Urgent action von Amnesty International wg. COVID-19 im Iran

Unter dem Titel „GEFANGENE, DIE VON EINER COVID-19-INFEKTION BEDROHT SIND“ hat Amnesty International am 26.03.2020 eine Urgent Action für iranische Politische Gefangene veröffentlicht.

Die iranischen Behörden müssen Hunderte von Gefangenen aus Gewissensgründen unverzüglich und bedingungslos freilassen, da sie die Verbreitung des Coronavirus (COVID-19) in den iranischen Gefängnissen fürchten. Die Behörden sollten Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit aller Gefangenen ergreifen und dringend die Freilassung von Untersuchungshäftlingen und von Personen, die besonders von schwerer Krankheit oder Tod bedroht sein könnten, in Erwägung ziehen.

Amnesty International am 26.03.2020

Die Urgent Action umfasst einen Brief an den Leiter des Justizwesens im Iran, Ebrahim Raisi. Amnesty-Gruppen weltweit sammeln nun Unterschriften von Menschen, die diesen Brief unterstützen.

In dem Schreiben wird davon ausgegangen, dass trotz Freilassung einiger Gefangener im Zuge des COVID-19 Ausbruchs im Iran, weiterhin hunderte Gewissensgefangene inhaftiert bleiben. Unter ihnen befinden sich Menschenrechtsvertreter*innen, friedlich Protestierende und Personen, die nur festgenommen wurden, weil sie friedlich ihr Recht auf Meinungs- und/oder Versammlungsfreiheit ausgeübt haben. Aus diesem Grund hätten sie gar nicht erst verhaftet werden dürfen.

Aber Amnesty International äußert sich auch kritisch zu den Gesundheitsgefahren für alle Gefangene im Iran. Sie würden in überfüllten, unhygienischen und ungesunden Bedingungen eingepfercht, was sie einem erhöhten Risiko einer COVID19 – Infektion aussetzen würde. In mehreren Gefängnissen des Irans seien bereits Gefangene positiv auf die Krankheit getestet worden.

Urgent Action: https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE1320382020ENGLISH.pdf