Iran: 57. Tag des Streiks in Haft-Tape

Streikende Arbeiter von Haft-Tape mit ihren Kindern


Seit 57 Tagen befinden sich die Arbeiter der Zuckerfabrik von Haft-Tape im Ausstand. Die Verantwortlichen der Firma und der Kreisverwaltung sind bis heute nicht auf die Forderungen der Arbeiter eingegangen. Dafür tun sie ihr Bestes, den Arbeitern das Leben schwer zu machen. Der jüngste Schachzug ist die Sperrung der Bank-Konten von einigen Arbeitern durch die Filiale der Bank Melli im Landkreis Schusch. Begründung natürlich in der Form völlig korrekt. Auf den Konten sind keine Einnahmen. Dass der Arbeitgeber aber seit 5 Monaten die Löhne nicht gezahlt hat, interessiert nicht, obwohl die Bank Melli eine staatliche Bank ist, also in der Hand der Politiker, die im Iran nach politischer Opportunität handeln, nicht nach wirtschaftlichen Kriterien.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=212182
vom 20. Mordad 1399 (10. August 2020)
پنجاه و هفتمین روز اعتراضات کارگران هفت‌تپه: مسدود کردن حساب کارگران توسط بانک ملی شهرستان شوش/ حضور فرزندان کارگران در اعتصابات

Iran: Streiks in der Erdölindustrie


Am Samstag, den 1. August, traten Arbeiter der Erdöl- und Erdgasindustrie sowie der Petrochemie in vier iranischen Provinzen gleichzeitig in den Streik. Beteiligt waren Arbeiter in den Provinzen Chusistan (Khuzestan), Buschehr, Hormosgan (Hormozgan) und Fars. Am Samstag traten die Arbeiter der Raffinerien von Qeschm (Qeshm) in Hormozgan, Abadan, Parsiyan sowie der Petrochemie von Lamard und der Blöcke (Faz) 22 und 24 von Parse Jonubi in den Ausstand. Am Sonntag ging der Streik weiter, es schlossen sich die Arbeiter der Raffinerien von Fadschire (Fajire) und Kangan sowie die Petrochemie Pars an. Auch Block 14 von Parse Jonubi kam hinzu.

Raffinerie in Abadan (Provinz Chusistan)

Forderungen der Arbeiter
Die Forderungen der Arbeiter muten bescheiden an:
Sie fordern eine Auszahlung der ausstehenden Löhne und eine Reduzierung der Arbeitszeit bei Temperaturen von 50°C (!). Vor knapp einer Woche war Ibrahim Arabzade, der bei der Petrochemie in Mahschahr arbeitete, infolge der Hitze gestorben. Viele Arbeiter der Erdölindustrie sind Leiharbeiter – auch im Persischen spricht man umschreibend von Arbeitern mit Werkverträgen, so dass stabile Anstellungsverhältnisse ebenfalls zu ihren Forderungen gehören. Auch die Umwandlung befristeter Verträge in unbefristete Arbeitsverträge ist Teil der Forderungen der Arbeiter.

Petrochemie (Provinz Fars)

Die Plage der Leiharbeit
Die Nachrichtenplattform akhbar-rooz schreibt am 1. August, das schätzungsweise 3 Viertel der Arbeiter in der iranischen Erdöl- und Erdgasindustrie inzwischen Leiharbeiter sind, was zu einer deutlichen Abnahme der Löhne, Arbeitsbedingungen und Arbeitssicherheit in dieser früher sehr lukrativen Branche geführt hat. Die Betreiber der Leiharbeitsfirmen scheren sich wenig um die iranische Gesetzgebung, sei es was die zulässige Zahl der Arbeitstunden angeht, sei es was die Gesundheitsvorschriften angeht (etwa Arbeit bei Temperaturen von 50°C).
Während sich die Leiharbeiter bei der Raffinerie für Schweröl in Qeshm über die unregelmäßige Bezahlung beklagen, behaupten die Direktoren der Raffinerie gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ILNA, die Arbeiter forderten höhere Löhne und es gebe keine Verspätungen bei der Lohnauszahlung…

Raffinerie für Schweröl in Qeshm (Hormosgan)

Gemeinsam streiken
In den meisten der genannten Firmen gab es schon früher Streiks, die zu nichts geführt haben. Das gemeinsame Auftreten zur gleichen Zeit setzt Zeichen, zumal auch Arbeiter anderer Fabriken, so die Zuckerfabrik Neyshekar in Haft-Tape und der Hersteller von Straßenbaumaschinen HepCo, sich den Streikenden angeschlossen haben.

Mögliche Reaktionen des Staates
Ruzbeh Bo-l-Hori macht sich auf den Seiten von Peykeiran Gedanken darüber, wie der Staat auf die Streiks reagieren kann. Er listet folgende Möglichkeiten auf:

  1. Der Staat geht auf die Forderungen der Arbeiter ein und die Streiks werden beendet. Für die Arbeiter wäre dies eine Ermutigung, auch in Zukunft so zu handeln, um ihre Forderungen durchzusetzen.
  2. Die Arbeiter werden mit Versprechungen vertröstet und brechen den Streik ab. Das ist schon öfters vorgekommen. Aber das bedeutet nur eine Verschiebung, denn die Arbeiter von Hepco und von Neyshekar in Haft-Tape zeigen deutlich, dass der Protest weitergeht, wenn die Forderungen nicht erfüllt werden.
  3. Die Streiks bleiben erfolglos, die Arbeiter werden verhaftet, gefoltert und zu Gefängnis verurteilt. Auch das ist nichts Neues. Aber gerade das Beispiel der Arbeiter von Neyshekar in Haft-Tape, wo der Staat so vorging, zeigt, dass er die Probleme mit Repression nicht lösen kann. Die Arbeiter streiken heute wieder, obwohl eine ganze Reihe ihrer Kollegen verhaftet, gefoltert und verurteilt wurden.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=211633
vom 12. Mordad 1399 (2. August 2020)
چند ویژگی دور تازه اعتصاب‌های کارگران نفت و پتروشیمی

https://www.radiofarda.com/a/iran-workers-protest-strike/30761600.html
vom 11. Mordad 1399 (1. August 2020)
کارگران بخش‌های مختلف ایران در روز شنبه دست به اعتصاب زدند

https://www.akhbar-rooz.com/گسترش-اعتصاب-کارگران-در-پالايشگاه-های
vom 11. Mordad 1399 (1. August 2020)
گسترش اعتصاب کارگران در پالایشگاه های جنوب به سایر مناطق نفتی ایران

https://www.radiofarda.com/a/iranian-workers-strike/30762692.html
vom 13. Mordad 2020 (3. August 2020)
ادامه اعتصابات کارگری در ایران و گسترش دامنه آن

Iran: Stahlholding in der Hand der Pasdaran

Sherkate Fulade Khuzestan, einer der Großproduzenten von Stahlbarren im Iran


Sherkate Fulade Khuzestan (Stahlfabrik von Chusestan) ist eine Aktiengesellschaft, deren Aktien zu 49 Prozent in den Händen einer Holding namens Yas liegen. Die Stahlfabrik von Chusestan gehört zu den drei größten Stahlfabriken des Irans. Zwar liegen 51 Prozent der Aktien in den Händen der Bevölkerung, das entscheidende Wort hat aber die Holding Yas.

Der lange Arm der Pasdaran

Die Holding Yas gehört zur Bonyade Ta°awone Sepah (Kooperativ-Stiftung der Pasdaran). Gegen sie werden einige große Verfahren wegen Korruption geführt, darunter eins über ein Geschäft im Umfang von 10.000 Milliarden Tuman mit der Stadtverwaltung von Teheran. Das Korruptionsverfahren führte zur Festnahme von °Isa Sharifi, ehemaliger Stellvertreter des Oberbürgermeisters von Teheran, der damals Mohammad-Baqer Qalibaf hieß. Qalibaf ist heute der Vorsitzende des iranischen Parlaments (Parlamentssprecher).
Die Holdung Yas wurde im Bahman 1396 (Anfang 2018) amtlich aufgelöst und ein Vermögensverwalter bestellt. Dieser Vermögensverwalter beschwert sich aber darüber, dass er keinen Zugriff auf die Aktivitäten der Holding Yas als Hauptaktionär der Stahlfabrik Chusestan hat und dass die Holding weiterhin dabei ist, ihre Aktienanteile zu erhöhen. Dass eine aufgelöste Firma weiterhin Geschäfte betreiben und sich dem Zugriff des Vermögensverwalters entziehen kann, zeigt deutlich, dass sich die Pasdaran in Verbund mit dem Religiösen Führer erfolgreich gegen jegliche Ausführung der Gesetze wehren können.

https://www.radiofarda.com/a/iran-radio-farda-exclusive-on-irgc-economic-activity-corruption/30719776.html
vom 21. Tir 1399 (11. Juli 2020)
افشای «دخل و تصرف غیرقانونی» سپاه پاسداران در شرکت فولاد خوزستان

Iran: Corona-Lock-Down nicht möglich


Am vergangenen Mittwoch, den 8. Juli, hat der iranische Gesundheitsminister Sa’id Namaki, auf einer Sitzung des Stabs zur Bekämpfung des Corona-Virus in Teheran erklärt, dass ein Lock-Down im Iran nicht möglich sei, weil er wirtschaftlich für die Bevölkerung nicht durchzuhalten sei. Der Staat habe auch nicht die Möglichkeit, ein Lock-Down überall zu kontrollieren und durchzusetzen, weil die Bevölkerung es sich aufgrund der tiefen Wirtschaftskrise nicht leisten könne, einfach zu Hause zu bleiben.

http://www.pyknet.net/1399/09tir/21/page/behdasht.htm
vom 21. Tir 1399 (11. Juli 2020)
وزیر بهداشت:

قرنطینه عمومی علیه کرونا

یعنی طغیان مردم در ایران

Irans Ölüberschuss überschreitet 120 Millionen Barrel


Während die Islamische Republik Iran ihre tägliche Rohölproduktion von 3,8 Millionen Barrel in der Zeit vor den US-Sanktionen auf etwa 1,9 Millionen Barrel im letzten Monat reduziert hat, sind die Ölexporte des Landes immer noch sehr niedrig. Die nicht verkauften Reserven haben einen Höchststand von rund 123 Millionen Barrel erreicht.

Der Iran verbraucht täglich rund 1,750 Millionen Barrel Rohöl. Damit produziert der Iran derzeit 150.000 Barrel überschüssiges Öl pro Tag.

Reuters zitierte Energie- und Rohstoffinformationsunternehmen wie Kepler und Rafinito mit den Worten, dass die iranischen Ölreserven im vergangenen Juni 66 Millionen Barrel an Land und 56,4 Millionen Barrel in verankerten Tankschiffen am Persischen Golf erreicht hätten.

Die iranischen Ölreserven an Land betrugen vor etwa sechs Monaten 39 Millionen Barrel und erreichten bis zum Frühjahr dieses Jahres 54 Millionen Barrel und letzte Woche 66 Millionen Barrel.

Kepler sagte gegenüber Radio Farda, dass die täglichen iranischen Exporte von Rohöl und Gaskondensat im ersten Quartal dieses Jahres nur 294.000 Barrel betrugen und im zweiten Quartal auf 187.000 Barrel fielen. Vor den US-Sanktionen exportierte der Iran 2,5 Millionen Barrel Öl- und Gaskondensat pro Tag.

Reuters schreibt, dass die Gaskondensatreserven des Iran stark gestiegen sind und es nicht praktikabel ist, die Produktion zu reduzieren. Gaskondensat ist eine Art ultraleichtes Rohöl, das aus Gasfeldern gewonnen wird. Wenn der Iran seine Produktion reduzieren will, muss er die Gasbohrungen schließen, was nicht praktikabel ist.

Neben der täglichen Produktion von 1,9 Millionen Barrel Rohöl beträgt die iranische Gaskondensatproduktion etwa 700.000 Barrel pro Tag, aber der Inlandsverbrauch des Gaskondensats der Islamischen Republik beträgt nur etwa 450.000 Barrel, und es bleibt keine andere Wahl, als überschüssige Produktion zu lagern.

In der Zwischenzeit schreibt Reuters, dass die iranischen Öl- und Gaskondensatspeicher vollständig gefüllt sind und kein Platz für zusätzliche Ölspeicher vorhanden ist.

China und Syrien sind die einzigen Ölkunden des Iran. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres exportierte der Iran laut chinesischer Zollstatistik täglich etwa 80.000 Barrel Öl. Keplers Statistiken zeigen natürlich, dass in dieser Zeit täglich 60.000 Barrel iranisches Öl nach Malaysia gingen. Diese Ladungen wurden nach Änderung ihres Namens unter dem Namen Malaysian Oil nach China verschifft. Der Rest der iranischen Ölexporte ging nach Syrien.

Quelle

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=210052

Iran: Wo bleiben die Devisen?

Wirtschaftsfachmann Hossein Raghfar


Hossein Raghfar ist Dozent an einer iranischen Hochschule und Wirtschaftsanalytiker. In einem Interview mit der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur ILNA erklärte er:
„Nach amtlichen Statistiken hatten wir (=der Iran) in den vergangenen zwei Jahren Exporte im Wert von 75 Milliarden US-Dollar. Davon sind 48 Milliarden Dollar in den Iran zurückgekommen, 27 Milliarden dagegen noch nicht. Und das ist nur die amtliche Statistik für den Abfluss von Devisen, das Ausmaß der illegalen Ausfuhr ist nicht bekannt.“
Mit anderen Worten, die amtliche Statistik besagt, dass 36% der eingenommenen Devisen für den Export nie im Iran angekommen sind. Auch dies ein Indiz für das Ausmaß der Korruption.

http://www.pyknet.net/1399/09tir/16/page/raghfar.htm
vom 16. Tir 1399 (6. Juli 2020)
حسین راغفر:

اشکال دیگر طغیان مردم

علیه وضع موجود را ببینیم!

Iran: Vom Verhörbeamten zum Mitglied der iranischen Delegation bei den Atomverhandlungen

Mohammad Sa’idi, Verhörbeamter, CEO der iranischen Schiffahrtsgesellschaft und vieles mehr


Heschamtollah Tabarsadi (Heshmatollah Tabarzadi) war der Führer der Studentenorganisation Payame Daneshju (Daneschdschu) im Iran der 1990-er Jahre. Er wurde 1373 (1994) von Mohammad Sa’idi zum Verhör ins Geheimdienstministerium bestellt. Geheimdienstminister war damals Falahiyan, Sa’idi einer seiner Stellvertreter. Tabarsadi ging damals nicht auf die Forderungen von Sa’idi ein, verschiedene Äußerungen zurückzunehmen, namentlich solche, die die Kapitalflucht großer Unternehmen betrafen. Tabarsadi kam wieder auf freien Fuß, aber ein Jahr später erteilte Mohammad Sa’idi den Befehl, das Büro der Studentenvereinigung zu besetzen. Heschmatollah Tabarsadi wurde mit verbundenen Augen abgeführt. Nun hatte er wieder mit Mohammad Sa’idi zu tun, der ihn im Verhör bedrohte. Ein Jahr lang befasste sich Sa’idi mit diesem Fall und konstruierte daraus ein Verfahren, das zur Schließung der Studentenorganisation Payame Daneshju führte.

Vom Verhörbeamten zum Verhafteten
Jetzt hat das Schicksal den damaligen Verhörbeamten eingeholt.
Laut Mitteilung der iranischen Nachrichtenagentur IRNA vom Sonntag, den 5. Juli 2020, wurde Mohammad Sa’idi, ehemaliges Mitglied der iranischen Delegation für die Atomverhandlungen und ehemaliger Exekutiv-Direktor der iranischen Schifffahrtsgesellschaft wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten verhaftet. Mohammad Sa’idi hat in dem Unternehmen wohl seine Angehörigen untergebracht und Schulden in der Höhe von 1000 Milliarden Tuman bei zwei iranischen Banken (Banke Tejarat und Banke Sepah) hinterlassen. Ihm wird wohl auch zur Last gelegt, dass im Kaspischen Meer zwei iranische Schiffe untergegangen sind und dass es mit der Treibstoffversorgung der Schiffe wohl auch nicht korrekt zuging. Auch die Annahme von Bestechungsgelder wird ihm vorgeworfen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=209940
vom 16. Tir 1399 (6. Juli 2020)

حشمت الله طبرزدي: اولین بازجوی من نیز دستگیر شد

https://news.gooya.com/2020/07/post-40517.php
vom 5. Juli 2020
«محمد سعیدی» بازداشت شد

Iran: Erdölexporte auf Rekord-Tiefstand

تأسیسات میدان نفتی سروش در خلیج فارس
Soroush Ölfeldanlage im Persischen Golf

Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Donnerstag, den 14. Mai 2020, dass der Iran im April täglich 70.000 Barrel Öl verkauft hat, der niedrigste Stand der letzten Jahrzehnte. Zuvor (im März) sei die Menge noch bei 287.000 Barrel pro Tag gelegen. Selbst wenn die Angabe, die von der Firma Kplr stammt, die den Erdölverkauf beobachtet, laut Kplr korrigiert werden müsste und 200.000 Barrel herauskämen, wäre das immer noch ein extremer Tiefstand. (Ob die Zahl 200.000 aus den Fingern gesaugt wurde, wird in dem Artikel nicht verraten.)

Daniel Gerber von Petro-Logistics, die ebenfalls den Erdölhandel beobachtet, führt den Rückgang auf die gesunkenen chinesischen Importe zurück. China war früher bei Sanktionen immer noch ein Abnehmer für iranisches Erdöl. Der wirtschaftliche Stillstand, den die Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus weltweit hervorgerufen haben, tut sein übriges, die Nachfrage nach Erdöl zu reduzieren.

Noch im April 2018, einen Monat, bevor US-Präsident Trump das Nuklear-Abkommen mit dem Iran gekündigt hatte, betrug der iranische Erdölexport über 2,5 Millionen Barrel pro Tag.

Quellen:

https://www.radiofarda.com/a/Irans-oil-exports-dwindle-to-record-low/30614720.html
میزان فروش نفت ایران به پائین‌ترین رقم طی چند دهه رسید
vom 26. Ordibehesht 1399 (15. Mai 2020)

https://www.reuters.com/article/us-iran-oil/hit-by-coronavirus-and-trump-irans-oil-exports-dwindle-to-record-low-idUSKBN22Q0U3
Hit by coronavirus and Trump, Iran’s oil exports dwindle to record low
vom 14. Mai 2020

Qom: Heiligtum der Ma’sume geschlossen

Dies ist eine Seitentür des Ma’sume-Heiligtums in Qom, die angeblich von Protestierenden aufgebrochen wurde. Der „Bruch“ sieht sehr sauber aus. Kam der „Angriff“ von innen?


Ma’sume, die Schwester von Imam Resa, ist in Qom begraben. Imam Resa ist in Maschhad begraben. Die Gräber der beiden sind wichtige Wallfahrtsorte der Schiiten im Iran und zugleich wichtige Wirtschaftszentren der religiösen Stiftungen, die nach der Revolution von 1979 viele Ländereien und Firmen von Schahanhängern übernommen haben.
Qom war im Iran ein wichtiger Startpunkt für die Ausbreitung des Coronavirus, ebenso Maschhad, denn in religiösen Zentren drängen sich die Menschen um die Heiligenschreine, ein günstiger Umstand für die Ausbreitung von Viren. Die Geistlichkeit in beiden Städten, die ihre Pfründe in Gefahr sahen, denn die Pilger lassen eine Menge Geld zurück, hat ihr bestes getan, damit namentlich über Qom keine Quarantäne verhängt wird. Mit Erfolg: Der Virus konnte sich von Qom aus im ganzen Land ausbreiten. Und auch in der Provinz Chorasane Razavi, in der Stadt Maschhad, sind amtlich 230 Menschen vermutlich am Coronavirus gestorben.
Jetzt wurde das Heiligtum der Ma’sume in Qom geschlossen. Darauf haben einige Gläubige oder sogenannte Unbekannte, die im Auftrag der Geistlichkeit handeln, eine dieser Türen wieder aufgebrochen, aus Protest gegen die Schließung. Auch jetzt noch kommen viele Menschen zu diesem Heiligtum.

https://www.radiofarda.com/a/breaking-the-door-of-a-religious-place-in-qom/30491072.html
vom 24. Esfand 1398 (16. März 2020)
کرونا؛ معترضان درِ حرم «حضرت معصومه» را برای جلوگیری از تعطیلی آن شکستند

Iran: Nach 41 Jahren größte Alkoholfabrik des Nahen Ostens wieder eröffnet


Wie die amtliche iranischen Medien berichten, wurde jetzt die Brauerei und Alkoholfabrik Shams wieder in Betrieb genommen. Sie war im Verlauf der Revolution von 1979 zweimal in Brand gesetzt worden und musste dann schließen. Damals wurde eine ganze Batterie von Koran-Versen aufgefahren, um die Schließung der größten Alkoholfabrik des Nahen Ostens zu rechtfertigen. Wie flexibel Religionen im Umgang mit der Überlieferung sind, zeigt sich jetzt im Zuge der Coronavirus-Epidemie. Alkohol wird in den Krankenhäusern zur Desinfektion benötigt und ist auch Bestandteil diverser Medikamente. Und so kommt es, dass diese Fabrik nach 41 Jahren Stillstand die Produktion wieder aufnehmen darf. Laut Berichten produziert sie 22.000 Liter Alkohol am Tag, in drei Schichten, sie liefert Alkohol für den Bedarf der Krankenhäuser im Umfang von 4000 Litern pro Tag.
Jetzt wäre es interessant zu sehen, was für Rechtfertigungen die islamischen Theologen im Iran liefern, um die Wiedereröffnung zu begründen. Dann könnte man am lebenden Beispiel sehen, wie aus ein und dem selben Text samt Kommentaren die gegensätzlichsten Positionen abgeleitet werden. Leider fehlen uns für diesen Vergleich Berichte darüber, wie die Theologen derzeit damit umgehen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=202114
vom 21. Esfand 1398 (11. März 2020)
کرونا کارخانه «آبجوسازی شمس» را بعد از ۴۱ سال بازگشایی کرد