Mahschahr (Iran): Löhne in der Petrochemie


Die politische Organisation Rahe Kargar hat auf ihrer Webseite den Bericht eines Arbeiteraktivisten namens Ali Sajedi-Niya aus Mahschahr veröffentlicht. In Mahschahr in der Provinz Chusestan sind 30 petrochemische Betriebe angesiedelt, die Stadt ist ein Zentrum der Erdölindustrie. Ali Sajedi-Niya schreibt, dass auch in diesen eigentlich lukrativen Firmen die Praxis der Leiharbeiter um sich greift. So gibt es in der Erdölfirma Razi 700 fest angestellte Arbeiter, deren Löhne und Arbeitsbedingungen noch akzeptabel sind, während in der selben Firma 1800 über Subunternehmer angestellte Leiharbeiter arbeiten. Diese Leiharbeiter haben Arbeitszeiten von 7 Uhr morgens bis 18 oder 19 Uhr, ihre Arbeitszeiten entsprechen dem doppelten der normalen Arbeitszeit. Trotzdem liegen ihre Löhne unter dem Minimum, das für eine Familie mit zwei Kindern in Mahschahr derzeit bei 7 Millionen Tuman liegt.
Die Leiharbeiter erhalten auch keine Ermäßigung bei den Schulgebühren, im Gegensatz zu den fest angestellten Arbeitern, die ohnehin mehr verdienen.
Aufgrund der niedrigen Löhne schlafen so manche Erdölarbeiter in den Parks der Stadt.
Zugleich gibt es allein in Mahschahr 11.000 Arbeitslose.
Dies ist der soziale Hintergrund zu den Protesten und dem staatlichen Massaker, das kürzlich in Mahschahr stattgefunden hat.

https://www.rahekargar.net/browsf.php?cId=1033&Id=1538
vom 1. Bahman 1398 (30. Januar 2020)
امکان زندگی در ماهشهر نیست