Iran: 2 Todesurteile für LGTB-Aktivistinnen

Zahra Sediqi Hamadani, bekannt als „Sarah“

Aus Menschenrechtskreisen im Iran ist bekannt geworden, dass Zahra Sadiqi Hamedani und Elham Chubdar, die sich beide für LGBT-Rechte im Iran einsetzen, also für die Rechte von Menschen, deren Geschlecht oder Geschlechtsrolle nicht den gesellschaftlichen und religiösen Klischees entsprechen, zum Tode verurteilt wurden.

Die Webseite Hangaw berichtete am Sonntag, den 14. Shahriwar (4. September 2022), dass die beiden Aktivistinnen in einem gemeinsamen Verfahren vom Revolutionstribunal in in Urumiye verurteilt wurden. Das Urteil wurde beiden im Frauentrakt des Zentralgefängnisses von Urumiye mitgeteilt.

Zahra Sadiqi Hamedani war bei der versuchten Ausreise aus dem Iran in die Türkei verhaftet worden. Beim Verhör durch die 6. Kammer der Allgemeinen und Revolutionären Staatsanwaltschaft in Urumiye am 26. Dey 1400 (Anfang 2022) wurde ihr mitgeteilt, dass die Anklage gegen sie auf „Verbreitung von Korruption auf Erden“ durch „Propagierung von Homosexualität“ laute. Außerdem wurde ihr „Propagierung des Christentums“ und „Kontakt zu Medien, die zur Islamischen Republik feindlich eingestellt sind“ zur Last gelegt.

Zahra Sadiqi ist 31 Jahre alt und stammt aus Naqde in der iranischen Provinz West-Aserbaidschan. Elham Chubdar stammt direkt aus Urumiye.

Laut Radio Farda hat der Geheimdienst der Pasdaran (Revolutionswächter) nach ihrer Verhaftung bekannt gegeben, dass die „Anführerin der größten Bande von iranischen Frauen- und Mädchenschmugglern in das irakische Arbil“ gefasst worden sei. Zahra wurde darin als Zahra Mansuri bezeichnet. Es ist auffällig, dass den Revolutionswächtern der tatsächliche Vorwurf der „Verbreitung von Korruption auf Erden“ propagandistisch wohl nicht so wirksam erschien. 43 Jahre nach der Revolution ist dieser argumentative Vorschlaghammer zwar ausreichend, um Menschen zum Tode zu verurteilen, aber anscheinend nicht mehr überzeugend für die Bevölkerung, um jemanden als „Bösewicht“ einzustufen.

Im Iran wird Homosexualität teilweise auch als „Krankheit“ eingestuft und die Betroffenen mit Hormonen oder auch Elektroschocks zwangsbehandelt.

https://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/more/102220/