Iran: Kazaj, ein Dorf in der Nähe von Chalchal

Das Dorf Kazaj liegt im Nordwesten des Irans, etwa 57 km von der nächsten größeren Stadt Chalchal entfernt. Es ist nicht besonders wohlhabend und die Bewohner leben von der Landwirtschaft. Etwa 260 Familien leben hier.

Das Dorf hat eine sehr traditionelle Bebauungsstruktur. Durch die dichte Bebauung an steilen Hängen wurde die Terrasse des einen zum Dach des anderen Hauses.

Iran – Nourus: Sofreye Haft Sin in Isfahan

Zum iranischen Neujahrsfest, das immer zum Frühlingsbeginn gefeiert wird, gehört es, eine Tischdecke auszubreiten, auf der sieben mit dem Buchstaben s (Name „sin“) beginnende Objekte ausgestellt sind (Sofreye Haft Sin – das Tischtuch mit den Sieben S). Traditionell ist auch ein Glas mit einem Goldfisch dabei.
Die Bauern von Warsane im Osten der Provinz Isfahan präsentieren jetzt diese Tradition in zeitgemäßerem Gewand. Sie leiden unter Wasserarmut, seit die Regierung durch ein Wasserumleitungsprojekt dem Sayande-Fluss das Wasser entzogen haben. Der Goldfisch ist durch einen toten Fisch auf trockenem Sand ersetzt, statt Blumen sieht man Steine (sang) und Wüste, und die Schrottkugeln (satschme) symbolisieren die staatlichen Gewaltakte gegen die protestierenden Bauern.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=150924
vom 29. Esfand 1396 (20. März 2018)ا

Wohnen am See, Darag, Südiran

Darag ist eine kleines Dorf in der Nähe von Kenarak im Südiran, in der Provinz Sistan-Belutschistan. Der Name Darag bedeutet auf persisch so viel wie „Am See wohnen“. Die Gegend ist weithin bekannt für die besondere Türkisfärbung des Wassers, an der Stelle wo der Indische Ozean und der Golf von Oman aufeinandertreffen.


Die Haupteinnahmequelle der Einwohner ist der Fischfang


Auch die Kinder haben Fische gefangen, die sie nun auf dem Basar verkaufen werden.


Die Dattelpalmen des Dorfes sind bekannt für ihre Qualität.


Die Frauen tragen immer farbige Kleidung.

Iran: Sisdah be dar – Raus ins Grüne

Am 20. März ist im Iran Jahresbeginn. Das Jahr fängt dort mit dem Frühling an. Am 13. Tag des neuen Jahres gehen möglichst alle IranerInnen ins Grüne. Die Islamisten unter Führung von Ajatollah Chomeini hatten zwar versucht, das iranische Neujahrsfest (Nourus) als unislamisch zu brandmarken und zu beseitigen, aber 38 Jahre Herrschaft haben nicht gereicht, dies den Iranern auszutreiben. Mehr noch: Am diesjährigen Neujahrsfest hat kein einziger Ajatollah eine öffentliche Erklärung abgegeben, um die Tradition des 13. Neujahrstags (sisdah be dar) zu verurteilen. Sie haben wohl eingesehen, dass keiner mehr auf sie hört.
Wie die Iraner das Neujahr am 13. Tag feiern, sieht man an folgenden Fotos:

aus Teheran:

aus dem Südiran:

aus Isfahan (dort bei der berühmten Chadschu-Brücke):

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=126492

Irans Nomaden: Almauftrieb

Almauftrieb der Familien der Baqir-Bek Yurdi, aus dem Großverband der Tschelebiyanlu von Qara-Dagh, die ihre Sommerweidegebiete 30 km nordwestlich von Ahar (Region Ost-Aserbaidschan, Iran) und 40 km südwestlich von Kalibar im Arasbaran-Gebirge haben.


Wo liegt das?


nach der Beschreibung liegt das Ziel südlich des roten Kreises

Dieses Jahr hat sich der Auftrieb wegen des schlechten Wetters und der Krankheit tab-e barfaki (Schneefieber), wie die Maul- und Klauenseuche im Iran heißt, um 20 Tage verzögert.

diese und viele weitere Fotos finden sich auf:
http://tabnak.ir/fa/news/592955/%DA%A9%D9%88%DA%86-%D8%B9%D8%B4%D8%A7%DB%8C%D8%B1-%D9%82%D8%B1%D9%87-%D8%AF%D8%A7%D8%BA
vom 8. Chordad 1395 (28. Mai 2016)
kuche ashayere qara-dagh (Almauftrieb der Nomaden ins Asbaran-Gebirge)

Iran: Der Ajatollah und der Trauerredner

Maddah ist eigentlich die Bezeichnung für einen Lobredner. Das war auch seine Funktion zur Schahzeit, wo er zu diversen Anlässen die Monarchie zum Himmel lobte. In der Moschee war seine Rolle die eines Predigers, der allerdings im Gegensatz zum Geistlichen, dem Molla, nicht auf die Kanzel steigen durfte. Geld bekamen die Redner in der Regel nicht. Nach der Revolution hat sich ihre Rolle geändert. Das islamistische Regime bedient sich der Lobredner, die man ihrer heutigen Tätigkeit nach eher als Trauersänger bezeichnen sollte, um sie für ihre Propaganda einzuspannen. Manche von diesen Rednern haben eine gute Stimme und singen auch nach dem Vorbild klassischer iranischer Musik. Als der Krieg mit dem Irak begann, also 1980, wurden diese Maddahs überall eingesetzt, um das Volk für den Krieg zu mobilisieren und sie nach bestem schiitischen Vorbild auf den Märtyrertod vorzubereiten. Vor jedem wichtigen Angriff wurden sie auch zu den kämpfenden Einheiten geholt, damit sie den Kampfgeist der Soldaten anfeuerten. So kam es, dass sie im Regime eine immer wichtigere Rolle einnahmen und zu den höchsten Amtsträgern Kontakte hatten. Die Folge: Wer immer ein Problem hatte, sei es mit der Justiz, sei es in anderen Angelegenheiten, wandte sich an die Maddahs als Vermittler von Kontakten. Die Vermittlung war freilich nicht umsonst, so dass diese Redner nicht zu den Ärmsten gehören. Als wichtige Männer bekamen sie auch die Erlaubnis, Waffen zu tragen.


Mahmud Karimi, der Revolverheld, und Ajatollah Chamene’i

Trauerredner und Revolverheld
Einer von ihnen ist Mahmud Karimi. Vor etwa 6 Monaten war er auf der Autobahn in Teheran mit seinem Auto in ein anderes Auto gefahren. Er machte Anstalten, Fahrerflucht zu begehen. Die Insassen, ein junger Mann und eine junge Frau, protestierten. Darauf zog er seinen Revolver und schoss auf sie. Zum Glück gingen beide in Deckung, so dass sie nicht getroffen wurden. Er drohte ihnen, falls sie ihn verfolgten, würde er sie mit dem Revolver erledigen. Die beiden waren so empört, dass sie die Polizei riefen und die Nummer des Fahrzeugs mitteilten. So konnte der Täter ermittelt werden. Geschadet hat ihm das nichts. Wie man sieht, wird er gerade vom Obersten Führer der Islamischen Republik, Ajatollah Chamene’i, umarmt. Das Foto hat der Pressedienst des Ajatollahs am Sonntag, den 13.03.2016, selbst in Umlauf gesetzt.