Iran: Revolutionswächter schießen Zivilflugzeug ab, Gefängnis für Protest

Die 26. Kammer des Revolutionstribunals von Teheran hat Mostafa Hashemizade, einen Studenten des Fachs Bauingenieurwesen an der Uni Teheran, wegen Teilnahme an einem Studentenprotest zur Jahreswende, der auf dem Gelände der Uni Teheran stattfand, wegen „krimineller Vereinigung gegen die nationale Sicherheit“ zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Der Protest hatte sich gegen den Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs durch eine Rakete der iranischen Revolutionswächter gerichtet.

Wie der Student außerdem erklärt, wurde er außerdem noch wegen Störung der öffentlichen Ordnung zu 1 Jahr Gefängnis, 74 Peitschenhieben, zusätzlich zu zwei Jahren Ausschluß aus dem Studentenwohnheim und 3 Monaten gemeinnütziger Arbeit im Psychiatrischen Krankenhaus Niyayesh in Teheran verurteilt.

Bei dem damaligen Flugzeugabsturz waren zahlreiche Akademiker aus dem Iran ums Leben gekommen, weshalb es an vielen Hochschulen zu Protesten gekommen war.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=205482

vom 12. Ordibehesht 1399 (1. Mai 2020)

محکومیت دانشجوی دانشگاه تهران به زندان برای شرکت در تجمع اعتراض به ساقط کردن هواپیمای مسافربری اوکراین

Iran: Nasrin Sotude tritt in Hungerstreik

Menschenrechtlerin Nasrin Sotude


Die politische Gefangene Nasrin Sotude tritt in Hungerstreik, um auf diesem Weg die Freilassung aller politischen Gefangenen im Iran zu fordern. Angesichts der Virus-Epidemie fordert sie eine Politik der nationalen Versöhnung.

https://news.gooya.com/2020/03/post-36321.php
vom 16. März 2020
بیانیه نسرین ستوده و اعلام آغاز اعتصاب غذا

Qom: Heiligtum der Ma’sume geschlossen

Dies ist eine Seitentür des Ma’sume-Heiligtums in Qom, die angeblich von Protestierenden aufgebrochen wurde. Der „Bruch“ sieht sehr sauber aus. Kam der „Angriff“ von innen?


Ma’sume, die Schwester von Imam Resa, ist in Qom begraben. Imam Resa ist in Maschhad begraben. Die Gräber der beiden sind wichtige Wallfahrtsorte der Schiiten im Iran und zugleich wichtige Wirtschaftszentren der religiösen Stiftungen, die nach der Revolution von 1979 viele Ländereien und Firmen von Schahanhängern übernommen haben.
Qom war im Iran ein wichtiger Startpunkt für die Ausbreitung des Coronavirus, ebenso Maschhad, denn in religiösen Zentren drängen sich die Menschen um die Heiligenschreine, ein günstiger Umstand für die Ausbreitung von Viren. Die Geistlichkeit in beiden Städten, die ihre Pfründe in Gefahr sahen, denn die Pilger lassen eine Menge Geld zurück, hat ihr bestes getan, damit namentlich über Qom keine Quarantäne verhängt wird. Mit Erfolg: Der Virus konnte sich von Qom aus im ganzen Land ausbreiten. Und auch in der Provinz Chorasane Razavi, in der Stadt Maschhad, sind amtlich 230 Menschen vermutlich am Coronavirus gestorben.
Jetzt wurde das Heiligtum der Ma’sume in Qom geschlossen. Darauf haben einige Gläubige oder sogenannte Unbekannte, die im Auftrag der Geistlichkeit handeln, eine dieser Türen wieder aufgebrochen, aus Protest gegen die Schließung. Auch jetzt noch kommen viele Menschen zu diesem Heiligtum.

https://www.radiofarda.com/a/breaking-the-door-of-a-religious-place-in-qom/30491072.html
vom 24. Esfand 1398 (16. März 2020)
کرونا؛ معترضان درِ حرم «حضرت معصومه» را برای جلوگیری از تعطیلی آن شکستند

Iran: Brandstiftung als Virusbekämpfung?

Brandstiftung im Gesundheitszentrum Touhid in Bandar-Abbas am 28.2.2020


Der von Saudiarabien finanzierte Nachrichtensender Iran International berichtet, dass am Freitagabend, den 28. Februar 2020, eine Menschenmenge vor dem Gesundheitszentrum Darmangahe Touhid in Bandar-Abbas zusammengekommen ist, um dagegen zu protestieren, dass aus Qom Menschen mit Corona-Virus-Erkrankungen dorthin verlegt werden. Ein entsprechendes Gerücht war in Umlauf gebracht worden. Der Protest beschränkte sich freilich nicht auf Worte. Das Gesundheitszentrum wurde angezündet. Der Brand konnte aber von der Feuerwehr rasch gelöscht werden.
Schon früher hatte es in verschiedenen Regionen im Iran Proteste gegeben, sobald bekannt wurde, dass dort Quarantäne-Stationen für Corona-Erkrankte oder für Corona-Verdächtige eingerichtet werden sollen. So am 1. Esfand in den Städten Masal und Schaft in der Provinz Gilan, später in der Stadt Selsele in der Provinz Lurestan.
Amtliche Dementis bringen in solchen Situationen meistens nichts, da der Stadt in den Augen der Mehrheit seine Glaubwürdigkeit verspielt hat.
Ebenfalls bekannt wurde, dass 25 Religionsstudenten in Basargan an der iranisch-türkischen Grenze im Ja°farpur-Hotel der Stadt untergebracht sind. Sie hatten in Qom Theologie studiert, und als sie in die Türkei zurückkehren wollten, war die Grenze geschlossen, worauf sie im Hotel untergebracht wurden. Am Donnerstagabend hat ein Teil der Bevölkerung in Basargan vor dem Hotel gegen diese Theologiestudenten protestiert, weil sie befürchten, dass diese ebenfalls vom Corona-Virus infiziert sind. Aus Qom sind die höchsten Infektionszahlen im Iran bekannt.

https://news.gooya.com/2020/02/post-35783.php
Saturday, Feb 29, 2020
معترضان به «شایعه انتقال بیماران کرونا از قم به بندرعباس» درمانگاه شهرک توحید را آتش زدند

Teheran (Iran): Studenten protestieren gegen die Regierung

# 1500 – die Toten vom November 2019 # 176 – die Toten vom Flugzeugabschuss # …?


Am Sonntag, den 16. Februar, haben Studenten auf dem Gelände der Amir-Kabir-Universität in Teheran gegen die repressive staatliche Politik protestiert. Die Demonstranten erinnerten am 40. Tag seit dem Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs durch die Revolutionswächter an die 176 zivilen Opfer dieser Politik, ebenso an die mindestens 1500 Menschen, die bei den Protesten im November des Jahres 2019 ums Leben kamen.

Ajatollah Chomeini vor der Machtergreifung:
mizan ra’ye mellat ast – Maßstab ist die Stimme des Volkes
umgewandelt von den Studenten:
mizan ranje mellat ast – Maßstab ist das Leiden des Volkes
Mit dem ersten Satz meinte Chomeini, dass er abdanken würde, wenn das Volk es wünsche.
Die Mütter leiden –
hier ist überall Sumpf.
Anspielung auf das Massaker in den Sümpfen von Mahschahr.
Lasst Neda Naji frei!
Für eine inhaftierte Aktivistin

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/82771/
vom 16.02.2020
تجمع دانشجویان دانشگاه امیرکبیر در اعتراض به حکومت

Iran: Iranisch-französische Forscherin seit anderthalb Monaten im Hungerstreik

Fariba Adelkhah, seit 24. Dezember 2019 im Ewin-Gefängnis in Teheran im Hungerstreik


Fariba Adelkhah, die zusammen mit ihrem Gefährten Roland Marchal Mitte 2019 verhaftet wurde, wird seitdem ebenso wie ihr Gefährte im Ewin-Gefängnis in Teheran in Haft gehalten. Fariba Abdelkhah, eine Forscherin des Instituts für Politikwissenschaften in Paris, ist am 24. Dezember 2019 in Hungerstreik getreten, um gegen ihre Inhaftierung zu protestieren. Ihre Akte liegt zusammen mit der ihres Freundes bei der 15. Kammer des Revolutionstribunals von Teheran, in den Händen des berüchtigten Richters Salawati. Den beiden wird „propagandistische Tätigkeit gegen das System“ sowie „krimineller Zusammenschluss gegen die nationale Sicherheit“ vorgelegt, als rein politische Tatbestände.

Fariba Adelkhah ergeht es wie einer Reihe anderer Doppelstaatler, die neben der ausländischen noch die iranische Staatsbürgerschaft besitzen. Der Iran entlässt sie nicht aus der Staatsbürgerschaft und behandelt sie anschließend als „eigene“ Bürger, ohne dass sie den Schutz der Botschaft in Anspruch nehmen können, zu dem ausländische Staatsbürger berechtigt sind.

https://www.radiofarda.com/a/30426834.html
vom 21. Bahman 1398 (10. Februar 2020)
فریبا عادل‌خواه بیش از یک ماه و نیم در اعتصاب غذاست

Iran: Blumen zum Tag der Frau – neun bis 12 Jahre Gefängnis

Blumen zum Tag der Frau: die drei Frauen
erhielten zwischen 9 und 12 Jahren plus 7 Monaten Gefängnis


Am 8. März 2019 hatten mehrere Frauen ohne Kopftuch in der Metro von Teheran Blumen an die in der Metro sitzenden Frauen verteilt und ihnen ihren Wunsch mitgeteilt, dass sie einmal ganz normal nebeneinander auf der Straße gehen können, in einem Iran, in dem jede Religion und Überzeugung geachtet wird. Von dieser Aktion wurden Videoaufnahmen gemacht. Drei Frauen wurden im Sommer 2019 verhaftet. Die 28. Kammer des Revolutionstribunals von Teheran unter dem Vorsitz von Richter Maqise sprach folgendes Urteil: Yasmin Ariyani und Monire Arabshahi wurden zu je 16 Jahren Gefängnis, Mozhgan Keshavarz zu 23 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. Wie Amir Ra’isiyan, der Anwalt der verurteilten Frauen, mitteilte, fand jetzt vor der 54. Kammer des Revisionsgerichts der Provinz Teheran das Revisionsverfahren statt. Dabei ergingen ohne Verhandlung am Mittwoch, den 16. Bahman 1398 (5. Februar 2020), folgende Urteile:
Yasmin Aryani und ihre Mutter Monire Arabshahi erhielten je 9 Jahre und 7 Monate Gefängnis, Mozhgan Keshavarz 12 Jahre und 7 Monate. Davon sind auf alle Fälle fünfeinhalb Jahre in Haft zu verbüßen.
Den Frauen waren folgende Delikte vorgeworfen worden:
„Krimineller Zusammenschluss zur Verletzung der nationalen Sicherheit“, „Förderung und Begünstigung von moralischer Verderbtheit und Prostitution auf dem Wege der Ignorierung der Kopfbedeckungspflicht“, „Propaganda gegen das System.“
Hier ein Video von der Aktion in der Metro: