Iran : Wir werden kein Brot mehr zum Preis des Lebens kaufen, den massiven Streik der Ölarbeiter und Beamten

Nach dem vorherigen Aufruf des Koordinierungs- und Solidaritätsrates der offiziellen Angestellten der Ölindustrie haben heute Morgen Streiks und Versammlungen in vielen Öl- und Gaszentren begonnen. Bis jetzt sind Berichte über Streiks in der Abadan Refinery, Iran Oil Terminals Company, Khark Island,Bisher gab es Berichte über Streiks bei der Raffinerie Abadan, der Khark Island Iran Oil Terminals Company, den Betriebseinheiten im Siri-Gebiet südlich von Bandar Lange, der Qeshm Continental Plateau Company, der Fajrjam Gas Refining Company, der Pars Oil and Gas Company und Ilam Oil und Gasraffinerie, Ilam Gasraffinerie, Fars Gas Company in Shiraz, offizielle Mitarbeiter der Ahvaz Oil and Gas Company, offizielle Mitarbeiter der Chashmekhosh Oil and Gas Company in Dehlran, offizielle Mitarbeiter der Aghajari Oil and Gas Company wurden veröffentlicht. Dieses Treffen wurde gemäß dem vorab angekündigten Aufruf für ein landesweites Treffen abgehalten, das sich auf Städte und Betriebs- und Ölgebiete konzentriert.

In der Schlusserklärung dieser Proteste, die vom Koordinierungs- und Solidaritätsrat der offiziellen Angestellten der Ölindustrie veröffentlicht wurde, wurde bei der Bekanntgabe der Forderungen der Ölarbeiter betont: Wir haben gesagt, unsere Toleranz hat eine Grenze, wir gesagt, nimm die Watte aus deinen Ohren, sagten wir und du hast nicht gehört, jetzt werden wir die Flut, dass wir alles mitnehmen können, zerstören . Es ist also nicht so, dass wir wie eine Flamme brennen und alleine brennen werden, wir werden zu einer Flamme, die durch die Flut deiner Tränen gelöscht werden muss, wir haben dir gesagt, dass du nicht mit unserer Psyche spielen sollst.

Beamte der Ölindustrie fordern die Umsetzung von Artikel 10 des Ministeriums für Erdölaufgaben und -befugnisse, beseitigt hohe Steuern, erhöhte Gehaltsabrechnung, Zahlung von Rentenverträgen, Verbesserung der Wohlfahrtsdienste und Gesundheitsversorgung, Widerruf des Erdölfonds -Statuts und der Umgang mit anderen Forderungen.

Oil Global Streik, protestieren Mitarbeiter von Siri District Operations Units in South Bandar Lengeh

Landesweiter Streik der Ölarbeiter, Protestkundgebung der offiziellen Angestellten der Fajrjam Gas Refining Company

Die offizielle Protestversammlung der Pars Oil and Gas Company in Assaluye

Deutschland :Festnahme eines Iraners in Deutschland wegen Terrorverdachts

In den frühen Morgenstunden des Sonntags, dem 8. Januar, gab die deutsche Polizei bekannt, dass sie einen 32-jährigen iranischen Staatsbürger festgenommen hat, der verdächtigt wird, die hochgiftigen Substanzen Cyanid (Cyanid) und Ricin mit der Absicht der Verschwörung zur „Begehung eines islamistischen motivierter Angriff“.

In einer kurzen Erklärung der deutschen Polizei und Staatsanwaltschaft heißt es, dass die Ermittler die Wohnung des Verdächtigen in der nordrhein-westfälischen Stadt Castro-Roxel durchsucht haben, um die gefährlichen Giftstoffe und andere Beweise zu finden.Nach Angaben der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft plante dieser iranische Staatsbürger einen „islamistisch motivierten Anschlag“. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf, die örtliche Polizei, teilte mit, dass der Verdächtige „Cyanid- und Ricin“-Gifte für diese „Straftat“ hergestellt habe.Deutsche Medien haben bisher keine weiteren Erklärungen zu den Einzelheiten und Zielen dieses Angriffs abgegeben. Der Giftstoff Rizin steht nach Angaben des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI) in der Liste der Kriegswaffen unter dem Titel „biologische Waffen“. Ricin ist eine sehr giftige Substanz, die selbst eine kleine Menge davon, so klein wie ein paar Körner Kochsalz, einen Erwachsenen töten kann.

Laut deutschen Medienberichten überwacht das Bundeskriminalamt diesen Iraner seit mehreren Tagen. Die deutschen Medien erwähnten in ihren Berichten auch, dass der „Geheimdienst“ eines befreundeten Landes die deutschen Sicherheitsbehörden vor der „Gefahr eines Chemiebombenanschlags“ gewarnt habe.

https://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/more/105423/

Qarchak-Gefängnis

Qarchak-Gefängnis

Es gab so wenig zu essen, dass wir immer hungrig waren; Es war nicht möglich, Trinkwasser zu bekommen, selbst wenn man Geld bezahlte, und wir hatten kein heißes Wasser zum Baden.

Mehr als 50 Menschen waren in sechs Räumen der Quarantäneabteilung inhaftiert, wir hatten täglich durchschnittlich zehn Neuankömmlinge, aber weil die Gefängnisabteilungen voll waren, wurde niemand aus der Quarantäne in die allgemeine Abteilung geschickt.

Dies ist der Bericht einer der Frauen, die im Qarchak-Gefängnis inhaftiert sind, über die erbärmlichen Bedingungen dieses Gefängnisses, das kürzlich entlassen wurde; Die Bedingungen, die dazu führten, dass im Qarchak-Gefängnis inhaftierte politische Frauen am 19. November 2022 einen Streik ankündigten.

Qarchak-Hölle

Nach einer langen Fahrt auf einer Wüstenstraße erreichen Sie die Tore der Hölle, die Haupttür des Share-Ray-Gefängnis, bekannt als Qarchak-Gefängnis oder Qarchak-Varamin-Gefängnis, das Frauen mit „normalen“ Verbrechen vorbehalten war. Aber seit langem ist es auch ein Gefängnis für politische Gefangene.Die Frauen, die in Teheran, Shahr Ray, Varamin usw. während landesweiter Proteste festgenommen wurden, wurden ebenfalls in das Qarchak-Gefängnis gebracht.

Beim Betreten des Gefängnisses werden Frauen Leibesvisitationen unterzogen, die laut der frisch entlassenen Frau einer Vergewaltigung gleichkamen: „Die Wärterin zog Plastikhandschuhe an und steckte seine Finger hinein, wo immer er konnte.“

Gegenüber „Iranwire“ sagte diese Frau, die schon einmal inhaftiert war: „Das Gharchak-Gefängnis hat den Gefangenen früher keine Kleidung gegeben, sondern beim Betreten des Gefängnisses ein Paar Unterwäsche, eine Packung Damenbinden, eine Zahnbürste und eine Zahnpasta. „Sie war eingesperrt. Diesmal war jedoch alles käuflich. Wenn du kein Geld hättest, würdest du sogar das Minimum verlieren.“

Das Ausmaß dieser Entbehrungen wird deutlicher, wenn wir wissen, dass einige der im Qarchak-Gefängnis inhaftierten Frauen in den Anfangstagen der landesweiten Proteste festgenommen wurden, dh mehr als zwei Monate ohne Mindesthygiene in einem Gefängnis lebten, in dem es Shampoo und Seife gibt auch nicht ohne Geld erhältlich.

Entbehrung des Rechts, einen Anwalt zu haben

Ab November 2019 sind Rechtsanwälte verpflichtet, den Vertrag „elektronischer Anwalt“ im elektronischen Vertragssystem zu registrieren. Voraussetzung für die Registrierung dieses Vertrages ist die Registrierung des Auftraggebers im Samane-System.

Die Änderung dieses Prozesses hat dazu geführt, dass einer großen Zahl von Gefangenen der jüngsten Proteste das Recht auf einen Anwalt entzogen wurde.

Inhaftierung von Kindern neben Berufsverbrechern

Gemäß der Absonderungs- und Einstufungsverordnung für Gefangene darf kein Gefängnis Personen unter 18 Jahren aufnehmen; Kinder sollten in eine Justizvollzugsanstalt geschickt werden.

Laut einer dieser Frauen sind Mädchen im Teenageralter zusammen mit Berufsverbrechern, Dieben, Schmugglern und Prostituierten in Quarantäne oder öffentlichen Zellen des Qarchak-Gefängnisses inhaftiert. Dieses Problem hat zur körperlichen und sexuellen Ausbeutung von Kindern durch ältere Frauen geführt.

Mahsa Amini

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=257871

Iran: Schulen öffnen – freie Bahn für Corona

Schule im Iran


Die iranische Ärztevereinigung (Sazemane Nezame Pezeshki) hat sich klar gegen die Öffnung der Schulen im Iran ausgesprochen. Vergangenen Donnerstag (3. September) wurden im ganzen Land die Schulen geöffnet. Der Vertreter der Ärztevereinigung, Ali-Reza Salimi, erklärte, diese Entscheidung sei in mehrfacher Hinsicht äußerst gefährlich. Derzeit sind die meisten Regionen im Iran aufgrund der Corona-Pandemie entweder in die Gefahrenstufe „Rot“ oder als als gefährdet eingestuft. Die iranischen Schulen sind nach Auffassung der Ärztevereinigung nicht ausgerüstet, die Bedingungen einzuhalten, die zur Verhütung der Ausbreitung der Pandemie erforderlich sind. Durch die lange Dauer zwischen Infektion und Auftreten der ersten Krankheitssymptome ist die Gefahr beträchtlich, dass die MitschülerInnen angesteckt werden. Hinzu kommt nicht nur die Ansteckungsgefahr in den Schulen, sondern auch die Tatsache, dass viele Schulkinder öffentliche Transportmittel nutzen, was der Ausbreitung der Krankheit weitere Möglichkeiten eröffnet. Die Ärztevereinigung hatte schon im Vorfeld auf ihre Bedenken hingewiesen und war überrascht, dass dann die jetzige Entscheidung getroffen wurde, die Schulen wieder zu eröffnen.

https://www.akhbar-rooz.com/مخالفت-دوباره-سازمان-نظام-پزشکی-با-باز/
vom 16. Shahriwar 1399 (6. September 2020)
مخالفت دوباره سازمان نظام پزشکی با بازگشایی مدارس

Kinderarbeit im Iran


Am Sonntag, den 16. Shahriwar (6. September), berichtete die iranische Nachrichtenagentur IRNA, von einem aufsehenerregenden Fall in Shahin-Shahr, einer Stadt in der Provinz Isfahan. Leitende Beamte der Wohlfahrtsbehörde (Edareye Behzisti), die für obdachlose und bedürftige Kinder zuständig ist, hatten Kinder im Keller der Behörde eingesperrt. Nach Angaben der sozialen Medien hatte die Behörde 10 Kinder im Keller eingesperrt, bis Menschen auf deren Schreie und Hilferufe aufmerksam wurden und die Polizei und die Feuerwehr riefen. So wurden die Kinder aus dem Keller befreit. Marziye Farshad, die Generaldirektorin der Wohlfahrtsbehörde der Provinz Isfahan, bezeichnete den Beschluss, die Kinder im Keller einzusperren, als „unprofessionell“ und erklärte, dass der Leiter und sein Assistent ihres Amts enthoben worden seien.

Daten zur Kinderarbeit im Iran
Abdol-Reza Rahmani Fazli, der iranische Innenminister, hatte vor etwa einem Monat erklärt, dass die Mehrheit der minderjährigen Kinder, die im Iran arbeiten, afghanische Staatsbürger seien. Minderjährig heißt nach dem iranischen Gesetz unter 15 Jahren. Shokrollah Hassan-Beygi, der sozialpolitische Assistent der Provinz Teheran, hatte vor etwa einem Jahr erklärt, dass der Anteil ausländischer Kinder unter den Kinderarbeitern in Teheran etwa 80 Prozent betrage.
Das Zentrum für Statistik und strategische Informationen des Ministeriums für Kooperativen, Arbeit und sozialen Wohlstand hatte in seinem letzten Bericht, der sich auf das Jahr 2017 bezieht, von rund 400.000 Kinderarbeitern gesprochen (330.000 Jungen, 70.000 Mädchen), sowie weiteren 90.000, die auf Arbeitssuche waren. Nahid Taj-ol-din, Mitglied des Vorstands des Sozialausschusses des iranischen Parlaments, hatte die Zahl der Kinderarbeiter im Iran auf der Grundlage der Schätzungen von Fachleuten auf 3 bis 7 Millionen beziffert.

Was soll man von den Daten halten?
Wie man sieht, ist die Spannweite der Angaben derart breit, dass man nicht einmal sicher sein kann, dass die verschiedenen Behörden die selben Definitionen anwenden. Es kann durchaus sein, dass das Innenministerium so auf Ausländer fixiert ist (gibt es hierzulande ja auch), dass es nur hinter ausländischen und bevorzugterweise afghanischen Kindern her ist, dann machen die ausländischen Kinderarbeiter natürgemäß auch den Hauptteil in seiner Statistik aus.

https://www.radiofarda.com/a/iran-child-labour-imprisonment/30823555.html
vom 16. Shahriwar 1399 (6. September 2020)
حبس کودکان کار در زیرزمین اداره بهزیستی؛ «حکم برکناری برای مسئولان»

Freie Gewerkschaft im Iran: Sicherheitsbehörden beabsichtigen, Jafar Azimzadeh zu töten

حقوق بشر در ایران | جعفر عظیم زاده, زندانی سیاسی در پرونده جدید ...
Jafar Azimzadeh

Jafar Azimzadeh, ein Arbeiteraktivist, der derzeit im Iran in Haft ist, hat sich eine Corona-Erkrankung zugezogen. Er wurde am Sonntagabend unter dem Vorwand, in ein Krankenhaus gebracht zu werden, aus dem Evin-Gefängnis entlassen, befindet sich aber derzeit in Einzelhaft im Rajai-Gefängnis bei Gohardasht, nahe der Stadt Karaj. Seine Familie hat keine Erlaubnis ihn zu besuchen. Er befindet sich in ernsthafter Gefahr. Die freie Gewerkschaft des Iran und die Gewerkschaft der Vahed Company haben vor der schlimmen Situation dieses Arbeiteraktivisten gewarnt.

Tödliche Erkrankung

Die freie Gewerkschaft des Iran erklärte heute, dass Jafar Azimzadeh am Sonntagabend, den 16. August, von einem Arzt des Evin-Gefängnisses in die zentrale Krankenstation des Evin-Gefägnisses eingewiesen wurde, damit seine Lungen und sein Herz behandelt werden können. Jafar Azimzadeh litt seit einem früheren 63-tägigen Hungerstreik an schweren Herz-, Magen-Darm- und Lungenerkrankungen. Laut Ärzten kann eine Corona-Infektion für Menschen mit Grunderkrankungen sehr tödlich sein.

Statt auf die Krankenstation ins Gefängnis

Aber die Beamten brachten ihn nicht auf die Krankenstation. Stattdessen wurde Jafar in das Rajai-Gefängnis verlegt und war in den letzten zwei Nächten in Einzelhaft, ohne die Erlaubnis, seine Familie zu kontaktieren.

Freilassung? Nicht für Jafar Azimzadeh!

Das Rundschreiben über die Freilassung von Gefangenen am März 2019 schloss ihn rechtlich ein, führte jedoch nicht zu seiner Freilassung. Um das zu rechtfertigen, wurde in nur 20 Tagen ein neuer Fall gegen ihn eröffnet und es wurden Verhöre und Gerichtsverfahren abgehalten. Er wurde 13 Monate in Untersuchungshaft genommen. Diese Maßnahmen wurden ergänzt durch ernsthaften Druck auf Jafars Frau und die Beschlagnahme eines seiner während seines Urlaubs hinterlegten Dokumente.

Jafar soll getötet werden

Die Reihe von Ereignissen, die in den letzten Monaten gegen Jafar stattgefunden haben, zeigt deutlich, dass die Sicherheitsbehörden beabsichtigen, ihn zu töten. Im vergangenen Monat haben zwei gefährliche Gefangene, Angehörige der Sicherheitsdienste im Gefängnis, Jafar zweimal angegriffen, um ihn zu töten. Aufgrund der Intervention anderer Gefangener konnten sie jedoch ihre Arbeit nicht erledigen, sondern nur in Anwesenheit von Beamten der Gemeinde die Drohung aussprechen, Jafar zu töten.

Quellen:

Iran: Zartosht Ahmadi Ragheb in Gefahr

Zartosht Ahmadi Ragheb gehört zu den wenigen iranischen Oppositionellen, die im April dieses Jahres in einem direkten Interview mit dem persischen Dienst des US-Senders Voice of America das Vorgehen der iranischen Behörden in Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona-Virus life kritisierten.
Schon im Vorjahr war er verhaftet worden, weil er einen offenen Brief unterschrieben hatte, in dem der Religiöse Führer Ajatollah Chamene’i zum Rücktritt aufgefordert wurde. Er war nach fünf Monaten gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Mitte Juni 2020 war er erneut verhaftet worden, um eine Haftstrafe von 9 Monaten zu verbüßen. Er wurde ins berüchtigte Gefängnis von Groß-Teheran (Fashafuyeh-Gefängnis) verlegt.
Während auf der Webseite von Amnesty International in London noch nichts dergleichen zu finden ist, berichtet jetzt peykeiran, dass diese Organisation eine Erklärung veröffentlicht habe, in der sie den Gesundheitszustand des Menschenrechtlers Zartosht Ahmadi Ragheb als katastrophal bezeichnete. Er ist vor mehr als zwei Monaten in den Hungerstreik getreten.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=212616
vom 27. Mordad 1399 (17. August 2020)
عفو بين‌الملل: وضعیت جسمانی زرتشت احمدی‌راغب وخیم است

https://iranintl.com/en/zartosht-ragheb

  1. August 2019
    Another signatory of the letter calling for Khamenei’s resignation was arrested

https://www.voanews.com/covid-19-pandemic/iran-based-dissident-government-mishandling-pandemic-worsened-economic-crisis
Updated April 16, 2020 12:41 AM

COVID-19 Pandemic
Iran-Based Dissident: Government Mishandling of Pandemic Worsened Economic Crisis

Corona-Ausbruch im Evin-Gefängnis: Sitzstreik von 27 Politischen Gefangenen

Ewin-Gefängnis, Teheran

Mindestens 27 in der Abteilung 8 des Evin-Gefängnisses inhaftierte Politische Gefangene setzen sich am Sonntag, den 9. August, in den Hof ​​des Gefängnisses und forderten eine Untersuchung der Situation der Gefangenen und der Maßnahmen zur Bekämpfung des Ausbruchs des Corona-Virus.

Protestkundgebung Politischer Gefangener im Evin -Gefängnis

Der Vorfall begann laut einer Gruppe von iranischen Menschenrechtsaktivisten am Sonntag, den 9. August, mit der Bekanntgabe der Ergebnisse eines Zufallstests von 17 Gefangenen, bei dem herauskam, dass 12 Gefangene mit dem Corona-Virus infiziert waren. Alle diese Gefangenen wurden in das Gesundheitszentrum des Gefängnisses gebracht.

Infektion von 12 Politischen Gefangenen im Evin – Gefängnis mit dem Coronavirus

In einem Interview mit der Kampagne für Menschenrechte im Iran berichtete Munir Abdi, die Frau von Esmail Abdi, einem Mitglied der iranischen Lehrergewerkschaft, dass dieser Gewerkschaftsaktivist und elf weitere Politische Gefangene in der Abteilung 8 des Evin-Gefängnisses sich mit dem Corona-Virus infiziert hatten und dass sie in die zentrale Krankenstation des Evin-Gefägnisses verlegt worden waren.

Munir Abdi sagte in einem Interview, dass die Symptome der Corona-Infektion schon vor zwei Wochen in der Abteilung 8 des Evin-Gefängnisses erstmals festgestellt wurden, aber die Gefängnisbeamten, die Coronatests zu spät durchführten. Herr Abdi befand sich zu dem Zeitpunkt in einem Raum mit vier Gefangenen, die an der Corona-Erkrankung gelitten haben. In den restlichen Räumen sind bis zu 18 Personen untergebracht.

Die Symptome, die bei dem ersten Ausbruch festgestellt wurden, waren u.a. der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, starke Schmerzen und Husten, einige hatten Fieber und schwere Lungenprobleme was sich mit einem CT-Scan der Lunge zeigte.

„Am Dienstag wurden 17 Gefangene einer Blutuntersuchung und einer Nasenschleimhautuntersuchung unterzogen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden am Sonntag vorgelegt: 12 Gefangene waren infiziert.“

Frau Abdi, Angehörige eines Politischen Gefangenen im Iran

Esmail Abdi, ein Mathematiklehrer, hochrangiges Mitglied der iranischen Lehrergewerkschaft (ITTA) und ehemaliger Generalsekretär des Vereins, wurde 2016 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem seine Strafe vom Berufungsgericht Teheran bestätigt worden war.

Esmail Abdis Frau sagte der Kampagne: „In der zentralen Krankenstation des Evin-Gefängnisses gaben sie zur Behandlung keine speziellen Medikamente, sie kontrollierten nur das Fieber. Herr Abdi hatte Kopfschmerzen und Atemnot, weil er eine Grunderkrankung hat und ein Asthmaspray nimmt. Tabletten gegen Bluthochdruck wurden ebenfalls verschrieben.“

Frau Abdi möchte dass die Politischen Gefangenen Hafturlaub zu Hause bekommen.

Quellen:

HRANA, Radio Zamaneh, Menschenrechtskampagne im Iran

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/85448/

https://www.amnesty.de/mitmachen/petition/freiheit-fuer-esmail-abdi-und-jafar-azimzadeh

Iran: Corona-Interview führt zu Schließung einer Zeitung

Zeitung geschlossen – zuviel Kritik an staatlicher Corona-Politik


Die Zeitung Jahane San°at (Welt der Industrie) wurde beschlagnahmt und ihr Erscheinen eingestellt, weil sie ein Interview mit Mohammad-Reza Mahbub-Far veröffentlichte. Mohammad-Reza Mahbub-Far ist Mitglied des Stabs zur Bekämpfung des Corona-Virus und zugleich Epidemologe. Er hatte in seinem Interview auf mehrere Dinge hingewiesen, die den Machthabern wohl sauer aufgestoßen sind.
So hat er darauf hingewiesen, dass die Zahl der Todesfälle wohl fünfmal so groß ist wie veröffentlicht. Am 10.08.2020 waren für den Iran auf dem WHO dashboard für den Iran 18427 Todesfälle angegeben (amtliche Zahl), das heißt, man käme mit dieser Angabe auf über 90.000 Todesfälle für den Iran.
Mohammad-Reza Mahbub-Far erklärte, dass schon einen Monat vor der amtlichen Bekanntgabe des Auftretens von Corona im Iran, nämlich Anfang des Monats Dey (Ende Dezember 2019), schon der erste Fall eines Infizierten im Iran verzeichnet wurde. Aufgrund der angesetzten Parlamentswahlen und der jährlichen Feiern zum Jahrestag der Revolution am 22. Bahman (11. Februar) wurde diese Information aber geheim gehalten. Er sagte: „Definitiv wurden die Daten über die Ausbreitung des Corona-Virus von Beginn bis jetzt manipuliert. Auf jeden Fall werden diese Daten aufgrund politischer und sicherheitstechnischer Rücksichten der Gesellschaft dosiert verabreicht. Nach meiner bescheidenen Überzeugung sind die veröffentlichten Zahlen des Gesundheitsministeriums (die Zahl der Infizierten wie der Toten) nur ein Zwanzigstel der echten Zahlen. (Anmerkung: dies widerspricht der obigen Angabe, wonach die Todesfälle fünfmal so hoch seien wie angegeben – hier ist der Zeitungsbericht von iran-emrooz schlampig verfasst, so dass ohne Kenntnis des ursprünglichen Artikels nicht gesagt werden kann, was Mohammad-Reza Mahbub-Far tatsächlich gesagt hat.
Mohammad-Reza Mahbub-Far betont, dass im Iran einerseits viele Menschen Masken tragen müssen und Abstand halten, dass aber andererseits die verwendeten Masken längst nicht immer einen wirksamen Schutz bieten (ähnlich wie ja auch die in Deutschland). Hinzu komme, dass der Staatspräsident Hassan Rouhani erlaubt habe, dass die schiitischen Feiern zum Monat Moharram ungehindert stattfinden können, gegen die ausdrückliche Warnung der Epidemologen, so dass der Ausbreitung des Virus neue Gelegenheit gegeben wird. Natürlich stehen dahinter auch die finanziellen Interessen der Geistlichen, für die solche religiösen Feiern eine ähnliche wirtschaftliche Bedeutung haben wie Weihnachten für den Einzelhandel in Westeuropa.

https://covid19.who.int/

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/85430/
vom 10.08.2020
روزنامه «جهان صنعت» توقیف شد