Iran: Krieg im Kellergeschoss

Der Iran hat in einer unterirdischen Industrieanlage in Natanz einen ganzen Park von Zentrifugen installiert, die der Anreicherung von atomwaffenfähigem Uran dienen. Im Frühjahr 2009 sollen zahlreiche Zentrifugen vorübergehend funktionsunfähig geworden sein, angeblich als Folge eines Cyberangriffs mit Hilfe von eingeschleusten Computerviren. Anfang Juli 2020 soll es zu einem Brand in der Anlage gekommen sein. Angeblich sei der Brand auf Sabotage zurückzuführen. Jetzt, Anfang April 2021, wird wieder von einem Vorfall aus der Anlage in Natanz berichtet. So soll der Sprecher der Iranischen Atomenergiebehörde Behruz Kamalvandi am Sonntag bei einem Besuch der Anlage in Natanz aus einer Höhe von 7 Metern gestürzt sein und sich Verletzungen am Fußknöchel und am Kopf zugezogen haben. Wenig später sprach Ali Akbar Salehi, der Leiter der Iranischen Atomenergiebehörde, der Natanz zusammen mit seinem Sprecher besucht hatte, von „nuklearem Terrorismus“. Mohsen Reza’i, der Generalsekretär der „Versammlung zur Beurteilung der Interessen des Systems“ (Majma’e Tashxise Maslehate Nezâm), sprach in einem Tweet von einem erneuten Brand in Natanz und stellte die Frage, „ob dies nicht auf ein ernstes Leck beim Schutz vor Infiltration“ hinweise. Der Kanal 13 des israelischen Fernsehens sprach davon, dass möglicherweise ein Sprengstoff plaziert und gezündet wurde. Es ist klar, dass Israel sich durch das atomare Rüstungsprogramm des Irans bedroht fühlt. Amtliche israelische Stellen haben sich bislang nicht als Urheber bestimmter Angriffe bekannt. Auch die iranischen Amtsträger beschuldigen Israel zwar gerne pauschal, aber nicht unbedingt im konkreten Fall, möglicherweise, um nicht in Zugzwang zu kommen.

Wie heikel die Beurteilung von Vorwürfen in diesem Kontext ist, zeigt der Fall der Ermordung von Mohsen Fakhrizadeh, eines Verantwortlichen des iranischen Atomprogramms Ende November 2020. In Veröffentlichungen hieß es damals, dass mindestens 50 Personen bei der Planung und Ausführung des Mordanschlags beteiligt gewesen sein müssen. Was wir damals nicht gesehen haben: Welcher Staat hat so viele Leute im Iran, dass er das Risiko in Kauf nähme, diese alle für die Durchführung so eines Mordanschlags zu gefährden? Das spricht eher für eine inneriranische Abrechnung. Dass da mit harten Bandagen gekämpft wird, sieht man an der Ermordung von Ajatallah Rafsandschani im Schwimmbad. Aus diesem Grund ist es für uns praktisch unmöglich, den Wahrheitsgehalt der diversen Vorwürfe, die von verschiedenen Seiten erhoben werden, zu beurteilen.

https://news.gooya.com/2021/04/post-50605.php

Monday, Apr 12, 2021

سر و پای کمالوندی در انفجار دوباره نطنز شکست، حمله سایبری امروز به‌وسیله ماده منفجره دفن شده بوده

https://de.wikipedia.org/wiki/Atomanlage_Natanz

Iran: Vertrag mit Internationaler Atomenergiebehörde

In der Nacht von Sonntag auf Montag hat die Iranische Atomenergiebehörde mit der Internationalen Atomenergiebehörde einen Vertrag ausgehandelt. Demnach sollen die nächsten drei Monate Aktivitäten der iranischen Seite im Bereich der Atomenergie aufgezeichnet, aber für drei Monate unzugänglich aufbewahrt werden. Wenn binnen drei Monaten die Sanktionen gegen den Iran vollständig aufgehoben werden, bekommt die Internationale Atomenergiebehörde Zugang zu den Aufzeichnungen, ansonsten werden sie gelöscht. Dem Vertrag ist ein Anhang beigefügt, in dem die wichtigsten atomaren Einrichtungen des Irans aufgelistet sind. Aus diesem Grund sei der Vertrag als geheim eingestuft worden.

Das bedeutet: Sämtliche Behauptungen über den Inhalt des Vertrags sind durch Dritte nicht überprüfbar, auch das nicht, was in der gemeinsamen Erklärung der beiden Behörden heute bekannt gegeben wurde.

Das ändert nichts daran, dass die Vertreter der religiösen Fundamentalisten im iranischen Parlament heftig gegen den Staatspräsidenten Rouhani und seine Regierung protestieren. Sie verlangen eine strafrechtliche Verfolgung des Staatspräsidenten und eine Annullierung des Vertrags. Auch dies ist keine Überraschung. Zugang ins Parlament erhalten nur diejenigen, die vom Wächterrat vorher ausgesiebt wurden, also Personen, die dem religiösen Establishment genehm sind. Und da die Außenpolitik wie die Atompolitik im Iran Sache des Religiösen Führers sind, werden jetzt die aktiviert, die ihm als Sprachrohr dienen. Dass Ajatollah Chamene’i, der Religiöse Führer, über den Inhalt des geheimen Abkommens nicht informiert wäre, ist unglaubhaft. Die Proteste dienen wohl eher dazu, die „richtigen“ Leute gegenüber den gewünschten Zielgruppen im Iran zu profilieren. Rouhani und seine Leute hätten nie ein Abkommen mit der Internationalen Atomenergiebehörde unterschrieben, wenn sie nicht die Zustimmung des Führers dafür gehabt hätten.

Quellen:

بیانیه ی مشترک ایران و آژانس، سازمان انرژی اتمی: پیوست توافق محرمانه است؛ اعتراض در مجلس
vom 4. Esfand 1399 (22.02.2021)
https://www.akhbar-rooz.com/بيانيه-ی-مشترک-ايران-و-آژانس،-سازمان-ان

نمایندگان مجلس خواستار پیگرد قضایی حسن روحانی و ابطال توافق ایران و آژانس شدند
https://www.radiofarda.com/a/31115029.html
vom 4. Esfand 1399 (22.02.2021)

Iran: Urananreicherung auf 20%

فضای داخلی سایت اتمی فردو
Das Innere der Atomanlage Fordo

Kurze Vorbemerkung: Uran enthält von Natur aus zu 0,7% das Uran-Isotop U-235, der Hauptteil ist U-238. Für den Einsatz von Uran als Brennstoff in Leichtwasserreaktoren benötigt man einen Gehalt von 3 bis 3,5% U-235, das heißt, man muss dieses Isotop von 0,7% auf 3 bis 3,5% anreichern. Ein üblicher Weg dazu ist der Einsatz von Zentrifugen. Zuvor wird das Natur-Uran in gasförmiges Uranhexafluorid überführt, das dann in den Zentrifugen „geschleudert“ wird. Beim Zentrifugieren fliegen die schwereren Moleküle weiter nach außen als die leichten, dadurch wird im Zentrum das leichte Isotop angereichert. Ab einem Gehalt von 20% ist das Uran prinzipiell waffenfähig, wenn man den Angaben von Wikipedia Glauben schenkt. In der Praxis verwendet man für Waffenherstellung aber auf über 85% angereichertes Uran.

Der iranische Regierungssprecher Ali Rabi’i hat jetzt bekannt gegeben, dass aufgrund eines jüngsten Parlamentsbeschlusses mit der Anreicherung von Uran auf 20% begonnen wurde. Präsident Rouhani habe kürzlich die Anweisung dazu erteilt, die Internationale Atomenergiebehörde sei informiert worden. Am 12. Azar 1399 (2. Dezember 2020) habe das iranische Parlament den Entwurf „Maßnahmen des (Religiösen) Führers zur Beseitigung des Embargos“ verabschiedet, das Gesetz sei auch vom Wächterrat gebilligt worden. Laut diesem Gesetz ist die iranische Regierung verpflichtet, jährlich 120 Kilogramm auf 20% angereichertes Uran zu bevorraten. Das Gesetz sieht weiterhin vor, im kommenden Jahr (d.h. am 20. März 2021) 1000 Zentrifugen zu montieren und in Betrieb zu nehmen, monatlich 500 kg angereichertes Uran herzustellen (Frage: stimmt die Zahl? Zuvor war doch von 120 Kilo im Jahr die Rede.) und in Isfahan ein Werk zur Herstellung von metallischem Uran in Betrieb zu nehmen. Außerdem soll die Regierung die „freiwillige Einhaltung des Zusatzprotokolls beenden“, wenn bis zum 12. Bahman 1399 (31. Januar 2021) die Embargos der westlichen Vertragsstaaten des Atompakts mit dem Iran nicht aufgehoben seien.

https://www.radiofarda.com/a/31032685.html
vom 15. Dey 1399 (4. Januar 2021)

ایران از آغاز غنی‌سازی ۲۰ درصدی اورانیوم خبر داد‎؛ نتانیاهو: اجازه نمی‌دهیم ایران سلاح هسته‌ای بسازد

https://de.wikipedia.org/wiki/Hochangereichertes_Uran

https://de.wikipedia.org/wiki/Uran-Anreicherung

https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4chterrat

dort: „Die zwölf Sitze im Wächterrat werden nach Artikel 91 der iranischen Verfassung zur Hälfte mit Geistlichen und zur Hälfte mit Juristen besetzt. Die sechs geistlichen Mitglieder werden vom Obersten Führer direkt ernannt, sechs Juristen aus verschiedenen Rechtsgebieten vom Parlament gewählt, wobei nur vom obersten Richter vorgeschlagene und genehmigte Personen vom Parlament gewählt werden dürfen. Der oberste Richter ist wiederum vom Obersten Führer ernannt.“

Iran: Ein verantwortlicher des iranischen Nuklearprogramms ermordet

Mohsen Fakhrizadeh

Vergangenen Freitag, den 27.11.2020, wurde ein Attentat auf Mohsen Fakhrizadeh (dt. Fachrisade) verübt. Der 1961 geborene Physiker soll Leiter oder ehemaliger Leiter des iranischen Atombombenprogramms gewesen sein. Im letzten Jahrzehnt wurden schon mehrfach Mordanschläge auf iranische Atomphysiker verübt. Inwieweit Mohsen Fakhrizadeh mehr Organisator für Beschaffungen im Zusammenhang mit dem Atombombenprogramm oder Forscher war, lässt sich ohne nähere Kenntnisse nicht sagen.

Die Berichte über den Anschlag auf Mohsen Fakhrizadeh variieren, folgender stammt aus Iran Emrooz (Iran heute). Der Bericht wurde nicht gewählt, weil wir der Überzeugung sind, dass die Fakten stimmen – das können wir nicht überprüfen, sondern weil er eine anschauliche Schilderung durch einen Profi im Schildern gibt. Er stammt von Javad Muguyi, einem Regisseur für Dokumentarfilme, der für die Revolutionswächter arbeitet.

Demnach wurde auf einer Straße bei Absar (im Norden Teherans) unter einem Hochspannungsmast ein Nissan ohne Besatzung geparkt, der mit einem automatischen Maschinengewehr ausgestattet war. Im Nissan sei auch Sprengstoff deponiert gewesen. Auf der anderen Seite der Straße hätten ein PKW mit vier Insassen sowie 4 Motorradfahrer und zwei Scharfschützen gewartet. Als das (gepanzerte) Fahrzeug von Mohsen Fakhrizadeh kommt, beginnt das automatische Maschinengewehr zu schießen. Er wird von drei Kugeln getroffen und steigt aus. Sein Leibwächter steigt aus dem folgenden Auto und wirft sich über ihn. Er wird von vier Kugeln getroffen. Der Nissan explodiert (durch Fernzündung). Gleichzeitig eröffnen die Insassen des gegenüber wartenden PKWs, die Motorradfahrer und Scharfschützen das Feuer und nehmen das Team der Leibwächter unter Beschuss.

Kein Attentäter wird verhaftet. (Dazu gibt es widersprüchliche Angaben).

Ein Abtransport der Verletzten mit Hubschrauber wird dadurch erschwert, dass durch die Explosion des Nissan Hochspannungskabel auf der Straße liegen. Die Explosion hat zu einem Stromausfall im ganzen Gebiet geführt, so dass auch die installierten Videokameras ausfallen. Mohsen Fakhrizadeh stirbt im Krankenhaus.

Die Schilderung ist filmisch anschaulich, aber über den Wahrheitsgehalt kann nichts gesagt werden. Klar ist, dass Informationen zu so einem Ereignis stark gefiltert sind, und es ist sogar möglich, dass die Behörden absichtlich die Meldung verbreiten, dass niemand gefasst wurde, um die Täter in Sicherheit zu wiegen und dann unverhofft zuzuschlagen.

Ein Kommentar zu diesem Ereignis vertritt die Meinung, dass es mindestens 50 Hintermänner brauchte, damit so viele Täter vor Ort zur richtigen Zeit anwesend sein konnten. Gut nachvollziehbar ist das Argument, dass Mohsen Fakhrizadeh, der neben seiner mutmaßlichen Rolle im Atombombenprogramm zugleich auch Brigadegeneral der Revolutionswächter war, zu den gut geschützten Personen der iranischen Machthaber gehörte. Wenn er so gut ausgekundschaftet werden konnte und selbst an einem Feiertag (im Iran ist der Freitag das, was bei uns Sonntag ist), also in seiner Freizeit, so gut abgepasst werden konnte, dann bedeutet das, dass die iranischen Geheimdienste hier ein großes Informationsleak haben. Da es im vergangenen Jahrzehnt mehrfach Mordanschläge auf iranische Atomphysiker gegeben hat, ist dieses Leak auch nicht erst von gestern. Der Kommentar macht damit deutlich, dass die starken iranischen Geheimdienste ihre Stärke wohl an anderer Stelle haben…

Quellen

https://en.wikipedia.org/wiki/Mohsen_Fakhrizadeh

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/86757/

vom Sa, 28.11.2020, 21:21

دو گزارش درباره جزئیات عملیات ترور محسن فخری‌زاده

Nach dem Bombenanschlag auf Natanz verlegt der Iran Nuklearanlagen in den Untergrund

مرکز سانتریفوژ ایران در نطنز قبل از حادثه (راست) و بعد از حادثه
Irans Uran- Zentrifugenzentrum in Natanz vor dem Unfall (rechts) und nach dem Unfall

Kazem Gharibabadi, der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen sowie anderen internationalen Organisationen mit Sitz in Wien, sagte, dass „nach der Explosion am Nuklearstandort Natanz die Zentrifugenproduktion in den Untergrund verlegt wird“.

In einem Interview, das am Dienstag, dem 27.10.2020 in der Zeitung Hamshahri veröffentlicht wurde, bezog sich Kazem Gharibabadi auf die Worte des Leiters der iranischen Atomenergieorganisation, Ali Akbar Salehi, und sagte, der Iran baue „fortschrittlichere Einrichtungen im Herzen des Berges anstelle der in Natanz“.

Laut dem iranischen Diplomaten wurde der Bau neuer Einrichtungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) gemeldet, aber der Iran hielt es nicht für erforderlich, dass IAEO-Inspektoren den Ort besuchen.

Ali Akbar Salehi hatte bekannt gegeben, dass mit den Arbeiten an einer „moderneren, größeren und umfassenderen Halle in allen Dimensionen“ begonnen wurde, um fortschrittlichere Zentrifugen in den Bergen um Natanz herzustellen. Herr Salehi hat auch bestätigt, dass die „Sabotage“ in einer Halle stattgefunden hat, die an der Herstellung fortschrittlicher Zentrifugen beteiligt war.

Am 3. Juli dieses Jahres hatte ein Unfall in der Anlage in Natanz zur weitverbreiteten Zerstörung des „Iran Centrifuge Assembly Center“ gefürt. Die Explosion hat die Produktion der Zentrifugen verlangsamt, was laut New York Times das iranische Atomprogramm um bis zu zwei Jahre verzögert hat.

Iranische Regierungsbeamte sagen, der Vorfall sei eine „Sabotage“ gewesen, haben jedoch noch keine Details veröffentlicht und den Obersten Nationalen Sicherheitsrat des Irans für die Bereitstellung von Informationen für zuständig erklärt. Beamte des Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Iran haben wiederholt erklärt, dass diesbezügliche Informationen aus Sicherheitsgründen später zur Verfügung gestellt werden.

Javad Karimi Qudussi, ein Mitglied der Nationalen Sicherheitskommission des iranischen Parlaments, sagte jedoch, dass die Ursache des Unfalls am Nuklearstandort Natanz ein „Verstoß gegen Sicherheits- und Schutzfragen“ gewesen sei.

Zuvor gab es Berichte über einen möglichen Luft- oder Cyberangriff auf das Zentrum, den iranische Regierungsbeamte nicht bestätigen wollten.

Quelle:

https://www.radiofarda.com/a/30914714.html

Iran: Kritik im UN-Menschenrechtsrat

Der deutsche Botschafter Michael Freiherr von Ungern-Sternberg hat am Freitag, den 25. September 2020, auf der 45. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf eine Erklärung über die Verletzung der Menschenrechte im Iran im Namen von 47 Ländern abgegeben. Er kritisierte namentlich die Hinrichtung des Ringers Navid Afkari, die Todesstrafe gegen Jugendliche wie etwa Barzan Nasrollahzade, ein Angehöriger der sunnitischen Minderheit im Iran, der als Minderjähriger verhaftet wurde und dann als „Kämpfer gegen Gott“ (Moharebe) zur Hinrichtung verurteilt wurde. Er forderte unter anderem die Freilassung von Nasrin Setude, Narges Mahmudi und anderen politischen Gefangenen im Iran. Von Ungern-Sternberg war von 2013 bis 2016 deutscher Botschafter in Teheran.

Die 47 Staaten, in deren Namen der Diplomat seine Erklärung abgab, waren folgende:

Afrika: 0

Asien-Pazifik: Israel, Palau, die Marschallinseln, Neuseeland (4)

Australien (1)

Europa: (37)

Osteuropa: Albanien, Bulgarien, Estland, Finnland, Kroatien, Lettland, Litauen, (Nord)Makedonien, Moldawien, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ukraine, Ungarn (17)

Westeuropa: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Island, Italien, Irland, Lichtenstein, Luxemburg, Malta, Monacco, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, Zypern (20)

Kanada (1)

Südamerika und Karibische Inseln: Brasilien, Costa Rica, Honduras. (3)

Aktuelle Mitglieder im UN-Menschenrechtsrat

Im UN-Menschenrechtsrat sind jeweils 47 Staaten vertreten, jeweils eine bestimmte Anzahl pro Kontinent, die aktuelle Zusammensetzung der im Rat vertretenen Staaten ist die folgende:

Afrikanische Staaten: Angola, Burkina Faso, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Lybien, Mauritanien, Namibia, Nigeria, Senegal, Somalien, Sudan, Togo (13)

Asien-Pazifik: Afghanistan, Bahrain, Bangladesh, Fidji, Indien, Indonesien, Japan, Marshallinseln, Republik Korea, Nepal, Pakistan, Philippinen, Katar (13)

Südamerika und Karibische Inseln: Argentinien, Bahamas, Brasilien, Chile, Mexiko, Peru, Uruguay, Venezuela (8)

Europa: (12)

Osteuropa: Armenien, Bulgarien, Tschechische Republik, Polen, Slowakei, Ukraine (6)

Westeuropa: Österreich, Dänemark, Deutschland, Italien, Niederlande, Spanien (6)

sowie Australien, (1),

zusammen 47 Staaten.

Die politische Realität hinter dieser Erklärung

Ein Vergleich der beiden Listen ist aufschlussreich. Keine einzige afrikanische Regierung hat die Erklärung unterstützt. Von den 13 aktuellen Mitgliedern des Menschenrechtsrats aus Asien-Pazifik haben nur die Marshallinseln die Erklärung unterstützt. Zu den Nicht-Unterstützern gehören: Indien, Republik Korea (Südkorea) und Japan – alle drei waren bis zur Verhängung der Import-Sanktionen gegen den Iran im Jahr 2019 nach China die wichtigsten Importeure iranischen Erdöls. Auch Katar und Bahrain, die mit iranischen Kriegsgesten im Persischen Golf konfrontiert werden, sowie Pakistan und Afghanistan als Grenznachbarn haben sich nicht beteiligt, und es fällt auf, dass trotz der langen Liste europäischer Staaten ausgerechnet Armenien fehlt, das direkt an den Iran angrenzt. Liegt es daran, dass Armenien aus dem Iran mit Rüstungsgütern versorgt wird? Aus Lateinamerika ist Brasilien vertreten, der Erdölexporteur Venezuela dagegen nicht.

Islam in Indonesien

Was die Diplomatie nicht leisten kann

Es wurde wohl einige Mühe darauf verwendet, ebenso viele Unterstützterstaaten für die Erklärung zu finden wie der Menschenrechtsrat Mitglieder hat, aber die Unterstützung ist stark europalastig (37 von 47), und sie zeigt deutlich, dass die direkten Nachbarn des Irans sowie Staaten mit einem beträchtlichen Anteil islamischer Staatsangehöriger (Pakistan, Indonesien, Libyen, Sudan) sich schwer tun, gegen die iranische Regierung öffentlich aufzutreten. Dahinter mögen Sicherheitsbedenken stehen – der Iran ist kein gemütlicher Nachbar und rüstet auch zur Atombombe auf, es mag auch immer noch die Aura des islamischen Revolutionärs wirken, denn „immerhin“ hatten die iranischen Islamisten sich getraut, die US-Botschaft in Teheran zu besetzen. Hinzu kommt, dass es zwar sehr schön ist, wenn Israel die Erklärung unterstützt, aber wieviele Regierungen mit starkem islamischem Bevölkerungsanteil würden sich trauen, gemeinsam mit Israel eine Erklärung gegen einen islamischen Staat zu unterstützen?

Das Verdienst dieser Erklärung besteht vor allem darin, den Blick eines Teils der Medien auf die Menschenrechte im Iran zu lenken.

https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2020/09/28/deutscher-botschafter-kritisiert-iran/

vom 28.09.2020
UN-Menschenrechtsrat
Deutscher Botschafter kritisiert Iran

https://www.akhbar-rooz.com/حکومت-زير-فشار،-ده-ها-کشور-جهان-اعدام-نو/
vom Freitag, den 4. Mehr 1399 (25. September 2020), 15:54
حکومت زیر فشار، ده ها کشور جهان اعدام نوید افکاری را محکوم کردند

https://news.gooya.com/2020/09/post-43624.php
vom 25. September 2020
بیانیه کم سابقه ۴۷ کشور جهان درباره نقض حقوق بشر در ایران

https://unric.org/de/181019-menschenrechtsrat/
vom 18. Oktober 2019
Deutschland und 13 weitere neue Mitglieder wurden am Donnerstag in den Menschenrechtsrat gewählt

https://de.wikipedia.org/wiki/Indonesien#Religion

Iran: Navid Afkari – was steht hinter der Exekution?

Navid Afkari, Ringkämpfer (1993-2020)


Navid Afkari wurde 1993 in Schiras im Iran geboren. Er war ein bekannter Ringkämpfer im Freistilringen und griechisch-römischen Ringen, und hatte im Iran wie in internationalen Wettkämpfen mehrere Medaillen gewonnen.

Todesurteil
Am 17. September 2018 wurde er verhaftet, nachdem er am 2. August 2018 an einer Demonstration gegen die Regierung teilgenommen hatte. Bei der Demonstration soll ein Angehöriger der paramilitärischen Bassidschi-Miliz erstochen worden sein. Obwohl mehrere Zeugen aussagten, dass Navid Afkari zum Zeitpunkt des Mordes nicht am Tatort gewesen sei, wurde er am 2. September 2020 zur Hinrichtung verurteilt. Gegen ihn wurden zwei Todesurteile verhängt. Einmal als „moharebe“, das heißt als jemand, der gegen das System der Islamischen Republik im Krieg steht, und einmal im Rahmen der Qessas, der islamischen Rache, die vorsieht, dass auf Wunsch der Hinterbliebenen eines Ermordeten der Täter ebenfalls hingerichtet werden kann.

Navid Afkari: Sie suchen einen Hals für ihre Stricke
Laut eines Briefs, den Navid Afkari veröffentlichen konnte, wurde ihm eine Plastiktüte über den Kopf gezogen, bis er fast erstickte. Auf diesem Weg wie auch mit psychischen Foltermethoden wurde er dazu gebracht, einen Mord zu gestehen, den er nach eigener Aussage nicht begangen hat. Sein „Geständnis“ wurde am 5. September 2020 vom staatlichen iranischen Fernsehen ausgestrahlt, das auch aus anderen Fällen erzwungener „Geständnisse“ für seine enge Zusammenarbeit mit den iranischen Ermittlungsorganen bekannt ist. Er ist am Morgen des 12. September 2020 im Alter von 27 von der Islamischen Republik Iran im Gefängnis von Adel-Abad in Schiras durch Erhängen hingerichtet worden.

Warum so eilig?
Wie Kazem Mousavi, der Generalstaatsanwalt der Provinz Fars, im staatlichen Fernsehen erklärte, sei dies „auf Drängen der Familie des Opfers“ geschehen. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage ist zweifelhaft, denn Hassan Yunessi, der Anwalt des Hingerichteten, erklärte, dass nur einen Tag später, am 13. September, ein Treffen mit der Familie des Opfers geplant war, um um Gnade zu bitten und auf diesem Weg die Hinrichtung zu vermeiden. Anwalt Yunessi fragt auf Twitter, was die Behörden so gedrängt hat, die Hinrichtung noch am Tag zuvor zu vollstrecken, ohne dass die Angehörigen sich von Navid Afkari verabschieden konnten. Die Eile ist umso auffälliger, weil Navid Afkari eigentlich erst eine Gefängnisstrafe von sechseinhalb Jahren hätte verbüßen sollen, bevor er hingerichtet würde. Die staatlichen „Sicherheits“organe begruben die Leiche des Exekutierten noch in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Sangar (Provinz Fars), ohne dass dessen Familie teilnehmen durfte.

Die Brüder: 54 und 27 Jahre Gefängnis
Außer Navid Afkari wurden auch seine Brüder Vahid Afkari und Habib Afkari verhaftet und schuldig gesprochen. Die Brüder wurden unter Folter gezwungen, sich gegenseitig zu belasten. Wie die Bahiye Namju, die Mutter der drei jungen Männer berichtet, habe Vahid zweimal versucht, im Gefängnis Selbstmord zu verüben, um der Folter zu entgehen. Sie wurden zu je 74 Peitschenhieben und 54 Jahren (Vahid) und 27 Jahren Gefängnis (Habib) verurteilt, so dass die Frage berechtigt ist, ob sie nicht das schlimmere Los gezogen haben? Habib hatte im ganzen Verfahren nicht einmal einen Rechtsanwalt.

Farah Pahlavai, ehemals Königin des Irans

Internationale Reaktionen
Dieses Urteil hat weltweite Proteste ausgelöst wie selten ein Fall aus dem Iran. Sie kommen einerseits von einem weiten Spektrum innerhalb der iranischen Opposition – von Farah Pahlavi, der Frau des früheren persischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi, bis hin zu linken Exilgruppen wie Ettehade Jomhurixahane Iran (Bund der Republikaner des Irans)
Hezbe Chape Iran (Fedayane Xalq) (Linke Partei des Irans – Volksfedayan)
Hambastegiye Jomhurixahane Iran (Solidarität der Republikaner des Irans).
Andererseits kommen Proteste von Regierungen und Sportorganisationen weltweit. Dazu gehört ein Protest des US-Präsidenten Donald Trump und seines Außenministers Mike Pompeo, ein Gnadenappell von Lord Ahmad of Wimbledon, der Britische Minister für Südasien und den Commonwealth, Proteste der Außenminister der vier europäischen Staaten Österreich, Slowenien, Frankreich und Norwegen und der Europäischen Union. Die deutsche Botschaft in Teheran bezeichnete in einem Tweet vom Sonntag (13. September 2020) die Hinrichtung von Navid Afkari als inakzeptabel.
Es protestierten auch das Internationale Olympische Komitee, die FIFA, der Ringer-Weltverband und die internationale Sportlervereinigung Global Athlete.

Iranischer Außenminister ausgeladen
Der iranische Außenminister Mahmudjavad Zarif wollte eigentlich in Zusammenhang mit dem Atomabkommen drei europäische Staaten besuchen, nämlich Frankreich, Großbritannien und Deutschland, um sich dort mit seinen Amtskollegen zu treffen. Laut einer Meldung der Deutschen Welle hat die „Bild“-Zeitung mit Berufung auf eigene Quellen bekannt gegeben, dass die Reise storniert wird. (Da sieht man mal wieder, welche Zeitungen von Machthabern bevorzugt mit Infos bedient werden…). Diese Nachricht wurde auch von Sa’id Khatibzade, dem Sprecher des iranischen Außenministeriums, bestätigt, der das geschickt in Zusammenhang mit „logistischen Problemen wegen Covid-19“ brachte.

Schweigen in der Türkei, Kritik aus Aserbaidschan
Während der türkische Staatspräsident Erdogan und seine Regierungspartei sich im Stillschweigen üben, weil ihnen der gemeinsame Kampf mit den iranischen Ajatollahs gegen die Kurden wichtiger ist, so dass türkische Medien sich vor allem auf die türkischen Nachrichten von BBC stützen, wenn sie über den Fall berichten, ist aus Aserbaidschan, dem nördlichen Nachbarn des Irans, anderes zu hören. So berichtet die aserbaidschanische Wikipedia mit Verweis auf The Jerusalem Post, dass der aserbaidschanische Parlamentsabgeordnete Asim Mollazade, Vorsitzender der Partei Demokratischer Reformen, sich gegen die Hinrichtung von Navid Afkari ausgesprochen habe. In Jerusalem Post wird er wie folgt zitiert:
„Ich bin gegen Todesstrafen (..) Nicht nur dieser arme Ringkämpfer und seine Brüder sind Opfer eines totalitären Regimes. Hunderte von Aserbaidschanern werden hingerichtet, weil sie in ihrer eigenen Sprache lernen wollen. (…) Jeden Tag liefert der Iran Waffen an Armenien, das unschuldige Zivilisten getötet hat.“ Man sieht einmal mehr, dass die nationalistische, minderheitenfeindliche Politik, die das Regime des Schahs ebenso charakterisierte wie die der Ajatollahs, auf der einen Seite Vorteile gebracht hat (die Unterstützung der türkischen Regierung), auf der anderen Seite Gegner geschaffen hat (hier im benachbarten Aserbaidschan).

Was ist das Ziel der Machthaber?
Die iranischen Machthaber – damit sind an erster Stelle die schiitische Geistlichkeit und die Revolutionswächter gemeint – verfolgen mit dieser Aktion zwei Ziele.
Innenpolitisch: Die Erzeugung von Angst. Während des Golfkriegs der 1980-er Jahre kam es zu Massenverhaftungen und 1988 zu Massenhinrichtungen. Deren Wirkung dauerte 10 Jahre bis zu den Studentenprotesten von 1998 und 20 Jahre, als die Menschen 2009 zu Millionen auf die Straße gingen, um gegen die damalige Fälschung des Wahlergebnisses zu protestieren. Es dauerte ein Jahr, bis die Regierung diese Proteste durch Verhaftungen und Folter wieder unter Kontrolle hatte. Die Verschlechterung der Wirtschaftslage hat jetzt dazu geführt, dass die Menschen nicht mehr nur protestieren, sondern sich auch Streiks ausbreiten. Die Stimmung ist explosiv für die Machthaber. Die Hinrichtung eines bekannten Sportlers als angeblichen Mörder eines Bassidschi-Milizionärs soll allen sagen: „Wenn ihr unsere ‚Sicherheits’kräfte angreift, geht es euch an den Kragen. Dann machen wir kurzen Prozess. Da helfen auch keine Proteste.“
Um die Pasdaran und Bassidschis wird sozusagen ein imaginäres Schutzschild gezogen. Antasten lebensgefährlich.
Gegenüber dem Ausland ist die Botschaft ähnlich: Wenn ihr uns mit Raketen bedroht – das können wir auch – deshalb der Abschuss des ukrainischen Zivilflugzeugs durch die Pasdaran. Wenn ihr einen von unseren Leuten umbringt, zum Beispiel den Pasdar-General Soleimani, dann bringen wir auch welche um. Traut euch bloß nicht, die Leute hier im Land aufzustacheln, dann machen wir auch mit einem Botschafter kurzen Prozess. So wie zu Beginn der Revolution, als die US-Botschaft in Teheran besetzt wurde. Letztlich setzt das Regime auch hier auf die Karte der Drohung. Rührt uns nicht an!

alle Wiki-Artikel abgerufen am 14.09.2020
https://fa.wikipedia.org/wiki/نوید_افکاری
https://en.wikipedia.org/wiki/Navid_Afkari
https://de.wikipedia.org/wiki/Navid_Afkari
https://www.amnesty.org/en/latest/news/2020/09/iran-wrestling-champion-navid-afkari-feared-at-risk-of-imminent-secret-execution/
vom 11 September 2020, 16:45 UTC
https://fr.wikipedia.org/wiki/Navid_Afkari


https://www.lemonde.fr/international/article/2020/09/12/l-iran-annonce-avoir-execute-le-lutteur-navid-afkari_6051943_3210.html
Le Monde avec AFP Publié le 12 septembre 2020 à 12h57, mis à jour hier à 20h48
Le jeune lutteur Navid Afkari a été exécuté en Iran

https://www.theguardian.com/world/2020/sep/12/iranian-champion-wrestler-navid-afkari-executed-despite-global-outcry
Sat 12 Sep 2020 14.53 BST First published on Sat 12 Sep 2020 11.59 BST
by Michael Safi

https://ca.wikipedia.org/wiki/Navid_Afkari

https://news.gooya.com/2020/09/post-43176.php
vom 14. September 2020
بیانیه فرح پهلوی به مناسبت اعدام نوید افکاری

https://news.gooya.com/2020/09/post-43177.php
vom 14. September 2020
بیانیه سه جریان جمهوری خواه سکولار درباره اعدام نوید افکاری

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=214282
vom 23. Shahriwar 1399 (13.9.2020)
دروغ و تحریف در پرونده نوید افکاری

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=214341
vom 24. Shahriwar 1399 (14.9.2020)
کاریکاتور پر مفهومی از خامنه ای جانی و اعدام نوید افکاری

https://twitter.com/mfa_austria/status/1305231095332569091
https://twitter.com/mzzrs/status/1304784956565196802
https://twitter.com/francediplo/status/1305196346861850625
https://twitter.com/norwaymfa/status/1304818372408942592
https://www.radiofarda.com/a/30837438.html
vom 14. September 2020
اتحادیه اروپا به شدت از اعدام نوید افکاری انتقاد کرد

(Hinweis auf Erklärung der EU und der deutschen Botschaft in Teheran)
vom 24. Shahriwar 1399 (14. September 2020)
اعدام نوید افکاری؛ سفر محمدجواد ظریف به اروپا لغو شد

https://az.wikipedia.org/wiki/Navid_%C6%8Ffkari
https://www.jpost.com/middle-east/azerbaijan-mp-tells-post-iran-must-not-execute-wrestler-641697
By BENJAMIN WEINTHAL, AARON REICH
SEPTEMBER 9, 2020 21:49

https://tr.wikipedia.org/wiki/Navid_Afkari

Iran – eine Bilanz

Webseite von https://www.independentpersian.com/

Independent Persian
Die britische Zeitung Independent ist nach ihrem Übergang ins Internet und dem Einstellen der Druckausgabe inzwischen auch in mehreren Sprachen des Nahen Ostens zu lesen: auf Arabisch, Persisch, Türkisch und Urdu (Pakistan). Die Ausgaben in diesen vier Sprachen sind im Besitz einer großen Mediengruppe namens Saudi Research and Marketing Group (SRMG), die der saudischen Königsfamilie nahestehen soll. Für die Saudis eine gute Investition. Es gibt genügend kritische Iranerinnen und Iraner, die zensierte Informationen aus ihrem Land an die Öffentlichkeit bringen wollen, und da ist so eine saudische Plattform auf Persisch durchaus willkommen. Die saudischen Herrscher verstehen eben, wie man auch ohne Zensur mit Nachrichten Kriegsführung betreibt…

Erdölarbeiter im Iran – früher die Elite, heute Leiharbeiter

Der Absturz auf dem Erdölmarkt
Diese persische Version von Independent berichtet folgendes:
Vor 28 Monaten, als die USA den Austritt aus dem westlichen Atom-Deal BARJAM (Joint Comprehensive Plan of Action) mit dem Iran bekannt gab, betrugen die iranischen Erdölexporte 2,5 Millionen Barrel pro Tag. Jetzt sind sie auf 0,1 bis 0,2 Millionen Barrel pro Tag abgestürzt. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Erdölarbeiter nun schon 29 Tage streiken, ohne dass dies das Regime nennenswert beeindruckt. Aufgrund der US-Sanktionen sind die großen Erdölkunden des Irans wie China, Indien, Japan, Südkorea und die Europäische Union weggefallen.

China der Retter ist da!

China, der Retter?
Die geringen Mengen an Erdöl, die noch außer Landes geschmuggelt werden, gehen nach China, wo sie zwar Konten auf chinesischen Banken gutgeschrieben werden, aber die iranischen Exporteure (wohl die Revolutionswächter) bekommen das Geld trotzdem nicht in die Hand. Sie dürfen damit lediglich im Gegenzug Ware aus China importieren. Die heikle Lage hat aber wohl dazu geführt, dass die iranische Regierung einen 25-Jahres-Vertrag mit der Volksrepublik China plant, der von iranischen Oppositionellen als Ausverkauf des Landes bezeichnet wird.

Südkorea – 7 Milliarden Dollar blockiert, eine bittere Pille
Südkorea schuldet dem Iran rund 7 Milliarden Dollar für die Erdölimporte. Aber auch die Auszahlung dieses Betrags wird von den Banken blockiert, weil gegen den Iran Sanktionen verhängt wurden. Südkorea ist lediglich bereit, im Gegenzug Medikamente an den Iran zu verkaufen.

Westeuropa
Keine größere Firma in Westeuropa würde das Risiko in Kauf nehmen, vom Zugang zum US-Markt ausgesperrt zu werden, um mit dem Iran Handel zu betreiben. So läuft auch in dieser Richtung nichts.

Irak
Nicht mal die besten „Freunde“, ein Ausdruck, der in der Politik wohl verfehlt ist, wie etwa die Regierung des Iraks, die aus dem Iran Erdgas und Strom bezieht, ist bereit, dafür mit Dollars zu bezahlen.

Die Herrschaft des Verantwortungslosen
Nicht leichter wiegt auch folgendes Hindernis. Im Iran gibt es zwar Parlamentswahlen und Wahlen des Staatspräsidenten, aber in vielen wichtigen Punkten hat laut iranischer Verfassung der herrschende Rechtsgelehrte, der Religiöse Führer, das letzte Wort. Er trägt vor niemandem Verantwortung und hat zugleich sehr viel Macht. Das führt dazu, dass er die Arbeit des Parlaments und der Regierung kontrollieren oder neutralisieren kann, so dass die Wahlen im Endeffekt entwertet werden. Der Religiöse Führer kontrolliert und befehligt wirtschaftliche Institutionen, Gerichte, Militär, Geheimdienste, Sicherheitsbehörden, kulturelle und religiöse Einrichtungen und verfügt dadurch über einen Geheimstaat, der mächtiger ist als der offizielle Staat. Als weiterer Mitspieler kommen die Pasdaran hinzu, deren Rolle zwar so nicht in der Verfassung niedergeschrieben ist, aber das hat nichts zu sagen. Sie haben ebenfalls ein entscheidendes Wort in Politik, Wirtschaft, den Geheimdiensten, der Kultur und in der Außenpolitik mitzureden und genießen die Unterstützung des Religiösen Führers. So kann weder das Parlament noch die Regierung die Vollmachten der Pasdaran beschneiden. Über den Wächterrat, der dem Religiösen Führer gehorcht, ist die Wahlfreiheit so stark eingeschränkt, dass in die Politik überhaupt nur Personen kommen, die als regimetreu gelten. Die Justiz sieht sich als ausführendes Organ des Führers und der Pasdaran und hilft diesen, Kritik im Keim zu ersticken.

Außenpolitik mit Atombomben und Raketenbau
Die Außenpolitik ist fest in der Hand des Religiösen Führers und der Pasdaran-Generäle. Die Auslandseinheiten der Pasdaran haben mehr in der Nahostpolitik gegenüber Saudiarabien, Ägypten, Israel oder den USA zu sagen als der iranische Außenminister. Das Atombombenprogramm wird vorangetrieben, egal was für Abkommen die Regierung eingegangen ist, das Langstreckenraketenprogramm dient dem gleichen Zweck. Dies alles führt zur internationalen Isolierung des Landes. Jetzt richtet sich die Hoffnung der Herrschenden wohl darauf, dass Donald Trump in den USA nicht zum zweiten Mal als Präsident gewählt wird, so dass sich die Isolierung ein wenig lockert.

Die Klugen nehmen den Hut…
Ob das den Machthabern reicht, um weitere Aufstände in der Bevölkerung zu verhindern, wird sich zeigen.

.. die andern verlieren den Kopf

https://news.gooya.com/2020/08/post-42612.php
vom 30. August 2020
سخت‌ترین سال زمامداری ۳۱ ساله خامنه‌ای

https://www.independentpersian.com/https://fa.wikipedia.org/wiki/ایندیپندنتhttps://en.wikipedia.org/wiki/The_Independenthttps://en.wikipedia.org/wiki/Joint_Comprehensive_Plan_of_Action

https://www.akhbar-rooz.com/۲۹-در-جدال-اعتصابات-نفت-و-گاز-گزارشی-از
vom 9. Shahriwar 1399 (30. August 2020)
کارگران نفت و گاز؛ گزارشی از ۲۹ روز اعتصاب

Iran: Anschlag auf Atomanreicherungsanlage von Natanz?


Der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde hat erklärt, dass es am Donnerstag, den 2. Juli 2020, in der iranischen Atomanreicherungsanlage in Natanz zu einer heftigen Explosion gekommen ist, die zur Zerstörung empfindlicher Anlagen für die Anreicherung bestimmter Uran-Isotope führte. Über die Ursachen und möglichen Urheber der Explosion schweigen sich die amtlichen Stellen noch aus, auch wenn sie behaupten, dass sie die Urheber kennen. Die übliche Erklärung für ihr Schweigen heißt: Aus Gründen der Nationalen Sicherheit.
Und wie bekannt, wird die Nationale Sicherheit im Iran schon dadurch bedroht, dass eine Frau in der Öffentlichkeit ihr Kopftuch abnimmt…

vom 16. Tir 1399 (6. Juli 2020)
خسارات قابل توجه در نطنز؛ سازمان انرژی اتمی: بهترش را می سازیم!

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=209966
vom 16. Tir 1399 (6. Juli 2020)
نیویورک‌تایمز به نقل از منابع اطلاعاتی: در نطنز بمب قدرتمند کار گذاشته شده بود

IAEO schlägt Alarm in Bezug auf Iran

گزارش آژانس در اختیار اعضای شورای حکام قرار گرفته است.
Vorstellung des Berichts der IAEO zur Urananreicherung im Iran am 3.3.2020, Wien

Die Internationale Atomernergie Organisation (IAEO) hat am heutigen Dienstag, den 3.3.2020, bekannt gegeben, dass sich die Mengen an angereichertem Uran im Iran seit November 2019 verdreifacht hätten.

Während im November noch einen Bestand von 372 Kilogramm festgestellt hatte, waren es am 19. Februar 2020 bereits über eine Tonne niedrig angereichertes Uran.

„The current stockpile puts Iran within reach of the amount needed to produce a nuclear weapon“

„Der gegenwärtige Bestand bringt den Iran in den Bereich der Menge die für die Produktion einer Atomwaffe nötig wäre“

Aossociated Press, Wien

In einem zweiten Bericht heisst es, dass der Iran an drei verschiedenen Standorten radioaktives Material lagern würde oder nukleare Aktivitäten durchführen würde. Bei entsprechenden Nachfragen an die iranische Regierung hieß es, der Iran sei nicht zur Auskunft verpflichtet.

Quellen:

https://www.radiofarda.com/a/f4_iaea_latest_report_february_2020_iran_uranium_enrich_five_more_times/30466672.html

https://apnews.com/40f58d4d8114a774c7771a68345d6b0f