Iran: Sport und Revolution

Omid Ahmadisafa, iranischer Boxer

Omid Ahmadisafa ist seit 8 Jahren Boxer der iranischen Nationalmannschaft und hat eine Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft im Kick-Boxing gewonnen. Er hat in Deutschland politisches Asyl beantragt. Wie kam es dazu?

Die Vorgeschichte

Wie Omid Ahmadisafa erzählt, werden Boxwettkämpfe im Iran nicht im Fernsehen übertragen, was Auswirkungen auf die Finanzierung des Sports hat. Die Boxer können zwar auf Instagram ihre Seiten einrichten, um so Sponsoren zu finden, mussten sich aber bei ihrem Verbandschef vertraglich verpflichten, keine Filme vom Camp der Nationalmannschaft auf ihrer Seite zu veröffentlichen. Obwohl Ahmadisafa zu den Spitzensportlern des Boxsports im Iran gehört, hat das finanziell für ihn keine nennenswerten Vorteile. Er berichtet, dass die Sportler die Kosten für den Flug ins Trainingslager in der iranischen Provinz Chusistan, die Visagebühren und die Ausreisegebühren für den Flug nach Italien aus eigener Tasche berappen mussten.

Der Leiter des iranischen Boxer-Nationalteams

Herr Nasiri, der Leiter des Kickboxing-Verbandes und des iranischen Nationalteams, war schnell zur Stelle, wenn die Sportler irgendwelche materiellen Vergütungen für ihre Siege erhielten. Selbst einen persönlichen Scheck über 5 Millionen Tuman (rd. 1000 Euro) musste Omid Ahmadisafa an den Teamleiter abführen.

Dieser Herr Nasiri besitzt die französische und die iranische Staatsbürgerschaft und lebt in Frankreich, wo er eine Fabrik besitzt. Er kommt nur in den Iran, wenn Wettkämpfe anstehen. Sein Hauptmotiv für die Leitung des Teams sei finanzieller Natur. Er hat Omid Ahmadisafa damit gedroht, dass er in Europa seine Leute habe und drei Millionen Dollar ausgeben werde um dafür zu sorgen, dass Omid Ahmadisafa wieder im Iran landet.

Die Flucht

Omid Ahmadisafa erklärt dazu in einem Interview mit dem persischsprachigen Sender Radio Farda, dass er zusammen mit den anderen Mitgliedern des iranischen Nationalteams zu internationalen Wettkämpfen nach Italien geflogen war. Dort schlug er sich erfolgreich, konnte aber zum Finale nicht mehr antreten, weil er fliehen musste. Noch bei der Ausreise hatte er vorgehabt, wieder in den Iran zurückzukehren. Aber in Italien kam es zu einem folgenschweren Konflikt mit Herrn Nasiri. Herr Nasiri zwang Omid Ahmadisafa, seine Kampfart zu ändern, damit er im Wettkampf nicht auf einen Spieler aus Israel treffe. Das ist zwar gegen die Spielregeln, nach denen niemand das Recht hat, bestimmte Spieler zu diskriminieren (in diesem Fall die aus Israel), aber bei den Ajatollahs drücken da die internationalen Sportverbände wohl ein Auge zu. Omid Ahmadisafa verfügt auch über eine an den religiösen Führer gerichtete Erklärung des iranischen Kickboxing-Verbands, in dem der Verband sich rühmt, die Kampfarten gewechselt zu haben, nur um nicht auf israelische Gegner zu stoßen.

In Italien hatte sich Omid Ahmadisafa zusammen mit Sportlern anderer Länder fotografieren lassen. Darunter waren wohl auch Mitglieder des israelischen Teams. Darauf wurde Omid von Herrn Nasiri kritisiert. Omid entgegnete, statt um die Fotos solle sich Herr Nasiri mehr um die materielle Ausstattung der iranischen Sportler kümmern. Warum er denn ihre Siegervergütungen nicht auszahle. Und wieso er denn von seinem Gewinn bei den Asiatischen Spielen 30% als Kommission gefordert habe? Darauf wurde Herr Nasiri ausfällig. Er sagte, wenn wir im Iran zurück sind, lasse ich dich in einen Sack stecken und dann kriegst du, was du verdient hast. Er beließ es nicht bei Drohungen. Als Omid in Venedig in ein Internet-Cafe ging, stellte er fest, dass er zahlreiche Meldungen aus dem Iran auf seinem Account hatte, obwohl er selbst noch gar nichts davon erzählt hatte. Omid erfuhr auch, dass seine Ehefrau und sein Vater telefonische Drohanrufe erhalten hatten. Das heißt, noch bevor irgendetwas Konkretes vorgefallen war, hatten die Verantwortlichen im Iran schon seine Familie ins Korn genommen. Es war offensichtlich, dass da etwas fabriziert wurde. Erst dann entschloss sich Omid zur Flucht.

Die Flucht war recht dramatisch, weil der Leiter des Nationalteams seinen Pass einbehalten hatte und zusammen mit anderen Verantwortlichen des Teams gemeinsam mit der italienischen Polizei den Zug nach Deutschland durchsuchte, um ihn wieder zu fangen. Dies sollen Filme belegen, die Omid Ahmadisafa an der Hand hat. Auf seinem Handy hat Omid Ahmadisafa auch Tonaufnahmen mit Drohungen anderer Mitglieder des Nationalteams gegen ihn, wonach ihm etwas zustoßen werde, wenn er nicht zurückkehre.

Auf die Frage, was Omid täte, wenn er im Sport auf einen israelischen Gegner stoßen würde, sagte er, dass selbst die palästinensischen Sportler zusammen mit den israelischen spielen und sich danach privat gut verstehen, wenn das Los auf einen israelischen Gegner falle, werde er natürlich spielen.

Ich bin ein Mensch wie alle anderen auch, sagt Omid.

Jetzt will er in Deutschland seinen Sport weitertreiben.

Revolution – wozu?

Wenn man sieht, was für Menschen die iranische Revolution von 1979 an die Spitze getragen hat und welche Menschen sich im Gefolge der neuen Machthaber in der Macht etablieren, wird man feststellen, dass es Menschen wie den Herrn Nasiri auch zur Schahzeit schon gegeben hat. Sein Verhalten erinnert im übrigen an manche Herren, die im Frauenhandel tätig sind. Warum verhält sich ein Herr Nasiri so? Es sieht so aus, dass er im Laufe des Erwachsenwerdens gelernt hat: Haste was, dann biste was, haste nichts, dann biste nichts.

Andere Menschen, wie Herr Ahmadisafa, finden ihren Wert in der sportlichen Leistung. Wieder andere, wie vielleicht der Religiöse Führer Ajatollah Chamene’i sehen ihren Wert darin, dass sie die Durchsetzung „göttlicher“ Gebote durchsetzen wollen.

Sie alle haben etwas gemeinsam: Sie glauben, dann einen Wert zu haben, wenn sie bestimmte Bedingungen zu erfüllen. Das ist der Motor ihres Handelns. Und solange die Eltern und das Umfeld diesen Antrieb des Handelns von einer Generation zur nächsten weiterreichen, sind Revolutionen ihren Namen nicht wert. Warum? Weil sie nichts am Antrieb für unser Handeln ändern. Die Namen ändern sich, der Zwang so zu handeln bleibt bestehen.

https://www.iranintl.com/en/20211027513612

https://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/more/94661/

iran-emrooz.net | Wed, 27.10.2021, 17:55

امید احمدی صفا، بوکسور پناهنده ایرانی:

جمهوری اسلامی ورزشکار نمی خواهد معتادمی خواهد

Iran: Tod eines Generals

Begräbnis von General Qasem Soleimani (Quelle 7)
Der Text auf dem Plakat: Wir schlagen dem, der nach dem Märtyrertod des Generals noch von Verhandlungen (mit den USA) spricht, eins in die Fresse!

US-Angriff
Am 3. Januar 2020 starb der iranische General Qasem Soleimani zusammen mit weiteren Personen infolge eines US-Raketenangriffs nahe dem Internationalen Flughafen von Baghdad.
Laut einer Mitteilung des US-Verteidigungsministeriums vom 2. Januar 2020 (siehe Quelle 1)
erfolgte der Angriff aufgrund einer Anweisung des US-Präsidenten, Qasem Soleimani umzubringen. Der Anschlag wurde damit begründet, dass General Soleimani, dem die Quds-Streitkräfte der Revolutionswächter unterstanden, für den Tod von Hunderten von Amerikanern verantwortlich sei und für die Angriffe auf die US-Botschaft in Baghdad, die diese Woche (d.h. die Woche, in der der 2. Januar lag) stattfanden.
Wer war Qasem Soleimani? Wir versuchen, hierzu aus diversen Quellen eine Antwort zusammenzutragen.

Kindheit von Qasem Soleimani
Qasem Soleimani wurde am 11. März 1957 in einer Bauernfamilie in einem Bergbauerndorf namenes Qanate- Molk im Landkreis Rabor in der ostiranischen Provinz Kerman geboren (Quellen 2,3,5). Er hatte fünf Schwestern und einen Bruder namens Sohrab. Sohrab wurde später Generaldirektor der Gefängnisorganisation von Teheran (Q 4). Sein Vater hatte von der Schahregierung einen landwirtschaftlichen Kredit von 900 Tuman (damals ca. 100 Dollar) erhalten und konnte ihn nicht zurückzahlen (Q6). Deshalb verließ Qasem Soleimani im Alter von 13 Jahren nach 5 Jahren die Grundschule und machte sich zusammen mit einem anderen Jugendlichen auf den Weg in die Provinzhauptstadt Kerman, um dort Geld zu verdienen, damit die Familie die Schulden abbezahlen konnte (Q5). Die Kinder lebten in der Angst, dass ihr Vater verhaftet würde, weil er die Schulden nicht abbezahlen konnte. Qasem Soleimani war damals so mager, dass keiner ihn zur Arbeit auf dem Bau nehmen wollte, denn das war damals der Arbeitsmarkt für Ungelernte in der Stadt. Schließlich wurden er und sein Freund für den Bau einer Schule am Rand von Kerman angeheuert, für einen Tagelohn von 2 Tuman. Nach acht Monaten hatten sie genug Geld angespart, um es nach Hause zu bringen (das heißt nicht, dass bis dahin der Gesamtbetrag von 900 Tuman zusammengekommen wäre). Die Arbeit in der Stadt dürfte der Situation von Obdachlosen nahe gekommen sein, falls die Familie dort keine Verwandten hatte. Nach Abzahlung des Kredits bekam Qasem Soleimani Auftragsarbeiten der Sazemane Abe Kerman (Wasserwerk von Kerman, das für die Versorgung der Häuser mit Wasser zuständig ist, und für den Bau und Unterhalt des Wasserleitungsnetzes verantwortlich ist (2). Er stieg bis zum Assistent eines Ingenieurs auf. In seiner Freizeit trainierte Qasem Soleimani Gewichtheben in örtlichen Trainingsklubs (6), praktizierte Karate und war Fitness-Trainer (mit heutigen Worten) (4). Während des Fastenmonats besuchte Qasem Soleimani die Predigten eines Wanderpredigers namens Hojjat Kamyab, eines Schützlings von Khamene’i (Frage, ist das ein Schreibfehler im Original und nicht stattdessen Ajatollah Chomeini gemeint?). Diese Predigten eröffneten ihm die Perspektive einer möglichen Revolution im Iran (6).
Als der Schah Anfang 1979 gestürzt wurde, war Qasem Soleimani 22 Jahre alt.

Die Revolution von 1979
Diese Revolution veränderte das Leben von Qasem Soleimani gewaltig. Im ganzen Land wurden sogenannte Komitees gebildet, die in der Regel unter der Kontrolle von Geistlichen standen und auf Stadtteilebene eine staatliche Ordnung mit Waffengewalt durchsetzten. Die Waffen wurden bei der Eroberung der Kasernen erbeutet und gelangten so in die Hände der Bevölkerung. Durch seine Kontakte zu dem genannten Wanderprediger dürfte Qasem Soleimani das Vertrauen der lokalen Geistlichen erlangt haben, er stand nicht im Geruch, einer linken Organisation anzugehören. Auch wenn über diese Zeit in den Quellen nichts geschrieben wird, ist anzunehmen, dass er Dank seiner Begeisterung über die Revolution und seiner ideologischen Unverdächtigkeit in die Kreise derer aufgenommen wurde, die die neue Organisation der Revolutionswächter (Sepahe Pasdaran) aufbauen sollten. Er selbst wurde Mitglied der Vereinigung Sepahe Eftexari (Ehren-Streitkraft) von Kerman(2). Am Anfang hat er vielleicht nur eine kurze militärische Ausbildung von 45 Tagen erhalten, wie Dexter Filkins vermutet (6). Zuerst wurde er mit der Wasserversorgung der Provin Kerman betraut (5). Aber bald schon wurde er in den Nordwesten des Irans entsandt, um dort die Aufstände der Kurden niederzuschlagen (6), wobei die russische Wikipedia dabei hinzufügt, dass er bei der Niederschlagung keine Schlüsselrolle spielte (5).

Der iranisch-irakische Krieg
Als Saddam Hussein am 22. September 1980 den Iran angriff, hatte Qasem Soleimani den Rang eines Leutnants in den Reihen der Streitkräfte der Revolutionswächter (5). Die Revolutionswächter wurden als Armee mit eigenen Landstreitkräften, Marine und Luftwaffe aufgebaut und besaßen eine eigene Uniform, da die neuen Machthaber kein Vertrauen in die verbliebenen Offiziere der Schah-Armee hatten und jederzeit einen Putsch befürchteten. Während des Kriegs galt Qasem Soleimani als wagemutiger junger Mann, so dass er bald mit dem Aufbau einer Brigade aus Kerman betraut wurde. Hierfür zog er viele junge Männer heran, die er während in den Klubs für Gewichtsheben in Kerman kennen gelernt hatte (6). Laut Dexter Filkins verabschiedete sich Qasem Soleimani vor jeder Schlacht von seinen Soldaten mit einer Umarmung und bat sie um Verzeihung, dass er nicht selbst als Märtyrer sterbe. Die iranische Strategie, die wenig auf Technik und mehr auf das Verheizen von Menschenleben setzte und namentlich der sinnlose Angriff auf die Halbinsel Faw soll Soleimani bedrückt haben, wie Dexter Filkins schreibt. Dem widersprechen Angaben von Augenzeugen jener Zeit, die berichten, dass Qasem Soleimani damals selbst Kinder unter 12 Jahren aus den Provinzen Kerman, Yazd und Sirjan für den Krieg angeworben hat. Zum Ausgleich versprach der den Eltern, wenn die Kinder dabei stürben, kämen sie ins Paradies und die Eltern würde bis zum Ende ihres Lebens ein Gehalt wie staatliche Angestellte erhalten (mündliche Quelle).

Giftgas
Während des iranisch-irakischen Krieges setzte der Irak auch Giftgas ein. Die Waffen wurden mit westlicher Hilfe gebaut, auch deutsche Firmen waren damals daran beteiligt. 1987 wurde eine Division unter dem Kommando von Qasem Soleimani im Kampf mit der irakischen Armee mit Artilleriegeschossen bombardiert, die chemische Waffen enthielten. Mehr als 100 Männer seiner Einheiten litten darauf an den Folgen der chemischen Waffen (6). Da der Krieg zwischen Iran und Irak in der offiziellen Darstellung im Iran ohnehin als ein Krieg betrachtet wird, der von den USA und vom Westen allgemein angestiftet wurde, ist es naheliegend, dass dem Westen aus dieser Perspektive jegliche Berechtigung abgesprochen wird, irgendwelche moralischen Urteile zu fällen. Menschen mit so einer Vorgeschichte wie Qasem Soleimani werden Ermahnungen zur Einhaltung der Menschenrechte aus Deutschland, England oder den USA gewiss nur für pure Heuchelei halten.

Sepah-e Qods (Qods-Streitkräfte)
1374 (1995/6) wurde Qasem Soleimani zum Oberbefehlshaber der Qods-Streitkräfte der Pasdaran ernannt. Zu jener Zeit erreichten die Taliban im benachbarten Afghanistan den Höhepunkt der Macht. In der Zeit davor war Soleimani für die Bekämpfung des Schmuggels an der Ostgrenze des Irans zuständig gewesen, also somit auch des Drogenschmuggels aus Afghanistan via Iran in die Türkei. Die Qods-Streitkräfte sind die Einheit der Pasdaran (Revolutionswächter), die für Auslandsoperationen bis hin zur Ermordung politischer Gegner im Ausland zuständig ist. In dieser Funktion spielte Qasem Soleimani über einen Zeitraum von fast 25 Jahren eine zentrale Rolle im Nahen Osten. Er organisierte die Unterstützung und Ausbildung der Hesbollah im Libanon, den Aufbau von sogenannten Volksmilizen in Syrien, um die Regierung von Baschar al-Asad zu stützen, wozu er auch über 10.000 Afghanen heranzog, die im Iran lebten und denen er einen festen Aufenthalt im Iran mit dem Recht, eine Familie zu gründen, versprach. Er sorgte für die Etablierung verschiedener bewaffneter Gruppen und Milizen im Irak, sowohl unter Schiiten wie unter Sunniten, hatte regelmäßige Kontakte zu den irakischen Kurdenführern Talebani und Barsani und war sowohl Gegenspieler der US-Streitkräfte im Irak wie auch ihr heimlicher Partner, als es um den Kampf gegen den IS (Islamischen Staat) im Irak und Syrien ging. Dabei muss man allerdings bedenken, dass heute in der westlichen Presse seine Rolle wesentlich stärker hervorgehoben wird als die der kurdischen Kräfte im Irak und im Syrien, so dass hier nachträglich eine „Korrektur“ des Geschichtsbilds stattzufinden scheint.
Es gibt so viel über die Tätigkeit von Qasem Soleimani in seiner Zeit als Oberbefehlshaber der Qods-Streitkräfte zu berichten, dass sich damit ein Buch füllen lässt. Allein schon das Thema der Entführungen aus dem Ausland und der Ermordung von Personen im Ausland wäre schon ein langes Kapitel, das wir hier nicht einmal anschneiden.

Familie
Qasem Soleimani selbst hat zwei Söhne und zwei Töchter (4), laut Dexter Filkins sind es drei Söhne und zwei Töchter, 2013 soll er sich besorgt gezeigt haben, dass seine damals (2013) in Malaysien lebende Tochter Narges „vom islamischen Weg abweiche“.
Qasems Bruder Sohrab Soleimani war eine Zeitlang Generaldirektor der Gefängnisorganisation von Teheran, weshalb er von den USA auf die Sanktionsliste gesetzt wurde, „wegen seiner Rolle bei Menschenrechtsverletzungen in iranischen Gefängnissen“ (Q4).

Quellen:

  1. https://web.archive.org/web/20200103031549/https://www.defense.gov/Newsroom/Releases/Release/Article/2049534/statement-by-the-department-of-defense/
  2. Persischsprachige Wikipedia zu Qasem Soleimani:
    https://fa.wikipedia.org/wiki/قاسم_سلیمانی
  3. Türkischsprachige Wikipedia zu Qasem Soleimani:
    https://tr.wikipedia.org/wiki/Kasım_Süleymani
  4. Englischsprachige Wikipedia zu Qasem Soleimani:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Qasem_Soleimani
  5. Russischsprachige Wikipedia zu Qasem Soleimani:
    https://ru.wikipedia.org/wiki/Сулеймани,_Касем
  6. Artikel von Dexter Filkins in The New Yorker vom 30. September 2013, The shadow commander
    https://www.newyorker.com/magazine/2013/09/30/the-shadow-commander
  7. https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=197950 vom 6. Januar 2020

Iran – Kurdische Autonomie im Nordirak: Kurdin in Sanandadsch verhaftet


Arzu Miraki ist eine iranische Sportlerin, die Kick-Boxing betreibt. Sie ist Mitglied des Kick-Boxing-Clubs der Stadt Suran in der Kurdischen Autonomie im Nordirak. Als ihr Team gegen die Kick-Boxing-Mannschaft von Isfahan gewann, hielt Arzu Miraki die Fahne der Kurdischen Autonomie im Nordirak hoch, also des Landes, das sie vertrat. Als sie nach Sanandadsch reiste, wurde sie dort verhaftet. Seitdem, also seit zwei Wochen, gibt es keine Nachricht von ihr.
Anmerkung: Da sie aus Sanandadsch stammt, kennt sie die Lage dort und ist mit der politischen Verfolgung der Kurden im Iran vertraut. Die Nachricht liefert keine Hintergründe, warum sie trotzdem nach Sanandadsch reiste.

https://news.gooya.com/2019/02/post-23749.php
vom 25. Februar 2019
warzeshkare zan sanandaji parchame kordestanra dar °eraq bar afrasht wa dar iran dastgir shod

Iran: Die Krise trifft auch Sportler


Dana Esmailsade, Spitzensportler, verdient sein Geld als Tagelöhner auf dem Bau

In diesen Tagen berichtete ein iranischer Journalist davon, dass einer der bekanntesten iranischen Boxer, Dana Esmailsade, seinen Unterhalt als Tagelöhner fristet. Nur so kann er seine Familie finanzieren. Er stammt aus dem iranischen Kurdistan, einer Region, die wirtschaftlich ohnehin nicht gut dasteht.
Ein anderer bekannter iranischer Sportler, Mobin Kahrase, der aus der Region Sistan und Balutschistan stammt, ist jetzt bei einem Flug der iranischen nationalen Boxmannschaft, die via Österreich nach Ungarn flog, um dort an internationalen Boxwettkämpfen teilzunehmen, auf dem Flughafen in Österreich verschwunden. Man vermutet, dass er in Österreich Asyl beantragt hat.

https://news.gooya.com/2019/02/post-23223.php
vom 8. Februar 2019
do qahremane bukse keshwar, yeki kargare ruzmozd wa digari dar otrish panahande shod

Iran: Haft für Tänze auf Instagram


Die 17-jährige Ma’ede, die selbst Gymnastik, Hindernislauf und Tänze unterrichtet, hatte auf Instagram ihre Tänze veröffentlicht. Nun wurde sie von der iranischen „Cyber-Polizei“ (Fata) verhaftet. Das staatliche Fernsehen Seda wa Sima, das fest in der Hand von islamistischen Ideologen aus dem Lager von Ajatollah Chamene’i ist, hat ihr unter Tränen abgelegtes „Geständnis“ im ganzen Land veröffentlicht. Sie ist noch immer in Haft. Im Iran ist das öffentliche Tanzen von Frauen in keinem Gesetz verboten, auch nicht die Veröffentlichung solcher Tänze im Internet und ähnlichen Medien. Aber die fundamentalistische Auslegung des Islams besagt, dass solche Dinge religiös verboten „haram“ sind, und das genügt, um die Polizei und die iranische Form der Bild-Zeitung auf die Frauen zu hetzen.

https://news.gooya.com/2018/07/post-16524.php
vom 9. Juli 2018
xabargozari daxele iran: ma’ede, raqs wa e°terafe boghz-alud-e telewizyuni .. che xabar az dozdane beyt-o l-mal

https://news.gooya.com/2018/07/post-16500.php
vom 9. Juli 2018
bar-xorde polise iran ba shaxhaye instagrami wa bazdashte ma’ede hozhabri, raqsande’i por tarafdar.

Iran: Präsident der Sportringer kritisiert politische und militärische Führung


Rasul Chadem, der Präsident der Föderation der Sportringer des Irans

Rasul Chadem, der Präsident der Föderation der Sportringer des Irans, ist zurückgetreten und hat in einem offenen Brief die politische und militärische Führung des Landes kritisiert.
Hintergrund ist die Tatsache, dass die iranischen Ringkämpfer, die auf den olympischen Spielen oft Goldmedaillen holen, dieses Jahr auf israelische Partner getroffen wären. Für die Spieler kein Problem. Aber für diejenigen, die ständig „Tod für Israel“ gröhlen und daraus einen religiösen Glaubenssatz gemacht haben, war das nicht akzeptabel. Sie haben die iranischen Sportler gezwungen, auf die Teilnahme zu verzichten oder sich krank zu melden, was zur Folge hat, dass sie als Verlierer angesehen werden und unter Umständen von den Spielen ausgeschlossen werden.
Rasul Chadem kritisierte, dass die Verantwortlichen dieser Politik sich hinter dem Rücken der Sportler verstecken statt das Problem direkt im Olympischen Komitee anzugehen.
Aus Solidarität mit ihm hatten zahlreiche andere Funktionäre der Föderation der Sportringer des Irans ebenfalls den Rücktritt erklärt. Er bat sie aber, ihre Arbeit weiter auszuüben, der Ringsport habe ohnehin zu wenig Unterstützung in den oberen Etagen.

http://news.gooya.com/2018/03/post-12563.php
vom 3. März 2018
bayaniye-ye rasul xadem pas az ettefaqate axir

Amir Ghotbi – Henker der iranischen Medien

Auf diesem Foto ist ein wichtiger Mann der iranischen Staatsanwaltschaft abgebildet. Es handelt sich um Amir Ghotbi, den Leiter der Abteilung für Kultur und Medien, einem guten Freund des Generalstaatsanwalts von Teheran, Abbas Dscha°fari Doulat-Abad.

Amir Ghotbis Abteilung ist zuständig für das Überwachen der in Zeitungen verbreiteten Inhalte. Aufgrund guter Kontakte zum iranischen Geheimdienst fällt ihm dies besonders leicht. Auf sein Konto gehen zahlreiche Verbote von iranischen Zeitungen wie Aseman, Shargh, Etemad, usw. Darüber hinaus hat er immer wieder Künstler jeglicher Kunstrichtung, sei es MalerInnen, KarikaturistInnen, MusikerInnen verfolgt. Zuletzt hat er sein Aufgabengebiet auch auf Sportler und Sportlerinnen ausgedehnt. Aufgrund seiner Aktivitäten können viele Kulturschaffende ihren Beruf nicht mehr ausüben oder sind vor Gericht gekommen.

Iranischer Verein Sanat Naft Abadan steigt in die Profiliga auf

Am Montag, den 16.5.2016 gewann die Mannschaft von Sanat Naft Abadan gegen Fajr Sepasi mit 2:1. Dadurch stieg der Verein in die iranische Profiliga auf. Die Freude seiner Fans ist unermesslich.

Sanat Naft Abadan ist ein iranischer Fußballverein, der vor allem von der Erdölrafinerie der Stadt Abadan gesponsert wird. Die Trikotfarben orientieren sich seit den 1970er Jahren an den brasilianischen Nationalfarben und ihr Vorbild ist der brasilianische Fußball.

Vgl. Wikipedia

Iran: Der Aufstand der Massen


In totalitären Regimen ist es schwer, irgendeine Bewegung aufzubauen, die nicht zur Verhaftung führt. Deshalb sind die Iraner erfinderisch geworden, Möglichkeiten zu schaffen, zusammen zu kommen. Sei es zum Mülleinsammeln im Stadtpark, sei es zum Schutz der Hunde oder eben zum Sport. Tai-Chi hat jetzt auch im Iran eine zunehmende Zahl von Anhängern zu verzeichnen, wie dieser Auftritt im „Park des Wassers und Feuers“ (Park-e Ab o Atasch) in Teheran zeigt:

hier die Männer


hier die Frauen


und trotz islamischer Bekleidung so farbenfroh, dass sich jeder islamische Fundamentalist im Grabe umdrehen wird.

Volleyball im Iran – Propaganda gegen das System?


Ghontsche Qawami

Die britisch-iranische Staatsbürgerin Ghontsche Qawami wurde vom Revolutionstribunal in Teheran wegen „Propaganda gegen das System“, „Spionage“ und „Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen die Sicherheit des Landes“ zu einem Jahr Gefängnis und zwei Jahren Ausreiseverbot verurteilt. Bis zur Revisionsverhandlung wurde sie jetzt – nach Hinterlegung einer hohen Kaution – auf freien Fuß gesetzt. Ihr Anwalt, der darauf hingewiesen hatte, dass die Anklage absolut lächerlich sei und sie lediglich bei einem Volleyballspiel zugeschaut habe und danach festgenommen worden sei, wurde inzwischen wohl so unter Druck gesetzt, dass er sein Mandat an die Familie zurückgab und sie sich jetzt einen neuen Anwalt suchen muss.
Die eigentlichen Gründe für die Verhaftung sind unklar, haben aber wohl gar nichts mit der Person der Verurteilten zu tun.