Moqtada Sadr, der einflussreiche irakische schiitische Geistliche, zog sich aus der Politik zurück.

Moqtada al-Sadr

Moqtada al-Sadr, der einflussreiche irakische schiitische Geistliche und Anführer der al-Sadr-Bewegung, hat seinen endgültigen Rückzug aus der Politik angekündigt.

Diese Nachricht fand sofort breite Beachtung in den internationalen, arabischen und persischen Medien.

Moqtada Sadr war zweifellos einer der wichtigsten Akteure in der irakischen Politik nach 2003. Gleichzeitig war er an der Bildung aufeinanderfolgender irakischer Regierungen und Protestmärschen sowie den Aktivitäten schiitischer Milizen beteil.

Das politische Patt zwischen ihm und dem Iran nahen schiitischen Rivalen hat dazu geführt, dass der Irak die längste Zeit ohne Regierung erlebt hat.

Die Anhänger von Herrn Sadr besetzten vor einigen Wochen das Parlament und führten Demonstrationen in der Nähe von Regierungsgebäuden durch.

Die Ankündigung vom Montag hat Bedenken geweckt, dass die Anhänger von Herrn Sadr ihre Proteste verstärken und eine neue Phase der Instabilität im Irak anheizen könnten.

Herr Sadr verdankte einen großen Teil seiner Popularität seinem Vater, Ayatollah Sadr, der von Saddam Husseins Agenten getötet worden sein soll. Die meisten seiner Fans sind die jungen und armen Schiiten in einer der Schiitensiedlungen am Stadtrand von Bagdad.

Al-Jazeera gab unter Berufung auf Krankenhausquellen im Irak die Zahl der bei den heutigen Protesten getöteten Menschen mit 10 Personen bekannt.

Laut Al Jazeera wurden mehr als 200 Menschen verletzt. Einige der Toten und Verletzten stammen von den Sicherheitskräften.

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