Ahwas (Iran): Wasser und Lohn!

Die Webseite des Clubs der Jungen Journalisten (Bashgahe Xabarnegarane Javan), die zum staatlichen Medienkonzern Seda wa Sima gehört, berichtete kürzlich, dass die Arbeiter der Stadtverwaltung der Bezirke 4, 5 und 6 von Ahwas in den letzten Tagen gestreikt hätten, so dass in diesen Bezirken der Müll nicht abgeholt wurde. Die Arbeiter forderten die Auszahlung des zustehenden Lohns gemäß eines Beschlusses des Hohen Arbeitsrats (Shouraye Aliye Kar) sowie dieNachzahlung der ausstehenden Löhne.

Am 21. Mai soll die Stadtverwaltung darauf neue Arbeiter angeheuert haben, was auf den Protest der bisher dort Arbeitenden stieß. Darauf forderte Ali-Resa Alipur, der stellvertretende Direktor für städtische Dienstleistungen von Ahwas, Spezialeinheiten an, die gegen die Arbeiter das Feuer eröffneten. Dabei erlitten einige Arbeiter Schussverletzungen, einer von ihnen namens Resa Scharifi soll festgenommen worden sein.

Am 22. Mai wurden protestierende Arbeiter des Bezirks 6 der Stadt Ahwas beim Einsatz von Spezialeinheiten verletzt. Am 23. Mai besetzte eine Gruppe von Einwohnern des Bezirks Ghisane die Hauptverbindungsstraße, um gegen die Unterbrechung der Wasserzufuhr zu protestieren. Ghisane (Ghizane) liegt an der alten Straße von Ahwas (Ahvaz) nach Mahschahr, 45 km vom Zentrum von Ahvaz entfernt. Auch gegen diese Protestierenden wurde das Feuer eröffnet, mehrere wurden verletzt, darunter auch ein Kind.

Die amtliche Reaktion aus dem Munde des Ali-Resa Alipur, des stellvertretenden Direktors für städtische Dienstleistungen von Ahwas, sah so aus: Einer der Arbeiter habe ein Polizeiauto beschädigt, die Proteste der Arbeiter der Stadtverwaltung von Ahwas hätten sich verdächtig weiter entwickelt, so dass in der letzten Zeit grundlos gestreikt worden sei.

Dies entspricht auch der Propaganda der Zentralbehörden, die Proteste gern als ferngelenkt darstellen. Dieses Vorgehen ist nicht nur bei iranischen Machthabern beliebt, um sich mit dem Inhalt der Proteste nicht öffentlich auseinandersetzen zu müssen. Es hilft gewiss nicht, bestehende Konflikte zu entschärfen.

Quelle:
https://news.gooya.com/2020/05/post-38873.php