Iran: Nachwuchs für die Diktatur

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Die Webseite peyekiran veröffentlichte am 15. Mai 2021 einen Bericht, der noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie geschrieben wurde. Der Bericht gibt die Beobachtungen einer Inspektorin in Mädchenschulen wieder.

Das islamistische Regime definiert sich wesentlich dadurch, dass bestimmte Regeln, die von Geistlichen bestimmter Denkart im Iran für verbindlich erklärt werden, eingehalten werden. Es ist für die Machthabenden ein Indikator für die Anerkennung ihres Machtanspruchs, je besser es ihnen gelingt, die Gesellschaft zur Einhaltung dieser Regeln zu veranlassen. Da viele Regeln das Äußere von Frauen betreffen, stehen Frauen und Mädchen unter verschärfter Aufsicht des Regimes.

Die Frage ist, wie es das Regime schafft, seine islamistischen Regeln und damit sich selbst am Leben zu halten, obwohl sie damit eigentlich 50% der Bevölkerung, nämlich alle Frauen, gegen sich haben müsste. Der Bericht der Inspektorin wurde wohl mehr zu dem Zweck verfasst, die Unterdrückung der Schülerinnen durch das Regime anzuprangern, aber er liefert auch Einblicke, aus welchen Motiven Frauen und Mädchen sich selbst dafür einspannen lassen, die Politik der Regierenden durchzusetzen. Die religiösen Vorstellungen in der eigenen Familie und das Verhalten der Eltern ist hier leider nicht Thema, obwohl diese einen entscheidenden Einfluss auf unser Verhalten haben.

Der Struwwelpeter der Ajatollahs

Die Autorin berichtet von der ersten Schule, einer staatlichen Schule in der Umgebung von Teheran. Sie war dort als Inspektorin auf einer Versammlung von Eltern und Erzieherinnen/Lehrerinnen anwesend. Die Schulglocke läutet gerade und die Verfasserin beschreibt die Kleidung der Mädchen, die die Schule verlassen. In dieser Schule haben sie einen langen Umhängemantel in dunkler Farbe, die gleiche Farbe wie die langen Hosen, sowie ein über den Kopf gezogenes Tuch, das nur das enge Oval des Gesichts freilässt. Bunte Farben sind beim Regime verpönt, wie die Autorin schreibt.

In anderen Schulen geht es ein bißchen lockerer zu, da sind auch farbfrohere Varianten von Umhängemantel und Gesichtstuch zulässig. Die Ärmelumschläge und Taschen haben eine andere Farbe als der Mantel selbst. Mitunter ist auch ein Stoffband der gleichen Farbe auf das Gesichtstuch genäht, an der Stelle, wo sonst ein Haarreif sitzen könnte. Das sind die kleinen Freiheiten. Der Spass hört auf, wenn die Mädchen sich mehr erlauben, zum Beispiel lange Fingernägel oder lackierte und verzierte Fingernägel. So hat die Verfasserin erlebt, dass zwei Mädchen mit Ordnerbinde an der Türschwelle stehen, wenn die Mädchen morgens in geordneter Reihe die Schule betreten, und die Nägel der Mitschülerinnen inspizieren. Nur die dürfen in die Schule eintreten, deren Fingernägel die Kontrolle anstandslos passiert haben.

Wer zu lange Fingernägel hat, bleibt draußen, wer die Nägel lackiert hat, ebenfalls. Die mit den lackierten Fingernägeln werden mit Watte und Aceton traktiert, um den Lack zu entfernen, auf diejenigen, die zu lange Nägel haben, wartet die Nagelschere. Die iranisch-islamistische Version von Struwwelpeter.

Die Ungezogenen und die Schlauen

Dem Mädchen, dass diese Aktion überwacht, ist es gleichgültig, wenn die Betroffene dabei weint. Später spricht die Verfasserin das Mädchen, das beim Nagelschneiden als Aufseherin diente, auf ihre Rolle an und fragt sie, wie es denn dazu kam, dass gerade sie für diese Tätigkeit ausgewählt wurde.

Sie sagt: „Im Ordnerdienst sind zwei Gruppen. Die einen sind die Schlauen, die anderen sind wie ich diejenigen, die zu den „ungezogenen Kindern“ zählten. Auf diese Art (=durch die Einteilung zum Ordnerdienst) sollte ich „auf den richtigen Weg“ gebracht werden.

Die Verfasserin fragt darauf: „Und, hat es genützt?“

Sie sagt: „Ja, schon, ich war schließlich gezwungen, einige Dinge zu unterlassen, die ich früher gemacht habe.“

Die Mitschülerinnen – darunter auch die Tochter meiner Schwester – erzählen der Verfasserin, dass einige der Ordnerinnen die Gelegenheit nutzen, um mit bestimmten Personen ihre persönliche Rechnung zu begleichen, während sie bei engen Freundinnen alle Augen zudrücken.

Bis wir Menschen geworden sind

Die Verfasserin berichtet, wie zum dem Ende der Pause der Schulhof wieder leer wird. Sie geht durch die Gänge und hört die Stimmen der Lehrerinnen in den Klassenzimmern. Vor der Tür der Rektorin stehen einige Schülerinnen. Sobald sie zu flüstern beginnen, hört man die Rektorin protestieren. Die Verfasserin fragt die Mädchen, was sie da machen, wieso sie nicht in ihrer Klasse sind.

Die eine sagt: „Weil wir unsere Augenbrauen gezupft haben, müssen wir so lange hier stehen, bis sie wieder nachgewachsen sind.“ Und was dann mit ihrem Unterricht ist, will die Verfasserin wissen.

Sie antworten: „Nix.. wir bleiben eben zurück, bis wir „Menschen geworden“ sind..“ Die drei Mädchen lachen. Die eine sagt: „Und da geht es uns noch gut. Früher wurde uns ein Wischmopp in die Hand gedrückt und wir mussten die Gänge putzen. Das ist echt uncool.“ Die Verfasserin meint, sie an ihrer Stelle hätte sich schon längst verdrückt. Worauf die Mädchen antworten: „Dann merken sie, dass wir weg sind und wir bekommen eine schlechte Note im Betragen.“ Die Verfasserin schreibt: „Ich fühle mich in meine eigene Schulzeit zurückversetzt. Damals war es verboten, sich die Haare an den Lippen zu zupfen. In der Pubertät, wo man auf verschiedene Dinge so sensibel reagiert, hat dieser dunkle Schimmer an den Lippen das Selbstwertgefühl stark gemindert, und was für blöde Sprüche mussten wir uns wegen dieser Härchen nicht alles anhören!“

Leibesvisitation

Manchmal kommt es auch vor, dass die Vize-Rektorinnen mit dem Team der Ordnerinnen plötzlich im Unterricht einer Lehrerin auftauchen, alle aus dem Klassenzimmer schicken und in Abwesenheit der Mädchen ihre Taschen durchsuchen. Ziel ist es, Kosmetika, Handy und alle Arten von Mitteln der Verschönerung zu entdecken, die die Mädchen dabei haben. Mitunter zählt auch ein Handspiegel zu diesen Utensilien. Handy, Gold und andere Wertsachen werden nur den Eltern ausgehändigt, Kosmetika und Schmuck werden nicht mehr zurück gegeben. Dies bekommt die Verfasserin von Mädchen erzählt, die ohne Lehrerin im Schulhof sitzen. Sie fragt, wie oft das vorkommt. Ein Mädchen meint: „Wenn sie jemanden im Verdacht haben oder jemand ein Mädchen verpfiffen hat, dass sie ein Handy dabei hat. Aber das ist noch nicht alles. Manchmal werden wir sogar am ganzen Körper kontrolliert. Die Putzfrau der Schule muss dann sogar unsere Unterwäsche durchsuchen.

Die Verfasserin spricht mit der Putzfrau, eine ältere Dame. Sie schüttet ihr das Herz aus: „Schauen Sie, zu was ich jetzt am Ende meiner Tage noch gezwungen werde. Die selbst empfinden es als anstößig, aber mich schicken sie vor, damit ich die Mädchen am Körper durchsuche.“

Die Verfasserin fragt, was wäre, wenn sie sich weigern würde. Die Putzfrau sagt: „Das ist für die kein Problem. Wenn du nicht folgst, dann raus mit dir. Wir haben ja keine offizielle Anstellung. Draußen gibt es genug Menschen, die in Not sind (= auf eine Gelegenheit warten). Schauen Sie nur, ich muss die ganze Schule putzen, der Hausmeister macht höchstens mal den Schulhof.“

Das war schon immer so

Kein Haus im Umkreis hat Einblick in den Schulhof. Außer dem Hausmeister, der während der Schulzeit auch außer Hauses sein kann, ist kein männliches Wesen anwesend. Die Lehrerinnen, das Verwaltungspersonal, alle sind Frauen. Und trotzdem herrscht Schleierpflicht in allen Bereichen der Schule. (AdÜ: die theologische Begründung für die Schleierpflicht der Frauen ist ja, dass sie unbedeckten Haupts die Männer aufreizen würden.) Wer sich der Pflicht widersetzt, wir verwarnt.

Die Verfasserin spricht eine Vize-Rektorin an: „Die Flure und Klassenzimmer gehören ja nicht mehr zum Außenbereich. Warum dürfen die Schülerinnen da nicht frei entscheiden, ob sie das Kopftuch tragen wollen?“ Sie sagt: „So ist das Gesetz, das war schon immer so und ist jetzt so üblich. Das ist die Schuluniform, die muss getragen werden. Da ist kein Unterschied zwischen Hof und Klassenzimmer. Gesetz ist Gesetz. Außerdem kommen oft die Eltern der Kinder, es kommt eine Inspektion, und wir können nicht die ganze Zeit kontrollieren, ob die Kinder jetzt die Schleierpflicht beachten oder nicht. Deshalb ist der Schleier durchgehend Pflicht.“

Die Zähmung der Andersdenkenden

Es sieht so aus, als wäre die Lehrerin für Buchhaltung anderer Meinung. Sie sagt: „Ich überlasse es meinen Schülerinnen, ob sie das Kopftuch (Maqna‘e) im Unterricht ausziehen wollen. Aber es sind nur wenige, die das tun. In den zehn, zwölf Jahren, in denen ich an dieser Schule unterrichte, haben sie sich an diese Kleidung gewöhnt. So wie wir selbst uns auch daran gewöhnt haben.“

Die Verfasserin fragt: „Und was, wenn die Vize-Rektorinnen mitkriegen, das die Mädchen im Unterricht kein Kopftuch tragen? Kommt dann Kritik?“

Sie antwortet: „Gewöhnlich kümmern die sich nicht darum. Aber wenn jemand Meldung erstattet, kann es sein, dass ich Rede und Antwort stehen muss.“

Die Verfasserin fragt: „Wer kann denn Meldung erstatten?“

Sie antwortet: „Das Verwaltungspersonal hat in allen Klassen seine Spitzel. Das wird direkt von den Kindern verlangt. Selbst die Lehrerinnen werden aufgefordert, Disziplinarverstöße der Schülerinnen zu melden. Bespitzelung ist in den Schulen eine geläufige und übliche Praxis geworden. Du weißt, dass du immer und überall unter Beobachtung stehst.

Die Verfasserin fragt die Lehrerin, ob sie selbst während des Unterrichts das Kopftuch schonmal abgenommen hat. Sie verneint: „Nein, um die Wahrheit zu sagen, die Schülerinnen kommen damit nicht zurecht. Sie haben sich daran gewöhnt, ihre Lehrerinnen mit Kopftuch zu sehen. Wenn du es abnimmst, bricht Chaos aus, dann kriegst du die Klasse nicht mehr gebändigt. Und dann wird auch noch alles gleich verpfiffen, da wird man dann zur Rechenschaft gezogen. Das alles bringt mich zum Schluss, dass es sich nicht lohnt.“

Quelle:

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=228204
vom 25. Ordibehesht 1400 (15. Mai 2021)

Iran: Verteile und herrsche

سپیده قلیان
Sepide Qolyan

Derzeit kommen aus dem Iran Meldungen von Verlegungen politischer Gefangener, bei denen zumindest in einigen Fällen das Motiv vorzuliegen scheint, die Gefangenen möglichst heimatfern zu verlegen, um Besuche noch mehr zu erschweren. Eine Gefangene, die dies jetzt zu spüren bekam, ist Sepide Qolyan, eine Menschenrechtlerin, die die streikenden Arbeiter der Zuckerfabrik von Neyshekar Haft-Tape unterstützt hatte. Sie hatte sich zusammen mit Arbeitern der Fabrik bei der Staatssicherheit von Schusch nach dem Verbleib inhaftierter Arbeiter erkundigt und wurde bei der Gelegenheit selbst verhaftet. Nach einem Monat wurde sie gegen Kaution freigelassen. Als die staatliche Rundfunk- und Fernsehgesellschaft Sima wa Seda das unter Druck abgelegte „Geständnis“ von ihr und einigen Mitgefangenen ausstrahlte, machte sie zusammen mit einem anderen Gefangenen bekannt, dass sie von Beamten des Geheimdienstministeriums und anderer „Sicherheits“kräfte gefoltert wurden. Nur wenige Stunden nach dieser Erklärung wurden sie wieder verhaftet. Es kam zu einer Gerichtsverhandlung, in der sie schließlich (im Jahr 2019) zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Diese Strafe verbüßte sie im Ewin-Gefängnis. Sepide Qolyan hatte mehrfach beantragt, in die Nähe ihrer Familie ins Sepidar-Gefängnis von Ahwaz verlegt zu werden. Stattdessen wurde sie am 9. März 2021 ohne Vorankündigung ins Gefängnis von Buschehr verlegt, das 600 Kilometer vom Wohnort ihrer Eltern entfernt ist.

Auch mit anderen Gefangenen wurde ähnlich verfahren.

Die Direktion des Ewin-Gefängnisses sowie die Oberste Gefängnisverwaltung hat in den letzten Monaten mehrmals erklärt, sie sei nur ausführendes Organ der Verlegungen, die von anderen Institutionen angeordnet würden. Das kann stimmen, überprüfen können wir es nicht. Klar ist nur die Absicht, die hinter den Verlegungen steht. Den Zusammenhalt der Gefangenen aufzubrechen, sie von ihrem Umfeld zu isolieren und sie so moralisch zu schwächen.

Den einzelnen Gefangenen mögen die Herrschenden auf diesem Weg brechen, aber die Ursache für die Unruhe im Iran, der rasante wirtschaftliche Niedergang, wird dadurch nicht gestoppt.

Quelle:

سپیده قلیان از اوین با دست بند و پا بند به زندان بوشهر تبعید شد
vom 21. Esfand 1399 (11. März 2021)

Iran: Die Stellung der Frau auf dem Arbeitsmarkt

„Arbeit ist das Angebot von Waren oder Dienstleistungen auf einem Markt, um dafür eine Vergütung zu erhalten.“

Zentrum für Statistik des Irans

Das Zentrum für Statistik des Irans hat im Herbst 2020 einen Bericht über den Arbeitsmarkt im Iran veröffentlicht.

Demnach beträgt die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter (über 15 Jahre) im Iran 42,4 Millionen Menschen, bei einer Gesamtbevölkerung von 84 Millionen. Von den 42,4 Millionen sind 25,8 Millionen erwerbstätig oder als Arbeitssuchende registriert. Somit sind rund 61% der erwerbsfähigen Bevölkerung auf dem Arbeitsmarkt präsent. Bei den Männern sind von 31,2 Millionen im erwerbsfähigen Alter 21,4 Millionen auf dem Arbeitsmarkt (rund 69%), während bei den Frauen von 31,2 Millionen im erwerbsfähigen Alter nur 4,2 Millionen auf dem Arbeitsmarkt präsent sind (rund 14%). Das führt dazu, dass der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung, die auf dem Arbeitsmarkt präsent ist, im Iran nur 41% beträgt (im Weltdurchschnitt 60%). Wohlgemerkt, die Quote von 14% umfasst auch die arbeitssuchenden Frauen. Das bedeutet, dass 6 von 7 Frauen im Iran nicht nur kein eigenes Einkommen haben, sondern auch nicht einmal arbeitslos gemeldet sind. Weltweit sind dagegen rund 48% der Frauen auf dem Arbeitsmarkt integriert, was deutlich macht, wie radikal anders die Lage für Frauen im Iran ist.

Zum Vergleich: In einem Buch über die Erwerbstätigkeit von Frauen im Iran, das 1383 (2004) erschienen ist, schreiben Puya Ala’eddini und Mohammad-Reza Razavi, dass die Quote der Frauen, die auf dem Arbeitsmarkt präsent war, 1355 (1976) 14,8 Prozent betrug. Das war drei Jahre vor Ausbruch der Revolution. Somit ist der Iran in den letzten 42 Jahren in diesem Punkt auf der Stelle getreten. Das ist kein Wunder. Sobald die Islamisten an der Macht waren, hoben sie einiges von der Gesetzgebung des Schahs auf, darunter auch Rechte zum Schutz der Frauen. Der Beruf der Sekretärin wurde als für Frauen nicht gebührlich eingestuft. Nach der islamistischen Gesetzgebung müssen Frauen zuerst die Einwilligung des Ehemanns einholen, wenn sie arbeiten wollen, wenn sie eine selbständige Tätigkeit aufnehmen wollen oder eine Reise unternehmen wollen. Einer der auffälligen Widersprüche der iranischen Gesellschaft ist, dass der Anteil der Frauen, die studieren, deutlich gestiegen ist, während sie danach noch viel weniger Zugang zum Arbeitsmarkt finden wie ihre männlichen Kollegen.

Quelle:

https://www.radiofarda.com/a/Iranian-women-share-of-labor-market/31139647.html
vom 18. Esfand 1399 (8.3.2021)
جایگاه زنان در بازار کار ایران

Die American Bar Association zeichnet Nasrin Sotoudeh mit dem Eleanor Roosevelt-Preis aus

Nasrin Sotoudeh

Die American Bar Association verlieh der iranischen politischen Gefangenen Nasrin Sotoudeh den Eleanor Roosevelt-Preis für die weltweite Förderung der Menschenrechte, für ihren „unerschütterlichen Mut und ihre Wirksamkeit bei der Verfolgung einer gerechten Rechtsstaatlichkeit im Iran“.

Nasrin Sotoudeh ist eine iranische Menschenrechtsanwältin, die kürzlich wegen ihrer Arbeit zur Verteidigung der Menschenrechte und zum Protest gegen die erzwungenen Hijab-Gesetze des Iran zu Gefängnis und 148 Peitschenhieben verurteilt wurde.

In einer Videobotschaft an die American Bar Association sagte Sotoudeh, dass es eine große Ehre sei, die Auszeichnung zu erhalten, und sie freut sich, dass es Solidarität zwischen Anwälten auf der ganzen Welt gibt. „Ich möchte diese wichtige Gelegenheit nutzen, um mich bei jeder einzelnen Person zu bedanken, die in der Zeit, in der ich im Gefängnis war und meine Familie jeden Tag belästigt und bedroht wurde, begeisterte Unterstützung für meinen Mann und mich gezeigt hat“, erklärte Sotoudeh. „Ich schätze Ihre Unterstützung und betone immer, dass ich meine berufliche Pflicht tue.“

Sotoudeh beschrieb die Erklärung der Menschenrechte als Vermächtnis für die gesamte Menschheit und wies auf Eleanor Roosevelts Bemühungen hin, die Internationale Erklärung der Menschenrechte zu verabschieden. „Sie hat besser als jeder andere gesehen, wie Krieg alle menschlichen Errungenschaften zerstören kann, und abgesehen von Gewalt und Massaker an Menschen zerstört er die kulturellen und sozialen Errungenschaften“, fügte Sotoudeh hinzu. Sie sprach auch das Beileid für den Tod der Richterin Ruth Bader Ginsburg aus und nannte sie eine Verfechterin der Gerechtigkeit, die gegen rassistische und sexuelle Diskriminierung kämpfte.

https://iranintl.com/en/iran-in-brief/american-bar-association-awards-nasrin-sotoudeh-eleanor-roosevelt-prize
American Bar Association Awards Nasrin Sotoudeh With Eleanor Roosevelt Prize
Iran International, 29.12.2020

https://www.americanbar.org/groups/human_rights/events/eleanor-roosevelt-prize-for-global-human-rights-advancement/
Eleanor Roosevelt Prize for Global Human Rights Advancement

https://www.americanbar.org/groups/human_rights/events/eleanor-roosevelt-prize-for-global-human-rights-advancement/virtual2020erprizeawards/nasrinsotoudeh/

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/87113/
اهدای جایزه حقوق بشر کانون وکلای آمریکا به نسرین ستوده

Anmerkung:

Die American Bar Association ist eine Vereinigung von Rechtsanwälten, Richtern und Studenten der Rechtswissenschaften in den Vereinigten Staaten. Eleanor Roosevelt war eine US-amerikanische Menschenrechtsaktivistin und Diplomatin sowie die Ehefrau des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt. Innerhalb der Frauenbewegung repräsentierte Eleanor Roosevelt den progressiven Flügel der Demokratischen Partei.

https://de.wikipedia.org/wiki/Eleanor_Roosevelt

https://de.wikipedia.org/wiki/American_Bar_Association

Iran: Die Salz-Frauen von Chaharmahal Bakhtiari

Die BewohnerInnen der Dörfer Qaleh Rashid, Shekarabad und Hossein Abad in Ardal Chaharmahal Bakhtiari arbeiten seit mehreren Jahrhunderten im Salzbergwerk Qaleh Rashid.

Laut IRNA sind die arbeitenden Frauen dieser drei Dörfer damit beschäftigt, Salz aus den Felsen zu gewinnen, aus denen das Salzwasser vom frühen Frühling bis zum Mittherbst geflossen und getrocknet ist. „Salzpflücken“ ist der lokale Begrif dafür.

Ab Ende April wird das Wasser der Salzquelle auf die Felsen geleitet. Nach einigen Tagen trocknet das Wasser und es erscheinen Salzkristalle.

Frauen gehen mit einer Axt zu verschiedenen Stellen, um die Salzstücke zu trennen. Sie bringen Sie die Bruchstücke nach unten, um sie zu erweichen und mit großen Steinen zu zermahlen.

Das Salz wird dann in geformte Schalen gegossen und zum Aushärten und Trocknen in die Sonne gestellt.

Formsalze werden für den Verkauf mit Rindern das Tal hinunter transportiert und mit Lastwagen weiter in verschiedenen Regionen.

Dieses Salz enthält spezielle Mineralsalze, die von Menschen und Tieren gebraucht werden.

Das Vorhandensein verschiedener Salze im Wasser der Quellen ist auf den Durchgang von Wasser durch die Erdschichten und verschiedene Gesteine ​​der Erde zurückzuführen.

Quelle

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=218924
زنانِ چین در چهارمحال و بختیاری

Amnesty International und Deutschland fordern die dauerhafte Freilassung von Nasrin Sotudeh

Nasrin Sotudeh

Amnesty International hat die Freilassung von Nasrin Sotudeh begrüßt und erklärt, dass die Anwalt niemals wegen der Verteidigung der Menschenrechte hätte inhaftiert werden sollen. Der Leiter der Menschenrechtsabteilung der deutschen Bundesregierung zeigte sich ebenfalls zufrieden mit der Freilassung von Nasrin Sotoudeh.

In einer Twitter-Nachricht unterstützte Amnesty International die Freilassung von Nasrin Sotudeh. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation wurde die iranische Anwältin zu Unrecht nur wegen der Verteidigung der Menschenrechte inhaftiert. Amnesty International hatte die bedingungslose Freilassung von Frau Sotoudeh gefordert.

„Ich freue mich sehr, dass Nasrin Sotudeh zur medizinischen Behandlung aus dem Gefängnis entlassen wurde. Das Judiciary Media Center gab am Samstag, dem 8. November, bekannt, dass Nasrin Sotudeh, eine Gefangenenanwältin, mit Zustimmung des für das Qarachak-Gefängnis in Qazvin zuständigen Staatsanwalts in Hafturlaub gehen werde.

Frau Sotudeh wurde am 20. Oktober 2010 aus dem Evin-Gefängnis in die Generalabteilung des Teheraner Frauengefängnisses (Qarchak-Gefängnis) verlegt. Der PR-Beauftragte der Gefängnisorganisation der Provinz Teheran erklärte, die Gefangenenanwältin sei „wegen eines öffentlichen Verbrechens zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden, wobei die letztgenannte Strafe gerade endgültig und bindend geworden ist“.

Nasrin Sotoudeh wurde vor einem Monat nach einer langen Zeit des Hungerstreiks in das Taleghani-Krankenhaus gebracht und fünf Tage später ins Gefängnis zurückgebracht, obwohl die Ärzte darauf bestanden, die Behandlung fortzusetzen, und die Notwendigkeit einer Intensivpflege.

https://www.peykeiran.com

Quelle: Deutsche Welle und Amnesty International

Iran: 24 Jahre Gefängnis für den Kampf gegen das Zwangskopftuch

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Saba Kord-Afshari

Wie Radio Farda und die Nachrichtenagentur Horana berichtet, hat die 28. Kammer des Obersten Gerichtshofs des Irans den Antrag der Anwälte von Saba Kord-Afshari auf ein Revisionsverfahren abgelehnt. Saba Kord-Afshari war wegen ihres Protests gegen die Kopftuchpflicht von der 26. Kammer des Revolutionstribunals von Teheran zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Saba Kord-Afshari lehnte es ab, ein Kopftuch in der Öffentlichkeit zu tragen und nahm an der Bewegung „Weißer Mittwoch“ teil, die jeden Mittwoch mit weißer Kleidung als Zeichen des Protests an die Öffentlichkeit ging. Das Revolutionstribunal legte dies als „Ermutigung zum Verderben der Sitten und zur Prostitution“, als „Kriminelle Vereinigung zum Zweck der Begehung von Verbrechen gegen die Sicherheit des Landes“ und als „Propagandistische Tätigkeit gegen das System“ aus.

https://de.wikipedia.org/wiki/Saba_Kord_Afshari

https://news.gooya.com/2020/11/post-45245.php

vom 9. November 2020

حکم ۲۴ سال زندان به خاطر پیاده‌‌روی بدون حجاب
https://news.gooya.com/2020/11/post-45245.php

Iran: Australierin im Gefängnis „verschwunden“

Kylie Moore-Gilbert, Dozentin an der University of Melbourne, im Iran in Haft


Die australische Forscherin Kylie Moore-Gilbert, Dozentin an der University of Melbourne, wurde 2018 verhaftet, als sie von einem Aufenthalt im Iran in ihre Heimat zurückkehren wollte. Ihr wurde Spionage vorgeworfen und sie erhielt 10 Jahre Gefängnis. Die Behörden boten ihr eine Strafermäßigung an, wenn sie bereit sei, für den Iran zu spionieren. Zuletzt war sie im Gefängnis von Qaretschak in Haft, wo sie im August von Lyndall Sachs, der/dem Botschafter/in Australiens in Iran, besucht wurde. Sie war zuerst im Ewin-Gefängnis in Teheran in Haft und wurde dann mit Nasrin Sotude nach Qaretschak verlegt. Ein Kreis zur Unterstützung von Kylie Moore-Gilbert in Australien ist besorgt, dass das zurückhaltende Auftreten der australischen Behörden gegenüber der iranischen Regierung nicht die richtige Form des Umgangs mit dem iranischen Regime ist.

Die sich häufenden Auslandsmorde wie auch die Tatsache, dass vermehrt ausländische Staatsbürger unter dem beliebten Vorwurf der Spionage im Iran inhaftiert werden (eine Forscherin aus Frankreich ereilte dasselbe Schicksal), machen deutlich, dass die iranischen Machthaber im Umgang mit dem Ausland wieder vermehrt auf Drohung, Einschüchterung und Erpressung setzen.

Luftaufnahme des Qaretschk-Gefängnisses

https://www.abc.net.au/news/2020-10-26/kylie-moore-gilbert-moved-iran-qarchak-prison/12812032
vom 26.10.2020
Kylie Moore-Gilbert moved from Iran’s Qarchak prison, but Australian academic’s current location unknown

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=216859
vom 5. Aban 1399 (26.10.2020)
استرالیا خواستار توضیح ایران درباره وضعیت کایلی مور‌ گیلبرت‎، پژوهشگر زندانی شد‎‎

Iran: Eine revolutionäre Frau wurde festgenommen 

تصویری از ویدئوی زن دوچرخه‌سوار که روز دوشنبه در شبکه‌های اجتماعی منتشر شد.
Dieses Video einer Radfahrerin wurde am Montag in den sozialen Medien veröffentlicht.

Video

Am Montag, den 19. Oktober 2020, wurde in den sozialen Medien ein Video verbreitet, dass ein iranische Frau beim Radfahren in der religiösen und konservativen Stadt Najafabad (in der Nähe von Isfahan) zeigt. Offenbar ohne sich den herrschenden Regeln der Scharia und den Bekleidungsvorschriften in der islamischen Republik Iran zu unterwerfen, fährt die Frau über einen zentralen und belebten Platz. Dabei grüßt sie mit eine großen, viel Selbstsicherheit ausstrahlenden Geste die erstaunten ZuschauerInnen am Straßenrand. Gefilmt wird sie aus einem hinter und neben ihr fahrenden Auto von einem Mann, der sie fragt, ob jetzt die Freiheit im Iran ausgebrochen sei. Anschließend ruft er ihr noch zu „Prima! Prima!“

Am heutigen Dienstag wurde bekannt, dass die Frau verhaftet worden ist.
Der Gouverneur von Najafabad beschrieb die „Tat“ der Frau, die beim Fahrradfahren auf dem Hauptplatz der Stadt keinen Hijab hatte, als „Verstoß gegen die Norm und Beleidigung des islamischen Hijab“.

Die revolutionäre Bewegung des Volkes
befindet sich in einer Situation,
in der die Politik der Unterdrückung
des Regimes sie nicht aufhalten kann und will.
Wenn die Angst vor dem Tod
bei den Massen nachlässt,
verliert die Angst vor der Unterdrückung
seine Wirksamkeit.

(Argang Bamschad) ارژنگ بامشاد

Quelle:

https://www.radiofarda.com/a/30902845.html