Iran: Totengedenken

Totengedenken auf dem Chawaran-Friedhof


Am 7. Shahriwar 1399 (28. August) fand auf dem Chawaren-Friedhof bei Teheran (Khavaran) eine Gedenkfeier an die Toten des Gefangenenmassakers vom Sommer 1988 statt. Damals waren auf Geheiß von Ajatollah Chomeini im ganzen Lande Tausende von politischen Gefangenen willkürlich umgebracht und ihre Leichen verscharrt worden. Ein Ort, wo die Menschen auf diese Form der Spurenbeseitigung aufmerksam wurden, ist der Chawaran-Friedhof. Dieses Jahr war die Versammlung der Trauernden durch Corona erschwert, die Versammelten hatten den Eindruck, dass die anwesenden Sicherheitskräfte von sich aus nicht eingegriffen hätten, aber es kam wohl Befehl von oben, die Trauerfeier auch dieses Jahr aufzulösen und die Angehörigen aus dem Friedhof zu vertreiben.

https://www.akhbar-rooz.com/گل-باران-خاوران-به-ياد-هزاران-اعدامی-سا
vom Freitag, den 7. Shahriwar 1399 (28.08.2020)
گل باران خاوران به یاد هزاران اعدامی سال ۶۷

Du kannst meinen Körper einsperren, niemals mein Gewissen!

Ich protestiere
gegen die Regierung,
die uns zwingen will,
uns angesichts der Tyrannei
zu schämen
Sedigheh Vasmaghi

Sedigheh Vasmaghi ist eine iranische Professorin, Anwältin, Dichterin, Schriftstellerin, ehemalige Teheraner Stadträtin und Übersetzerin. Sie hat ihren Wohnsitz in Schweden. Auf einer Iranreise im Oktober letzen Jahres wurde sie festgenommen. Da sie keine Kaution stellen konnte, kam sie in das Ewin Gefängnis. Frau Vasmaghi wurde letzte Woche wegen Unterzeichnung des „Briefes von 77 Personen“ im November 2019 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

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Sedigheh Vasmaghi


Offener Brief von Sedigheh Vasmaghi

Ich protestiere nicht nur gegen ein Urteil einer nicht qualifizierten Behörde – weil das Revolutionsgericht nicht für die Anhörung zuständig ist und weil der Richter der Abteilung 26 der Leiter des Geheimdienstes des Revolutionsgerichts ist und keine Zuständigkeit für die Justiz hat.

Ich protestiere nicht nur gegen den Inhalt des Urteils, der eindeutig besagt, dass die Justiz die Meinungsfreiheit und das ehrenwerte Recht auf Protest nicht schätzt.

Ich protestiere vielmehr gegen eine Regierung, die die Justiz rücksichtslos lächerlich gemacht hat und die Justiz, die Gerichte, das Gefängnis und die Justiz missbraucht, um Proteste zu unterdrücken, selbst in ihrer friedlichsten Form, die nur Erklärungen abgibt.

Ich protestiere gegen die Regierung, die unser Gewissen in Ketten legen und einsperren will, indem sie uns das ehrbare, menschliche und moralische Protestrecht entzieht.

Ich protestiere gegen die Regierung, die uns zwingen will, uns angesichts der Tyrannei zu schämen, und die es den wachen und verantwortungsbewussten Bürgern nicht bewusst und absichtlich erlaubt, ihre Bürgerrechte zu nutzen, um gegen die Zerstörung und Unordnung des Landes zu kämpfen.

Ich protestiere gegen die Regierung, die uns die Menschlichkeit entziehen und sie in gleichgültige und stille Statuen verwandeln will.

Ich protestiere gegen eine Regierung, die ihre Struktur mit Spannungen und Konflikten mit allen, mit ihren Menschen und der Welt verwoben hat und uns mit ihrer Politik zumindest ein würdiges Leben, Frieden sowie psychologische und soziale Sicherheit genommen hat.

Ich protestiere gegen alle Ungerechtigkeiten und Unterdrückungen, um die Unschuldigen einzusperren.

Ich protestiere immer noch gegen das brutale Massaker vom November 2019. Wo immer ich bin, ich protestiere und ich werde gegen Ungerechtigkeiten protestieren, auch im Gefängnis. Du kannst meinen Körper einsperren, aber niemals mein Gewissen! Ich ziehe das Gefängnis der beschämenden Stille angesichts von Ungerechtigkeit und Korruption vor.


Sedigheh Vasmaghi

Quellen:

صدیقه وسمقی بازداشت و به زندان اوین منتقل شد

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=213135



Jafar Azimzadehs Leben ist in ernster Gefahr

حقوق بشر در ایران | جعفر عظیم زاده, زندانی سیاسی در پرونده جدید ...
Jafar Azimzadeh

Offener Brief an Arbeiter- und Menschenrechtsorganisationen auf der ganzen Welt

Jafar Azimzadeh, Vorstandsvorsitzender der Freien Gewerkschaft des Iran, befindet sich in einem Hungerstreik. Er wurde wegen gewerkschaftlicher Aktivitäten und Bemühungen zur Organisation und Erhöhung der Löhne der Arbeitnehmer zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt und litt trotz akuter Herz- und Lungenerkrankungen im Evin-Gefängnis an einer Corona-Infektion. Anstatt ihn zur Behandlung in ein Krankenhaus zu bringen, brachten ihn die Behörden in das Rajai Shahr Gefängnis und sperrten ihn in Einzelhaft ein, um ihn zu töten.

Aus Protest gegen diese Aktion befindet sich Jafar Azimzadeh seit dem 17. August im Hungerstreik. Trotz seines sich verschlechternden Zustands und seiner akuten Krankheit sowie seiner Corona-Erkrankung sind die Behörden nicht bereit, ihn freizulassen und zur Behandlung ins Krankenhaus zu bringen.

Jafar Azimzadehs Leben ist in Gefahr, und kann jederzeit sein Leben verlieren. Aus diesem Grund fordern wir alle internationalen Arbeiterorganisationen und Menschenrechtsorganisationen sowie alle freiheitsliebenden Menschen auf, den gefährlichen Bedingungen von Jafar besondere und dringende Aufmerksamkeit zu schenken und die iranischen Behörden auf jede mögliche Weise aufzufordern, Jafar Azimzadeh frei zu lassen. Sicherlich können alle Maßnahmen von Arbeiter- und Menschenrechtsorganisationen dazu führen, dass die iranischen Behörden unter Druck gesetzt werden, diesen inhaftierten Arbeiter freizulassen.

Freie Gewerkschaft des Iran

Freie Gewerkschaft im Iran: Sicherheitsbehörden beabsichtigen, Jafar Azimzadeh zu töten

حقوق بشر در ایران | جعفر عظیم زاده, زندانی سیاسی در پرونده جدید ...
Jafar Azimzadeh

Jafar Azimzadeh, ein Arbeiteraktivist, der derzeit im Iran in Haft ist, hat sich eine Corona-Erkrankung zugezogen. Er wurde am Sonntagabend unter dem Vorwand, in ein Krankenhaus gebracht zu werden, aus dem Evin-Gefängnis entlassen, befindet sich aber derzeit in Einzelhaft im Rajai-Gefängnis bei Gohardasht, nahe der Stadt Karaj. Seine Familie hat keine Erlaubnis ihn zu besuchen. Er befindet sich in ernsthafter Gefahr. Die freie Gewerkschaft des Iran und die Gewerkschaft der Vahed Company haben vor der schlimmen Situation dieses Arbeiteraktivisten gewarnt.

Tödliche Erkrankung

Die freie Gewerkschaft des Iran erklärte heute, dass Jafar Azimzadeh am Sonntagabend, den 16. August, von einem Arzt des Evin-Gefängnisses in die zentrale Krankenstation des Evin-Gefägnisses eingewiesen wurde, damit seine Lungen und sein Herz behandelt werden können. Jafar Azimzadeh litt seit einem früheren 63-tägigen Hungerstreik an schweren Herz-, Magen-Darm- und Lungenerkrankungen. Laut Ärzten kann eine Corona-Infektion für Menschen mit Grunderkrankungen sehr tödlich sein.

Statt auf die Krankenstation ins Gefängnis

Aber die Beamten brachten ihn nicht auf die Krankenstation. Stattdessen wurde Jafar in das Rajai-Gefängnis verlegt und war in den letzten zwei Nächten in Einzelhaft, ohne die Erlaubnis, seine Familie zu kontaktieren.

Freilassung? Nicht für Jafar Azimzadeh!

Das Rundschreiben über die Freilassung von Gefangenen am März 2019 schloss ihn rechtlich ein, führte jedoch nicht zu seiner Freilassung. Um das zu rechtfertigen, wurde in nur 20 Tagen ein neuer Fall gegen ihn eröffnet und es wurden Verhöre und Gerichtsverfahren abgehalten. Er wurde 13 Monate in Untersuchungshaft genommen. Diese Maßnahmen wurden ergänzt durch ernsthaften Druck auf Jafars Frau und die Beschlagnahme eines seiner während seines Urlaubs hinterlegten Dokumente.

Jafar soll getötet werden

Die Reihe von Ereignissen, die in den letzten Monaten gegen Jafar stattgefunden haben, zeigt deutlich, dass die Sicherheitsbehörden beabsichtigen, ihn zu töten. Im vergangenen Monat haben zwei gefährliche Gefangene, Angehörige der Sicherheitsdienste im Gefängnis, Jafar zweimal angegriffen, um ihn zu töten. Aufgrund der Intervention anderer Gefangener konnten sie jedoch ihre Arbeit nicht erledigen, sondern nur in Anwesenheit von Beamten der Gemeinde die Drohung aussprechen, Jafar zu töten.

Quellen:

Iran: Neues von der Kulturfront

In der Mitte Ehsan Mohammad-Hassani, der Kämpfer an der Kulturfront


Ehsan Mohammad-Hassani gehört zu denjenigen, die versuchen, im Bereich der Kunst die Herrschaft der Revolutionswächter (Pasdaran) und des Religiösen Führers zu festigen. Als Freund von Mohammad Ali Jafari, damals Oberbefehlshaber der Revolutionswächter, leitet Ehsan Mohammad-Hassani seit 1390 (2011) die „Kunst- und Medienorganisation Ouj“ (Ouj heißt Höhepunkt) (Sazemane Honariye Resane’i Ouj). Diese Organisation hat eine ganze Reihe von Filmen im Sinne des Regimes gesponsort und wird ihrerseits vom Regime großzügig mit Mitteln ausgestattet.

Filme und Verhöre?
Laut Angaben des iranischen Filmemachers Mohammad Rasoulof, war während seiner Haft (im Iran) bei seiner ersten „Verhörsitzung“ auch eine dreiköpfige Gruppe zugegen, die von sich angaben: „Wir sind vom Geheimdienst der Pasdaran, vom (Pasdaran-) Stützpunkt Tharollah, und auch Ouj ist von uns.“ Ehsan Mohammad-Hassani hatte in einer Veröffentlichung vom Monat Adhar des Jahres 1390 (2011) selbst angegeben, dass er mit dem inhaftierten Filmemacher Mohammad Nourizad „an einem warmen Sommertag“ „eine fünfstündige Sitzung“ „in den Zeiten (seiner) Haft“ hatte. Es sieht also so aus, dass diese kulturellen Aktivitäten bis hin zur Teilnahme an Verhören von Filmemachern reichte, wohl in den Nachwehen der Niederschlagung der Proteste des Jahres 2009 gegen den gefälschten Wahlsieg von Präsident Ahmadineschad.

Freund von Soleimani
Ehsan Mohammad-Hassani war auch mit einem der führenden Pasdaran-General Qasem Soleimani befreundet, der ihm wiederholt bei Filmaufnahmen Besuch abstattete. Personen, die ein Treffen mit Soleimani wünschten, wandten sich deshalb an Ehsan als Vermittler.

https://en.wikipedia.org/wiki/Mohammad_Rasoulof

https://en.wikipedia.org/wiki/Mohammad_Nourizad

https://en.wikipedia.org/wiki/Qasem_Soleimani

https://www.radiofarda.com/a/who-leading-owj-which-dominating-Iranian-cinema/30777906.html
vom 21. Mordad 1399 (11. August 2020)
رئیس سازمان اوج؛ بازجو، رفیق حاج قاسم و مدافع حرم

Iran: Zartosht Ahmadi Ragheb in Gefahr

Zartosht Ahmadi Ragheb gehört zu den wenigen iranischen Oppositionellen, die im April dieses Jahres in einem direkten Interview mit dem persischen Dienst des US-Senders Voice of America das Vorgehen der iranischen Behörden in Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona-Virus life kritisierten.
Schon im Vorjahr war er verhaftet worden, weil er einen offenen Brief unterschrieben hatte, in dem der Religiöse Führer Ajatollah Chamene’i zum Rücktritt aufgefordert wurde. Er war nach fünf Monaten gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Mitte Juni 2020 war er erneut verhaftet worden, um eine Haftstrafe von 9 Monaten zu verbüßen. Er wurde ins berüchtigte Gefängnis von Groß-Teheran (Fashafuyeh-Gefängnis) verlegt.
Während auf der Webseite von Amnesty International in London noch nichts dergleichen zu finden ist, berichtet jetzt peykeiran, dass diese Organisation eine Erklärung veröffentlicht habe, in der sie den Gesundheitszustand des Menschenrechtlers Zartosht Ahmadi Ragheb als katastrophal bezeichnete. Er ist vor mehr als zwei Monaten in den Hungerstreik getreten.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=212616
vom 27. Mordad 1399 (17. August 2020)
عفو بين‌الملل: وضعیت جسمانی زرتشت احمدی‌راغب وخیم است

https://iranintl.com/en/zartosht-ragheb

  1. August 2019
    Another signatory of the letter calling for Khamenei’s resignation was arrested

https://www.voanews.com/covid-19-pandemic/iran-based-dissident-government-mishandling-pandemic-worsened-economic-crisis
Updated April 16, 2020 12:41 AM

COVID-19 Pandemic
Iran-Based Dissident: Government Mishandling of Pandemic Worsened Economic Crisis

Iran: Hinrichtungen in Maschhad und Urumiye


Am Morgen des 17. Augusts wurde im Gefängnis von Urumiye ein Gefangener, der wegen „Mordes“ im Alter von 17 Jahren verhaftet worden war, hingerichtet. Er war am Vortag als Vorbereitung zur Exekution in eine Einzelzelle verlegt worden. Ihm war vorgeworfen worden, seine Großeltern ermordet zu haben.
Ein zweiter Gefangener, der vom Strafgericht (dadgahe keyfari) Nr. 1 der Provinz Chorassane Rasawi (Khorasane Razavi) ebenfalls wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war, wurde am selben Tag im Zentral-Gefängnis von Maschhad hingerichtet. Die Angaben im Zeitungsartikel zu dieser Hinrichtung sind allerdings widersprüchlich, da an anderer Stelle davon die Rede ist, dass die Hinrichtung in Maschhad schon am Sonntag stattfand.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=212598
vom 27. Mordad 1399 (17. August 2020)
اجرای دو حکم اعدام در یک روز در مشهد و ارومیه

Iran: Hungerstreik im Fashafuyeh-Gefängnis

Das Fashafuyeh-Gefängnis (Gefängnis von Groß-Teheran)


72 Gefangene, die im Zusammenhang mit den Protesten vom November 2019 verhaftet worden waren, als die Menschen nach der landesweiten Erhöhung der Benzinpreise auf die Straße gingen, haben am Sonntag, den 26. Mordad (16. August) den Hungerstreik eröffnet, weil ihnen trotz der Ausbreitung des Corona-Virus der Hafturlaub verweigert wird.
Obwohl in ihrem Fall sogar die Direktion der Justiz (riyasate qowweye qad.a’i) dem Hafturlaub zugestimmt hatte, weigerte sich der Vertreter der Staatsanwaltschaft, der die Aufsicht über die politischen Gefangenen hat, den Hafturlaub zu bewilligen. Auf die Proteste der Eltern und Mütter der Inhaftierten, deren Unterhalt von diesen Menschen abhängt, antwortete der Staatsanwalt, die sollten am besten verhungern.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/85544/
vom 27. Mordad 1399 (17. August 2020)
bez. vom Vortag 16. August 2020, 20:13
اعتصاب ۷۲ تن از محکومان اعتراضات آبان در زندان فشافویه

Corona-Ausbruch im Evin-Gefängnis: Sitzstreik von 27 Politischen Gefangenen

Ewin-Gefängnis, Teheran

Mindestens 27 in der Abteilung 8 des Evin-Gefängnisses inhaftierte Politische Gefangene setzen sich am Sonntag, den 9. August, in den Hof ​​des Gefängnisses und forderten eine Untersuchung der Situation der Gefangenen und der Maßnahmen zur Bekämpfung des Ausbruchs des Corona-Virus.

Protestkundgebung Politischer Gefangener im Evin -Gefängnis

Der Vorfall begann laut einer Gruppe von iranischen Menschenrechtsaktivisten am Sonntag, den 9. August, mit der Bekanntgabe der Ergebnisse eines Zufallstests von 17 Gefangenen, bei dem herauskam, dass 12 Gefangene mit dem Corona-Virus infiziert waren. Alle diese Gefangenen wurden in das Gesundheitszentrum des Gefängnisses gebracht.

Infektion von 12 Politischen Gefangenen im Evin – Gefängnis mit dem Coronavirus

In einem Interview mit der Kampagne für Menschenrechte im Iran berichtete Munir Abdi, die Frau von Esmail Abdi, einem Mitglied der iranischen Lehrergewerkschaft, dass dieser Gewerkschaftsaktivist und elf weitere Politische Gefangene in der Abteilung 8 des Evin-Gefängnisses sich mit dem Corona-Virus infiziert hatten und dass sie in die zentrale Krankenstation des Evin-Gefägnisses verlegt worden waren.

Munir Abdi sagte in einem Interview, dass die Symptome der Corona-Infektion schon vor zwei Wochen in der Abteilung 8 des Evin-Gefängnisses erstmals festgestellt wurden, aber die Gefängnisbeamten, die Coronatests zu spät durchführten. Herr Abdi befand sich zu dem Zeitpunkt in einem Raum mit vier Gefangenen, die an der Corona-Erkrankung gelitten haben. In den restlichen Räumen sind bis zu 18 Personen untergebracht.

Die Symptome, die bei dem ersten Ausbruch festgestellt wurden, waren u.a. der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, starke Schmerzen und Husten, einige hatten Fieber und schwere Lungenprobleme was sich mit einem CT-Scan der Lunge zeigte.

„Am Dienstag wurden 17 Gefangene einer Blutuntersuchung und einer Nasenschleimhautuntersuchung unterzogen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden am Sonntag vorgelegt: 12 Gefangene waren infiziert.“

Frau Abdi, Angehörige eines Politischen Gefangenen im Iran

Esmail Abdi, ein Mathematiklehrer, hochrangiges Mitglied der iranischen Lehrergewerkschaft (ITTA) und ehemaliger Generalsekretär des Vereins, wurde 2016 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem seine Strafe vom Berufungsgericht Teheran bestätigt worden war.

Esmail Abdis Frau sagte der Kampagne: „In der zentralen Krankenstation des Evin-Gefängnisses gaben sie zur Behandlung keine speziellen Medikamente, sie kontrollierten nur das Fieber. Herr Abdi hatte Kopfschmerzen und Atemnot, weil er eine Grunderkrankung hat und ein Asthmaspray nimmt. Tabletten gegen Bluthochdruck wurden ebenfalls verschrieben.“

Frau Abdi möchte dass die Politischen Gefangenen Hafturlaub zu Hause bekommen.

Quellen:

HRANA, Radio Zamaneh, Menschenrechtskampagne im Iran

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/85448/

https://www.amnesty.de/mitmachen/petition/freiheit-fuer-esmail-abdi-und-jafar-azimzadeh

Iran: Kritiker mit Haloperidol „ruhig“ gestellt

Die „Betonspritze“, mit der Menschen „ruhig gestellt“ werden


Neuerdings werden aus dem Iran Praktiken gemeldet, die in der 1991 aufgelösten Sowjetunion beliebt waren, um Kritiker aus dem Verkehr zu ziehen. Politisch Andersdenkende wurden damals in die Psychiatrie gesperrt und gegen ihren Willen mit Psychopharmaka behandelt.
Dies berichtet jetzt aus dem Iran Kiyanush Zanjari, ein Journalist und Menschenrechtsaktivist, der derzeit zur Behandlung Hafturlaub hat. Er schrieb in einer Reihe von Tweets vom Vortag über seine eigenen Erfahrungen mit der Verlegung aus dem Gefängnis in die Psychiatrische Klinik von Amin-Abad (Bimarestane Rawaniye Amin-Abad, Markaze Rawan-Pezeshki Razi). Anfang des Jahres 1398 (also im Frühjahr 2019) wurde er von zwei Soldaten zu diesem Psychiatrischen Zentrum eskortiert. Erst als er die Aufschrift (Markaze Rawaniye Amin-Abad) (Psychiatrisches Zentrum Amin-Abad) las, wusste er, was Sache war. Bei der Einlieferung in das Zentrum wurde ihm eine Spritze verabreicht, die auf ihn eine lähmende Wirkung hatte. Er spürte, wie er ohnmächtig wurde. Sein Mund fühlte sich trocken an, und er stellte fest, dass er mit der rechten Hand und dem linken Fuß an ein Bett gefesselt war. Als er am nächsten Tag mit dem Pfleger reden wollte, konnte er die Zunge nicht bewegen. Die Hand- und Fußfesseln wurden ihm auch nicht abgenommen, wenn er aufs Klo musste.

Ärzte zum Handabhacken…
Ein Psychiater, der in Teheran im Psychiatrischen Zentrum Ruzbeh arbeitete, meinte, normale Ärzte würden so etwas nicht tun. Es sei aber denkbar, dass die „Sicherheitsorgane“ in den letzten Jahren eigene „Ärzte“ ausgebildet hätten, die dazu bereit sind. Das gelte sowohl für Ärzte, die von der Gefängnisverwaltung angestellt sind, als auch für solche, die für das Verteidigungsministerium arbeiten. Er nimmt an, dass die Sicherheits- und Justizorgane dafür sorgen, dass bei den Zulassungsprüfungen zum Medizinstudium auch Leute angenommen werden, die zum Beispiel bereit sind, später einem Menschen die Hand zu amputieren – als „islamische Strafe“. Dieser Psychiater nimmt anhand der Beschreibung der Symptome an, dass dem Journalisten Kiyanush Zanjari das Medikament Haloperidol eingespritzt wurde.

Psychiatrie gegen Proteste
Schon früher wurden Fälle der Einweisung in die Psychiatrie gemeldet. So berichtete die Mutter von Hengame Shahidi, einer inhaftierten Journalistin, am 11. Dey 1398 (Jahreswende 2019/20) auf Instagram, dass ihre Tochter in das Psychiatrische Zentrum Amin-Abad eingewiesen wurde. Hengame Shahidi teilte damals mit, dass sie von vier Männern festgehalten wurde, die ihr gewaltsam Haloperidol einspritzten – sie erwähnte das Medikament mit Namen.
Ein weiteres Opfer dieser Praxis ist Hashem Khastar, Lehrer und Gewerkschaftsaktivist, der von den Geheimdienstorganen der Pasdaran entführt und eine Zeitlang im Psychiatrischen Krankenhaus „Sina“ in Mashhad festgehalten wurde.
Auch die Ehefrau von Mohammad-Ali Babapur, eines Dozenten an der Polizeihochschule, der wegen „Zusammenarbeit mit Feindessstaaten“ zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, berichtete im Vorjahr in einem Interview mit Iran Wire, dass ihr Mann aus dem Gefängnis in die psychiatrische Klinik von Amin-Abad verlegt wurde. Ihr Mann litt zwar an einer Depression, aber die Behandlung in der Klinik diente nicht dem Zweck, die Depression zu behandeln.
Nilufar Bayani, eine inhaftierte Umweltschützerin, berichtete davon, dass auch beim Verhör mit der Verabreichung von Luftspritzen und lähmenden Medikamenten gedroht wurde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Haloperidol
https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=212091
vom 19. Mordad 1399 (9. August 2020)
زنجیره جنایتهای رژیم اسلامی بی انتهاست/ به زندانیان سیاسی چه آمپولی تزریق می‌شود؟