Iran: Polizei zur Aufstandsbekämpfung gegen streikende Arbeiter


Vergangenen Montag, den 16. September 2019, setzten die iranischen Machthaber Spezialeinheiten zur Aufstandsbekämpfung gegen die streikenden Arbeiter des Baumaschinenproduzenten HepCo in Arak ein. Beim Angriff der Regierungskräfte wurden 15 Arbeiter verletzt, so dass ein Teil von ihnen im Krankenhaus behandelt werden musste. 28 Arbeiter wurden verhaftet. Der massive Gewalteinsatz hinderte die Arbeiter nicht daran, ihren Streik am Folgetag fortzusetzen.
HepCo stellt Planierer, Walzen und andere Baufahrzeuge in Lizenz von japanischen, deutschen und anderen Firmen her.

Quelle:

هجوم گارد ویژه، ضرب و شتم وحشیانه و بازداشت گسترده کارگران معترض هپکو در اراک


vom 26. Shahriwar 1398 (17. September 2019)
hojume garde wizhe, zarb o shatme wahshiyane wa bazdashte gostardeye kargarane mo°tareze hepko dar arak

Polizeigewalt gegen Jugendliche im Iran

Im Iran kursiert ein Video in den Sozialen Netzwerken, das die brutale Festnahme von Jugendlichen im Alter von 15 Jahren und jünger durch iranische Polizei zeigt. Es verbreitete sich schnell und führte zu kritischen Reaktionen im ganzen Iran u.a. auch von Parlamentsangeordneten.


Polizei nimmt Jugendliche in Teheran Park fest

Video

Vorgestern, am Sonntag, den 23.6.2019, spielten Jugendliche bei sehr, sehr heissem Wetter in einem Teheraner Park (Teheran Pars Park) mit Wasserspritzpistolen. Sie wollten sich damit erfrischen und Spaß haben. Das ging so lange gut bis eine Polizeistreife vorbeikam und anfing, die Jugendlichen und speziell die Mädchen zu beschimpfen und als Huren zu bezeichnen. Sie warfen ihnen vor, nicht gemäß den Vorschriften der Scharia bekleidet zu sein und sich z.B. mit Offenem Haar in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Die Jugendlichen wehrten sich mit Worten und verbaten sich die Beschimpfungen seitens der Polizei. Sie fragten, was sie den schlimmes getan hätten, wo sie doch nur etwas spielen würden und mit Spritzpistolen, die es in jedem Geschäft als Spielzeug zu kaufen gibt Spaß, haben wollten.

Die Polizei wollte fünf Jungendliche festnehmen, zwei Mädchen und drei Jungen. Besonders ein Mädchen wehrte sich heftig und wurde bei der Festnahme auch geschlagen, so dass blaue Flecken zurück blieben (siehe Video). PassantInnen in der näheren Umgebung mischten sich aus Angst nicht ein. Weitere 10 Jugendliche machten sich schnell davon.

Inzwischen sind die Jugendlichen wieder auf freiem Fuß, nachdem ihre Eltern sie auf der Polizeiwache gegen eine Kaution abgeholt haben. Sie mussten eine Unterschrift leisten, dass sie jederzeit einer Aufforderung der Sicherheitskräfte Folge leisten würden, sobald sie vorgeladen werden.

Dschahan Bakhsche Mohebi, ein Parlamentsmitglied, erklärte in einer kurzen Rede im Parlament: „Ich hoffe, dass dieser Film, der in der Öffentlichkeit verbreitet wurde, nicht der Realität unserer Sicherheitskräfte entspricht.“.

Frau Parvane Salahschuri, ebenfalls Mitglied des iranischen Parlaments, sagte in ihrer Rede, dass der Innenminister vor dem Parlament Rede und Antwort stehen müsse, warum die Sicherheitskräfte die Jugendlichen geschlagen hätten. Es sei nicht richtig, dass eine Gruppe denken kann, sie habe die ganze Macht in der Hand und willkürlich alles machen könnte, was sie will.

Der Teheraner Polizeichef hat sofort reagiert und zwei der beteiligten Polizisten entlassen.

Iran – Sistan-Balutschistan: Selbstmordanschlag in Tschabahar


Ort des Anschlags in Tschabahar

In der iranischen Hafenstadt Tschabahar kam es am 6. Dezember 2018 zu einem Selbstmordanschlag vor dem Polizeisitz. Ein Auto fuhr vor und explodierte. Dabei kamen mindestens vier Menschen ums Leben, 27 sollen verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden sein, darunter auch eine 16-jährige Schwangere.
Bislang hat keine politische Gruppe die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/77763/
vom 6.12.2018
chandin koshte wa zaxmi dar enfejare entehari dar chabahar

Iran: Studenten unterstützen Lehrerstreik


Am Montag haben sich Studenten verschiedener iranischer Hochschulen mit den Forderungen der streikenden Lehrer für solidarisch erklärt, so an der Alame-Tabatabai-Hochschule und an der Fakultäten für Sozialwissenschaften der Uni von Teheran

https://rahekargar1358.wordpress.com/2018/10/15/tahasson-7/
vom 15. Oktober 2018
daneshjuyan dar defa° az motalebate mo°alleman wared °arse shodand / °aks

Iran – Ahwas: Der Protest der Stahlarbeiter hält an

Die Stahlarbeiter der Fabrik „Goruhe Melliye Fulad“ in Ahwas haben auf ihrem Protestmarsch vom Montag, den 11. Juni 2018, unter anderem folgende Parolen gerufen:
„Suriye-ro raha kon – fekri be hale ma kon“ – Lass Syrien in Ruhe und denk mal an uns.
„Hoquqa-ro nemidan, marg bar amrika – doshmane mun haminjas, dorugh migan amrikast“ – Sie zahlen die Löhne nicht (und rufen) Tod über Amerika, aber unser Feind ist hier, sie lügen, wenn sie
sagen, es sei Amerika.
Laut einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur ILNA sind am Montag 4000 Stahlarbeiter in Ahwas auf die Straße gegangen. Sie forderten die Zahlung der ausstehenden Löhne und
Sozialversicherungsbeiträge, ohne die sie keine ärztliche Behandlung erhalten, und sie verlangten eine Klärung der Besitzverhältnisse.
Aus dem Ministerium für Kooperativen, Arbeit und Wohlfahrt sowie aus der Provinzverwaltung heißt es, dass das Eigentum an der Stahlfabrik an die Nationalbank (Banke Melli) zurückgegangen
sei. Dem steht entgegen, dass der momentane Eigentümer, Abdolresa Mussawi, sowie seine Direktoren nach wie vor in der Firma anwesend sind.

Drohung des Polizeichefs
Der Kommandant der Sicherheitskräfte von Ahwas warnte die versammelten Arbeiter, es sei eine ernsthafte Option, dass die Firma den Konkurs erkläre und stillgelegt werde, so dass die Arbeiter
dann nur das Arbeitslosengeld erhielten. Er erklärte auch, dass ein Budget zur Verfügung gestellt werde, damit die Firma wieder tätig werden könne. Dass hier der Polizeichef Argumente vorträgt,
die in einer Marktwirtschaft üblicherweise von den Vertretern des Kapitals geäußert werden, zeigt deutlich, dass die Wirtschaft im Iran nach anderen Regeln funktioniert.

Besuch bei den Abgeordneten
Die erzürnten Arbeiter statteten auch den Wahlbüros von drei Abgeordneten der Stadt im Parlament ab, schlugen dort die Scheiben ein und demolierten einige Gegenstände, um so ihren Unmut über
deren Untätigkeit kund zu tun.

Vorladung der Sicherheitspolizei
Von den protestierenden Arbeitern erhielten sieben in der vergangenen Woche eine Vorladung von der Sicherheitspolizei (Polise amniyat) von Ahwas. Sie lehnten es ab, der Vorladung zu folgen,
solange sie nicht schriftlich eingehe. Frühere Festnahmen von Arbeitern der Stahlfabrik endeten mit deren Freilassung, nachdem ihre Kollegen protestiert hatten.

https://www.radiofarda.com/a/iran_saqez_ahwaz_workers/29283510.html
edameye e°teraze kargarane goruhe melliye fulad. hamshahri be gush bash, ahwaz saheb nadare
vom 11. Juni 2018 (21. Chordad 1397)

Kaserun – Iran: Polizei umzingelt Krankenhaus

Bei den Protesten in Kaserun vom 16. auf den 17. Mai 2018 sollen nicht nur 3 Zivilisten durch Polizeischüsse umgebracht worden sein, es soll auch zahlreiche Verletzte gegeben haben. Wie die Webseite akhbar-rooz.com berichtet, haben die Sicherheitskräfte das Krankenhaus von Kaserun umstellt, so dass es den Opfern der Polizeigewalt nicht möglich ist, das Krankenhaus aufzusuchen, ohne eine Verhaftung zu riskieren. Im Zusammenhang mit den Protesten wird von 200-300 Festnahmen berichtet. Die Angehörigen der Festgenommenen haben sich vor dem Gebäude versammelt, wo diese Personen festgehalten werden, und deren Freilassung gefordert. Die Behörden antworteten darauf mit Tränengas und Warnschüssen in die Luft.
Das Vorgehen der sogenannten Sicherheitsorgane erweckt den Eindruck, dass es nicht ihr Ziel ist, die Lage zu beruhigen, sondern ganz im Gegenteil. Was der Sinn eines solchen Verhaltens ist, ist derzeit noch nicht ersichtlich.

Quelle:
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=86646
vom 27. Ordibehescht 1397 (17. Mai 2018)
e°teraze shabaneye mardome kazerun chandin koshte va zaxmi bar jay gozashte

Iran – Karadsch: Tränengas für die Opfer betrügerischer Bankgeschäfte

Im Iran gab es eine ganze Reihe von Privatbanken, die unter der Aufsicht der Zentralbank agierten, das Geld von Anlegern einsteckten und dann damit untertauchten. Die Geschädigten haben heute vor dem Sitz so einer Bank, der Moasseseye Touse°eye Alborz (Institut zur Entwicklung von Albors) demonstriert und wurden daraufhin von der Polizei mit Pfefferspray auseinander getrieben. Versteht sich, auch hinter diesen betrügerischen Banken stehen Leute, die mit den Pasdaran verbunden sind.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=153886
vom 11. Ordibehescht 1397 – 1. Mai 2018
film – sarkube tajammo°e gharat shodegane moasseseye touse°eye alborz ba estefade az gaze felfel; karaj

Brutale Festnahme wg. Bekleidungsvorschriften im Iran

Im Internet verbreitet sich gerade weltweit ein Video von der brutalen Festnahme einer iranischen Frau in Teheran, der vorgeworfen wird, die islamischen Bekleidungsvorschriften missachtet zu haben. Sie und ihre Begleiterin, die sich für sie einsetzte, wurden geschlagen und beide befinden sich derzeit in Haft.


Brutale Festnahme wg. Bekleidungsvorschriften im Iran

Die auf Video festgehaltene Misshandlung ereignete sich bereits letzte Woche. Es wird mittlerweile in hunderten Webseiten und im Sozialen Netz weiterverbreitet. Im Video ist zu sehen, wie eine junge Frau von Sicherheitskräften kontrolliert und dann von weiblichen SittenwächterInnen angegangen wird. Die junge Frau will jedoch nicht fetgenommen werden und versucht sich immer wieder den Griffen zu entziehen. Es dauert nicht lange, dann beginnt die Sittenpolizei Gewalt ausuzuüben. Sie schlagen die junge Frau bis sie irgendwann unter Schmerzensschreien zu Boden geht.

Die junge Frau wird in der Situation von einer weiteren Frau unterstützt, die versucht einzugreifen und gegen das Schlagen der jungen Frau zu protestieren. Auch sie wird im späteren Verlauf geschlagen und letztlich ebenso festgenommen wie die andere Frau.

Beide befinden sich nun in Haft. Von der Unterstützerin ist bekannt, dass sie 48 Jahre alt ist und Minu Hasanabadi heisst. Sie wird jetzt von der bekannten Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh vertreten.

Angriff auf Polizeistation an der Grenze zu Pakistan

Heute wurde bekannt, dass es einen Angriff auf einen Posten der Grenzpolizei an der iranisch-pakistanischen Grenze gegeben hat, bei dem es mindestens 7 Tote gab.


Mirjaveh, an der iranisch-pakistanischen Grenze

Laut Nachrichtenagentur ISNA fand der Angriff in Mirjaveh statt, das etwa 75 km südöstlich von Sahedan liegt. Die Angreifer töteten zwei Grenzpolizisten sowie zwei Bassidschi. Es gab darüberhinaus auch mehrere Verletzte.

Angeblich sollen auch die Angreifer drei Verluste zu beklagen haben. Es heisst, die Angreifer seien Wahabiten, einem Zweig der Sunniten, und würden von Saudi-Arabien unterstützt.

Iran – Ahwas: Proteste der arabischen Minderheit halten an


In Ahwas protestiert die arabischsprachige Bevölkerung schon den siebten Tag gegen die Leugnung der arabischen Identität durch den iranischen Staat. Am 1. April 2018 gingen die Proteste bis in die Nachtstunden. Wie die Menschenrechtsorganisation von Ahwas berichtet, wurden in Ahwas an verschiedenen Stellen Kontrollposten eingerichtet. Die Polizeibeamten zwangen Araber, aus dem Auto auszusteigen und nahmen ihnen die Tschafiya ab (als Kufiya oder auch als Palästinensertuch im Deutschen bekannt). In der arabischen Kultur gilt dies als entehrend.
Ein solches Vorgehen ist geeignet, den Konflikt weiter anzuheizen. Es ist anzunehmen, dass die Behörden dies bewusst tun. Ist es das Ziel der Machthaber, auf diesem Weg einen Krieg mit arabischen Staaten wie Saudiarabien anzuzetteln, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken, die Wirtschaft in Gang zu bringen?
Dass es den iranischen Machthabern nach wie vor gelingt, die Bevölkerung mit nationalistischen Parolen anzuheizen, zeigt die Berichterstattung von Medien wie iran-emrooz, denen diese Meldung entnommen ist. Dort wird der Vorwurf des „Rassismus“ und der „Araberfeindlichkeit“, den die iranischen Araber erheben, nur in Anführungszeichen zitiert, wobei Anführungszeichen in iranischen Zeitungen selten sind und nicht verwendet werden, um Zitate zu markieren.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/74063/
iran-emrooz.net | Mon, 02.04.2018, 15:35
e°terazate shahrwandane °arabe ahwaz wared ruze haftom shod