der Iran verfügt.

Mit keinem Wort erwähnt der Artikel die massive Militarisierung der Erdölfelder, die Auslagerung der Produktion auf Leiharbeiter zu immer schlechteren Löhnen und die zunehmenden Streiks, die daraus resultieren. Der Grund dafür mag darin liegen, dass lukrative Posten in der Erdölwirtschaft im Iran der Kontrolle der Revolutionswächter und des Religiösen Führers unterliegen (dies wird hier als widerlegbare Vermutung geäußert) und die Inhaber solcher Posten sich hüten werden, ihren Schutzpatronen ans Bein zu pissen.

Welches Gewicht der technologische Rückstand und welches die miserablen Arbeitsbedingungen haben, erfahren wir daher nicht.

Ob es im Endeffekt für die iranische Bevölkerung von Vorteil ist, wenn die Vorkommen später ausgebeutet werden und die Vorräte länger halten, ob es für die Klimaentwicklung ein Vorteil ist, wenn der Iran hier nicht voranprescht, sind ebenfalls Fragen, die außen vor bleiben.

Denn im Iran zählt ebenso wie hierzulande das Geld, das jetzt flüssig gemacht werden kann, und nicht der Schaden, der die jetzt heranwachsenden Generationen belasten wird.

Quellen:

https://www.radiofarda.com/a/31617608.html

مقام ارشد وزارت نفت: فعلا کمتر از ۳۰ درصد منابع نفت ایران قابل استخراج است

Vom 29. Adhar 1400 (20.12.2021)

September 2017

Iran: Zwei Monate Streik im Erdölsektor – eine Zwischenbilanz


Die Vertreter der streikenden Arbeiter im Erdölsektor des Irans haben Ende August eine Zwischenbilanz ihres Streiks gezogen. In einigen Betrieben wurden die wegen des Streiks ausgesprochenen Kündigungen rückgängig gemacht, die Arbeiter konnten an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Einige Firmen haben eine Verdoppelung der Löhne akzeptiert.
Viele Forderungen sind aber nach wie vor nicht erfüllt, so dass 60% der Schweißer, die in diesem Streik eine zentrale Rolle spielen, weil ihre Qualifikation kurzfristig nicht ersetzbar ist, weiterhin streiken.

https://www.akhbar-rooz.com/دو-ماه-اعتصاب؛-آخرین-وضعت-کارگران-پروژ
vom 9. Shahriwar 1400 (31.8.2021)
دو ماه اعتصاب؛ آخرین وضعیت کارگران پروژه ای نفت

Iran: Klima und Politik – die reinste Katastrophe

Iran: Klima und Politik – die reinste Katastrophe

Demonstration in Ahvaz am 19.07.2021

Seit Donnerstag, den 15. Juli 2021, kommt es in zahlreichen Städten der iranischen Provinz Chusestan zu massiven Protesten gegen die staatliche Politik. In den Ortschaften Ahvaz (1,3 Mio. Einwohner), Schusch (54.000 Einwohner), Hoveize (14.000 Einwohner), Susangerd (44.000 Einwohner), Mahschahr (163.000 Einwohner), Schadegan (49.000 Einwohner), Abdol-Khan (2.600 Einwohner), Chorramschahr (171.000 Einwohner), Kut Abdollah (56.000 Einwohner), Abu Homeyze (5.500 Einwohner) und anderen, nicht genannten Orten, gingen Menschen in größeren Zahlen auf die Straßen, um gegen die Wasserknappheit zu protestieren. Insgesamt leiden rund 900 Ortschaften der Region Chusestan am Wassermangel. Viele von ihnen sind nicht einmal an ein Leitungsnetz angeschlossen, sondern erhalten das Trinkwasser durch Zisternenwägen.

Die Temperatur steigt, die Niederschläge machen sich rar. (Bild: researchgate.net)

Staudämme – ein Geldsegen für die Pasdaran
Die Wasserknappheit ist hier nicht nur eine Folge der Klimaveränderung – von 1988 bis 2018 ist die mittlere Lufttemperatur im Iran im Sommer um jährlich 0,03°C gewachsen, während die Niederschläge in den regenreichen Wintermonaten im gleichen Zeitraum um jährlich 0,5 mm weniger geworden sind (von über 40 mm Niederschlag pro Monat auf unter 30 mm Niederschlag). Die Wasserknappheit ist vor allem eine Folge der staatlichen Politik. So schreibt die Neue Zürcher Zeitung, dass der Zayenderud, der Fluss, der früher durch die Großstadt Isfahan floss, jetzt die meiste Zeit des Jahres trocken liegt, weil sein Wasser gestaut wird und zum Teil nach Yazd umgeleitet wird, der Heimatregion des früheren Präsidenten Ahmadineschad. Außerdem wurden Zuflüsse des Karun-Flusses durch Tunnel angezapft, um Bewässerungsprojekte im Oberlauf des Zayanderud-Flusses zu ermöglichen. Dieses Wasser fehlt jetzt am Unterlauf, in Chusestan, wo mehrheitlich arabischsprachige Volksgruppen leben. Die Bewässerung der Felder im Iran ist häufig sehr ineffizient und vergeudet deutlich mehr Wasser als nötig wäre. Hinzu kommt, dass das Wasser in zahlreichen Flüssen durch Staudämme zurückgehalten wird (und stärker verdunstet). Dieser Staudammbau sorgt nicht für eine bessere Wasserversorgung, dafür aber für einen Geldsegen in der Kasse der Khatam-al-Anbiya. Das ist eine Einheit der Revolutionswächter (Pasdaran), die diese Bauaufträge meist zugesprochen bekommt. Es geht also nicht ums Wasser, sondern um Einnahmen für eine der wichtigsten bewaffneten Institutionen des Landes.

Demonstration in Ahvaz-Qutabdullah am 18.07.2021

Kein Wasser, keine Ernte, kein Vieh, keine Fische
Vor diesem Hintergrund sind die Proteste in Chusestan zu sehen. Die Einheimischen hängen stark von Landwirtschaft und Viehzucht ab. Das ausbleibende Flusswasser, ebenso das Austrocknen der Sümpfe, sorgt für einen drastischen Rückgang der Wasserreserven, so dass das Vieh nicht mehr ernährt werden kann und stirbt, und Landwirtschaft ohne Wasser bedeutet, dass die Produkte vertrocknen. Damit wird den Menschen direkt die Lebensgrundlage entzogen. Es geht um ihr Überleben.

Gebt uns Wasser, dann bekommt ihr das Öl
Das erklärt die Heftigkeit der Proteste, die so weit gehen, dass jetzt sogar ein Erdölförderbrunnen besetzt wurde. Die Besetzer sagen: Gebt uns Wasser, dann bekommt ihr das Öl. Das Erdöl ist im Iran im wesentlichen in der Hand der Revolutionswächter, die nicht zimperlich sind, ihre Interessen mit Gewalt zu verteidigen.
Auch die Verbindungsstraße von Ahvaz nach Andimeschk wurde zeitweilig besetzt.
Die Regierenden im Land machen sich Sorgen. Nicht, wie sie die Forderungen der protestierenden Bevölkerung erfüllen können, sondern wie sie die Proteste kleinkriegen, damit sie sich nicht noch mehr ausweiten. Bis jetzt hat diese Denkweise vier Protestierenden das Leben gekostet.

https://www.researchgate.net/publication/331456789_An_overview_of_climate_change_in_Iran_facts_and_statistics
March 2019
DOI:10.1186/s40068-019-0135-3
von Mohammad Reza Mansouri Daneshvar
Shakhes Pajouh Research Institute
Majid Ebrahimi
Hakim Sabzevari University und
Hamid Nejadsoleymani

https://www.bpb.de/internationales/asien/iran/316161/interview-irans-wasserkrise
vom 1.10.2020, von Kaveh Madani
Irans Wasserkrise: Missmanagement und anhaltende Konflikte

https://www.nzz.ch/international/wenn-wasser-zur-illusion-wird-ld.1379260
von Christian Weisflog, Isfahan 18.06.2018, 10.00 Uhr
Weil Iran sich unbedingt selbst ernähren will, geht dem Land das Wasser aus

https://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/92142/
vom 18.07.2021
گزارش میدانی امتداد از شب‌های ناآرام خوزستان:

مصطفی نعیماوی با اصابت دو گلوله به سینه جان باخت

https://www.akhbar-rooz.com/کشته-شدن-يکی-از-تظاهر-کنندگانِ-معترض-به
vom Sa. 26. Tir 1400 (17. Juli 2021)
کشته شدن یکی از تظاهر کنندگانِ معترض به بی آبی در خوزستان

IRAN: STREIKNACHRICHTEN

Interview mit einem Arbeiter der Gas- und Petrochemischen Industrie in Oslaviye
Auf die Frage, wie lange er schon in Oslaviye arbeitet, erklärt er, dass er schon 5 Jahre in dieser Region arbeitet. Seine Tätigkeit ist das Grundieren und Streichen von Anlagen, die instandgesetzt werden, sie entspricht also der eines Facharbeiters. Fünf Jahre sind anderswo keine so lange Zeit, er meint aber, bei der Hitze und den Arbeits- und Wohnbedingungen in Oslaviye sei das schon eine beachtliche Arbeitserfahrung. Er kenne wenige Leute, die schon länger hier arbeiten. Er ist selbst bei einer Leihfirma angestellt.

Auf die Frage nach den Forderungen der streikenden Leiharbeiter berichtigt er zuerst einige Fehlinformationen, die in den Medien aufgetaucht sind. Er weist darauf hin, dass es in Oslaviye keine Erdölraffinerie gibt, sondern eine Gasraffinerie, sowie Petrochemische Industrie. Was Berichte angeht, dass die Lohnforderung der Streikenden 12 Millionen Tuman betrage (auch wir hatten davon berichtet), bezeichnet er dies als Missverständnis. 12 Mio sei das absolute Minimum der Forderungen. In Wirklichkeit sei die Lage differenzierter. Es gebe drei Arten von Arbeitskräften in diesem Industriezweig: Dienstleistungsarbeiter (z.B. Reinigungskräfte), die im Monant 4-5 Mio Tuman verdienen. Sie verlangten 8 Mio Tuman. Dann die stärker spezialisierten Arbeitskräfte, z.B. die Bauarbeiter, die zwischen 7 und 8 Mio Tuman verdienen. Sie verlangen 12 Mio Tuman. Und schließlich die Spezialisten, z.B. Schweißer oder Leute wie er selbst, die monatlich 13 Mio Tuman verdienen und eine Erhöhung auf 17 Mio Tuman verlangen. Die Zulagen müssten separat verrechnet werden. Auch fordern sie auf 20 Arbeitstage 10 freie Tage im Monat. Derzeit sind es 24 Arbeitstage zu 6 freien Tagen im Monat – der Arbeiter verwendet das Wort moraxassi – Urlaub, aber gemeint sind freie Tage, entsprechend dem, was wir als freies Wochenende kennen. Dann kommt er auf die Lage in den Arbeiterwohnheimen zu sprechen, wo eine mörderische Hitze herrsche und auf die Arbeitsbedingungen.

Nasenreinigung mit Farbverdünner
So muss er nach stundenlanger Arbeit mit Farben am Abend seine Nasenschleimhäute mit Farbverdünner (pers. tiner) reinigen, um die daran haftenden Farbpartikel zu entfernen, weil sonst alles verklebt würde. Er sagt, dass er danach meist heftiges Kopfweh bekommt, das bis zu drei Stunden anhält. Was man aus seinen Worten schließen kann, ist folgendes: Die Arbeiter bekommen offensichtlich keine oder keine geeigneten Masken zur Verfügung gestellt, um mit Farben arbeiten zu können, ohne sich zu gefährden. Die Verwendung von Farbverdünnern auf der Haut ist nicht im Sinne des Erfinders, sie zeigt nur, wie Arbeitssicherheit in einem Land aussieht, wo Gewerkschafter vom Geheimdienst abgeholt und auf Jahre hinter Gittern gesperrt werden. Damit alle einen Eindruck bekommen, was im Iran als Farbverdünner im Gebrauch sein kann, haben wir die persische Wikipedia-Seite zum Stichwort tiner (von engl. thinner) aufgesucht. Die persische Wikipedia gibt dafür folgende Substanzen an:
Aceton (de.wikipedia: Auf der Haut verursacht Aceton Trockenheit, da es die Haut entfettet. Deshalb sollte man betroffene Stellen nach Kontakt einfetten. Inhalation größerer Dosen erzeugt Bronchialreizung, Müdigkeit und Kopfschmerz. Sehr hohe Dosen wirken narkotisch.)
Terpentinöl (de.wikipedia: Terpentinöl ist gesundheitsschädlich und umweltgefährdend.)
Naphtha (de.wikipedia: die verwendeten Gefahrzeichen zeigen an, dass dieses Lösemittelgemisch zielorganschädigend und umweltgefährdend ist)
Methylethylketon (MEK) = Butanon (de.wikipedia: mögliche Gefahr durch reproduktionstoxische Eigenschaften und als potentieller endokriner Disruptor)
Dimethylformamid (DMF) (de.wikipedia: Sowohl nach akuter, als auch nach chronischer Einwirkung, kann es zu einer Leberzellschädigung kommen.)
Ethylenglycolmonobutylether (de.wikipedia: Die Verbindung hat eine geringe akute Toxizität. Beim Menschen wurde nach oraler Exposition mit etwa 0,5 und 1,5 g/kg Körpergewicht und anfänglich schweren Symptomen eine vollständige Erholung beobachtet.)

Die Leiharbeiter in Oslaviye
Genaue Zahlen kann der Interviewte nicht nennen, aber er schätzt die Zahl der Leiharbeiter in Oslaviye auf 8000-10.000 Arbeiter. Den Anteil an Hilfskräften, Fachkräften und Spezialisten kann er nicht nennen, er zieht aber sein Arbeiterwohnheim heran, um zu zeigen, wie da diese drei Gruppen vertreten sind: Von 400 Arbeitern sind 200 Spezialisten, 150 Fachkräfte und 50 Hilfskräfte. Was die Beteiligung am Streik an geht, waren am Anfang 90% dieser Arbeiter im Streik, 10% gingen zur Arbeit. Das waren vor allem die Hilfskräfte, die am wenigsten verdienen, am dringendsten Geld brauchen und als erste rausgeworfen werden, weil für sie schnell Ersatz zu finden ist. Der Interviewte sagte, es sei schmerzhaft gewesen, mitansehen zu müssen, wie etwa 150 streikende Arbeiter den „Streikbrechern“ zugerufen hätten, sie seien „ehrlos“ (bi sharaf). Die Hilfskräfte haben sich inzwischen dem Streik angeschlossen, weil es vor Ort keine Arbeit gibt, so dass jetzt die Streikbeteiligung bei 100% liegt. Der Interviewte fand das Vorgehen der Kollegen gegenüber den Hilfsarbeitern unfair.

Die Arbeiterwohnheime
Der Interviewte beziffert die Zahl der Arbeiterwohnheime in der Region Oslaviye auf mehrere Hundert. Die Wohnbedingungen schildert er an seinem eigenen Wohnheim. Dort sind 400 Arbeiter in 40 Zimmern untergebracht, also 9 (eigtl. 10) Arbeiter pro Zimmer. Sie müssen auf dem Fußboden schlafen, der mit alten Teppichböden ausgelegt ist. Beim Schlafen ist es so eng, dass man leicht mal den Fuß eines andern am Kopf zu spüren bekommt. Im Wohnheim gibt es nur 4 Toiletten für 400 Personen und 5 Duschen! Die Arbeiter gehen um 6 Uhr zur Arbeit und kommen um 19:30 zurück. Wenn sie dann verschwitzt unter die Dusche wollen, haben sie höchstens 2 Minuten Zeit, weil hinter ihnen mindestens 10 weitere Arbeiter darauf warten, an die Reihe zu kommen. Es gibt auch andere Wohnheime für Ingenieure und für die fest angestellten Arbeiter. Dort seien die Wohnbedingungen deutlich besser.

Nahrung
Für die Verpflegung der Arbeiter ist der Arbeitgeber zuständig. Der Interview meint, man würde satt, aber eine Kantine gebe es nicht. Sie bekommen eine Plastiktüte in die Hand gedrückt und müssen einen Winkel finden, wo sie sich zum Essen hinsetzen können.

Kontakte unter den Arbeitern
Die Arbeiter eines Wohnheims arbeiten in verschiedenen Firmen, so dass ein gemeinsames Vorgehen zum Streik nicht so einfach ist. Aber im Laufe der Zeit kennen sich die Arbeiter verschiedener Wohnheime. Außerdem wurden verschiedene Kanäle bei Telegram und Whatsapp gegründet, allein der Kanal von Telegram in Oslaviye umfasst 4000 Arbeiter. Das erleichtert ein gemeinsames Vorgehen beim Streik.

Öffentliche Kundgebungen – der Rat des Imams
Auf die Frage, wieso es keine Kundgebungen im Rahmen des Streiks gab, sagte der Interviewte, das sei am Anfang sehr wohl geplant gewesen. Aber die Nachricht vom geplanten Streik sei nach außen gedrungen, worauf der Freitagsimam von Oslaviye die Vertreter verschiedener Wohnheime zu sich geladen habe, es waren etwa ein Dutzend, darunter auch der Interviewte. Der Freitagsimam sagte, er könne die Streikenden verstehen, es sei ihr gutes Recht, zu streiken, der Staat gebe den Firmen auch das nötige Geld, aber die steckten es in die eigene Tasche, statt damit die Arbeiter zu bezahlen. Der Imam warnte vor Kundgebungen, damit würden sich die Arbeiter selbst schaden, dann würde der BBC und andere Medien des Feindes darüber berichten und sie würden dem Feind in die Hände arbeiten. Der Interviewte gab dem Imam diesbezüglich keinerlei Versprechungen, er sagte, dafür habe er kein Mandat, und wenn die Arbeiter beschließen sollten, mit seinen eigenen Forderungen auf die Straße zu gehen, würde er sich ihnen anschließen.

Leere Wohnheime
Aus Gründen, die nicht näher erläutert wurden, kam die große Mehrheit der Streikenden zum Schluss, während des Streiks nicht in den Wohnheimen zu bleiben, sondern zu ihren Familien heimzufahren. Das führte dazu, dass die Busbiletts rasch ausverkauft waren und manche am Busbahnhof übernachteten, in der Hoffnung, am nächsten Tag die Heimreise antreten zu können. Im Heim des Interviewten blieben am ersten Tag nur noch 25 von 400 Arbeitern zurück, inzwischen sind es sogar nur 9. Das ist sicher auch eine Reaktion auf das Verhalten der Arbeitgeber. Diese stellten die Zufuhr von Trinkwasser ab, beendeten die Verpflegung mit Nahrungsmitteln, so dass die Arbeiter selbst Essen besorgen müssen, und jetzt drohen die Arbeitgeber damit, die Arbeiter zu entlassen und aus den Heimen rauszuwerfen. Der Interviewte ist deshalb nicht sehr beunruhigt. Er ist Spezialist und sagt, wenn der eine ihn rauswirft, findet er woanders was. Aber der Arbeitgeber werde so leicht keinen Ersatz für ihn finden.

Aussichten des Streiks
Der Interviewte ist optimistisch, dass der Streik erfolgreich endet. Er sagt, dass die Arbeitgeber sie zwar entlassen könnten, aber es gebe nur wenige Spezialisten. Seine Arbeit sei zum Beispiel zeitweise von französischen Arbeitern ausgeführt worden (was viel teurer ist!), und Leute, die im Iran unter Argon schweißen können, gebe es wenige. Diese Leute seien nicht einfach ersetzbar. Und da die Arbeiten der einzelnen Berufsgruppen miteinander verknüpft seien, nütze es auch nichts, die anderen rauszuwerfen, weil mit dem Fehlen der einen auch alle anderen Arbeiten nicht ausgeführt werden können. Außerdem müsse man bedenken, dass die Lohnkosten nur ein Gesichtspunkt für die Arbeitgeber seien. Die Waren, die in den Raffinerien und in der Petrochemie erzeugt werden, sind teuer und gewinnbringend. Ein Teil gehe sogar in den Export und erwirtschafte Devisen. Der Verzicht darauf sei für den Arbeitgeber viel schädlicher als ein Eingehen auf die Forderungen der Arbeiter.

https://www.akhbar-rooz.com/چرا-اعتصاب-کرديم-گفتگو-با-يک-کارگر-اعت
vom Freitag, 11. Tir 1400 (2.07.20219

https://fa.wikipedia.org/wiki/تینر

https://de.wikipedia.org/wiki/Aceton
https://de.wikipedia.org/wiki/Terpentin%C3%B6l
https://de.wikipedia.org/wiki/Naphtha
https://de.wikipedia.org/wiki/Butanon
https://de.wikipedia.org/wiki/Dimethylformamid
https://de.wikipedia.org/wiki/Ethylenglycolmonobutylether

Irak: Parteienfinanzierung statt Zollgebühren

Thaier al-Sudani hat für AFP sechs Monate lang die Vorgänge an der irakischen Grenze untersucht. Der Irak hat 40 Millionen Einwohner. 2019 importierte er Waren (ohne Erdöl) im Wert von 21 Milliarden Dollar, vor allem aus dem Iran, der Türkei und VR China. Laut iranischen Angaben wurden im letzten Jahr Waren im Wert von 7,7 Milliarden Dollar (inkl. Erdöl?) aus dem Iran in den Irak exportiert. Entlang der 1600 km langen iranisch-irakischen Grenze gibt es fünf amtliche Grenzübergänge, entlang der 370 km langen Grenze zur Türkei einen. Die größte Zollstation befindet sich im Hafen vom Umm Qasr in der südirakischen Provinz Basra, dem einzigen Hafen des Iraks.

Wie der irakische Finanzminister Ali Allawi gegenüber AFP erklärte, werden an den Grenzen statt der staatlichen Zölle Bestechungsgelder erhoben, die nicht in der Staatskasse landen, sondern bei bewaffneten Gruppen, politischen Parteien und Einzelnen, die sich bereichern. Da die Zolleinnahmen zu den wichtigsten Einnahmen des irakischen Staates gehören, fehlen diese Gelder im Staatshaushalt. Eigentlich sollten die Zolleinnahmen bei 7 Milliarden Dollar liegen, der Staat erhält 10-12% dieses Betrags. Die umständlichen und langwierigen staatlichen Prozeduren für eine korrekte Abwicklung der Importe sind ihrerseits ein Anreiz für die Importeure, sie zu umgehen. So nimmt ein einziger Grenzbeamter am irakisch-iranischen Grenzübergang Mandali täglich bis zu 10.000 Dollar an Bestechungsgeldern ein. Dieser Übergang wird von der Badr-Organisation kontrolliert, eine irakische Bewegung, die im Iran gegründet wurde. Die bestochenen Beamten deklarieren dann entweder eine geringere Menge als tatsächlich importiert, oder eine andere Ware als die importierte, um in eine günstigere Zollklasse zu kommen. Der Service an der Grenze ist umfassend. Man kann einen Warndienst abonnieren, der vor überraschenden Polizeikontrollen warnt, man kann auch dafür bezahlen, dass Waren von Konkurrenten kontrolliert werden, um sich diese so vom Leib zu halten. Versteht sich, dass solche einträglichen Jobs nicht einfach auf dem Arbeitsmarkt besetzt werden, sondern nur gegen entsprechende Zahlungen an die Vorgesetzten erhältlich sind. Beamte, die es mit der Kontrolle zu genau nehmen, erhalten Todesdrohungen von dem Netzwerk an Parteien und paramilitärischen Organisationen, die die Einnahmen am irakischen Staat vorbei unter sich aufteilen.

Dass diese – häufig mit dem iranischen Staat liierten – paramilitärischen Gruppen im Grenzgeschäft so präsent sind, hängt auch mit dem Kampf gegen den „Islamischen Staat“ zusammen, der sich im Nordirak und Syrien ausbreitete. Damals waren die von den iranischen Pasdaran unterstützten und ausgebildeten schiitischen Milizen Verbündete im Kampf gegen den „Islamischen Staat“. Mit der Niederlage des IS 2017 endete auch die Finanzierung der paramilitärischen Gruppen aus dem irakischen Verteidigungshaushalt und die Gruppen mussten sich nach anderen Quellen umschauen. Die haben sie gefunden, wieder zulasten der Staatskasse. Die Aufteilung dieser Einnahmen auch zwischen scheinbar gegnerischen und rivalisierenden Gruppen erfolgt erstaunlich friedlich, wie die Beobachter meinen. Sollte die irakische Regierung versuchen, dieses Kartell aufzubrechen, dürfte sie auf energischen Widerstand stoßen.

Quellen:

https://www.france24.com/en/live-news/20210329-worse-than-a-jungle-the-cartel-controlling-iraqi-borders
Issued on: 29/03/2021 – 04:24
Modified: 29/03/2021 – 04:22

https://www.arte.tv/fr/afp/actualites/pire-quune-jungle-le-cartel-de-la-corruption-aux-frontieres-de-lirak
„Pire qu’une jungle“: le cartel de la corruption aux frontières de l’Irak
29 mars 2021 (inhaltlich gleich zum Artikel von france24)

https://www.radiofarda.com/a/31175193.html
vom 9. Farwardin 1400 (29. März 2021)
«نیروهای وابسته به ایران» در گمرک‌های عراق «میلیاردها دلار» اختلاس می‌کنند
(inhaltlich gekürzte Version des Artikels von france24)