Iran: Demonstrationen zum Nationalen Tag des Lehrers

Zum heutigen 2. Mai, dem Nationalen Tag des Lehrers, kam es in vielen iranischen Städten zu Versammlungen von Lehrerinnen und Lehrern vor den Gebäuden der Bildunsgeinrichtungen.


Demonstration von LehrerInnen am 2.5.2019 in Teheran

Demonstriert wurde in Teheran, Yazd, Hamedan, Kehrmanschah, Isfahan, Karadsch und verschiedenen Städten in iranisch-Kurdistan, Mazenderan (eine Provinz im Nordiran), Maschhad, usw.

Die erste Forderung war die Freilassung der inhaftierten Lehrerinnen und Lehrer. Des weiteren forderten sie Lohnerhöhungen, Erhöhung der Renten und bessere Krankenversicherungen. In ihren Rednen wandten sie sich gegen die zunehmende Privatisierung und den Rückgang des Anteils der staatlichen Schulen.

In Teheran wurde die Demonstration von Sicherheitskräften angegriffen und 3 Lehrer wurden festgenommen.

Iran: Aufruf zu Protestkundgebungen der Lehrkräfte am 2. Mai

Die Organisationen, die im Iran die Interessen der Lehrkräfte vertreten, haben für den 2. Mai – dem Nationalen Tag des Lehrers im Iran – zu landesweiten Protestkundgebungen aufgerufen.
Der 2. Mai hat im Iran eine lange Tradition. Er geht auf Proteste zurück, die 1340 (1961) zur Schahzeit im Iran stattfanden und sich mit dem Tod des Lehrers Doktor Abu l-Hassan Chane°li zuspitzten. Damals unterstützte auch der US-Präsident Kennedy die Forderung der iranischen Lehrkräfte.
Die Lehrerorganisationen wollen an diesem Tag auf die aktuellen Schwierigkeiten hinweisen, mit denen die Lehrkräfte und die Schüler konfrontiert sind.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=92774
vom 29. Farwardin 1398 (18. April 2019)
faraxane tajammo°e sarasari wa gostardeye farhangiyane iran

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%B1%D9%88%D8%B2_%D9%85%D8%B9%D9%84%D9%85

Iran: 50 Hochschulen geschlossen

Wie der iranische Minister für Hochschulwesen, Nassur Gholami, erklärte, wurden vergangenes Jahr (iranischer Kalender) im Rahmen der Sicherung eines Mindeststandards 50 Hochschulen im Iran geschlossen. Die Gesamtzahl der Hochschulen im Iran beträgt 2850 Hochschulen.
Zum Vergleich: In der Bundesrepublik Deutschland, die mit rund 80 Millionen Einwohnern zahlenmäßig dem Iran vergleichbar ist, gab es 2017/18 gerade einmal 429 Hochschulen.
Fläche des Irans beträgt 1,65 Millionen km2, die Fläche der BRD 360.000 km2, das ist ca. das 4,6-Fache von Deutschland. Die Zahl der Hochschulen im Iran ist 6,6-mal so groß wie in Deutschland. Der Grund kann also nicht allein an den höheren Entfernungen liegen, die eine höhere Anzahl von Hochschulen erforderlich machen würde. Im Iran ist eine große Anzahl der Hochschulen privat, sie dienen vor allem dazu, die Taschen der Betreiber zu füllen, und diejenigen, die das nötige Geld aufbringen, mit Diplomen zu versorgen. Die Qualität des Unterrichts und die Ausstattung vieler sogenannter Universitäten steht auf einem anderen Blatt.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=181022
vom 1. Ordibehesht 1398 (21. April 2019)
panjah daneshgah dar iran ta°til shodand

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Hochschulen_in_Deutschland
Stand: 22. April 2019, 15:01

Iran: 3-tägiger landesweiter Streik der Lehrkräfte


Seit gestern, Sonntag, den 03. März 2019, streiken die Lehrkräfte im Iran landesweit für drei Tage. In der Islamischen Republik Iran ist Freitag Ruhetag, nicht der Sonntag! Die Lehrkräfte kommen weiterhin in die Schule, bleiben aber im Lehrerzimmer und erklären den Schülern lediglich, warum sie streiken. Auf diese Weise sind auch die Familien der Schüler im ganzen Land informiert, was die Gründe und Forderungen der Lehrkräfte sind.


1. Freilassung aller Lehrerinnen und Lehrer, die wegen ihrer beruflichen Forderungen in Haft sind und Einstellung sämtlicher Verfahren in diesem Zusammenhang.
2. Beseitigung sämtlicher rechtlicher Hindernisse für die Bildung einer Berufsvertretung der Lehrkräfte im ganzen Land – also einer Art Lehrergewerkschaft.
3. Bereitstellung ausreichender Mittel im staatlichen Budget für das nächste Haushaltsjahr (beginnt im Iran im Frühling). Das betrifft die Finanzierung der Schulen wie auch die ausreichende Bezahlung der Lehrkräfte und die Auszahlung der ausstehenden Löhne und Zusatzzahlungen.
4. Gleichstellung der Renten von Lehrkräften mit denen anderer staatlicher Bediensteter im Ruhestand, um sicherzustellen, dass die Renten über der Armutsgrenze liegen.
5. Aufhebung der jetzigen Krankenversicherung und Ersatz durch eine besser funktionierende, die sowohl diejenigen im aktiven Lehrdienst wie die Lehrkräfte im Ruhestand umfasst.
6. Der Schulbesuch soll gemäß Artikel 30 der Iranischen Verfassung kostenlos bleiben. Die Politik, die Eltern für schulische Dienstleistungen finanziell zu belasten, muss beendet zu werden.
Die Forderungen der Lehrkräfte werden auch von Schülern unterstützt.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/78774/
vom 03.03.2019, 16:30
tahassone mo°alleman dar dahha shahr iran

Iran: Demonstration von pensionierten Lehrerinnen und Lehrern vor dem Arbeitsministerium

Am heutgen Dienstag kam es zu einer Demonstration von pensionierten Lehrerinnen und Lehrern sowie anderen Rentnerinnen und Rentnern vor dem Arbeitsministerium in Teheran. Die Menschen kritisierten die Schwierigkeiten, angesichts der hohen Inflation die Lebenshaltungskosten zu bestreiten.

Darüber hinaus wandten sie sich gegen die jüngsten Folterungen von Sepide Qalyan und Esmail Bakschi, sowie gegen die als Einschüchterung gedachte Ausstrahlung von „Dokumentationen“ ihrer unter Folter erpressten, angeblichen Geständnisse im Staatsfernsehen.

Kommentar:

Noch in den 1980er Jahren, also den ersten Jahren nach der Islamischen Revolution im Iran, haben Angehörige von Inhaftierten es nicht gewagt, außerhalb des engsten Familienkreises über eine Festnahme zu sprechen. Zu groß war die Angst vor Repressalien und Ausforschungen von Geheimdiensten. Das änderte sich in den folgenden Jahrzehnten langsam. In den 90er Jahren sprach man immerhin in der Famile über die Festnahmen, jedoch ohne nähere Angaben über die Umstände. Im Ausland wurde nicht berichtet, selbst wenn es Hinweise gab. Viel später erst wurden Informationen an Medien, auch im Ausland, weitergegeben, die die Angehörigen neutral zu den Festgenommenen befragten. Erst vor wenigen Jahren wurde es üblich, über Folterungen von Angehörigen zu berichten und dies sogar in der Öffentlichkeit. Mit Esmail Bakschi und Sepideh Qalyan sehen wir mutige AktivistInen, die sogar noch einen Schritt weiter gehen: sie kommen aus dem Gefängnis, wo sie gefoltert wurden und gehen sogleich an die Presse und berichten im Internet. Sie haben offene Briefe geschrieben, in denen sie fordern, dass ihre Folterer festgenommen, vor Gericht gebracht und bestraft werden. Auch die streikenden Arbeiter in Haft-Tapeh haben Signalwirkung gehabt. Ihre inhaftierten Aktivisten sind bekannt und ihre Freilassung wird auch von anderen Bewegungen gefordert, die sich mit ihnen solidarisieren.

Iran – Teheran: Klare Worte an der Uni von Teheran


7. Dezember 2018, an der Uni von Teheran

Am Freitag, den 7. Dezember, war im Iran der 16. Adhar, das ist ein wichtiger Gedenktag der Studenten an allen Universitäten im Iran.
Dieses Jahr hatten die Studenten der Uni von Teheran den Religiösen Führer Ajatollah Chamene’i gebeten, zu ihrer Veranstaltung zu kommen. Er sagte ab.
Ein Studentenvertreter sprach vor den versammelten Studentinnen und Studenten. Was er in aller Klarheit und unter dem Beifall der Anwesenden aussprach, ist hörenswert:
„Dieses Jahr ist das Jahr (13)97 (=2018). Es ist das vierzigste Jahr der Revolution (von 1978/9). Wenn ihr diesen vierzig Jahren nicht in der Lage wart, an dieser Uni, die die Grundlage für die Revolution geschaffen hat, Freiheit zu schaffen, bringt ihr das auch in den nächsten vierzig Jahren nicht zustande. Es geht nicht an, dass die Verantwortlichen der Uni jeden Tag kommen und sagen, ihr müsst dies tun, ihr müsst das tun, und das dürft ihr nicht tun.
Isma’il Bachschi ist ein Arbeiter (inhaftierter Vertreter der Arbeiter von Haft-Tape). Er hat seinen Lohn eingefordert, jetzt ist er im Gefängnis. Der Leiter der Lehrergewerkschaft von Maschhad wurde mit Gewalt in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Warum? Weil er gesagt hat, dass die Bezahlung der Lehrer zu wenig ist, mit 1,2 Millionen Tuman… Wovon soll ein Lehrer in Teheran damit überleben? Der Führer der Islamischen Republik Iran (=Ajatollah Chamene’i) ist seit 30 Jahren der Führer dieses Staates. Warum antwortet er auf die Anfragen der Universitäten nicht? Warum kommt er nicht an die Uni? Warum redet er nicht mit den Studenten? Wir sind keine Unruhestifter, wir stehen hinter dieser Regierung und hinter diesem Volk. Nur Diktatoren haben kein Ohr für das, was ihre Gegner sagen.“
(Auf dem Film bis 1:30, dann geht der Sprecher von der Tribüne)

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=171476
vom 17. Adhar 1397 (8. Dezember 2018)
film / agar dar ihn 40 sal natawanestid azadiye daneshgah-ra tazmin konid, 40 sale digar ham nemishawad

Fortsetzung des Lehrerstreiks im Iran

Letzten Monat haben wir über den Lehrerstreik im Iran berichtet. Der Streik richtete sich gegen die mit der hohen Inflation verbundene Abnahme der Kaufkraft eines Lehrergehalts, gegen die Abnahme der Qualität des Unterrichts und gegen die Verhaftung von Lehrkräften, die sich gewerkschaftlich für die Rechte der Lehrenden eingesetzt haben. Dieser Streik wurde – nach einer Unterbrechung – heute wieder aufgenommen.

Streiks fanden heute in folgenden Städten statt:

Teheran, Maschhad, Tabris, Isfahan, Schiras, Kermanschah, Sanandadsch, Hamedan, Mariwan, Sarw-Abad, Chorram-Abad, Bahane, Saghes, Isfahan, Schiras, Babol, Karadsch, Al-Bors, Dscholfa, Ardabil, Yazd, Buscher, Kazerun, Ghazvin, Sari, und weitere.

Es folgen einige Bilder von den Streiks aus verschiedenen Städten.

Iran: Entführter Lehrer Haschem Chastar freigelassen


Haschem Chastar zusammen mit seiner Frau nach seiner Freilassung

Wir hatten berichtet, dass die sogenannten Sicherheitsorgane den gewerkschaftlich aktiven, im Ruhestand befindlichen Lehrer Haschem Chastar entführt hatten und die Angehörigen über seinen Aufenthaltsort im Ungewissen gelassen hatten. Später stellte sich heraus, dass er zwangsweise in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde. Proteste von Lehrergewerkschaften und anderen Gruppen hatten jetzt Erfolg. Sie führten zur Freilassung von Haschem Chastar. Dieser bedankt sich in einer Grußbotschaft an die Unterstützer und hofft, dass auch anderen Gefangenen diese Unterstützung zuteil wird.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89822
vom 19. Aban 1397 (10. November 2018)
payame hasheme xastar be mardome iran pas az azadi

Iran: Gewerkschafter erst „verschwunden“, dann zwangspsychiatrisiert

Am 30. Oktober erschien eine Erklärung des Koordinationsrats der Lehrergewerkschaften des Irans, in der gegen das Verschwindenlassen des pensionierten Lehrers und Gewerkschaftsaktivisten Haschem Chastar protestiert wurde. Wie der Koordinationsrat weiter schreibt, stellte sich dann heraus, dass er zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen wurde, was auf ein Zusammenspiel der sogenannten Sicherheitskräfte und der Justiz hindeutet.
Heute, den 5. November, haben sich eine Reihe von Lehrern und Angehörigen des Zwangspsychiatrisierten vor dem Ebne-Sina-Krankenhaus (Avicenna-Krankenhaus) von Maschhad versammelt. Es handelt sich dabei um eine psychiatrische Klinik. Haschem Chastar wird dort in einer Abteilung festgehalten, in der er keinen Besuch empfangen darf.
Angesichts des Protests wurde das Krankenhaus von sogenannten Sicherheitskräften umzingelt, mindestens acht Personen, darunter auch die Ehefrau und ein Sohn von Haschem Chastar wurden festgenommen und mit einem Polizeiauto weggebracht.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169119
vom 14. Aban 1397 (5. November 2018)
tajammo° moqabele bimarestane ebne sinaye mashhad dar e°teraz be bazdasht wa bastari kardane hashem xastar dar bande bimarestane mamnu° ol-molaqat + film

http://www.rahekargar.net/browsf.php?cId=1033&Id=1208&pgn=
vom 8. Aban 1398 (30. Oktober 2018)
bayaniyeye shouraye hamahangiye tashkilhaye senfiye farhangiyane iran dar e°teraz be robudane mohandes hashem xastar

Teheran (Iran): Studentenproteste

Die Studierenden der Amir-Kabir-Universität in Teheran haben heute gegen die Preise des Studentenessens und die schlechte Qualität des Mensa-Essens protestiert, indem sie ihr Essen der Reihe nach auf den Boden legten und anschließend auf einer Strecke von rund 2 km eine Protestkundgebung abhielten.

https://rahekargar1358.wordpress.com/2018/10/22/mary-10563/
von 22.10.2018
daneshjuyane daneshgahe amirkabir dar e°teraz be keyfiyate bade ghad_a wa kaheshe xadamate daneshjuyi tahasson kardand