Iran: Nach 41 Jahren größte Alkoholfabrik des Nahen Ostens wieder eröffnet


Wie die amtliche iranischen Medien berichten, wurde jetzt die Brauerei und Alkoholfabrik Shams wieder in Betrieb genommen. Sie war im Verlauf der Revolution von 1979 zweimal in Brand gesetzt worden und musste dann schließen. Damals wurde eine ganze Batterie von Koran-Versen aufgefahren, um die Schließung der größten Alkoholfabrik des Nahen Ostens zu rechtfertigen. Wie flexibel Religionen im Umgang mit der Überlieferung sind, zeigt sich jetzt im Zuge der Coronavirus-Epidemie. Alkohol wird in den Krankenhäusern zur Desinfektion benötigt und ist auch Bestandteil diverser Medikamente. Und so kommt es, dass diese Fabrik nach 41 Jahren Stillstand die Produktion wieder aufnehmen darf. Laut Berichten produziert sie 22.000 Liter Alkohol am Tag, in drei Schichten, sie liefert Alkohol für den Bedarf der Krankenhäuser im Umfang von 4000 Litern pro Tag.
Jetzt wäre es interessant zu sehen, was für Rechtfertigungen die islamischen Theologen im Iran liefern, um die Wiedereröffnung zu begründen. Dann könnte man am lebenden Beispiel sehen, wie aus ein und dem selben Text samt Kommentaren die gegensätzlichsten Positionen abgeleitet werden. Leider fehlen uns für diesen Vergleich Berichte darüber, wie die Theologen derzeit damit umgehen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=202114
vom 21. Esfand 1398 (11. März 2020)
کرونا کارخانه «آبجوسازی شمس» را بعد از ۴۱ سال بازگشایی کرد