Iran: Diesmal war der Henker schneller als der Corona-Virus

Am 11. April 2020 (23. Farwardin 1399) wurde der politische Gefangene Mostafa Salimi im Gefängnis von Saqez (iranisches Kurdistan) hingerichtet, die KHRN (Kurdistan Human Rights Network) berichtet.

Mostafa Salimi

Mostafa Salimi war 1346 (1967) geboren worden, hatte als Leiharbeiter für eine Gasfirma gearbeitet, war im Mai 1382 (2003) verhaftet und als „bewaffneter Kämpfer gegen das Regime“ und „wegen bewaffneten Überfalls“ von Richter Ali-Resa Gudini zu 15 Jahren Gefängnis sowie zum Tode verurteilt worden. Bis 1370 (1991) war Mostafa Salimi Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Iran gewesen.

Sowohl die wiederholten Hungerstreiks des Gefangenen gegen das ungerechte Urteil wie auch die Bemühungen der Angehörigen, Beweise für seine Unschuld vorzulegen, blieben erfolglos. Als dann im Rahmen der Proteste gegen die Untätigkeit der Behörden angesichts der Ausbreitung des Corona-Viruses in den Gefängnissen Gefangene aus dem Gefängnis von Saqez ausbrechen konnte, gelang es dem 53 Mostafa Salimi, in die benachbarte Kurdische Autonomie im Nordirak zu fliehen. Das war Ende März 2020. Dort wurde er allerdings verhaftet und an den Iran ausgeliefert, mit tödlichem Ausgang, wie sich an der am Samstag erfolgten Hinrichtung zeigt.

Die Festnahme und Auslieferung in der Irakischen Kurdischen Autonomie zeigt deutlich, wie massiv sich die Lage in der Region verschlechtert hat, seitdem die politischen Führer der Autonomie (aus dem Barsani-Clan) ein Referendum zur Unabhängigkeit der Autonomie veranstaltet hatten. Damals waren die Türkei und der Iran gemeinsam militärisch gegen die Autonomie vorgegangen, mit dem Ergebnis, dass die jetzigen kurdischen Machthaber im Nordirak nicht einmal mehr in der Lage sind, einen von der Hinrichtung bedrohten kurdischen Flüchtling in Schutz zu nehmen.

https://www.akhbar-rooz.com/زندانی-سياسی-مصطفی-سلیمی-در-زندان-سقز-ا/
Samstag, 23. Farwardin 1399 (11. April 2020)
زندانی سیاسی مصطفی سلیمی در زندان سقز اعدام شد