Iran: Wer austeilt, muss auch einstecken

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US Außenminister Pompeo, Ajatollah Chamene’i

Ajatollah Chamene’i soll am 8. November 2020 auf einem Tweet folgendes erklärt haben:

„The situation in the US & what they themselves say about their election ist a spectacle! This is an example of the ugly face of liberal democracy in the US. Regardless of the outcome, one thing is absolutely clear, the definite political, civil, & moral decline of the US regime.“

Die Antwort ließ nicht auf sich warten, sie kam vom US-Außenminister Pompeo. Er schrieb:

„You’ve personally stolen hundreds of millions of dollars from your people. Your elections are a joke, with hundreds of candidates disqualified from even running. Today, your people starve because you spend billions on proxy wars to protect your kleptocracy.“

Was klar ist: Egal, was an diesen gegenseitigen Vorwürfen zutrifft, es handelt sich um keine Diskussion. Es geht nur darum, den anderen abzuqualifizieren und sich in ein gutes Licht zu stellen. Von einer Bereitschaft, auf die Gegenseite einzugehen oder gar einem Versuch, sie zu verstehen, ist nichts zu spüren.

https://news.gooya.com/2020/11/post-45186.php

vom 8. November 2020

Frankreich: Lehrer von Islamist ermordet – Iran als Pate?

Conflans-Sainte-Honorine: Hier wurde der Lehrer Samuel Paty ermordet, weil er eine Mohammad-Karikatur zum Unterrichtsthema gemacht hatte


Vergangenen Freitag, den 16. Oktober 2020, wurde Samuel Paty, ein 47-jähriger Lehrer, in Conflans-Sainte-Honorine von einem Tschetschenen mit einem Schwert enthauptet. Der Täter namens Abdoullakh Abouyezidvitch A. war kein Schüler dieses Lehrers, er ging auch nicht in die Schule, an der der Lehrer unterrichtete und auch in keine benachbarte Schule. Der Täter war 2002 in Moskau geboren worden, war Russe tschetschenischer Abstammung und hatte in Frankreich Flüchtlingsstatus, so wie auch seine Eltern. Nach Angaben der Russischen Botschaft in Paris hatte er seit 2008 keine Verbindungen mehr nach Russland. Den französischen Geheimdiensten war er bis dahin nicht wegen religiösen Extremismus aufgefallen. Er hatte ein Konto bei Twitter, wo er als Begründung für den Mord angab, dass der Lehrer den Propheten Muhammad herabgewürdigt habe. Der Lehrer hatte am 5. Oktober 2020 im Unterricht im Rahmen des Themas Meinungsfreiheit eine Mohammad-Karrikatur gezeigt. Der Mörder hat auch ein Foto des Opfers auf seinem Twitter-Konto veröffentlicht. Nach amtlichen Angaben wurde der Mörder, Abdollakh Abouyezidivitch, von einer Polizeibrigade gestellt. Als er dabei eine Waffe zückte, wurde er mit zehn Schüssen getötet.

Gedenken von Kolleginnen und Kollegen an den ermordeten Lehrer

Der Dunstkreis der Täter
Der Unterricht des engagierten Lehrerers Samuel Paty hatte auch Beschwerden einiger Eltern ausgelöst, die eine schulinterne Untersuchung zur Folge hatten. Brahim Chnina, Vater einer Schülerin hatte sogar den Vorwurf erhoben, dass der Lehrer „kinderpornographische Bilder“ gezeigt habe. Weder der Vater noch die Tochter waren den Vorladungen der Untersuchung gefolgt, um ihre Behauptungen zu substantiieren. Wie sich bei den Untersuchungen durch Staatsanwalt und regionale Sicherheitsbehörden (renseignement territorial) herausstellte, hat der Vater dieser Schülerin am 8. Oktober auf Facebook gegen den Lehrer gehetzt und behauptet, dieser habe die muslimischen Schüler aufgefordert, die Hand zu heben, und sie dann angewiesen, die Klasse zu verlassen. Seine Tochter habe sich geweigert. In Wirklichkeit hatte seine Tochter an diesem Unterricht gar nicht teilgenommen. Am 12. Oktober wurde ein weiteres Video gegen den Lehrer auf YouTube veröffentlicht.
Derzeit sind im Rahmen der Ermittlungen 11 Personen in Gewahrsam, darunter auch der Vater der besagten Schülerin. Die Halbschwester dieses Mannes hatte sich 2014 dem „Islamischen Staat“ in Syrien angeschlossen und wurde von einem Untersuchungsrichter zur Fahndung ausgeschrieben.
Eine weitere Person, die sich in Gewahrsam befindet, ist Abdelhakim Sefrioui, der gemeinsam mit dem Vater der genannten Schülerin in einem Video auftauchte. Abdelhakim Sefrioui soll seit Ende der 1980er Jahre in der Region Paris in islamistischen Kreisen aktiv sein. Es war Sefrioui, der den Vater der 13-jährigen Schülerin von Anfang an unterstützte. Im Video bezeichnete er sich als Mitglied des Zentralkomitees des Rats der Imame Frankreichs (Conseil des imams de France), in dessen Namen er zu sprechen vorgab. In einem Video, dass Abdelhakim Sefrioui verbreitet hat, lässt er die 13-jährige Schülerin erklären, wie sehr sie von den im Unterricht gezeigten Videos schockiert gewesen sei. Dabei hatte sie tatsächlich nicht am Unterricht von Samuel Paty teilgenommen, weil sie in diesem Fach einen anderen Lehrer hatte.

Abdelhakim Sefrioui
Abdelhakim Sefrioui ist 1959 in Fes (Marokko) geboren, hat durch Heirat französische Staatsbürgerschaft erworben, und soll seit 1980, laut anderen Quellen seit 2000, in islamistischen Kreisen in Frankreich aktiv sein. 2004 gründete er das Kollektiv Scheich Yassin, eine Bewegung, die die palästinensische Hamas unterstützt (die iranischen Machthaber unterstützen die Hamas ebenfalls finanziell, militärisch und durch Ausbildung). Die Organisation Rat der Imame Frankreichs umfasst 13 Vertreter von Moscheen im Großraum Paris (Ile de France), ist also nur eine kleine Gruppierung. Der Sekretär dieser Gruppe hat gegenüber Le Monde erklärt, dass Sefrioui kein Recht habe, im Namen der Gruppe aufzutreten.
2006 schreibt Abdelhakim Sefrioui das Vorwort zu einem Buch von Youssef Qaradhawi.

Youssef Qaradhawi, auf einem vermutlich schon älteren Foto

Youssef Qaradhawi
Es soll hier nicht behauptet werden, dass Youssef Qaradhawi hinter dem Mord am Lehrer Samuel Paty steht. Aber man darf annehmen, dass Abdelhakim Sefrioui eine geistige Nähe zu ihm verspürte, sonst hätte er kaum das Vorwort geschrieben. Youssef Qaradhawi wird 1926 in Ägypten geboren, wird mit 2 Jahren Waise, wächst in einer Familie frommer, praktizierender muslimischer Bauern auf, wird dann von seinem väterlichen Onkel erzogen und in eine Koranschule des Dorfes geschickt, wo er mit 10 den Koran auswendig lernt. Er setzt seine Schulbildung in Tanta an einem Institut fort, das der Azhar-Universität in Kairo untersteht. Später studiert er Theologie an der Azhar-Universität, macht eine Lehrerausbildung und erhält 1960 den Master in Koranwissenschaften. 1961 wird er von der Azhar-Universität nach Qatar geschickt, Wo er das Institut für religiöse Studien modernisiert. Er gründet 1973 die Fakultät für Islamische Studien an der Uni von Qatar und wird deren Präsident (Dekan). 1977 gründet er die erste Universität für islamische Wissenschaften und Vorschriften in Qatar, deren Dekan er bis 1990 bliebt. 2004 wird er Verwalter des Zentrums für islamische Studien in Oxford, dessen Finanzierung vom Emirat von Qatar übernommen wird.

Während seines Studiums in Ägypten wurde er als Mitglied der Muslimbrüder wiederholt inhaftiert: 1949, 1954, 1956 und 1962. Ihm wurde die ägyptische Staatsbürgerschaft aberkannt, so dass er jetzt die Staatsangehörigkeit von Qatar besitzt. 2015 wurde er wie Mohamed Morsi und andere Muslimbrüder von einem ägyptischen Militärgericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt. 2018 erfolgte ein weiteres Urteil zu lebenslänglicher Haft. Vorwurf: „Aufruf zum Mord“, „Verbreitung falscher Nachrichten“, „Vandalismus an öffentlichem Eigentum“.
In Frankreich, Großbritannien und den USA hat er ein Einreiseverbot.
Er verurteilt die Trennung von Staat und Religion, befürwortet unter bestimmten Bedingungen die Todesstrafe für Gläubige, die vom Islam abfallen, und ist mit Banken liiiert, die der Unterstützung des Terrorismus im Nahen Osten beschuldigt werden. So ist er Vorsitzender des Rats zur Überwachung der Einhaltung der Scharia bei der Islamischen Bank von Qatar und war Berater in Scharia-Fragen bei der Banque Al-Taqwa, die bis 2010 auf einer Liste der USA und der UNO stand, weil sie Al-Qaida finanziell unterstützte. Er unterstützte 2004 die Hamas und rechtfertigte Selbstmordattentate in Israel: „Die Operationen der Märtyrer sind die Waffe, die Gott den Armen gegeben hat, um gegen die Starken zu kämpfen. Das ist der göttliche Ausgleich.“
Im Jahr 2013 hat Youssef al-Qaradhawi die Sunniten aufgefordert, sie den syrischen Rebellen anzuschließen, während er die Hisbollah (Anmerkung: ebenfalls vom Iran finanziert!) als „Partei des Satans“ bezeichnete.

Das Schwert: Folklore oder Tatwaffe? Hier „Kämpfer des Islams“ – schiitische Islamisten

Ajatollah Chamenei – das schiitische Spiegelbild
Wir haben versucht, in den vorigen Absätzen das geistige Umfeld einzufangen, in denen dieser Mord verübt worden sein mochte. Von einer iranischen Urheberschaft ist also nicht unbedingt auszugehen, obwohl natürlich auch der Religiöse Führer des Irans die Veröffentlichung der jüngsten Mohammad-Karikatur in Frankreich verurteilt hat. Was er vom Gebrauch von Schwertern hält, hat er vor sechs Jahren einmal sehr deutlich gemacht:

Wir haben keinen säkulären Imam Hossein
Auf einer Versammlung von Mitgliedern des Zentralen Stabs des Komitees der Kämpfer des Islams (Setade Markaziye Hey’ate Razmandegane Eslam) erinnerte er daran: „Dieses Komitee kann nicht säkulär sein. Ein säkuläres Imam-Hossein-Komitee gibt es nicht. Wer immer Interesse an Imam Hossein hat, der interessiert sich auch für den politischen Islam. Der Islam ist kämpferisch (er verwendet das schillernde Wort mojahed – jemand, der für Gott kämpft). Der Islam bekämpft (er verwendet das vieldeutige Wort moqatele – jemand der kämpft oder tötet). Islam bedeutet, sein Blut herzugeben, sein Leben herzugeben. Das ist die Bedeutung, wenn jemand von Imam Hossein überzeugt ist. Wenn jemand glaubt, bei einer islamischen Trauerveranstaltung oder bei den schiitischen Passionsumzügen Acht geben zu müssen, dass er nicht auf den politischen Islam zu sprechen kommt, so irrt der. Solche Komitees (die die Passionsumzüge organisieren) sind nicht dazu da, nichts mit der Politik zu tun haben zu wollen.“

https://www.lemonde.fr/societe/article/2020/10/17/attentat-de-conflans-un-hommage-national-sera-rendu-a-l-enseignant-assassine-vendredi-annonce-l-elysee_6056408_3224.html
Par Cécile Chambraud, Elise Vincent et Nicolas Chapuis Publié le 17 octobre 2020 à 11h43, mis à jour hier à 11h29

https://fr.wikipedia.org/wiki/Abdelhakim_Sefrioui

https://fr.wikipedia.org/wiki/Youssef_al-Qarad%C3%A2w%C3%AE

vom 19.10.2020

https://www.dw.com/fa-ir/رهبر-جمهوری-اسلامی-امام-حسین-سکولار-نداریم/a-18030918

vom 30.10.2014

Iran: Geistlicher Säure-Attentäter fordert Schaffung von Unsicherheit für Frauen

Freitags-Imam von Isfahan, Seyyed Yusef Tabatabai-Nezhad (76 Jahre)


Yusef Tabatabai-Nezhad (auch Tabatabai Nejad), Freitags-Imam von Isfahan, ist der Vertreter des Religiösen Führers Ajatollah Chamene’i in Isfahan und wurde von diesem auch in seinem Amt eingesetzt.

Säure ins Gesicht
In einer Freitagspredigt im Jahr 1393 (2014) hatte Yusef Tabatabai-Nezhad erklärt:
„Das Problem der (schlechten) Verschleierung hat inzwischen die Grenze von Ermahnungen überschritten. Im Kampf gegen die schlechte Verschleierung muss jetzt „die feuchte Rute gezückt werden“ (bayad chube tar-ra bala bord – eine Anspielung auf Schläge mit nassen Granatäpfelruten, die sehr weh tun, ohne dass die Ruten brechen), und „es müssen die zornigen Kräfte in Anspruch genommen“ werden. Sprich, vom Regime organisierte Gewalttäter sollen als „spontane“ Unbekannte zuschlagen. Unmittelbar im Anschluss an diese Predigt erhielten verschiedene Bürgerinnen dieser Stadt SMS-Mitteiliungen des Inhalts: „Den schlecht Verschleierten wird demnächst Säure ins Gesicht gespritzt.“ (ruye surate bad-hejaban asid pashide mishawad)
Kurz danach wurde mehreren Frauen von „Unbekannten“ eine Flüssigkeit ins Gesicht gesprüht, die sie stark verätzte. Bis heute hat die Polizei keinen einzigen Täter verhaftet…

Schafft eine Atmosphäre der Unsicherheit!
Jetzt ist der Freitags-Imam Yusef Tabatabai-Nezhad wieder an die Öffentlichkeit getreten. Er hat eine Sitzung mit dem Stellvertreter des Vize-Direktors für „Nachrichtenwesen und Sicherheit“ des Generalstabs der bewaffneten Streitkräfte und mit dem Kommandanten der Polizeikräfte von Isfahan abgehalten, auf der er verlangte, dass für „schlecht Verschleierte“ eine „Atmosphäre der Unsicherheit“ geschaffen werden solle. Er sagte wörtlich: „Der Raum in der Gesellschaft für diese Leute, deren Zahl gering ist, muss unsicher gemacht werden. Es darf nicht zugelassen werden, dass sie einfach auf die Straße und in die Parks kommen und dort die Regeln verletzen.“ Er bezeichnete die internationalen Proteste wegen Menschenrechtsverletzungen im Iran als Einmischung in die inneren Angelegenheit und erklärte: „Die sollen sich an ihre Gesetze halten, und wir halten uns an unsere.“

Die Schafe sollen Gott fürchten
Dieser Rückfall in die aggressivsten Zeiten des Islamismus im Iran ist kein Zufall. Er steht auf einer Stufe mit der überraschenden Hinrichtung von Navid Afkari. Dahinter steht der grundlegende Gedanke, dass die „Bürger“ keine Bürger eines souveränen Staates sind, sondern Schafe, die Gott fürchten sollen. In einer Zeit, wo die Proteste immer stärker werden und der Religiöse Führer Ajatollah Chamene’i immer mehr ins Zentrum der Kritik gerät, gibt es in dieser Denkschule eine klare Antwort. Die Menschen, sprich die Schafe, sind auf Abwege geraten, weil sie den Religiösen Führer, den Vertreter Gottes auf Erden, nicht mehr respektieren. Das einzige, was sie von diesem Irrweg zurückbringt, ist Angst. Es ist die göttliche Mission der Geistlichen, den Schafen diese Angst einzuflößen, wieder auf den rechten Weg zurückzuführen. Insofern ist es kein Wunder, dass ein Vertreter des Religiösen Führers, der von diesem jederzeit abgesetzt werden könnte, wenn er dessen Meinung nicht vertritt, hier vorprescht.

Wer ist Yusef Tabatabai-Nezhad?

Und es ist auch keine Überraschung, dass Seyyed Yusef Tabatabai-Nezhad so auftritt. Er ist 1944 im Dorf Zafar-Qand in Ardastan geboren und jetzt 76 Jahre alt. Er ist Mitglied des Houze-ye Elmiye von Isfahan (das Theologische Zentrum, das über 40 theologische Seminare in der Provinz Isfahan betreibt), er war Mitglied im Expertenrat und Abgeordneter im iranischen Parlament. Kurz, er ist ein Mensch, der in einer islamistischen Geisteswelt groß geworden ist und die Welt nur durch diese eine Brille gesehen hat und sieht. Er ist Gefangener seiner Gedanken, und dies treibt ihn dazu, die anderen zu seinen Gefangenen zu machen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=215502
vom 12. Mehr 1399 (3. Oktober 2020)
امام‌ جمعه اصفهان بار دیگر زنان را تهدید کرد/ وی همانی است که با سخنان خود سبب اسیدپاشی های اصفهان شد

https://alischirasi.wordpress.com/2020/09/14/iran-navid-afkari-was-steht-hinter-der-exekution/

https://fa.wikipedia.org/wiki/سیدیوسفطباطبایی‌نژاد

Iran – eine Bilanz

Webseite von https://www.independentpersian.com/

Independent Persian
Die britische Zeitung Independent ist nach ihrem Übergang ins Internet und dem Einstellen der Druckausgabe inzwischen auch in mehreren Sprachen des Nahen Ostens zu lesen: auf Arabisch, Persisch, Türkisch und Urdu (Pakistan). Die Ausgaben in diesen vier Sprachen sind im Besitz einer großen Mediengruppe namens Saudi Research and Marketing Group (SRMG), die der saudischen Königsfamilie nahestehen soll. Für die Saudis eine gute Investition. Es gibt genügend kritische Iranerinnen und Iraner, die zensierte Informationen aus ihrem Land an die Öffentlichkeit bringen wollen, und da ist so eine saudische Plattform auf Persisch durchaus willkommen. Die saudischen Herrscher verstehen eben, wie man auch ohne Zensur mit Nachrichten Kriegsführung betreibt…

Erdölarbeiter im Iran – früher die Elite, heute Leiharbeiter

Der Absturz auf dem Erdölmarkt
Diese persische Version von Independent berichtet folgendes:
Vor 28 Monaten, als die USA den Austritt aus dem westlichen Atom-Deal BARJAM (Joint Comprehensive Plan of Action) mit dem Iran bekannt gab, betrugen die iranischen Erdölexporte 2,5 Millionen Barrel pro Tag. Jetzt sind sie auf 0,1 bis 0,2 Millionen Barrel pro Tag abgestürzt. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Erdölarbeiter nun schon 29 Tage streiken, ohne dass dies das Regime nennenswert beeindruckt. Aufgrund der US-Sanktionen sind die großen Erdölkunden des Irans wie China, Indien, Japan, Südkorea und die Europäische Union weggefallen.

China der Retter ist da!

China, der Retter?
Die geringen Mengen an Erdöl, die noch außer Landes geschmuggelt werden, gehen nach China, wo sie zwar Konten auf chinesischen Banken gutgeschrieben werden, aber die iranischen Exporteure (wohl die Revolutionswächter) bekommen das Geld trotzdem nicht in die Hand. Sie dürfen damit lediglich im Gegenzug Ware aus China importieren. Die heikle Lage hat aber wohl dazu geführt, dass die iranische Regierung einen 25-Jahres-Vertrag mit der Volksrepublik China plant, der von iranischen Oppositionellen als Ausverkauf des Landes bezeichnet wird.

Südkorea – 7 Milliarden Dollar blockiert, eine bittere Pille
Südkorea schuldet dem Iran rund 7 Milliarden Dollar für die Erdölimporte. Aber auch die Auszahlung dieses Betrags wird von den Banken blockiert, weil gegen den Iran Sanktionen verhängt wurden. Südkorea ist lediglich bereit, im Gegenzug Medikamente an den Iran zu verkaufen.

Westeuropa
Keine größere Firma in Westeuropa würde das Risiko in Kauf nehmen, vom Zugang zum US-Markt ausgesperrt zu werden, um mit dem Iran Handel zu betreiben. So läuft auch in dieser Richtung nichts.

Irak
Nicht mal die besten „Freunde“, ein Ausdruck, der in der Politik wohl verfehlt ist, wie etwa die Regierung des Iraks, die aus dem Iran Erdgas und Strom bezieht, ist bereit, dafür mit Dollars zu bezahlen.

Die Herrschaft des Verantwortungslosen
Nicht leichter wiegt auch folgendes Hindernis. Im Iran gibt es zwar Parlamentswahlen und Wahlen des Staatspräsidenten, aber in vielen wichtigen Punkten hat laut iranischer Verfassung der herrschende Rechtsgelehrte, der Religiöse Führer, das letzte Wort. Er trägt vor niemandem Verantwortung und hat zugleich sehr viel Macht. Das führt dazu, dass er die Arbeit des Parlaments und der Regierung kontrollieren oder neutralisieren kann, so dass die Wahlen im Endeffekt entwertet werden. Der Religiöse Führer kontrolliert und befehligt wirtschaftliche Institutionen, Gerichte, Militär, Geheimdienste, Sicherheitsbehörden, kulturelle und religiöse Einrichtungen und verfügt dadurch über einen Geheimstaat, der mächtiger ist als der offizielle Staat. Als weiterer Mitspieler kommen die Pasdaran hinzu, deren Rolle zwar so nicht in der Verfassung niedergeschrieben ist, aber das hat nichts zu sagen. Sie haben ebenfalls ein entscheidendes Wort in Politik, Wirtschaft, den Geheimdiensten, der Kultur und in der Außenpolitik mitzureden und genießen die Unterstützung des Religiösen Führers. So kann weder das Parlament noch die Regierung die Vollmachten der Pasdaran beschneiden. Über den Wächterrat, der dem Religiösen Führer gehorcht, ist die Wahlfreiheit so stark eingeschränkt, dass in die Politik überhaupt nur Personen kommen, die als regimetreu gelten. Die Justiz sieht sich als ausführendes Organ des Führers und der Pasdaran und hilft diesen, Kritik im Keim zu ersticken.

Außenpolitik mit Atombomben und Raketenbau
Die Außenpolitik ist fest in der Hand des Religiösen Führers und der Pasdaran-Generäle. Die Auslandseinheiten der Pasdaran haben mehr in der Nahostpolitik gegenüber Saudiarabien, Ägypten, Israel oder den USA zu sagen als der iranische Außenminister. Das Atombombenprogramm wird vorangetrieben, egal was für Abkommen die Regierung eingegangen ist, das Langstreckenraketenprogramm dient dem gleichen Zweck. Dies alles führt zur internationalen Isolierung des Landes. Jetzt richtet sich die Hoffnung der Herrschenden wohl darauf, dass Donald Trump in den USA nicht zum zweiten Mal als Präsident gewählt wird, so dass sich die Isolierung ein wenig lockert.

Die Klugen nehmen den Hut…
Ob das den Machthabern reicht, um weitere Aufstände in der Bevölkerung zu verhindern, wird sich zeigen.

.. die andern verlieren den Kopf

https://news.gooya.com/2020/08/post-42612.php
vom 30. August 2020
سخت‌ترین سال زمامداری ۳۱ ساله خامنه‌ای

https://www.independentpersian.com/https://fa.wikipedia.org/wiki/ایندیپندنتhttps://en.wikipedia.org/wiki/The_Independenthttps://en.wikipedia.org/wiki/Joint_Comprehensive_Plan_of_Action

https://www.akhbar-rooz.com/۲۹-در-جدال-اعتصابات-نفت-و-گاز-گزارشی-از
vom 9. Shahriwar 1399 (30. August 2020)
کارگران نفت و گاز؛ گزارشی از ۲۹ روز اعتصاب

Iran: Totengedenken

Totengedenken auf dem Chawaran-Friedhof


Am 7. Shahriwar 1399 (28. August) fand auf dem Chawaren-Friedhof bei Teheran (Khavaran) eine Gedenkfeier an die Toten des Gefangenenmassakers vom Sommer 1988 statt. Damals waren auf Geheiß von Ajatollah Chomeini im ganzen Lande Tausende von politischen Gefangenen willkürlich umgebracht und ihre Leichen verscharrt worden. Ein Ort, wo die Menschen auf diese Form der Spurenbeseitigung aufmerksam wurden, ist der Chawaran-Friedhof. Dieses Jahr war die Versammlung der Trauernden durch Corona erschwert, die Versammelten hatten den Eindruck, dass die anwesenden Sicherheitskräfte von sich aus nicht eingegriffen hätten, aber es kam wohl Befehl von oben, die Trauerfeier auch dieses Jahr aufzulösen und die Angehörigen aus dem Friedhof zu vertreiben.

https://www.akhbar-rooz.com/گل-باران-خاوران-به-ياد-هزاران-اعدامی-سا
vom Freitag, den 7. Shahriwar 1399 (28.08.2020)
گل باران خاوران به یاد هزاران اعدامی سال ۶۷

Iran: In Zukunft eine Präsidentin?

Faezeh Hashemi – künftige Präsidentschaftskandidatin?


Am Sonntag, den 23. August, hielt der Religiöse Führer Ali Chamene’i eine Videokonferenz für den Staatspräsidenten Hassan Rouhani und seine Minister. Seine Äußerungen und Argumente wurden noch am selben Tag von Faezeh Hashemi (Fa’ese Haschemi) in einer Tondatei aufgenommen und kritisiert, die unter anderem in die Hände der oppositionellen Webseite Iranwire gelangte.

Faezeh Hashemi
Faezeh Hashemi ist in der iranischen Politik nicht irgendwer, sondern die Tochter des früheren Präsidenten und Ziehvaters von Ali Chamene’i, also Akbar Haschemi Rafsandschani, der zugleich einer der einflussreichsten Geistlichen des Irans war. Faezeh Haschemi war früher selbst Mitglied des iranischen Parlaments und von September 2012 bis März 2013 aus politischen Gründen im Ewin-Gefängnis in Teheran inhaftiert.

Iranwire
Iranwire ist eine Webseite, die 2014 von Maziar Bahari gegründet wurde, einem iranisch-kanadischen Journalisten, Filmemacher und Menschenrechtler, der von 1998 bis 2011 für Newsweek arbeitete und von Juni bis Oktober 2009 in Haft war.

Kapitalflucht
Der Religiöse Führer Ali Chamene’i hatte in seiner sonntäglichen Videokonferenz kritisiert, dass viele Iraner ihr Kapital in ein Land in der Nachbarschaft des Irans bringen und dort vor allem Immobilien kaufen. Der Religiöse Führer verlangte von der Regierung, sie solle diese Praxis stoppen. Faezeh Hashemi beging gleich mehrere Tabubrüche. Sie nannte das Land, das gemeint war, beim Namen, nämlich die Türkei. Und dann ging sie in die Vollen. Sie sagte: „Wenn wir dagegen protestieren wollen, müssen wir uns erst einmal selbst anschauen und uns fragen, was denn geschehen ist, dass die Iraner sich gezwungen sehen, ihr Geld woanders zu investieren? Das fällt auf unsere eigene Politik zurück. Wenn unsere Politik nicht im Interesse des Volkes ist, wenn sie die wirtschaftliche Sicherheit beeinträchtigt, wenn wir uns ständig im verbalen Krieg mit den anderen befinden, wenn in politischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht kein Gefühl der Sicherheit herrscht und unsere nationale Währung ständig an Wert verliert, dann hat das mit unserer Außenpolitik und mit unserem Missmanagement in der Wirtschaft zu tun. Da ist es nur natürlich, dass die Menschen auf ihr Geld achten und es woanders investieren.“ Mit diesen Worten zeigt sie nicht nur, dass die geforderten Maßnahmen des Religiösen Führers nur auf die Oberfläche zielen und nicht am Grund der Kapitalflucht. Mehr noch, sie macht den Religiösen Führer direkt für die Kapitalflucht verantwortlich. Denn die Grundlinien der iranischen Außenpolitik bestimmt nach der iranischen Verfassung nicht die Regierung, nicht der Staatspräsident, sondern der Religiöse Führer. Als Tochter eines Ajatollahs aus dem Zentrum der Macht ist ihr das sehr wohl bewusst.

Import von I-Phones
An anderer Stelle kritisierte Ali Chamene’i den Import von I-Phones aus den USA. Es seien Luxusartikel, für die 1398 (2019) eine halbe Milliarde Dollar ausgegeben worden seien. Der Religiöse Führer Chamene’i räumte zwar ein, dass diese Importe vom Privatsektor getätigt wurden, aber die Regierung müsse das unterbinden. Faezeh Hashemi ließ das Argument durchaus gelten, dass die Verringerung des Imports von Luxusgütern Auswirkung auf den Import wichtiger Waren haben könne, aber es sei nicht gesagt, dass diejenigen, die sich ein I-Phone kaufen, dies mit Hilfe vom Staat erwirtschafteter Devisen täten. Es sei sicher richtig, dass die staatlichen Devisen nur für den Import notwendiger Artikel verwendet würden. Sie fährt weiter: „Aber wenn ich als Händler mit Geld aus der eigenen Tasche Waren importiere und im Inland eine Nachfrage existiert, macht ein Verbot keinen Sinn.“ Das Argument ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Faezeh verteidigt hier die Interessen des Privathandels, also des Basars, der zu den traditionellen finanziellen Stützen der Geistlichkeit gehört, und wenn man bedenkt, dass der Schmuggel von Konsumgütern zu den wesentlichen Tätigkeiten der Revolutionswächter (Pasdaran) gehört, greift sie gleichzeitig auch noch deren monopolisierende Stellung im Handel an.

Embargo: Immer sind die andern schuld
Bei der Gelegenheit greift Faezeh Hashemi auch die Worte von Baqer Noubakht (Noubacht) an, das ist der Direktor der staatlichen Planungs- und Budgetbehörde (sazemane barname wa budje). Er hatte am Samstag in Hinblick auf die US-Handelssanktionen erklärt: „Unter den jetzigen Bedingungen können wir nicht einmal Öl exportieren, um im Gegenzug Nahrungsmittel zu importieren, ja, nicht einmal im Austausch gegen Medikamente können wir Öl exportieren.“
Die Kritik an seinen Worten richtet sich ebenfalls gegen den Religiösen Führer, denn es ist er, der das Embargo gerne für alle wirtschaftlichen Übel verantwortlich macht. Faezeh Hashemi sagt dazu, dass das Embargo bei den Verantwortlichen der Islamischen Republik dazu diene, die Spuren zu verwischen und anderen die Schuld zuzuweisen. „Wenn wir mit den Worten von Herrn Noubacht kein Öl mehr verkaufen können, dann liegt das nicht an den Sanktionen, sondern hauptsächlich daran, dass wir uns der FITF-Konvention nicht angeschlossen haben.“ (Gemeint ist wohl die International Convention for the Suppression of the Financing of Terrorism.

Mangel an Medikamenten als politisches Kalkül
Faezeh Hashemi entlarvt es als politisches Märchen, dass der Mangel an Medikamenten, der für alle kranken Iraner schmerzhaft zu spüren ist, auf das Embargo zurückgehe. Sie sagt: „Übrigens wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass der Import von Medikamenten kein Problem sei. Die Schweiz ist sogar als Wahrer der (iranischen) Interessen auf den Plan getreten. Aber darauf ist niemand eingegangen und so hat das zu nichts geführt.“ Mit anderen Worten, Faezeh macht deutlich, dass in einer Frage, wo es für so manche Iraner um Leben und Tod geht, die Kooperationsbereitschaft des Westens ignoriert wurde, damit die Machthaber – Ajatollah Chamene’i eingeschlossen – das Ausland bequem als menschenverachtende Erpresser darstellen können. Als Frau des Establishments hat Faezeh Zugang zu solchen Informationen, denn woher sollte ein durchschnittlicher Iraner wissen, dass die Schweiz in dieser Frage eine Vermittlerposition bezogen hat?

Embargos wozu?
Faezeh Hashemi stellt die zentrale Frage: „Wenn die Embargos so schlecht sind, warum muss unser Verhalten heute, über vierzig Jahre nach der Revolution, so ausfallen, dass wir derartige Embargos auf uns laden? Was ist denn der Unterschied etwa zwischen Amerika, England oder Frankreich? Unterscheiden sich den Amerika und Russland oder Amerika und China irgendwie? Waren Russland und China denn unsere Freunde, dass wir ihnen jetzt so nahe gerückt sind und den Westen als Feind betrachten? Unsere Diplomatie muss mit der ganzen Welt Kontakt halten. Unsere falsche Politik hat uns dorthin gebracht, dass wir Tag für Tag mehr unter Druck geraten. Diese Politik hat kein Ziel und keinen Zweck. Wenn ein Ziel dahinter stünde, wenn es sich durch positive Auswirkungen auf unsere Freiheiten, unser Wachstum und unseren Fortschritt ausgewirkt hätte, dann wäre das ja noch akzeptabel. Aber eine Politik, die uns täglich mehr zurückwirft und unsere Probleme vermehrt hat, eine Politik, die von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt würde, wenn ein Referendum darüber abgehalten würde, warum soll so eine Politik fortgeführt werden? Wenn wir diese Politik, die uns so viele Probleme beschert hat, weiterführen, führt das nur zu weiterem Fehlmanagement und Fehlern unsererseits.“

Politik ohne Ziel?
Faezeh Hashemi stellt hier die gesamte Zielrichtung der iranischen Außenpolitik seit der Revolution in Frage. Sie tut dies in einer Form, die den Eindruck erweckt, sie verfolge eine demokratische Politik (Referendum über die Außenpolitik), aber so massiv ihre Kritik ist, sie vermeidet die Frage nach dem Grund, mehr noch, sie tut so, als gäbe es keinen Grund für die Politik. Dass schon Ajatollah Chomeini die Schaffung von internationalen Krisen und Drohungen (wir erinnern nur an die Geiselnahme in der US-Botschaft in Teheran oder das Thema Revolutionsexport via Hisbullah und Co) als ein wesentliches Mittel zum Machterhalt der Geistlichkeit eingesetzt hat, thematisiert sie nicht. Auch der Bau der Atombombe, ein wesentlicher Bestandteil der Außenpolitik von Ajatollah Chamene’i, fällt unter diese Art, Politik zu betreiben. Wenn Faezeh Hashemi das nicht ausspricht, was gerade sie wissen müsste, heißt es, dass ihre Kritik nicht an den Grundfesten des islamischen Regimes rütteln soll. Dann müsste sie nämlich den Begründer der Islamischen Republik Ajatollah Chomeini angreifen, nicht Chamene’i. Sie unterwirft die Außenpolitik der Islamischen Republik einer rationalen Kritik aus der Sicht der Nützlichkeit für die Bevölkerung, aber seit wann muss Politik dem Volk dienen? Sie dient jedem Politiker dem Erhalt und der Mehrung seiner Macht. Die Frage ist doch, ob diese Außenpolitik aus der Sicht des Machterhalts nicht doch erfolgreich war. Und die Frage wirft sie lieber nicht auf.

Unterdrückung hilft nur kurzfristig
Faezeh Hashemi kritisiert auch die jüngsten Todesurteile und schweren Gefängnisstrafen, die im Iran verhängt wurden, namentlich gegen die Unterzeichner der Erklärung der 77. In dieser Erklärung hatten 77 Persönlichkeiten die Verfolgung der Straßenproteste vom November 2019 kritisiert. Faezeh Hashemi: „Der Hauptgrund für solche Urteile (…) ist die Angst, die ein Teil der Machthaber und unseres Systems vor dem Rebellieren und den Protesten der Bevölkerung haben. (…) Diese schweren Urteile sollen Angst und Panik unter der Bevölkerung verbreiten, damit sie sehen, was einem passiert, wenn man protestiert und kritisiert. Auch das ist eine falsche Politik, denn sie kann zwar kurzfristig wirken, aber mittel- und langfristig ist es umgekehrt und solche Vorfälle werden immer mehr.“

Wie ist das möglich?
Die unverhüllte und direkte Kritik von Faezeh Hashemi ist nicht möglich ohne Unterstützung aus den obersten Etagen der Macht. Sonst hätte man sie nach der Veröffentlichung dieser Tondatei sofort verhaftet, so wie viele anderen Kritiker schon längst mundtot gemacht wurden. Die Erfahrung mit der Scheindemokratie im Wahlkampf von Mussawi, Karubi und Ahmadineschad zeigt deutlich, was für ein Kalkül hinter dem Zulassen solcher kritischen Worte stehen könnte. Aufgrund der schlechten Erfahrungen, die die Menschen machen, wenn sie grundlegende Kritiker des islamischen Systems unterstützen, könnte die Tatsache, dass so eine prominente Frau derart handfeste Kritik übt, einen beachtlichen Teil der Bevölkerung zum Schluss veranlassen, dass sie eine Gegnerin von Ajatollah Chamene’i ist und dass eine Unterstützung für Faezeh Hashemi bei den nächsten Präsidentschatswahlen eine Änderung bewirkt, ohne dass man sich als Wähler den Gefahren aussetzt, die bei einer Unterstützung anderer Richtungen zu beobachten sind. Vielleicht bereiten sich die Strategen des Regimes schon auf die nächsten Präsidentschaftswahlen vor. Wir werden es sehen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Maziar_Bahari

https://de.wikipedia.org/wiki/Faezeh_Haschemi

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=213056
vom 3. Schahriwar 1399 (24. August 2020)
انتقاد فائزه هاشمی از سخنان علی خامنه‌ای؛ سیاست‌های غلط، سوء مدیریت و ترس از شورش

Iran: Neues von der Kulturfront

In der Mitte Ehsan Mohammad-Hassani, der Kämpfer an der Kulturfront


Ehsan Mohammad-Hassani gehört zu denjenigen, die versuchen, im Bereich der Kunst die Herrschaft der Revolutionswächter (Pasdaran) und des Religiösen Führers zu festigen. Als Freund von Mohammad Ali Jafari, damals Oberbefehlshaber der Revolutionswächter, leitet Ehsan Mohammad-Hassani seit 1390 (2011) die „Kunst- und Medienorganisation Ouj“ (Ouj heißt Höhepunkt) (Sazemane Honariye Resane’i Ouj). Diese Organisation hat eine ganze Reihe von Filmen im Sinne des Regimes gesponsort und wird ihrerseits vom Regime großzügig mit Mitteln ausgestattet.

Filme und Verhöre?
Laut Angaben des iranischen Filmemachers Mohammad Rasoulof, war während seiner Haft (im Iran) bei seiner ersten „Verhörsitzung“ auch eine dreiköpfige Gruppe zugegen, die von sich angaben: „Wir sind vom Geheimdienst der Pasdaran, vom (Pasdaran-) Stützpunkt Tharollah, und auch Ouj ist von uns.“ Ehsan Mohammad-Hassani hatte in einer Veröffentlichung vom Monat Adhar des Jahres 1390 (2011) selbst angegeben, dass er mit dem inhaftierten Filmemacher Mohammad Nourizad „an einem warmen Sommertag“ „eine fünfstündige Sitzung“ „in den Zeiten (seiner) Haft“ hatte. Es sieht also so aus, dass diese kulturellen Aktivitäten bis hin zur Teilnahme an Verhören von Filmemachern reichte, wohl in den Nachwehen der Niederschlagung der Proteste des Jahres 2009 gegen den gefälschten Wahlsieg von Präsident Ahmadineschad.

Freund von Soleimani
Ehsan Mohammad-Hassani war auch mit einem der führenden Pasdaran-General Qasem Soleimani befreundet, der ihm wiederholt bei Filmaufnahmen Besuch abstattete. Personen, die ein Treffen mit Soleimani wünschten, wandten sich deshalb an Ehsan als Vermittler.

https://en.wikipedia.org/wiki/Mohammad_Rasoulof

https://en.wikipedia.org/wiki/Mohammad_Nourizad

https://en.wikipedia.org/wiki/Qasem_Soleimani

https://www.radiofarda.com/a/who-leading-owj-which-dominating-Iranian-cinema/30777906.html
vom 21. Mordad 1399 (11. August 2020)
رئیس سازمان اوج؛ بازجو، رفیق حاج قاسم و مدافع حرم

Iran: Zartosht Ahmadi Ragheb in Gefahr

Zartosht Ahmadi Ragheb gehört zu den wenigen iranischen Oppositionellen, die im April dieses Jahres in einem direkten Interview mit dem persischen Dienst des US-Senders Voice of America das Vorgehen der iranischen Behörden in Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona-Virus life kritisierten.
Schon im Vorjahr war er verhaftet worden, weil er einen offenen Brief unterschrieben hatte, in dem der Religiöse Führer Ajatollah Chamene’i zum Rücktritt aufgefordert wurde. Er war nach fünf Monaten gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Mitte Juni 2020 war er erneut verhaftet worden, um eine Haftstrafe von 9 Monaten zu verbüßen. Er wurde ins berüchtigte Gefängnis von Groß-Teheran (Fashafuyeh-Gefängnis) verlegt.
Während auf der Webseite von Amnesty International in London noch nichts dergleichen zu finden ist, berichtet jetzt peykeiran, dass diese Organisation eine Erklärung veröffentlicht habe, in der sie den Gesundheitszustand des Menschenrechtlers Zartosht Ahmadi Ragheb als katastrophal bezeichnete. Er ist vor mehr als zwei Monaten in den Hungerstreik getreten.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=212616
vom 27. Mordad 1399 (17. August 2020)
عفو بين‌الملل: وضعیت جسمانی زرتشت احمدی‌راغب وخیم است

https://iranintl.com/en/zartosht-ragheb

  1. August 2019
    Another signatory of the letter calling for Khamenei’s resignation was arrested

https://www.voanews.com/covid-19-pandemic/iran-based-dissident-government-mishandling-pandemic-worsened-economic-crisis
Updated April 16, 2020 12:41 AM

COVID-19 Pandemic
Iran-Based Dissident: Government Mishandling of Pandemic Worsened Economic Crisis

Iran: Stahlholding in der Hand der Pasdaran

Sherkate Fulade Khuzestan, einer der Großproduzenten von Stahlbarren im Iran


Sherkate Fulade Khuzestan (Stahlfabrik von Chusestan) ist eine Aktiengesellschaft, deren Aktien zu 49 Prozent in den Händen einer Holding namens Yas liegen. Die Stahlfabrik von Chusestan gehört zu den drei größten Stahlfabriken des Irans. Zwar liegen 51 Prozent der Aktien in den Händen der Bevölkerung, das entscheidende Wort hat aber die Holding Yas.

Der lange Arm der Pasdaran

Die Holding Yas gehört zur Bonyade Ta°awone Sepah (Kooperativ-Stiftung der Pasdaran). Gegen sie werden einige große Verfahren wegen Korruption geführt, darunter eins über ein Geschäft im Umfang von 10.000 Milliarden Tuman mit der Stadtverwaltung von Teheran. Das Korruptionsverfahren führte zur Festnahme von °Isa Sharifi, ehemaliger Stellvertreter des Oberbürgermeisters von Teheran, der damals Mohammad-Baqer Qalibaf hieß. Qalibaf ist heute der Vorsitzende des iranischen Parlaments (Parlamentssprecher).
Die Holdung Yas wurde im Bahman 1396 (Anfang 2018) amtlich aufgelöst und ein Vermögensverwalter bestellt. Dieser Vermögensverwalter beschwert sich aber darüber, dass er keinen Zugriff auf die Aktivitäten der Holding Yas als Hauptaktionär der Stahlfabrik Chusestan hat und dass die Holding weiterhin dabei ist, ihre Aktienanteile zu erhöhen. Dass eine aufgelöste Firma weiterhin Geschäfte betreiben und sich dem Zugriff des Vermögensverwalters entziehen kann, zeigt deutlich, dass sich die Pasdaran in Verbund mit dem Religiösen Führer erfolgreich gegen jegliche Ausführung der Gesetze wehren können.

https://www.radiofarda.com/a/iran-radio-farda-exclusive-on-irgc-economic-activity-corruption/30719776.html
vom 21. Tir 1399 (11. Juli 2020)
افشای «دخل و تصرف غیرقانونی» سپاه پاسداران در شرکت فولاد خوزستان

Iran: Stell dir vor, es sind Wahlen, und keiner geht hin

Iran: Corona-Virus als Wahlbeobachter


Am Freitag, den 21. Februar 2020, waren im Iran Parlamentswahlen. Die Wahlbeteiligung war so niedrig wie noch nie in der 41-jährigen Geschichte der Islamischen Republik Iran. Die amtlichen Sprachrohre machen den Corona-Virus dafür verantwortlich, obwohl der Religiöse Führer Ajatollah Chamene’i ja sein Bestes getan hat, die Nachricht von dessen Auftreten im Iran bis zu den Wahlen unter Verschluss zu halten.

Tradition der Wahlfälschung
Die Schwierigkeit ist die: im Iran besteht eine bewährte Tradition der Fälschung von Wahlergebnissen, Ahmadineschad war im Juni 2009 nur Dank der Fälschung von Millionen von Wählerstimmen vom Verlierer zum Sieger konvertiert. Damals kostete es die Machthaber ein Jahr massive Unterdrückung, um die Proteste gegen diese Fälschung zum Verstummen zu bringen.
Mit anderen Worten, was auch immer der Staat auf den Tisch bringt, ist nicht der Rede wert, wir können es nicht überprüfen. Da, wo selbst die staatlichen Zahlen niedrig sind, mögen sie zwar immer noch weit überhöht sein, aber man kann zumindest mit Sicherheit sagen, dass sie nicht höher sind als der Staat selbst angibt. Unter dieser Voraussetzung seien ein paar staatliche Zahlen genannt.

Zahlen auf den Tisch
So gab die Nachrichtenagentur Fars, das Sprachrohr der Revolutionswächter, an, dass landesweit bis um 18 Uhr 40 Prozent der Wahlberechtigten im gesamten Land und 30 Prozent der Wahlberechtigten in Teheran ihre Stimme abgegeben hätten. Bedenkt man, dass Teheran 12 Millionen Einwohner hat, fallen diese 30 Prozent ins Gewicht, zumal ja auch diese Zahl übertrieben sein dürfte.
Der Farmandar (Chef der Sicherheitsbehörden) der Provinz Isfahan gab an, dass dort bis um 19 Uhr gerade mal 20 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen habe. Das ist immerhin eine offizielle Zahl, und vermutlich auch zu hoch.
Der iranische Innnenminister Abd-ol-Reza Rahmani Fazli, war da vorsichtiger. Er gab bekannt, dass die Wahlbeteiligung erst einen Tag später bekannt gegeben würde. Und sinnvollerweise nur fürs ganze Land, damit man nicht merkt, wo die Angaben für die einzelnen Provinz von den bislang amtlich verkündeten Daten abweichen. Der Innenminister hat auch die Verantwortlichen in den Provinzen angewiesen, die lokalen Zahlen nicht zu veröffentlichen, und bezifferte dann mit zweitägiger Verzögerung die Wahlbeteiligung im ganzen Land auf 42%.

Andere Quellen
Alle nichtstaatlichen Quellen leiden an mehreren Mängeln. Sofern es sich um Medien handelt, die politischen Gruppen nahestehen, lässt sich die Frage kaum beantworten, wie repräsentativ ihre Daten sind.
Sofern es sich um ausländische Medien handelt, wie etwa der von Saudiarabien finanzierte Sender Iran International (wir haben darüber berichtet), können auch politische Interessen einen Einfluss auf die Berichterstattung haben. Immerhin ist das amtliche Verhältnis zwischen Iran und Saudiarabien nahe eines Kriegszustands.
Iran International berichtet, dass in Teheran bis 17 Uhr 16 Prozent der Wahlberechtigten gewählt hätten, im ganzen Land 25 Prozent. Die Provinz Albors folge mit 17% Wahlbeteiligung. In den Provinzen Isfahan, Chusistan, Chorasan-e Rasawi, Fars und Ost-Aserbaidschan liege sie unter 30%. Ein politisch Verantwortlicher der Provinz Semnan gab an, dass dort bis 16 Uhr 24 Prozent der Berechtigten gewählt hätten.
Eine weitere Quelle ist pyknet (Peyknet), die der kommunistischen Tudeh-Partei nahesteht und an verschiedenen Stellen ihre Kontaktleute hat. Wie zuverlässig ihre Zahlen sind, ist nicht überprüfbar. Diese Partei gibt am 22. Februar folgendes an:
Von 58 Millionen Stimmberechtigten haben unter 10 Millionen ihr Stimmrecht ausgeübt, also 17%. Das Seltsame ist nur, dass diese Angabe nicht zur Überschrift des Artikels passt:
„In Teheran haben 17% und im gesamten Iran 25% an den Wahlen teilgenommen“. Wenn das stimmen würde, müssten mehr als 10 Millionen gewählt haben, denn sonst kommt man landesweit nur auf 17%. Nun ja, im Fälschen von Wahlergebnissen ist auch die Tudeh-Partei nicht ganz unerfahren…

Generäle ins Parlament
Pyknet hat eine ganze Liste von Offizieren veröffentlicht, die im neuen Parlament Einzug gehalten haben, immerhin 25 unter 290, davon immerhin 15 mit dem Titel Sardar (General). Das ist doch eine Leistung – gegen die Generäle hat man vor 41 Jahren im Iran eine Revolution gemacht.

http://www.pyknet.net/1398/01esfand/05/page/sepah.htm
vom 5. Esfand 1398 (24. Februar 2020)
یک گروهان سپاهی

نماینده مجلس یازدهم شده اند

https://news.gooya.com/2020/02/post-35533.php
vom 21. Februar 2020
انتخابات مجلس، فارس „پیروز انتخابات“ را اعلام کرد

http://www.pyknet.net/1398/01esfand/02/page/titre.htm
vom 3. Esfand 1398 (22. Februar 2020)
در تهران 17 و در کل ایران

25 در صد درانتخابات شرکت کردند

https://www.akhbar-rooz.com/دروغ-تازه-ی-حکومت-دروغگو؛-وزیر-کشور-۴۲/
vom 23.02.2020
دروغ تازه ی حکومت دروغگو؛ وزیر کشور: ۴۲درصد رای دادند