Iran – Türkei – Russland: Treffen der Staatschefs in Teheran

Am 19.07.2022 treffen sich Erdogan, Putin und der iranische Präsident Ebrahim Ra’issi in Teheran. Laut der französischen Nachrichtenagentur AFP soll es dabei um die Lage in Syrien gehen. Die türkische Regierung versucht derzeit, in Syrien mit militärischen Mitteln die Gebiete zu unterwerfen, in denen kurdische Bewegungen stark sind. Sie begründet dies damit, dass die kurdische Herrschaft in Syrien an der Grenze zur Türkei der PKK in der Türkei Auftrieb gebe. Die PKK wird in der Türkei als „terroristische Organisation“ verfolgt.

Das iranische Innenministerium schwankt in seinen Stellungnahmen zwischen Verständnis für die türkische Regierung und Befürchtungen, dass durch diesen Einmarsch die Stabilität in Syrien gefährdet werde.

Russland und der Iran haben in Syrien die Regierung von Baschar al-Assad unterstützt und seinen Sturz verhindert, die türkische Regierung hat in Syrien sowohl islamistische Bewegungen wie turkmenische Gruppen militärisch unterstützt, die in Gegnerschaft zur Regierung von Baschar al-Assad stehen.

Die Unterdrückung kurdischer Autonomie-Bewegungen ist Bestandteil der Politik der Islamischen Republik Iran schon seit der Gründung, ebenso wie der Politik der Türkei seit Gründung der Republik unter Atatürk.

Erdogan hofft wohl, beim Treffen in Teheran grünes Licht für seinen Angriff in Syrien zu erhalten. Eine Rolle als Vermittler im Krieg Russland gegen Ukraine gehört zwar ebenfalls zu Erdogans Vorstellungen, das muss aber nicht bedeuten, dass Putin daran Interesse hat.