Iran: Corona-Mathematik

Sima Sadat-Lari, Sprecherin des iranischen Gesundheitsministeriums, ausgebildete Zahnärztin


Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO (https://covid19.who.int/) vom 27. Juli 2020, betrug die Zahl der nachgewiesenen COVID-19-Erkrankten in Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt etwas mehr als 200.000, mit etwas über 9000 Toten insgesamt. Rechnen wir von Anfang März bis Ende Juli, sind das rund 150 Tage, also 9000 Tote in 150 Tagen, macht rund 60 Tote pro Tag. Für den Iran finden sich folgende Angaben: 290.000 Erkrankte und 15.700 Todesfälle, macht rund 105 Tote pro Tag. Mit allen Einschränkungen zur Genauigkeit und Vergleichbarkeit der Zahlen.
Laut Angaben von Sima Sadat Lari, der Sprecherin des iranischen Gesundheitsministeriums, vom 6. Mordad 1399 (27. Juli 2020) sind in den letzten 24 Stunden im Iran 212 Erkrankte an den Folgen von COVID-19 gestorben. Das ist das Doppelte des in der obigen Rechnung ermittelten Durchschnitts.
Laut Angaben von Iraj Harirchi, des Vize-Generaldirektors (Mo°avene Koll) des iranischen Gesundheitsministeriums, werden derzeit täglich 4000 Personen im Iran wegen Corona in iranische Krankenhäuser eingeliefert, wovon rund 10 Prozent sterben, das wären 400. Eine Angabe über die durchschnittliche Dauer des Krankenhausaufenthaltes von Corona-Kranken im Iran bis zum Tod machte er nicht.

Schiitisches Trauerfest ist unantastbar
Der iranische Staatspräsident Hassan Rouhani gab vergangenen Samstag, den 25. Juli, bekannt, dass die schiitischen Trauerfeiern zum Monat Moharram (mit dem Höhepunkt der Aschura-Umzüge) in allen iranischen Städten abgehalten werden, egal ob die Stadt als Ansteckungsherd eingestuft wurde oder nicht. Das erscheint Paradox, weil das Gesundheitsministerium davor warnt, Massenveranstaltungen (Hochzeiten, Trauerfeiern, Abschlussprüfungen) abzuhalten, aber dann der Regierungschef das Gegenteil ankündigt. Aber der Widerspruch ist nur scheinbar. In der Politik hat immer der Machterhalt den Vorzug, nicht der Sachverstand.

Ahmad Alam-ol-Hoda, Freitagsimam von Maschhad

Hilfe, meine Schäflein schwimmen davon!
Mit diesen Worten könnte man die Worte des Freitagsimams von Maschhad umschreiben. Das ist der von Ajatollah Chamene’i, dem religiösen Führer, bestimmte wichtigste Redner zu den Freitagspredigten im religiösen Zentrum Maschhad, wo Millionen von Pilgern zusammen kommen. Ahmad Alam-ol-Hoda, der Freitagsimam von Maschhad, erklärte am heutigen Montag (27. Juli): „Die Tür des Heiligtums von Imam Resa (in Maschhad) zu schließen, den Ort des Gebets bis auf weiteres zuzumachen, die Moscheen zu schließen, die Basare und Freizeiteinrichtungen zu schließen, das ist nicht die Lösung des Problems. Wie lange sollen die Kontakte weiter beschränkt bleiben? In Maschhad führt die Einstellung von Pilgerbesuchen zu wirtschaftlichem Druck auf die Bevölkerung.“

https://news.gooya.com/2020/07/post-41368.php
vom 27. Juli 2020
توسل به داروی امام کاظم در دوران برگزاری مراسم ماه محرم