Iran: Erdölexporte auf Rekord-Tiefstand

تأسیسات میدان نفتی سروش در خلیج فارس
Soroush Ölfeldanlage im Persischen Golf

Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Donnerstag, den 14. Mai 2020, dass der Iran im April täglich 70.000 Barrel Öl verkauft hat, der niedrigste Stand der letzten Jahrzehnte. Zuvor (im März) sei die Menge noch bei 287.000 Barrel pro Tag gelegen. Selbst wenn die Angabe, die von der Firma Kplr stammt, die den Erdölverkauf beobachtet, laut Kplr korrigiert werden müsste und 200.000 Barrel herauskämen, wäre das immer noch ein extremer Tiefstand. (Ob die Zahl 200.000 aus den Fingern gesaugt wurde, wird in dem Artikel nicht verraten.)

Daniel Gerber von Petro-Logistics, die ebenfalls den Erdölhandel beobachtet, führt den Rückgang auf die gesunkenen chinesischen Importe zurück. China war früher bei Sanktionen immer noch ein Abnehmer für iranisches Erdöl. Der wirtschaftliche Stillstand, den die Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus weltweit hervorgerufen haben, tut sein übriges, die Nachfrage nach Erdöl zu reduzieren.

Noch im April 2018, einen Monat, bevor US-Präsident Trump das Nuklear-Abkommen mit dem Iran gekündigt hatte, betrug der iranische Erdölexport über 2,5 Millionen Barrel pro Tag.

Quellen:

https://www.radiofarda.com/a/Irans-oil-exports-dwindle-to-record-low/30614720.html
میزان فروش نفت ایران به پائین‌ترین رقم طی چند دهه رسید
vom 26. Ordibehesht 1399 (15. Mai 2020)

https://www.reuters.com/article/us-iran-oil/hit-by-coronavirus-and-trump-irans-oil-exports-dwindle-to-record-low-idUSKBN22Q0U3
Hit by coronavirus and Trump, Iran’s oil exports dwindle to record low
vom 14. Mai 2020

Qom: Heiligtum der Ma’sume geschlossen

Dies ist eine Seitentür des Ma’sume-Heiligtums in Qom, die angeblich von Protestierenden aufgebrochen wurde. Der „Bruch“ sieht sehr sauber aus. Kam der „Angriff“ von innen?


Ma’sume, die Schwester von Imam Resa, ist in Qom begraben. Imam Resa ist in Maschhad begraben. Die Gräber der beiden sind wichtige Wallfahrtsorte der Schiiten im Iran und zugleich wichtige Wirtschaftszentren der religiösen Stiftungen, die nach der Revolution von 1979 viele Ländereien und Firmen von Schahanhängern übernommen haben.
Qom war im Iran ein wichtiger Startpunkt für die Ausbreitung des Coronavirus, ebenso Maschhad, denn in religiösen Zentren drängen sich die Menschen um die Heiligenschreine, ein günstiger Umstand für die Ausbreitung von Viren. Die Geistlichkeit in beiden Städten, die ihre Pfründe in Gefahr sahen, denn die Pilger lassen eine Menge Geld zurück, hat ihr bestes getan, damit namentlich über Qom keine Quarantäne verhängt wird. Mit Erfolg: Der Virus konnte sich von Qom aus im ganzen Land ausbreiten. Und auch in der Provinz Chorasane Razavi, in der Stadt Maschhad, sind amtlich 230 Menschen vermutlich am Coronavirus gestorben.
Jetzt wurde das Heiligtum der Ma’sume in Qom geschlossen. Darauf haben einige Gläubige oder sogenannte Unbekannte, die im Auftrag der Geistlichkeit handeln, eine dieser Türen wieder aufgebrochen, aus Protest gegen die Schließung. Auch jetzt noch kommen viele Menschen zu diesem Heiligtum.

https://www.radiofarda.com/a/breaking-the-door-of-a-religious-place-in-qom/30491072.html
vom 24. Esfand 1398 (16. März 2020)
کرونا؛ معترضان درِ حرم «حضرت معصومه» را برای جلوگیری از تعطیلی آن شکستند

Iran: Nach 41 Jahren größte Alkoholfabrik des Nahen Ostens wieder eröffnet


Wie die amtliche iranischen Medien berichten, wurde jetzt die Brauerei und Alkoholfabrik Shams wieder in Betrieb genommen. Sie war im Verlauf der Revolution von 1979 zweimal in Brand gesetzt worden und musste dann schließen. Damals wurde eine ganze Batterie von Koran-Versen aufgefahren, um die Schließung der größten Alkoholfabrik des Nahen Ostens zu rechtfertigen. Wie flexibel Religionen im Umgang mit der Überlieferung sind, zeigt sich jetzt im Zuge der Coronavirus-Epidemie. Alkohol wird in den Krankenhäusern zur Desinfektion benötigt und ist auch Bestandteil diverser Medikamente. Und so kommt es, dass diese Fabrik nach 41 Jahren Stillstand die Produktion wieder aufnehmen darf. Laut Berichten produziert sie 22.000 Liter Alkohol am Tag, in drei Schichten, sie liefert Alkohol für den Bedarf der Krankenhäuser im Umfang von 4000 Litern pro Tag.
Jetzt wäre es interessant zu sehen, was für Rechtfertigungen die islamischen Theologen im Iran liefern, um die Wiedereröffnung zu begründen. Dann könnte man am lebenden Beispiel sehen, wie aus ein und dem selben Text samt Kommentaren die gegensätzlichsten Positionen abgeleitet werden. Leider fehlen uns für diesen Vergleich Berichte darüber, wie die Theologen derzeit damit umgehen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=202114
vom 21. Esfand 1398 (11. März 2020)
کرونا کارخانه «آبجوسازی شمس» را بعد از ۴۱ سال بازگشایی کرد

Ein Viertel der iranischen Ölplattformen steht still

Ölförderung im Iran

Laut einer von der Agentur Reuters am 10.3.2020 veröffentlichten Nachricht sind mindestens ein Viertel der iranischen Ölplattformen außer Betrieb, da US-Sanktionen die Ölindustrie des Irans erdrosseln.

US-Sanktionen

Die US-Sanktionen zielen darauf ab, Teherans nukleare Ambitionen und seinen regionalen Einfluss einzuschränken. Sie haben den Iran gezwungen, seine Ölproduktion seit Anfang 2018 um die Hälfte auf weniger als 2 Millionen Barrel pro Tag zu senken, weil Raffinerien weltweit den Kauf ihres Öls eingestellt haben.

Sinkende Produktion und Exporte haben die Rezession im Land vertieft und die Haupteinnahmequelle der Regierung versiegen lassen. Reduzierte Aktivitäten haben zu Massenentlassungen im iranischen Ölsektor geführt.

Fallender Ölpreis

Der bislang starke Rückgang der Ölpreise im Jahr 2020 – aufgrund der Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie auf die weltweite Nachfrage – wird die Schmerzen für die iranische Wirtschaft verschärfen, die auch mit einem der größten Ausbrüche der Krankheit außerhalb Chinas zu kämpfen hat.

Ölpreisentwicklung im letzten Jahr

Ergänzung: Im letzten Jahr ist der Erdölpreis um die Hälfte gefallen. Im Zuge der ökonomischen Belastungen durch den Coronavirus beschleunigte sich der Preisverfall in den letzten Tagen.

Ersatzteilproblem

Einige der iranischen Ölplattformen sind außer Betrieb, weil sie nicht repariert werden können. Sanktionen haben es für den Iran auch schwieriger und teurer gemacht, Ersatzteile zu kaufen und zu importieren.

Der Iran verlässt sich bei seinen Bohrinseln ausschließlich auf importierte Teile, sagte Mohsen Mihandoust, Direktor der iranischen Gesellschaft der Erdölingenieure. In einem Jahrzehnt der Öl- und Gasbohrungen im Iran habe Mihandoust noch nie ein Ersatzteil gesehen, das nicht importiert worden sei, und die meisten stammten aus den USA oder Europa.

Die Sanktionen hätten die Kosten für Ersatzteile um das Fünffache erhöht, so dass eine Reparatur der Bohrinseln nicht möglich gewesen sei, fügte er hinzu.

Bohrplattformen aus China

Der Iran hat im letzten Jahrzehnt Dutzende neuer und gebrauchter chinesischer Bohrinseln gekauft, aber die Kernteile davon waren immer noch aus Amerika, sagten zwei Branchenquellen.

Chinesische Ölplattformen entsprachen den iranischen Bedürfnissen für die Jahre, in denen Sanktionen verhängt wurden, aber „es fehlte ihnen die dauerhafte Qualität von US- und europäischen Bohrinseln“, sagte Reza Banimahd, ein Geschäftsmann in Teheran, der an Energieprojekten arbeitet.

Laut einer Reuters-Überprüfung von Informationen aus zwei Branchenquellen, den Websites von Bohrunternehmen und den vierteljährlichen Finanzergebnissen, sind mindestens 40 der rund 160 Ölbohrinseln im Iran im Leerlauf oder in Reparatur.

Trübe Aussichten

Knapp die Hälfte der iranischen Bohrinseln wird von der National Iranian Drilling Company betrieben, einer Tochtergesellschaft des staatlichen Energieriesen National Iranian Oil Company (NIOC). NIDC verfügt über 73 Onshore- und Offshore-Ölbohrinseln – 17 davon erwirtschaften jedoch „kein Einkommen“ und sechs Bohrinseln sind nur teilweise aktiv, so eine mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens vertraute Quelle. Dies im Vergleich zu fünf inaktiven Anlagen im Jahr 2017 und vier im Jahr 2016.

Der Iran hat nach Angaben der OPEC mehr Bohrinseln als der regionale Rivale Saudi-Arabien mit 125 Bohrinseln. Etwa 85 Prozent der Bohrinseln in der iranischen Flotte müssen jedoch gewartet und repariert werden, teilte ein Ölbeamter der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA im Jahr 2019 mit. Dies deutet darauf hin, dass die Zahl der außer Betrieb befindlichen Bohrinseln wahrscheinlich weiter steigen wird.

„Mit dieser Entwicklung werden in den nächsten fünf Jahren alle iranischen Ölbohrinseln sehr alt und ineffizient sein“, sagte Reza Mostafavi Tabatabaei, ein in London ansässiger Energieanalyst, dessen drei Ölbohrinseln in Familienbesitz nach einem Streit inaktiv sind mit den iranischen Revolutionsgarden über seine politischen Aktivitäten.

Massive Entlassungen

Iranische Bohrunternehmen haben außerdem massive Entlassungen vorgenommen. Der zweitgrößte iranische Bohrer, die private Firma North Drilling Company (NDC), besitzt 12 Bohrinseln. Drei von ihnen sind inaktiv.
Die Anzahl der Mitarbeiter bei NDC ist laut dem Quartalsbericht des Unternehmens von 9.300 im Jahr 2017 auf 2.800 im Jahr 2019 gesunken.

Quellen:

Exclusive: U.S. Sanctions Have Idled a Quarter of Iranian Oil Rigs

Iran: Schluss mit dem Tourismus

Schild am Ortseingang von Eshnize Bala (Eshnize Meybod) in der Provinz Yasd


Dass Tourismus der raschen Ausbreitung von Infektionskrankheiten förderlich ist, liegt auf der Hand. Der Ortschaftsrat von Eshnize Meybod im Iran (Provinz Yasd/Yazd) hat jetzt die Konsequenzen gezogen und beschlossen, am Ortseingang ein Schild aufzustellen, auf dem zu lesen ist:
Guten Tag
Wegen des Corona-Virusses
mögen Sie bitte ernsthaft davon Abstand nehmen, diesen Ort zu besuchen.
Wir bitten um Entschuldigung.
Der Ortschaftsrat von Eshnize Bala.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=201940
vom 19. Esfand 1398 (9. März 2020)
عکس/ ورود به این روستا ممنوع
ورود به روستاها هم ممنوع / نصب پوستر ورود ممنوع در ورودی روستای اشنیز میبد توسط شورای روستا

Iran: Das Leben danach

Quch-Hesar: Viehzucht und Landwirtschaft mit dem Abfall der Großstadt


Im Dorf Quch-Hesar, 3 km südlich von Teheran, kann man sehen und riechen, wie das Leben in der postindustriellen Gesellschaft aussieht: Es gibt kein Wasser mehr für die Felder, nur noch die Abwässer der Großstadt. Die werden zur Bewässerung verwendet, und wenn es trocken wird, sieht man überall den Müll liegen, den das Wasser mitbringt. Was man nicht sieht, ist der Geruch. Die Bauern in diesem Ort nehmen die Dienste afghanischer und pakistanischer ArbeiterInnen in Anspruch.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=200173
vom 21. Bahman 1398 (10. Februar 2020)
حاشینه‌نشینان جنوب تهران

Iran: Die Täter als Opfer

Die „Stimme der Verteidiger“ – Webseite der internationalen Hilfstruppen des Irans im Krieg in Syrien, Irak und Libanon


Zur Unterstützung des syrischen Regimes von Baschar al-Asad setzte der Iran auch speziell angeworbene Kämpfer aus Pakistan, Afghanistan, Libanon, Iran und dem Irak ein, die unter dem Namen „Modafe’ane Haram“ antraten, das heißt, die Verteidiger des Heiligtums, womit das Mausoleum von Zainab gemeint ist, der Tochter von Imam Ali und Fatima.

„Die Verteidiger des Heiligtums, doppeltes Opfer der Gleichgültigkeit“


Wie die Webseite dieser Organisation, deren militärisches Rückgrat die iranischen Revolutionswächter (Pasdaran) bilden, in der letzten Woche (5.-11. Bahman 1398) bekannt gab, wurden diese Kämpfer auch Ende letzten Jahres gegen die iranische Bevölkerung eingesetzt, die nach den Benzinpreiserhöhungen auf die Straße ging.

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Das Zainab-Mausoleum in Damaskus, Syrien. Es ist zugleich das Zentrum eines Basars, der in den Händen der iranischen Pasdaran liegt


Die Webseite schreibt: „Wie wir im Monat Aban selbst erleben konnten, schlugen die Proteste der Bevölkerung, die für ihren Lebensunterhalt kämpft, in Gewalt um, so dass viele der Jungs von den „Verteidigern des Heiligtums“ gezwungen waren, in Aktion zu treten. Dabei sind leider einige dieser Liebsten wie Mortaza Ebrahimi den Märtyrertod gestorben. Im Verlauf der Ereignisse wurden wir Zeugen, dass wieder diese Verteidiger geopfert wurden und die im Staatsapparat ihre Verantwortung nicht übernommen haben.“
Gemeint ist, dass diese Kämpfer von den staatlichen Organen zwar zur Niederschlagung der Proteste eingesetzt wurden, aber danach keiner etwas davon wissen wollte, die Angehörigen dieser staatlichen Hilfstruppen zu unterstützen.

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Asghar Paschapour

Asghar Paschapour, ein bekannter Kommandant der Sepahe Qods in Syrien, einer Spezialeinheit der iranischen Revolutionswächter für „Auslandsoperationen“, ist am Sonntag, den 2.2.2020 in Syrien getötet worden. Offenbar kam er bei Kampfhandlungen von Assads Truppen und iranischen Unterstützungseinheiten, die gemeinsam einen Vorstoß gegen syrischen Oppositionseinheiten durchführten, ums Leben. Er galt in Syrien als rechte Hand von General Qasem Soleimani, der jüngst auf Befehl von US Präsident Trump in Baghdad getötet wurde.

https://news.gooya.com/2020/02/post-34903.php
صفحه نخست » فرمانده ارشد نیروی قدس سپاه پاسداران در حلب کشته شد

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=199746
vom 14. Bahman 1398 (3. Februar 2020)
سایت «مدافعان حرم»: بسیاری از ما مجبور به ورود به جریان آبان‌ماه شدیم

https://fa.wikipedia.org/wiki/مدافعان_حرم

https://www.sedayemodafean.org/sedaye-shoma/20818/
5.-11. Bahman 1398
مدافعان حرم، قربانی مضاعف بی‌تدبیری‌ها