Irak: Zunehmende Kritik an Moqtada Sadr


Der Artikel aus Iran-emrooz.net nimmt auf die Deutsche Welle und Associated Press als Nachrichtenquellen Bezug.
Im Irak finden schon seit über 2 Monaten Proteste gegen die Korruptheit und Unfähigkeit der jetzigen Regierung statt. Bislang war auch die Bewegung von Moqtada Sadr Teil der Protestbewegung. Moqtada Sadr hatte nach dem Sturz von Saddam Hussein mit iranischer Hilfe im Süd-Irak und in Basra eine bewaffnete schiitische Bewegung aufgebaut. In den letzten Tagen war Moqtada Sadr wieder im Iran, um sich mit seinen Unterstützern unter den iranischen Geistlichen abzusprechen. Das Ergebnis: Am Samstag, den 25. Januar, zogen sich seine Leute von ihren Stellungen in Baghdad, Nassiriye und Basra zurück, worauf die Regierungstruppen zum Angriff gegen die Demonstranten übergingen und Tränengas wie auch scharfe Munition einsetzten. Mindestens vier Demonstranten kamen dabei ums Leben. Seit Beginn der Proteste haben damit über 500 Demonstranten im Irak ihr Leben verloren.

Die zwiespältige Rolle von Moqtada Sadr
Das Verhalten der Anhänger von Moqtada Sadr ist im Rahmen seiner jüngsten Äußerungen zu sehen, als er forderte, dass die Amerikaner so schnell wie möglich das Land verlassen sollten – von den iranischen Pasdaran und den von ihnen ausgebildeten Paramilitärs redete er dabei nicht. Zugleich forderte Moqtada Sadr die Demonstranten auf, ihre Proteste gegen die Regierung zu beenden. Das brachte ihm jetzt den Vorwurf ein, die Protestbewegung verraten zu haben, um selbst einen hohen Regierungsposten zu bekommen.
Die Protestierenden sind jetzt gespannt, wie der Sprecher der irakischen Schiiten, Ajatollah Sistani, am kommenden Freitag reagieren wird. Ob er die Protestbewegung unterstützen wird oder sich ebenfalls auf die Regierungsseite stellen wird.

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vom 26.01.2020, 20:28
تظاهرکنندگان عراقی علیه مقتدی صدر شعار دادند