Iran: Das Massaker von Mahschahr

Brigadegeneral Hasan Shahvarpur, Befehlshaber der Provinzstreitkräfte der Pasdaran von Chusistan


In der iranischen Erdöl-Provinz Chusistan kamen bei den Protesten, die von Benzinpreiserhöhungen ausgelöst wurden, in der Stadt Mahschahr in den Tagen vom 27. – 29. Aban mindestens 148 Demonstranten ums Leben. Sie wurden unter Einsatz gepanzerter Fahrzeuge und schwerer Maschinengewehre sowie unter Beteiligung von Marine-Einheiten der Pasdaran (Revolutionswächter) massakriert. Die amtliche Behauptung, die Bevölkerung sei bewaffnet gewesen, konnte von unabhängigen Quellen nicht bestätigt werden.
Die fliehende Bevölkerung wurde damals in die Sümpfe abgedrängt, wo sie versuchte, sich im Schilf zu verstecken, und dort umgebracht. Dieser Vorfall wurde als das „Massaker im Schilf“ bekannt.

Brigadegeneral Hasan Shahvarpur
Das US-Außenministerium hat jetzt Brigadegeneral Hasan Shahvarpur wegen seiner Verantwortung für das Massaker von Mahschahr auf eine Boykottliste gesetzt. Er war der Befehlshaber der auf Provinz-Ebene gebildeten Pasdar-Einheit Wali-Asr. Diese Provinz-Kommando-Einheiten wurden im ganzen Land für zwei Fälle eingerichtet: Für den Fall eines ausländischen Angriffs, worunter gemeinhin ein Angriff Israels oder der USA verstanden wird, und für den Fall eines Volksaufstands. Diese auf lokaler Ebene gebildeten Kommando-Einheiten sollten imstande sein, auch im Falle eines Abbruchs der Verbindungen zur Hauptstadt eigenständig zu entscheiden. Von einem Abbruch der Verbindungen zur Hauptstadt zu sprechen wäre im vorliegenden Fall daneben gegriffen, aber entschieden hat der General, und zwar für ein Blutbad.
Hasan Shahvarpur ist einer der alten Kommandenten der Revolutionswächter in Chusistan. Er wurde in Safi-Abad im Süden von Desful (Dezful) geboren und war während des iranisch-irakischen Kriegs von 1980-1987 mitten in der Kriegszone. Sein Bruder kam bei diesem Krieg ums Leben. Nach dem Krieg stieg

https://www.radiofarda.com/a/who-is-the-head-on-protest-suppression-in-mahshahr/30385860.html
vom 29. Dey 1398 (20. Januar 2020)
فرمانده کشتار ماهشهر کیست؟

https://www.radiofarda.com/a/eyewitnesses-say-protesters-were-killed-in-mahshahr/30324181.html
vom 22. Adhar 1398
روایتی دیگر از کشتن معترضان در نیزار ماهشهر

Iran: Hochwasser in Sistan und Balutschistan

Hochwasser in Sistan und Balutschistan, genaue Ortsangaben fehlen

Seit Sonntag, den 12. Januar 2020, kam es in 14 Landkreisen der südlichen iranischen Provinz Sistan und Balutschistan zu 35 Stunden dauernden schweren Regenfällen, die zahlreiche Flüsse über Wasser treten ließen und mindestens 300.000 Menschen obdachlos gemacht haben. In der Region Sistan und Balutschistan sind Regenfälle nicht sehr häufig, so dass ungebrannte Lehmziegel ein übliches Mittel für den Hausbau sind. Diese Häuser haben dem Regen nicht standgehalten. Die Überschwemmungen durch die Flüsse, die weit über die Ufer getreten sind und auch zahlreiche Straßen im Wasser enden lassen, tun ihr übriges.

Hochwasser in Sistan und Balutschistan, genaue Ortsangaben fehlen,
eine Straße, die ins Wasser führt

Seitens der iranischen Machthaber ist keine nennenswerte Hilfe für die Hochwasseropfer zu erwarten. Erstens leben in der Gegend mehrheitlich Sunniten, zweitens gibt es dort bewaffnete Bewegungen gegen das Regime, und drittens handelt es sich mehrheitlich um Menschen, die nach iranischen Maßstäben arm sind, also bestenfalls als „Stimmvieh“ für die Pseudowahlen gefragt sind, aber nicht das politische Gewicht besitzen wie etwa die Basarhändler oder die zu Unternehmern gewandelten Revolutionswächter.

Hochwasser in Sistan und Balutschistan, genaue Ortsangaben fehlen,
ein Mann bringt einen alten Herrn in Sicherheit

An dieser Stelle ist auch ein Wörtchen über die Qualität der Berichterstattung zum Hochwasser angebracht. Während Radio Farda von 35-stündigem Regenfall berichtet, schreibt akhbar-rooz.com davon, dass der Regen vom Donnerstag bis zum Sonntag dauerte. Die Angaben über die Stärke der Regenfälle schwanken von 117 mm bei Radio Farda und 100-200 mm bei akhbar-rooz.com . In Deutschland gibt es eine Unwetterwarnung, wenn in sechs Stunden mehr als 35 Liter Regen pro Quadratmetern (entsprechend 35 mm Wassersäule) fallen.

https://www.radiofarda.com/a/flood-crisis-in-sistan-and-baluchestan/30374507.html
vom 23. Dey 1398 (14. Januar 2020)
سیل در سیستان و بلوچستان، اوضاع این منطقه را «بحرانی» کرد

https://www.akhbar-rooz.com/۸۰۰-روستا-در-کرمان-و-سیستان-و-بلوچستان-د
vom 13. Januar 2020
۸۰۰ روستا در کرمان و سیستان و بلوچستان در محاصره سیل و برف

https://www.zeit.de/wissen/2016-06/unwetter-regen-statistik-meteorologie-niederschlag-starkregen
Unwetter: Was ist starker Regen?
von Andreas Loos

  1. Juni 2016, 17:01 Uhr

Iran: Blutbad in den Erdölfeldern

Brennende Autoreifen auf der Straße -die Antwort kam aus Maschinengewehren


Wie aus Mahschahr (Provinz Chusestan) berichtet wird, gingen die staatlichen Kräfte während der Proteste vom November 2019 mit Panzern, Maschinengewehren und Hubschraubern gegen die protestierende Bevölkerung vor, die dort die Zugangsstraße abgesperrt hatte. Angezündete Bankfilialen oder dergleichen gab es hier nicht. Aber in dieser Gegend liegen rund 20 Produktionseinheiten der Erdölindustrie. Für die Machthaber sind die Einnahmen aus diesen Fabriken offensichtlich wichtiger als das Leben der Demonstranten, denn es sind diese Einnahmen, die das Regime am Leben halten.
Gerade weil diese Region für das Überleben des Regimes so wichtig ist, steht sie unter strikter Kontrolle und die Überprüfung von Meldungen ist dort um einiges schwerer als aus anderen Gebieten des Irans. Inzwischen steht jedenfalls fest, dass der Staat mit militärischen Mitteln gegen die unbewaffnete protestierende Bevölkerung vorgegangen ist. Laut Augenzeugen wurden gegen die Bevölkerung Maschinengewehre des Typs DSchK eingesetzt.
Es ist kein Zufall, dass höchste Kommandanten der Revolutionswächter davon sprachen, in einen „Weltkrieg“ verwickelt worden zu sein, nur mit dem Unterschied, dass diesmal auf der einen Seite Unbewaffnete standen. Wenn aber die Verantwortlichen selbst von einem Weltkrieg sprechen, darf man hier im Gegenzug eindeutig von Kriegsverbrechen sprechen.
Da in einigen Ortschaften des Gebiets um Mahschahr auch Nomadenverbände leben, die einen engen Zusammenhalt haben und sich angesichts des militärischen Angriffs zur Wehr setzten, gab es dort sogar Tote und Verletzte auf der Seite der Angreifer.

https://www.akhbar-rooz.com/با-تانک،-نفربر-و-تيربار-مردم-ماهشهر-را-س
vom 2. Dezember 2019
ba tank, nafarbar wa tirbar mardome mahshahr-ra sarkub kardand

https://de.wikipedia.org/wiki/DSchK_(Maschinengewehr)

Proteste im Iran: Mindestens 4800 Verhaftungen in 10 Tagen


Ein Team von Radio Farda hat sich die Mühe gemacht, die amtlichen Meldungen über die Verhaftungen der letzten Tage zusammenzutragen.
Laut Ali Fadawi, dem stellvertretenden Generalbefehlshaber der Streitkräfte der Pasdaran, fanden in den letzten Tagen in 28 (von 31) iranischen Provinzen Proteste statt.
Hier die Meldungen aus den einzelnen Provinzen.

Chorassane Rasawi: 400 Verhaftete
In Maschhad kam es am 24. Aban (15. November) zu großen Protesten wegen der Benzinpreiserhöhung. Die erste amtliche Angabe über die Zahl der Verhafteten stammt interessanterweise nicht von den sogenannten Sicherheitsorganen, sondern vom Freitagsimam von Maschhad, dem direkten Vertreter des Religiösen Führers vor Ort, der in seiner Freitagspredigt von 400 Verhaftungen sprach. Es wird sichtbar, dass diese Verhaftungswelle in direktem Zusammenhang mit einer Rede des Religiösen Führers Ajatollah Chamene’i vom vorigen Sonntag (17. November) steht, der die Sicherheitsbehörden zu hartem Durchgreifen aufgefordert hatte.

Chusestan: 450 Verhaftete
Gholam-Resa Shariyati, der Provinzgouverneur der Erdölprovinz Chusestan, erklärte am 26. Aban (17. November), dass in den ersten drei Tagen der Proteste 180 Menschen verhaftet wurden. Ein Menschenrechtsaktivist spricht davon, dass es bis zum 29. Aban (20. November) 450 Verhaftete waren.

Diverse kurdische Städte: 300 Verhaftete
Menschenrechtsorganisationen sprechen von über 300 Verhafteten. Laut Angaben der kurdischen Agentur Kordpa wurden allein in Bukan 120 Menschen verhaftet, in Thalathe Babajani (keiner großen Ortschaft!) 22. Aus anderen Quellen verlautet, dass es in Sanandadsch und Marivan zu weiteren 100 Verhaftungen kam. 300 Verhaftungen ist also eine sehr konservative Schätzung.

Kermanschah: 700 Verhaftete
Kermanschah und Umgebung, eines der kurdischen Zentren im Iran, verzeichnete laut Angaben des Befehlshabers der Pasdaran-Einheit „Sepahe Nabiye Akram“ in der Provinz Kermanschah, machte keine konkreten Zahlenangaben, sprach aber davon, dass den Anführern der Proteste „mit Gewalt entgegengetreten wird.“ Laut Menschenrechtsquellen wurden in der Provinz mindestens 700 Personen verhaftet. Schon vor der Verhaftungswelle waren die Gefängnisse in dieser Provinz überfüllt, die Lage in den Gefängnissen muss jetzt katastrophal aussehen.

West-Aserbaidschan: 100 Verhaftete
Zu dieser Region gehören kurdische Städte wie Bukan (s.o.) und Urumije. Über 100 Verhaftete wurden in das Gefängnis von Urumije verlegt.

Isfahan: 200 Verhaftete
Die Zahl stammt aus Menschenrechtskreisen. Das staatliche iranische Fernsehen hat damit begonnen, „Geständnisse“ von Verhafteten aus Isfahan auszustrahlen.

Teheran: 800 Verhaftete
Auch hier gibt es keine amtlichen Angaben über die Zahl der Verhaftungen. Wenn man sieht, dass aus Großstädten wie Isfahan, Maschhad oder Teheran keine amtlichen Angaben vorliegen, ist das ein Hinweis auf eine gezielte Politik der Behörden, ihr Vorgehen zu verheimlichen. Möglicherweise befürchten sie dadurch eine weitere Zunahme der Proteste.
Amtliche Zahlenangaben gibt es nur von der unteresten Ebene, einigen Dörfern und Stadtteilen oder Kleinstädten.
Lediglich gegenüber Abgeordneten des iranischen Parlaments haben Vertreter der Provinzverwaltung von Teheran eine Zahl von 600 Verhafteten genannt. Vergangenen Donnerstag kam es auch an der Uni von Teheran zu Verhaftungen. Betroffen waren mindestens 50 Studenten.

Albors: 400 Verhaftete
Albors gehört zum Großraum Teheran. Das Innenministerium soll gegenüber Abgeordneten des iranischen Parlaments angegeben haben, dass in der Provinz Albors 400 Personen verhaftet wurden.
Die Öffentlichkeitsabteilung der Pasdarankräfte der Provinz Albors spricht davon, dass bis zum 27. Aban (18. November) 150 Personen verhaftet wurden.

Schiras: 300 Verhaftete
Radio Farda hat von 300 Verhafteten in der Provinz Fars erfahren, deren Zentrum Schiras ist. Die lokale Webseite Shiraze hat am 27. Aban (18. November) unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle in den Sicherheitsbehörden von der Verhaftung von 100 Menschen allein in Schiras geschrieben.

Ost-Aserbaidschan: 30 Verhaftete
Abedin Choram, Befehlshaber der Pasdaran in dieser Provinz, hat die Verhaftung von 30 Personen in Tabris bekannt gegeben. Diese Zahl ist auffällig niedrig, bedenkt man, dass allein die Stadt Tabris im Jahr 2016 1,6 Mio Einwohner hatte.

Masandaran: 100 Verhaftete
Ali Safarpur, der Befehlshaber der Sicherheitskräfte in Sari, gab am 26. Aban (17. November) die Verhaftung von 60 Protestierenden bekannt. Menschenrechtskreise sprechen von über 100.

Kohgiluye und Boyer-Ahmad: 250 Verhaftete
Mahmud Mussawi, Befehlshaber der Sicherheitskräfte von Gadsch-Saran, gab am 29. Aban (20. November) bekannt, dass während der Proteste 150 Menschen in diesem Landkreis verhaftet wurden. Dies zusammen mit Angaben von lokalen „Telegram“-Quellen führt zu einer Gesamtzahl von mindestens 250 Verhafteten.

Kerman: 100 Verhaftete
Auch hier vermeiden die amtlichen Stellen, namentlich der Generalstaatsanwalt der Provinz Kerman, Yadollah Mouhed, die Nennung von Zahlen. Die 100 Verhaftungen stammen aus Menschenrechtskreisen.

Lorestan: 300 Verhaftete
Hadschi Mohammad Mahdiyan, der Befehlshaber der Sicherheitskräfte in Lorestan, nennt ebenfalls keine Zahlen. Menschenrechtskreise sprechen von mindestens 300 Verhaftungen.

Yasd: 40 Verhaftete
Der Generalstaatsanwalt von Jasd, Mohammad Haddadsade, spricht am 26. Aban (17. November) von 40 Verhaftungen.

Sandschan: 30 Verhaftete
Am 27. Aban (18. November) gab Esmail Sadeqi Niyaraki, der Leiter der Justizverwaltung der Provinz Sandschan, die Verhaftung von 30 Personen bekannt.

Chorassane Dschonubi: 29 Verhaftete
Ebrahim Hamidi, der Leiter der Justizverwaltung der Provinz Chorassane Dschonubi, gab bekannt, dass in Zusammenhang mit den Benzinpreisprotesten 29 Verfahren eingeleitet wurden.
Er gab an, dass die Verhafteten gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden seien.

Buschehr: 100 Verhaftete
Buschehr ist der Standort eines Atomkraftwerks im Iran. Das bedeutet, dass dort der Zugriff der Sicherheitskräfte und die Kontrolle der Nachrichten schärfer ist als in manchen anderen Gebieten. Das dürfte einer der Gründe sein, warum von dort weniger Meldungen über Proteste eintreffen. Menschenrechtskreise sprechen von über 100 Verhafteten.

https://www.radiofarda.com/a/radiofarda_report_on_arrests_19_province_iran/30286963.html
vom 1. Adhar 1398 (22.11.2019)
bar-awarde radyo farda, bazdashte 4800 mo°tarez dar 18 ostane iran

Iran: Verdreifachung des Benzinpreises sprengt die Geduld


Vergangene Woche haben der Staatspräsident Hassan Rouhani, das Oberhaupt der Justiz Ra’issi und der Parlamentspräsident Laridschani in einer Sitzung zusammen mit dem religiösen Führer Ajatollah Chamene’i beschlossen, den Benzinpreis im Iran zu verdreifachen. Der Beschluss trat vergangenen Freitag, den 15. November 2019, in Kraft, denn Freitag ist im Iran Feiertag, und so gingen die Machthaber davon aus, dass sich da am wenigsten Protest regt.
In diesem Fall haben sie sich getäuscht.

„Verbrecher“ am Werk
Es kam zu Protesten in zahlreichen iranischen Städten, auch in der Provinz. Das nahm solche Ausmaße an, dass der Religiöse Führer Ajatollah Chamene’i am Sonntag an die Öffentlichkeit trat und bekannt gab, dass ein solches Treffen unter den Führern der Staatsgewalten stattgefunden habe. Er sei selbst nicht vom Fach, aber auf der Basis der Arbeit von Fachleuten sei dann beschlossen worden, den Benzinpreis zu verdreifachen. Ajatollah Chamene’i erklärte die Protestierenden für „ashrar“ – Verbrecher – und forderte die Staatsgewalt auf, energisch gegen diese Personen einzuschreiten. Er machte u.a. die Anhänger der Monarchie und der Volksmudschahedin für die Proteste verantwortlich.
Dieses energische Eingreifen hat inzwischen mehrere Dutzend Menschen das Leben gekostet. Es wird berichtet, dass inzwischen, am vierten Tag der Proteste, rund 1000 Menschen festgenommen wurden.

Landesweite Proteste
Nach Angaben der Provinzverwaltung von Teheran kam es in über 70 Prozent der 31 iranischen Provinzen zu Protesten.
Aus folgenden Städten sind bis Montag folgende Zahlen erschossener Demonstranten bekannt geworden:
Jawanrud: 4 Tote.
Mariwan: 7 Tote.
Bukan: 4 Tote.
Sanandaj: 1 Tote/r.
Kermanshah: 6 Tote.
Golshahre Karaj: 1 Tote/r.
Shiraz: 1 Tote/r.
Esfahan: 1 Tote/r.
Sirjan: 1 Tote/r.
Shahryar: 1 Tote/r.
Behbahan: 4 Tote.
Ahwaz: 2 Tote.
Kute Abdollah, Shahrestan Bawe: 3 Tote.
Choramshahr: 2 Tote.
Abadan: 1 Tote/r.
Eslamshahr: 1 Tote/r.
An den Namen der aufgezählten Ortschaften sind zwei Schwerpunkte zu erkennen: Kurdische Städte und Städte mit starker Präsenz der arabischen Minderheit.

Internet weg, Unis, Schulen und Metro geschlossen
Wie schon öfter in kritischen Zeiten hat die iranische Regierung wieder das Internet abgeschaltet und viele Handys können derzeit nur als Kameras verwendet werden. Es gibt allerdings Lücken in diesem System, so dass nach wie vor Filme von den Protesten ins Ausland gelangen.
Außerdem hat die Regierung Unis und Schulen geschlossen, damit sich dort keine Proteste formieren können, auch der Betrieb der Metro in Teheran wurde laut Berichten eingestellt.

Videokameras zur Überwachung
Der im Ausland gern als Reformpräsident gefeierte Präsident Hassan Rouhani hat jetzt die Protestierenden gewarnt, dass man sie mit Hilfe der an vielen Orten installierten Überwachungskameras identifizieren könne.

Staatliches Foto, angeblich von der Festnahme in Yazd

Angeblicher Angriff auf den Sitz des Vertreters des Religiösen Führers in Yazd
In Yazd sollen mehrere Personen das Büro und die Wohnung des Vertreters des Religiösen Führers angegriffen haben, wie die staatliche Agentur ISNA berichtet. Bei diesem Angriff seien vier Personen festgenommen worden. Das Foto, dass angeblich bei dieser Festnahme gemacht wurde, zeigt u.a. einen „Angreifer“ mit Krücken. Möglicherweise sind das die „kalten Waffen“, von denen in der staatlichen Meldung die Rede ist. Auch heißt es in staatlichen Medien, dass landesweit über 100 Bankfilialen zerstört oder in Brand gesetzt worden seien.
Da sämtliche Vorwürfe auf staatliche iranische Quellen zurückgehen, kann nichts über deren Wahrheitsgehalt ausgesagt werden.

Mohammad Qasim Othmani, Abgeordneter von Bukan

Protest aus dem Parlament
Mohammad Qasim Othmani, der Abgeordnete der kurdischen Stadt Bukan im iranischen Parlament, hat am Sonntag unter Protesten seinen Rücktritt erklärt. Er wie einige andere Abgeordnete hatten kritisiert, dass der Parlamentspräsident ohne Rücksprache mit den Abgeordneten einfach hingeht und eine so schwerwiegende Preiserhöhung beschließt. Die Abgeordneten stellten die berechtigte Frage, wozu das Parlament überhaupt da sei.
Mohammad Qasim Othmani ist Mitglied des Planungs- und Budget-Ausschusses des iranischen Parlaments und im Gegensatz zu anderen Abgeordneten, die nach dem späteren öffentlichen Auftritt des Religiösen Führers wohl einen Rückzieher machten, blieb er bei seinem Entschluss zum Rücktritt.
Er erklärte: „Ist es möglich, dass der Benzinpreis steigt und die Preise für die anderen Waren nicht? (…) Glaubt mir, mit Schüssen, Gewehren und Tränengas kann man zwar die Menschen auseinandertreiben, aber damit kann man nicht verhindern, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen steigen. Man kann doch die Preise nicht per Befehl kontrollieren.“

https://www.radiofarda.com/a/iran-fuel-hike-protests-ongoing/30275215.html
vom 25. Aban 1398 (16. November 2019)
ostandare tehran az beruze e°terazate dar bish az 70 dar sade ostanhaye iran xabar dad
Aktualisierung bis Montag Abend

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/81517/
vom 27. Aban 1398 (18. November 2019)
amare gheyre rasmiy: dastekam 40 mo°tarez koshte shodeand

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=194932
vom 27. Aban 1398 (18. November 2019)

https://news.gooya.com/2019/11/post-32213.php
vom 17. November 2019
soxanane tonde nemayandeye mosta°fi: ba tofang wa gaze ahskawar mitawan mardomra motefarreq kard ama nemitawan jelouye geranire gereft

Iran: Warum die Leute um den Tod eines Dichters in Ahwaz trauern und protestieren

Hasan Heydari, 29 -jähriger Dichter aus Ahwaz, Iran

Wir haben über den Tod des jungen Dichters Hasan Heydari berichtet und darüber, wie es in der Folge zu Demonstrationen und Ausschreitungen gekommen ist.

Warum gehen die Menschen auf die Straße?

Hasan Heydari war ein sehr beliebter Dichter für die arabische Bevölkerung im Iran. Er kritisierte die iranische Regierung scharf für ihre Minderheitenpolitik und die zahlreichen Diskriminierungen im Alltag für die arabische Bevölkerung. Sein Instgram hatte über 100.000 Follower und wenn er seine Gedichte auf Veranstaltungen vortrag kammen immer viele Menschen.

Die Demonstrationen fanden in einem Viertel von Ahwaz statt, in dem vorwiegende Menschen arabischer Herkunft leben. Sie glauben nicht, dass jemand, der die Regierung scharf kritisiert und bereits für seine Gedichte ins Gefängnis geworfen worden war, einfach so plötzlich stirbt. Sie erinnern sich an andere mysteriöse Todesfälle von arabischen Kritikern und Dichtern.

Es ist wert festzuhalten, dass Hasan Heydari kein Anhänger von Seperatismus oder arabischer Souveränität war. Seine Kritik bezog sich stets auf Menschenrechte, die für persische und arabische Menschen gleichermaßen gelten müssen. So bezog er sich in seinen Gedichten mehrfach auf Vorfälle, in denen arabische Menschen von der iranischen Regierung ihr Privatbesitz an Land genommen wurde, so dass sie anschließend in Armenvierteln hausen mussten. Wegen solcher Gedichte ist Hasan Heydari im letzten Jahr festgenommen worden.

Ahwas (Iran): Proteste nach dem verdächtigen Tod eines Dichters


Am Sonntag Abend und am Montag kam es in Ahwas, der Hauptstadt der iranischen Provinz Chusestan, zu Protesten in der arabischsprachigen Bevölkerung, nachdem bekannt geworden war, dass der arabische Dichter Hassan Heydari im Krankenhaus gestorben ist. Hassan Heydari war im Vorjahr im Zusammenhang mit den Protesten der Zivilbevölkerung verhaftet worden, wurde später auf freien Fuß gesetzt und ist jetzt im Krankenhaus gestorben.

Der Tod kommt vielen Menschen in Ahwas sehr verdächtig vor, weshalb es zu spontanen Protesten kam, die auch am Montag, dem Tag seiner Beerdigung, weiter gingen. Der Direktor für Sicherheitsfragen der Provinzverwaltung von Chusestan erklärte, die Versammlungen seien „Beileidsäußerungen“ für den verstorbenen Dichter und versuchte so, deren Protestcharakter herunterzuspielen.

https://news.gooya.com/2019/11/post-31987.php
vom 11.11.2019
tajammo°e e°terazi dar ahwaz dar wakonesh be marke mashkuke sha°ere °arab

https://www.radiofarda.com/a/protest_ahvaz_continue_monday/30264862.html
vom 11.11.2019
edameye e°terazha dar ahwaz hamzaman ba tashyi°e jenazeye yek sha°ere mo°tarez