IRAN: STREIKNACHRICHTEN

Interview mit einem Arbeiter der Gas- und Petrochemischen Industrie in Oslaviye
Auf die Frage, wie lange er schon in Oslaviye arbeitet, erklärt er, dass er schon 5 Jahre in dieser Region arbeitet. Seine Tätigkeit ist das Grundieren und Streichen von Anlagen, die instandgesetzt werden, sie entspricht also der eines Facharbeiters. Fünf Jahre sind anderswo keine so lange Zeit, er meint aber, bei der Hitze und den Arbeits- und Wohnbedingungen in Oslaviye sei das schon eine beachtliche Arbeitserfahrung. Er kenne wenige Leute, die schon länger hier arbeiten. Er ist selbst bei einer Leihfirma angestellt.

Auf die Frage nach den Forderungen der streikenden Leiharbeiter berichtigt er zuerst einige Fehlinformationen, die in den Medien aufgetaucht sind. Er weist darauf hin, dass es in Oslaviye keine Erdölraffinerie gibt, sondern eine Gasraffinerie, sowie Petrochemische Industrie. Was Berichte angeht, dass die Lohnforderung der Streikenden 12 Millionen Tuman betrage (auch wir hatten davon berichtet), bezeichnet er dies als Missverständnis. 12 Mio sei das absolute Minimum der Forderungen. In Wirklichkeit sei die Lage differenzierter. Es gebe drei Arten von Arbeitskräften in diesem Industriezweig: Dienstleistungsarbeiter (z.B. Reinigungskräfte), die im Monant 4-5 Mio Tuman verdienen. Sie verlangten 8 Mio Tuman. Dann die stärker spezialisierten Arbeitskräfte, z.B. die Bauarbeiter, die zwischen 7 und 8 Mio Tuman verdienen. Sie verlangen 12 Mio Tuman. Und schließlich die Spezialisten, z.B. Schweißer oder Leute wie er selbst, die monatlich 13 Mio Tuman verdienen und eine Erhöhung auf 17 Mio Tuman verlangen. Die Zulagen müssten separat verrechnet werden. Auch fordern sie auf 20 Arbeitstage 10 freie Tage im Monat. Derzeit sind es 24 Arbeitstage zu 6 freien Tagen im Monat – der Arbeiter verwendet das Wort moraxassi – Urlaub, aber gemeint sind freie Tage, entsprechend dem, was wir als freies Wochenende kennen. Dann kommt er auf die Lage in den Arbeiterwohnheimen zu sprechen, wo eine mörderische Hitze herrsche und auf die Arbeitsbedingungen.

Nasenreinigung mit Farbverdünner
So muss er nach stundenlanger Arbeit mit Farben am Abend seine Nasenschleimhäute mit Farbverdünner (pers. tiner) reinigen, um die daran haftenden Farbpartikel zu entfernen, weil sonst alles verklebt würde. Er sagt, dass er danach meist heftiges Kopfweh bekommt, das bis zu drei Stunden anhält. Was man aus seinen Worten schließen kann, ist folgendes: Die Arbeiter bekommen offensichtlich keine oder keine geeigneten Masken zur Verfügung gestellt, um mit Farben arbeiten zu können, ohne sich zu gefährden. Die Verwendung von Farbverdünnern auf der Haut ist nicht im Sinne des Erfinders, sie zeigt nur, wie Arbeitssicherheit in einem Land aussieht, wo Gewerkschafter vom Geheimdienst abgeholt und auf Jahre hinter Gittern gesperrt werden. Damit alle einen Eindruck bekommen, was im Iran als Farbverdünner im Gebrauch sein kann, haben wir die persische Wikipedia-Seite zum Stichwort tiner (von engl. thinner) aufgesucht. Die persische Wikipedia gibt dafür folgende Substanzen an:
Aceton (de.wikipedia: Auf der Haut verursacht Aceton Trockenheit, da es die Haut entfettet. Deshalb sollte man betroffene Stellen nach Kontakt einfetten. Inhalation größerer Dosen erzeugt Bronchialreizung, Müdigkeit und Kopfschmerz. Sehr hohe Dosen wirken narkotisch.)
Terpentinöl (de.wikipedia: Terpentinöl ist gesundheitsschädlich und umweltgefährdend.)
Naphtha (de.wikipedia: die verwendeten Gefahrzeichen zeigen an, dass dieses Lösemittelgemisch zielorganschädigend und umweltgefährdend ist)
Methylethylketon (MEK) = Butanon (de.wikipedia: mögliche Gefahr durch reproduktionstoxische Eigenschaften und als potentieller endokriner Disruptor)
Dimethylformamid (DMF) (de.wikipedia: Sowohl nach akuter, als auch nach chronischer Einwirkung, kann es zu einer Leberzellschädigung kommen.)
Ethylenglycolmonobutylether (de.wikipedia: Die Verbindung hat eine geringe akute Toxizität. Beim Menschen wurde nach oraler Exposition mit etwa 0,5 und 1,5 g/kg Körpergewicht und anfänglich schweren Symptomen eine vollständige Erholung beobachtet.)

Die Leiharbeiter in Oslaviye
Genaue Zahlen kann der Interviewte nicht nennen, aber er schätzt die Zahl der Leiharbeiter in Oslaviye auf 8000-10.000 Arbeiter. Den Anteil an Hilfskräften, Fachkräften und Spezialisten kann er nicht nennen, er zieht aber sein Arbeiterwohnheim heran, um zu zeigen, wie da diese drei Gruppen vertreten sind: Von 400 Arbeitern sind 200 Spezialisten, 150 Fachkräfte und 50 Hilfskräfte. Was die Beteiligung am Streik an geht, waren am Anfang 90% dieser Arbeiter im Streik, 10% gingen zur Arbeit. Das waren vor allem die Hilfskräfte, die am wenigsten verdienen, am dringendsten Geld brauchen und als erste rausgeworfen werden, weil für sie schnell Ersatz zu finden ist. Der Interviewte sagte, es sei schmerzhaft gewesen, mitansehen zu müssen, wie etwa 150 streikende Arbeiter den „Streikbrechern“ zugerufen hätten, sie seien „ehrlos“ (bi sharaf). Die Hilfskräfte haben sich inzwischen dem Streik angeschlossen, weil es vor Ort keine Arbeit gibt, so dass jetzt die Streikbeteiligung bei 100% liegt. Der Interviewte fand das Vorgehen der Kollegen gegenüber den Hilfsarbeitern unfair.

Die Arbeiterwohnheime
Der Interviewte beziffert die Zahl der Arbeiterwohnheime in der Region Oslaviye auf mehrere Hundert. Die Wohnbedingungen schildert er an seinem eigenen Wohnheim. Dort sind 400 Arbeiter in 40 Zimmern untergebracht, also 9 (eigtl. 10) Arbeiter pro Zimmer. Sie müssen auf dem Fußboden schlafen, der mit alten Teppichböden ausgelegt ist. Beim Schlafen ist es so eng, dass man leicht mal den Fuß eines andern am Kopf zu spüren bekommt. Im Wohnheim gibt es nur 4 Toiletten für 400 Personen und 5 Duschen! Die Arbeiter gehen um 6 Uhr zur Arbeit und kommen um 19:30 zurück. Wenn sie dann verschwitzt unter die Dusche wollen, haben sie höchstens 2 Minuten Zeit, weil hinter ihnen mindestens 10 weitere Arbeiter darauf warten, an die Reihe zu kommen. Es gibt auch andere Wohnheime für Ingenieure und für die fest angestellten Arbeiter. Dort seien die Wohnbedingungen deutlich besser.

Nahrung
Für die Verpflegung der Arbeiter ist der Arbeitgeber zuständig. Der Interview meint, man würde satt, aber eine Kantine gebe es nicht. Sie bekommen eine Plastiktüte in die Hand gedrückt und müssen einen Winkel finden, wo sie sich zum Essen hinsetzen können.

Kontakte unter den Arbeitern
Die Arbeiter eines Wohnheims arbeiten in verschiedenen Firmen, so dass ein gemeinsames Vorgehen zum Streik nicht so einfach ist. Aber im Laufe der Zeit kennen sich die Arbeiter verschiedener Wohnheime. Außerdem wurden verschiedene Kanäle bei Telegram und Whatsapp gegründet, allein der Kanal von Telegram in Oslaviye umfasst 4000 Arbeiter. Das erleichtert ein gemeinsames Vorgehen beim Streik.

Öffentliche Kundgebungen – der Rat des Imams
Auf die Frage, wieso es keine Kundgebungen im Rahmen des Streiks gab, sagte der Interviewte, das sei am Anfang sehr wohl geplant gewesen. Aber die Nachricht vom geplanten Streik sei nach außen gedrungen, worauf der Freitagsimam von Oslaviye die Vertreter verschiedener Wohnheime zu sich geladen habe, es waren etwa ein Dutzend, darunter auch der Interviewte. Der Freitagsimam sagte, er könne die Streikenden verstehen, es sei ihr gutes Recht, zu streiken, der Staat gebe den Firmen auch das nötige Geld, aber die steckten es in die eigene Tasche, statt damit die Arbeiter zu bezahlen. Der Imam warnte vor Kundgebungen, damit würden sich die Arbeiter selbst schaden, dann würde der BBC und andere Medien des Feindes darüber berichten und sie würden dem Feind in die Hände arbeiten. Der Interviewte gab dem Imam diesbezüglich keinerlei Versprechungen, er sagte, dafür habe er kein Mandat, und wenn die Arbeiter beschließen sollten, mit seinen eigenen Forderungen auf die Straße zu gehen, würde er sich ihnen anschließen.

Leere Wohnheime
Aus Gründen, die nicht näher erläutert wurden, kam die große Mehrheit der Streikenden zum Schluss, während des Streiks nicht in den Wohnheimen zu bleiben, sondern zu ihren Familien heimzufahren. Das führte dazu, dass die Busbiletts rasch ausverkauft waren und manche am Busbahnhof übernachteten, in der Hoffnung, am nächsten Tag die Heimreise antreten zu können. Im Heim des Interviewten blieben am ersten Tag nur noch 25 von 400 Arbeitern zurück, inzwischen sind es sogar nur 9. Das ist sicher auch eine Reaktion auf das Verhalten der Arbeitgeber. Diese stellten die Zufuhr von Trinkwasser ab, beendeten die Verpflegung mit Nahrungsmitteln, so dass die Arbeiter selbst Essen besorgen müssen, und jetzt drohen die Arbeitgeber damit, die Arbeiter zu entlassen und aus den Heimen rauszuwerfen. Der Interviewte ist deshalb nicht sehr beunruhigt. Er ist Spezialist und sagt, wenn der eine ihn rauswirft, findet er woanders was. Aber der Arbeitgeber werde so leicht keinen Ersatz für ihn finden.

Aussichten des Streiks
Der Interviewte ist optimistisch, dass der Streik erfolgreich endet. Er sagt, dass die Arbeitgeber sie zwar entlassen könnten, aber es gebe nur wenige Spezialisten. Seine Arbeit sei zum Beispiel zeitweise von französischen Arbeitern ausgeführt worden (was viel teurer ist!), und Leute, die im Iran unter Argon schweißen können, gebe es wenige. Diese Leute seien nicht einfach ersetzbar. Und da die Arbeiten der einzelnen Berufsgruppen miteinander verknüpft seien, nütze es auch nichts, die anderen rauszuwerfen, weil mit dem Fehlen der einen auch alle anderen Arbeiten nicht ausgeführt werden können. Außerdem müsse man bedenken, dass die Lohnkosten nur ein Gesichtspunkt für die Arbeitgeber seien. Die Waren, die in den Raffinerien und in der Petrochemie erzeugt werden, sind teuer und gewinnbringend. Ein Teil gehe sogar in den Export und erwirtschafte Devisen. Der Verzicht darauf sei für den Arbeitgeber viel schädlicher als ein Eingehen auf die Forderungen der Arbeiter.

https://www.akhbar-rooz.com/چرا-اعتصاب-کرديم-گفتگو-با-يک-کارگر-اعت
vom Freitag, 11. Tir 1400 (2.07.20219

https://fa.wikipedia.org/wiki/تینر

https://de.wikipedia.org/wiki/Aceton
https://de.wikipedia.org/wiki/Terpentin%C3%B6l
https://de.wikipedia.org/wiki/Naphtha
https://de.wikipedia.org/wiki/Butanon
https://de.wikipedia.org/wiki/Dimethylformamid
https://de.wikipedia.org/wiki/Ethylenglycolmonobutylether

Iran: Landesweiter Streik – ein Traum?

Bild: radiofarda.com

Vor sieben Tagen, am 22.6.2021, eröffneten Leih- und Projekt-Arbeiter der Gas- und Erdölindustrie, der Raffinerien, der Petrochemie und der Stromkraftwerke landesweit einen Streik.

Ihre Forderungen:

  • Erhöhung des Monatslohns auf 12 Millionen Tuman
  • Änderung des Arbeitsrhythmus auf 20 Tage Arbeit und 10 Tage Freizeit. Derzeit liegt das Verhältnis bei 24 Tagen Arbeit zu 6 Tagen Freizeit. (AdÜ: Hier wird das Wort moraxassi – Urlaub verwendet, aber es scheint eher das gemeint zu sein, was in Deutschland das freie Wochenende wäre.)
  • Pünktliche Auszahlung des Lohns
  • Einschränkung der Leiharbeit in der Erdölindustrie
  • Abschaffung der ausbeuterischen Gesetzgebung für die Freien Wirtschaftszonen
  • Einhaltung der Gesundheits- und Hygienestandards
  • Verbesserung der Arbeitssicherheit
  • bessere Hygienestandards bei der Unterbringung der Arbeiter
  • bessere medizinische Versorgung der Arbeiter
  • Schluss mit der Überwachungsatmosphäre am Arbeitsplatz
  • Anerkennung des Rechts, sich gewerkschaftlich zu organisieren und Protestkundgebungen der Arbeiter abzuhalten.
  • Wiedereinstellung der Arbeiter, die wegen Teilnahme an diesem Streik entlassen wurden.

In den vergangenen fünf Jahren haben die Leiharbeiter und Tagelöhner der Erdöl- und Gas-Industrie sowie der Petrochemie schon mehrmals für ihre Rechte gestreikt. Der jetzige Streik ist der zweite landesweite Streik dieses Sektors innerhalb von weniger als einem Jahr.

In der iranischen Erdölindustrie sind etwa 120.000 Arbeiter als Leiharbeiter beschäftigt, 34.000 weitere Arbeiter haben nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Bis jetzt sollen sich mehrere Zehntausend Arbeiter von ihnen den Forderungen der Streikenden angeschlossen haben.

Die Streiks sind vor dem Hintergrund einer rasant gestiegenen offiziellen Inflationsrate von derzeit 43% im Jahr zu sehen, wobei die staatlichen Zahlen nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen müssen.

Der Ablauf des Streikgeschehens

Am Dienstag, den 22. Juni, eröffneten Leiharbeiter des Kraftwerks von Bidkhun den Streik, dem sich die Arbeiter der Erdöl- und Stromindustrie von Buschehr, von Kangan, von Kharag (Charag), von Teheran, Mahschahr, Arak, Qashm, Gajsaran, Abadan, Ahwaz und Esfahan anschlossen.

Am Dienstag, den 22. Juni, wurden 700 streikende Arbeiter der Erdölraffinerie von Teheran entlassen.

Am Mittwoch, den 23. Juni, schlossen sich die fest angestellten Arbeiter der Raffinerie von Abadan dem Streik an, ebenso die dauerhaft Beschäftigten der Phase 9 und Phase 11 des South-Pars-Gasprojekts.

Am Freitag, den 25. Juni, schlossen sich folgende Leiharbeiter und Projektarbeiter (die nur für ein bestimmtes Projekt bezahlt werden) dem landesweiten Streik der Erdölarbeiter an: Leiharbeiter der Raffinerie Kangal (Kangan?), Urhal 15 und Urhal 16 im South-Pars-Gasfeld, Leiharbeiter der Röntgen-Werkstoffprüfung des auf Gas-Verbrennung beruhenden Kraftwerks „Centralized South Pars Combined Cycle Power Plant“ in der Provinz Buschehr und des Pumpwerks No. 5 in Bandar Abbas.

Am Sonntag, den 27. Juni, wurde berichtet, dass sich Arbeiter der Firma Gama des Terminals Jask, Arbeiter der Firma Saze-Pad der Petrochemie von Buschehr und Ingenieure der Röntgenwerkstoffprüfung von Oslawiye und Abadan dem Streik angeschlossen haben.

Am Sonntagmorgen waren laut Berichten die Arbeiter von 60 Firmen in acht Provinzen des Irans in den Streik getreten.

Wie aus Arbeiterkreisen berichtet wird, haben einige Personen, die Nachrichten über die Streiks verbreiten, Drohungen der Justiz und der Geheimdienstorgane erhalten.

Am Montag, den 28. Juni, wurde von Streiks aus 61 Firmen berichtet. Hinzugekommen sind die Arbeiter der Firmen „Pishtazane Aria“ und „Pishgamane Fonune Fars“.

Die Gegenseite: Arbeitgeber, Staat und Geistlichkeit (wie zu Zeiten von George Grosz)

Die Koordinatoren der landesweiten Streiks berichten von verschiedenen Druckmethoden der Arbeitgeber und Machthaber. Von der Entlassung 700 Streikender in Teheran haben wir oben geschrieben, ebenso von Drohungen der Justiz und der Geheimdienste. Es gab auch andere Methoden: So versuchen die Arbeitnehmer, während des Streiks die Arbeiterwohnheime nicht zu verlassen, um nicht ausgesperrt zu werden. Als Gegenmaßnahme haben die Arbeitgeber die Wasserzufuhr abgestellt und liefern kein Esen mehr, um die Arbeiter so zu zwingen, in die Stadt zu gehen und die Räume zu verlassen. An manchen Orten haben Behörde und die lokalen Freitagsprediger (die als Vertreter des Religiösen Führers vor Ort fungieren) Versammlungen mit den Arbeitern einberufen und gesagt, ihre Forderungen nach mehr Lohn seien berechtigt, aber der Staat sei nicht schuld, sondern die Betreiber der Leihfirmen. Die bekämen eine Menge Geld und würden es einsacken statt es den Arbeitern zu geben. Die Kunst, das Feuer gegen andere zu schüren, beherrscht auch der Ex-Präsident Ahmadineschad. Er warnte die Machthaber, es könne für sie gefährlich werden, die Forderungen der Streikenden zu ignorieren. Er, der sich seine Wiederwahl zum Präsidenten durch einen gewaltigen Stimmbetrug gesichert hat, und dafür in Kauf nahm, dass Menschen auf den Straßen niedergeknüppelt, ins Gefängnis gesteckt, gefoltert und ermordet wurden, damit ihre Stimme nicht gehört werden konnte.

Quellen:

https://www.radiofarda.com/a/iran-mass-woker-strikes/31326279.html

vom 4. Tir 1400 (25.6.2021)

اعتصابات کارگری در ایران گسترش یافت

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=230506

vom 6. Tir 1400 (27.6.2021)

ششمین روز اعتصاب؛ شمار دیگری از کارگران به اعتصاب سراسری کارگران صنعت نفت پیوستند

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=230539

vom 7. Tir 1400 (28.6.2021)

پیوستن کارگران ۶۱ شرکت به اعتصاب صنعت نفت، گاز و پتروشیمی: حمایت سندیکای هفت‌تپه و اتوبوسرانی تهران

https://de.wikipedia.org/wiki/South-Pars-Gasfeld

https://de.wikipedia.org/wiki/Durchstrahlungspr%C3%BCfung

Wir feiern den Studententag als Erinnerung an Ausdauer, Widerstand und Kampf gegen Unterdrückung und Diktatur!

Auf dem Höhepunkt der Studentenbewegung des Jahres 1953 wurden drei Studenten der ingenieurswissenschaftlichen Fakultät der Universität Teheran getötet: Mehdi Shariat Razavi, Ahmad Ghandchi und Mostafa Bozorgnia. Das geschah am 7. Dezember 1953 (16. Azar).

Der 16. Azar, der Studententag, erinnert an den Widerstand und den Kampf der Studenten gegen Diktatur, Unterdrückung . An diesem Tag im Jahr 1953 wurde eine Demonstration militanter Studenten an der Universität von Teheran, die gegen die Ankunft des damaligen US-Präsidenten Nixon in Teheran protestierte, blutig, und drei freiheitsliebende Studenten wurden getötet. Im Laufe der Jahre, sowohl vor als auch nach diesem Tag, waren Studenten immer ein wichtiger Teil des Kampfes gegen die Tyrannei und die Verteidigung der arbeitenden, politischen und sozialen Bewegungen. Die Studentenbewegung im Iran war schon immer einer der Flaggenträger für Freiheit, Gleichheit und Gleichheit im Land.

Mit dem Aufkommen und der Umsetzung islamischer Politik und wirtschaftlicher Sparmaßnahmen durch das Islamische System im Iran, der zunehmenden Inflation und allgemeinen Armut, der Privatisierung und Auferlegung immer niedrigerer Löhne für Arbeiter und Lohnempfänger und dem Versäumnis, die gleichen niedrigen Löhne rechtzeitig zu zahlen, begleiteten sie Studenten als Kinder von Arbeitern. Die Arbeiter haben sich mit den Kämpfen der Arbeiter, der Lohnempfänger und der unteren Klassen in Form von Streiks und Arbeiterprotesten und den allgemeinen Aufständen der unteren Klassen im Januar 1996 und November 1998 vertieft. Im Verlauf dieses Kampfes wurden viele Studenten inhaftiert, ihrer Bildung beraubt und wegen ihrer Unterstützung und ihres Kampfes schikaniert, gefoltert und inhaftiert.

Zu Ehren des Studententages respektieren wir die wachsende Solidarität und Einheit der Studenten mit der Arbeiterbewegung und den unteren Klassen und fordern ein Ende der Belästigung von Studenten und die bedingungslose Freilassung aller inhaftierten Studenten und Aktivisten der Arbeiter- und Sozialbewegung.

Arbeiter, Student, Bündnis

Internationale Arbeitsorganisation: Corona bedroht „grundlegende Arbeitsrechte“

Arbeiter in einer iranischen Spinnerei

Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) hat einen Bericht veröffentlicht, in dem betont wird, dass die Corona-Krise die Grundrechte auf dem Arbeitsmarkt bedroht. Laut diesem Bericht durchläuft die Welt kritische Tage und die Situation verschlechtert sich von Minute zu Minute. Die Coronakrise packt die Welt. Die IAO hat erklärt, dass unter diesen Umständen die Unterstützung der Umsetzung des „grundlegenden Arbeitsrechte“ ein sehr wichtiges und notwendiges Prinzip ist.

„Grundrechte auf dem Arbeitsmarkt sind ein Grundprinzip für den Wiederaufbau der Welt nach Corona“.

Internationale Arbeitsorganisation

Grundrechte können eine Schlüsselrolle in der Welt nach Corona spielen und zum Aufbau einer besseren und gerechteren Welt beitragen. Die Rolle der Grundrechte auf dem Arbeitsmarkt ist unbestreitbar, und der Arbeitsmarkt wird durch die Grundrechte besser, gerechter und nicht diskriminierender sein.

Die Lebensbedingungen der Arbeiter der Welt werden mit zunehmender Verbreitung von Corona immer schwieriger. Mit der Zeit wird das raue Gesicht des Virus sichtbarer und führt zu zerstörerischeren Effekten. Die Verbreitung des Corona-Virus in der Welt hat die Ungleichheit und Diskriminierung bei der Arbeit erhöht.

Nicht nur die Ungleichheit bei der Arbeit hat zugenommen, sondern auch die Zahl der Zwangsarbeiter und die Zahl der arbeitenden Kinder. Ein weiteres Zeichen für die Ausweitung von Corona auf dem Arbeitsmarkt ist die Bedrohung der Handlungsfreiheit der Gewerkschaften. Der Coronavirus wirkt sich auf die kollektiven Rechtsstreitigkeiten der Arbeitnehmer aus, und die Arbeitnehmer haben es schwerer, ihre Ansprüche geltend zu machen.

Die Internationale Arbeitsorganisation hat erklärt, dass grundlegende Rechte viel zum Aufbau einer gerechten Arbeitswelt beitragen können. Eine der Konsequenzen der Durchsetzung grundlegender Rechte ist eine Erhöhung des Einkommens der Arbeitnehmer, wodurch das Risiko von Zwangsarbeit auf der ganzen Welt verringert wird.

Berufstätige Kinder fallen ebenfalls unter diese Gesetze. Kinder sind von Zwangsarbeit ausgeschlossen und erhalten das Recht auf Bildung. Die IAO fordert den Schutz der Grundrechte des Arbeitsmarktes und erklärt, dass die Rechte die Kritik der Arbeitnehmer an den Arbeitsbedingungen garantieren, Diskriminierung begrenzen und den Gewerkschaften die Möglichkeit geben, effektiver zu arbeiten.

سازمان بین المللی کار: کرونا، «حقوق بنیادین کار» را تهدید می کند

Öl- und Gasarbeiter: Ein Bericht über 29 Tage Streik im Iran

Iranisch Öl- und Gasarbeiter

Unabhängige iranische Journalisten haben gestern, am 29. Streiktag, eine Erklärung zur Unterstützung des Streiks der befristet beschäftigten Öl- und Gasarbeiter abgegeben, und der Öffentlichkeit einen Bericht über die jüngste Situation des Streiks vorgelegt.

Streikbericht

Befristete Arbeiter bei Projekten in der Öl- und Gasindustrie des Irans, darunter Rohrleitungs-, Schweiß-, Filter-, Umform- und Montagearbeiten, haben kürzlich einen landesweiten Streik gestartet, um die Löhne durch eine Protestkampagne zu erhöhen. Die Kampagne zielt auf die von den Arbeitgebern vorgeschlagenen Löhne, die rechtzeitige Zahlung der Löhne, die Installation von Klimaanlagen, die Reduzierung der Personen in Transportdiensten, die Verbesserung der Unterkünfte und sanitäre Einrichtungen, usw.

Arbeitsaktivisten veröffentlichten zunächst eine (Lohn-)Eingruppierungsliste der Gewerkschaft und dann eine Vereinbarung mit den Arbeitnehmern, dass sie das Stellenangebot der Arbeitgeber nur annehmen, wenn diese den angeforderten Gehältern zustimmen.

Bisher wurden zahlreiche Firmen aufgrund des Streiks geschlossen. Dazu zählen das Kraftwerk Bidkhoon, die Erdölraffinerie Kangan, die Raffinerie Lamerd, die Raffinerie Isfahan, das Kombikraftwerk Mapna Boiler, das Kombikraftwerk Tabriz, die Raffinerie Jafir in Ahvaz, das Sangan Steel Contracting, Teheran Sabroosh Petrochemical, Barlash Petrochemical, Nir Die Toos Dasht Azadegan Asphalt Company, die Schwerölraffinerie Qeshm, das Kombikraftwerk South Pars, die Sektoren 22, 24 und 14 von South Pars sowie mehrere andere Zentren.

Weitere Aktivitäten dieser Kampagne waren die Erstellung einer Liste mit mehr als tausend Namen der streikenden Arbeiter, die ihre Unterstützung für die Bedingungen und Forderungen der Kampagne erklärt haben, sowie die Bekanntgabe der Namen der Arbeitgeber, die Druck auf die streikenden Arbeiter ausgeübt haben.

Einige Unternehmen, darunter die Kayson Company der Dena Petrochemical Company und die Teheran South Company der Bidboland Mahshahro Refinery, versuchten Druck auf die Arbeiter auszuüben, indem sie ihre Löhne im Juni und Juli nicht zahlten. Verschiedene Firmen konnten die große Anzahl von Arbeitslosen nutzen, um einzelne Streiks zu unterminieren, aber nach Interventionen der Streikenden schlossen sich deren Arbeiter teilweise dem Streik an. Das Problem mit den Streikbrechern besteht aber auch unter den erfahrenen Arbeitern weiterhin, und sie sind ständig mit diesem Problem konfrontiert.

Natürlich werden streikende Arbeiter oft als Facharbeiter betrachtet, dessen Aufgaben nicht leicht auf einen Arbeiter übertragbar sind. Die erforderlichen Schweißkenntnisse erfordern z.B. gültige Zertifikate. Der Einsatz von ungelernten Schweißern hat den Arbeitgebern Reparaturkosten auferlegt und diesen geschadet. In der Folge nahmen nach ungefähr zwei Wochen die Kontakte mit den protestierenden Arbeitern für Vertragsverhandlungen wieder zu.

Auf der anderen Seite versuchten die Unternehmer von Beginn des Streiks an, die Bedingungen für die Arbeiter zu verschärfen, indem sie keine Löhne zahlten. Aber die Ölprojekte hatten auch sechs Monate Lohnrückstand, und viele der Arbeiter sind entschlossen, den Streik fortzusetzen.

Quelle:

کارگران نفت و گاز؛ گزارشی از ۲۹ روز اعتصاب
اخبار روز
30. August 2020

Jafar Azimzadehs Leben ist in ernster Gefahr

حقوق بشر در ایران | جعفر عظیم زاده, زندانی سیاسی در پرونده جدید ...
Jafar Azimzadeh

Offener Brief an Arbeiter- und Menschenrechtsorganisationen auf der ganzen Welt

Jafar Azimzadeh, Vorstandsvorsitzender der Freien Gewerkschaft des Iran, befindet sich in einem Hungerstreik. Er wurde wegen gewerkschaftlicher Aktivitäten und Bemühungen zur Organisation und Erhöhung der Löhne der Arbeitnehmer zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt und litt trotz akuter Herz- und Lungenerkrankungen im Evin-Gefängnis an einer Corona-Infektion. Anstatt ihn zur Behandlung in ein Krankenhaus zu bringen, brachten ihn die Behörden in das Rajai Shahr Gefängnis und sperrten ihn in Einzelhaft ein, um ihn zu töten.

Aus Protest gegen diese Aktion befindet sich Jafar Azimzadeh seit dem 17. August im Hungerstreik. Trotz seines sich verschlechternden Zustands und seiner akuten Krankheit sowie seiner Corona-Erkrankung sind die Behörden nicht bereit, ihn freizulassen und zur Behandlung ins Krankenhaus zu bringen.

Jafar Azimzadehs Leben ist in Gefahr, und kann jederzeit sein Leben verlieren. Aus diesem Grund fordern wir alle internationalen Arbeiterorganisationen und Menschenrechtsorganisationen sowie alle freiheitsliebenden Menschen auf, den gefährlichen Bedingungen von Jafar besondere und dringende Aufmerksamkeit zu schenken und die iranischen Behörden auf jede mögliche Weise aufzufordern, Jafar Azimzadeh frei zu lassen. Sicherlich können alle Maßnahmen von Arbeiter- und Menschenrechtsorganisationen dazu führen, dass die iranischen Behörden unter Druck gesetzt werden, diesen inhaftierten Arbeiter freizulassen.

Freie Gewerkschaft des Iran

Iran: 57. Tag des Streiks in Haft-Tape

Streikende Arbeiter von Haft-Tape mit ihren Kindern


Seit 57 Tagen befinden sich die Arbeiter der Zuckerfabrik von Haft-Tape im Ausstand. Die Verantwortlichen der Firma und der Kreisverwaltung sind bis heute nicht auf die Forderungen der Arbeiter eingegangen. Dafür tun sie ihr Bestes, den Arbeitern das Leben schwer zu machen. Der jüngste Schachzug ist die Sperrung der Bank-Konten von einigen Arbeitern durch die Filiale der Bank Melli im Landkreis Schusch. Begründung natürlich in der Form völlig korrekt. Auf den Konten sind keine Einnahmen. Dass der Arbeitgeber aber seit 5 Monaten die Löhne nicht gezahlt hat, interessiert nicht, obwohl die Bank Melli eine staatliche Bank ist, also in der Hand der Politiker, die im Iran nach politischer Opportunität handeln, nicht nach wirtschaftlichen Kriterien.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=212182
vom 20. Mordad 1399 (10. August 2020)
پنجاه و هفتمین روز اعتراضات کارگران هفت‌تپه: مسدود کردن حساب کارگران توسط بانک ملی شهرستان شوش/ حضور فرزندان کارگران در اعتصابات

Urumiye (Iran): Streik der Busfahrer

Streik der Busfahrer in Urumiye


In Urumiye haben die Fahrer von 350 Bussen eine Protestaktion durchgeführt. Sie klagen darüber, dass die Stadtverwaltung von Urumiye (auch Urmia genannt) nicht einmal die Sozialversicherung der Busfahrer bezahlt hat. Und das in einer Großstadt von über 700.000 Einwohnern! Infolge von Corona ist das Einkommen der Busfahrer um 80 Prozent gesunken, aber nur einmal haben sie eine „Entschädigung“ erhalten, mit der einmaligen Verteilung von Motorenöl.
Der Streik ist bemerkenswert, da bislang vor allem die Busfahrergewerkschaft Wahed in Teheran aktiv war, jetzt ist auch im kurdisch-aserbaidschanischen Teil des Irans Bewegung zu verzeichnen.

Streik der Busfahrer in Urumiye

https://de.wikipedia.org/wiki/Urmia

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=211716
vom 13. Mordad 1399 (3. August 20209
اعتصاب رانندگان ناوگان اتوبوسرانی ارومیه / دوشنبه ۱۳ مرداد + عکس

Iran: Streiks in der Erdölindustrie


Am Samstag, den 1. August, traten Arbeiter der Erdöl- und Erdgasindustrie sowie der Petrochemie in vier iranischen Provinzen gleichzeitig in den Streik. Beteiligt waren Arbeiter in den Provinzen Chusistan (Khuzestan), Buschehr, Hormosgan (Hormozgan) und Fars. Am Samstag traten die Arbeiter der Raffinerien von Qeschm (Qeshm) in Hormozgan, Abadan, Parsiyan sowie der Petrochemie von Lamard und der Blöcke (Faz) 22 und 24 von Parse Jonubi in den Ausstand. Am Sonntag ging der Streik weiter, es schlossen sich die Arbeiter der Raffinerien von Fadschire (Fajire) und Kangan sowie die Petrochemie Pars an. Auch Block 14 von Parse Jonubi kam hinzu.

Raffinerie in Abadan (Provinz Chusistan)

Forderungen der Arbeiter
Die Forderungen der Arbeiter muten bescheiden an:
Sie fordern eine Auszahlung der ausstehenden Löhne und eine Reduzierung der Arbeitszeit bei Temperaturen von 50°C (!). Vor knapp einer Woche war Ibrahim Arabzade, der bei der Petrochemie in Mahschahr arbeitete, infolge der Hitze gestorben. Viele Arbeiter der Erdölindustrie sind Leiharbeiter – auch im Persischen spricht man umschreibend von Arbeitern mit Werkverträgen, so dass stabile Anstellungsverhältnisse ebenfalls zu ihren Forderungen gehören. Auch die Umwandlung befristeter Verträge in unbefristete Arbeitsverträge ist Teil der Forderungen der Arbeiter.

Petrochemie (Provinz Fars)

Die Plage der Leiharbeit
Die Nachrichtenplattform akhbar-rooz schreibt am 1. August, das schätzungsweise 3 Viertel der Arbeiter in der iranischen Erdöl- und Erdgasindustrie inzwischen Leiharbeiter sind, was zu einer deutlichen Abnahme der Löhne, Arbeitsbedingungen und Arbeitssicherheit in dieser früher sehr lukrativen Branche geführt hat. Die Betreiber der Leiharbeitsfirmen scheren sich wenig um die iranische Gesetzgebung, sei es was die zulässige Zahl der Arbeitstunden angeht, sei es was die Gesundheitsvorschriften angeht (etwa Arbeit bei Temperaturen von 50°C).
Während sich die Leiharbeiter bei der Raffinerie für Schweröl in Qeshm über die unregelmäßige Bezahlung beklagen, behaupten die Direktoren der Raffinerie gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ILNA, die Arbeiter forderten höhere Löhne und es gebe keine Verspätungen bei der Lohnauszahlung…

Raffinerie für Schweröl in Qeshm (Hormosgan)

Gemeinsam streiken
In den meisten der genannten Firmen gab es schon früher Streiks, die zu nichts geführt haben. Das gemeinsame Auftreten zur gleichen Zeit setzt Zeichen, zumal auch Arbeiter anderer Fabriken, so die Zuckerfabrik Neyshekar in Haft-Tape und der Hersteller von Straßenbaumaschinen HepCo, sich den Streikenden angeschlossen haben.

Mögliche Reaktionen des Staates
Ruzbeh Bo-l-Hori macht sich auf den Seiten von Peykeiran Gedanken darüber, wie der Staat auf die Streiks reagieren kann. Er listet folgende Möglichkeiten auf:

  1. Der Staat geht auf die Forderungen der Arbeiter ein und die Streiks werden beendet. Für die Arbeiter wäre dies eine Ermutigung, auch in Zukunft so zu handeln, um ihre Forderungen durchzusetzen.
  2. Die Arbeiter werden mit Versprechungen vertröstet und brechen den Streik ab. Das ist schon öfters vorgekommen. Aber das bedeutet nur eine Verschiebung, denn die Arbeiter von Hepco und von Neyshekar in Haft-Tape zeigen deutlich, dass der Protest weitergeht, wenn die Forderungen nicht erfüllt werden.
  3. Die Streiks bleiben erfolglos, die Arbeiter werden verhaftet, gefoltert und zu Gefängnis verurteilt. Auch das ist nichts Neues. Aber gerade das Beispiel der Arbeiter von Neyshekar in Haft-Tape, wo der Staat so vorging, zeigt, dass er die Probleme mit Repression nicht lösen kann. Die Arbeiter streiken heute wieder, obwohl eine ganze Reihe ihrer Kollegen verhaftet, gefoltert und verurteilt wurden.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=211633
vom 12. Mordad 1399 (2. August 2020)
چند ویژگی دور تازه اعتصاب‌های کارگران نفت و پتروشیمی

https://www.radiofarda.com/a/iran-workers-protest-strike/30761600.html
vom 11. Mordad 1399 (1. August 2020)
کارگران بخش‌های مختلف ایران در روز شنبه دست به اعتصاب زدند

https://www.akhbar-rooz.com/گسترش-اعتصاب-کارگران-در-پالايشگاه-های
vom 11. Mordad 1399 (1. August 2020)
گسترش اعتصاب کارگران در پالایشگاه های جنوب به سایر مناطق نفتی ایران

https://www.radiofarda.com/a/iranian-workers-strike/30762692.html
vom 13. Mordad 2020 (3. August 2020)
ادامه اعتصابات کارگری در ایران و گسترش دامنه آن

Vier Verhaftungen beim Streik in der Zuckerrohrfabrik Haft Tappeh

اعتصاب کارگران هفت‌تپه حدود یک‌ماه پیش آغاز شد.
Streikende Arbeiter der Zuckerrohrfabrik Haft Tappeh, in der Nähe der Stadt Schusch, Iran

Heute ist es etwa einen Monat her, dass die Arbeiter der Zuckerrohrfabrik Haft Tappeh in den Streik getreten sind. Wie ihre Anwältin, Farzaneh Zilabi, heute bekannt gab, ist es zu vier Festnahmen durch Geheimdienst und Sicherheitspolizei gekommen: Moslem Cheshmeh Khavar, Yousef Bahmani, Ebrahim Abbasi und Mohammad Khanifar wurden in das Gefängnis von Dezful, einer Nachbarstadt von Schusch, gebracht. Bei ihrer Festnahme soll es zu Gewalt gekommen sein.

Zwei der Festgenommenen sind offenbar am Coronavirus erkrankt, was laut Anwältin entgegen des Gesetzes, der Scharia und der Ethik sei.

Ein weiterer Zuckerrohrarbeiter von Hafta Tappeh, Mohammad Reza Dabirian, war laut Anwältin zuvor beschuldigt worden, „Beamte beleidigt und Lügen verbreitet zu haben“. Der Verleumdete wurde von der Staatsanwaltschaft und der Revolutionsstaatsanwaltschaft von Schusch vorgeladen und vom Gericht zu 222 Peitschenhieben verurteilt. Das Urteil aus diesem Prozess sei laut Zilabi ebenfalls illegal gewesen, da Herr Dabirian nicht anwesend war und weder den Prozess verfolgen noch sich verteidigen konnte. Der Grund: auch Herr Dabirian war am Coronavirus erkrankt.

Der Streik der Zuckerrohrarbeiter von Haft Tappeh begann vor einem Monat. Der Erhalt von Lohnrückständen, die Zahlung von Versicherungsprämien, die Rückkehr entlassener Kollegen zur Arbeit, die Aufhebung der Privatisierung und die Verhaftung des CEO des Unternehmens gehören zu den Forderungen der streikenden Arbeitnehmer. Bisher wurde nur ein Monat von den Löhnen tausender Haft Tappeh-Zuckerrohrarbeiter bezahlt, und die Löhne für Mai und Juli sollen bis zum 10. August gezahlt werden.

Quelle:

https://www.radiofarda.com/a/30725920.html